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ItachiSaix

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Alle erstellten Inhalte von ItachiSaix

  1. SAW (2004) 9/10 Ihr wisst es und ich wusste es recht, dass eine Kritik zu SAW erfolgen musste, da SAW X in den Startlöchern steckt. In den USA ist er bereits angelaufen, aber wir Deutschen haben das traurige Los gezogen und müssen bis Ende November warten, wie das auch immer passiert ist. Der neue Eintrag der Kult Reihe gehört aber zu den Besten seiner Art und das aus vielerlei Hinsicht, soviel kann ich versprechen. Jetzt soll es erstmal zuerst um den allerersten Teil gehen, der Rekorde gebrochen hat und mit seiner High Peak Idee sehr viel für die Filmwelt beigetragen hat. Zwei Männer sind in einen heruntergekommenen Badezimmer aufgewacht und haben aufgrund der Fesseln nicht unbedingt viel Freiraum für sich. Nach einiger Zeit stellen die fest, dass sie dem Jigsaw Killer zum Opfer gefallen sind und es findet inmitten der Hetz- und Schnitzeljagd ein Kampf ums nackte Überleben statt. SAW wird von einigen mehr dem Horror Genre zugeschrieben, ich sehe da mehr einen düsteren Thriller, der mit Horror Elementen arbeitet. Auch werden die expliziten Gewalt Szenen rar versehen bzw. finden sie eher im Kopf des Zuschauers statt, was aber nicht heißt, dass der Horror Faktor in seiner Effektivität im nichts nachgeht. Es ist der Traum eines jeden Filmstudenten. Während seines Studiums hat der damalige Jungspund James Wan zusammen mit seinen Kommilitonen Leigh Wanell eine grandiose Idee entwickelt. Wanell hat wegen großen Kopfschmerzen seinen Arzt aufgesucht. Die Kopfschmerzen waren so stark, dass er sogar die Befürchtung hatte, er könnte einen Tumor haben und deswegen sind viele Gedanken um ihn geschossen, ob er sein Leben so gelebt hat, wie man es hätte führen sollte. Glücklicherweise war das Ergebnis negativ gewesen und aus dem Anlass entstanden so auch die ersten Entwürfe, die wir dann final als den Spielfilm SAW kennen. Mit einem Budget von gerade mal einer Million US-Dollar mussten die beiden Neulinge sehr sparsam beim Dreh des Films umgehen. Einige Schauspieler konnten nur für wenige Tage eingesetzt werden, bei der Erstellung der Sets sind Einschränkungen gekommen und beim Filmmaterial mussten sogar noch Nachdrehs getätigt werden. Der Schnitt musste auch anders gesetzt werden, worauf die schnellen Schnittschnipseln entstanden und so das Gefühl der Hektik aufkommen zu lassen. Wegen all dieser kreativen Notlösungen ist SAW ein ganz besonderer Film, der auch von allen Cineasten gewürdigt werden sollte. Das SAW Franchise finde ich auch wegen den philosophischen und gesellschaftskritischen Thematiken so interessant. Alle Testpersonen haben nach Jigsaws Mindset nicht das Leben verdient und sie müssen sich vor den todbringenden Fallen selber verstümmeln oder gerettet werden, um eine lebensbejahende Perspektive zu erlangen. Der Puzzlemörder ist unsere inneren Stimme gegen alle Leute, die ihre Mitmenschen oder den Staat ausnutzen und nie von der Gerechtigkeit verurteilt werden. Das macht zwar die Identifikation mit ihm nach meiner Meinung grotesk, aber man merkt den aufbrodelnde Schrei nach Genugtuung. Auch finde ich das heilsvollbringende Versprechen nicht wirklich realistisch, aber das wäre ein Thema für ein anderes Mal. SAW ist einzigartig, düster und unheimlich. Jigsaw kennt jedes Geheimnis seiner Testpersonen und das macht den Horror aus, aber der Film funktioniert auch als dunkle Thriller, denn es weiß wie man Spannung aufbaut. Es ist eine Reise, die man so schnell nicht wieder vergisst. Allein das Ende hat einen Plottwist, das niemand wirklich vorhersehen kann. Der Score verstärkt sogar das unbehagliche Gefühl beim Zuschauer und es gibt nur einzelne Plot Elemente die aufgrund des Budgets Schwächen vorzufinden. Die sind aber minimal. SAW spielte das 100fache wieder ein und somit waren die Fortsetzungen mehr als gut begründet gewesen.
  2. Doki Doki Literature Club Plus Upgrade kostenlos: Ja Save Transfer: Nein Auto Trophäen: Nein
  3. Peaky Blinders (2013-2022) 8 von 10 Ich habe „Peaky Blinders“ lange vor mich hingeschoben und nie richtig durchgängig am Stück geguckt. Großen Dank geht an alle raus, die mich dazu ermutigt haben weiterhin am Ball zu bleiben. Der von BBC anfangs produzierte Ganoven Epos erfreute seine Beliebtheit nicht durch sein unverbrauchtes Setting kurz nach dem 1. Weltkrieg in Großbritannien, sondern auch die Darsteller tragen einen großen Teil dazu bei. Cillian Murphy geht als verschlossener und prinzipientreuer Gangster Boss richtig auf und ist schon Grund genug, warum man „Peaky Blinders“ eine Chance geben sollte. Auch alle anderen Darsteller wie Paul Anderson, Helen McCrory und Gäste wie Tom Hardy, Anya Taylor-Joy, etc. sind eine Bereicherung, die mannigfaltig die Serie mit so viel Leben einhauchen, dass man so kein zweites Mal erleben wird. Die Ansammlung der Konflikten und deren zugehörigen Konsequenzen findet gefährlich selbstverständlich Anklang beim Zuschauer, wenn man bedenkt warum die Figuren so handeln und trotzdem doch so menschlich sind. Man darf die unverschämt passende Titelmelodie der Peaky Blinders nicht außer Acht lassen! Nick Cave and the Bad Seeds haben schon seit längerer Zeit diesen ikonischen Song kreiert, der sich auch bei anderen Filmen gerne mal eingesetzt wird. „Red Right Hand“ erwähnt so viele Themen auf einmal, die sich mehrfach auf so viele Sachverhalte in „Peaky Blinders“ beziehen. Einmal wäre das kommunistische Stelldichein der ersten Staffel zu erwähnen, hinzu dann die russische Invasion aus der dritten Staffel auch noch ergänzend und last but not least das offensichtliche Leitmotiv der Hauptfigur Thomas Shelby als die Rache Gottes durch den ganzen Serienverlauf durchzuziehen. Auch im Song wird der Peaky Blinder Boss vielfältig beschrieben: „He’s a god, he’s a man, he’s a ghost, he’s a guru.“ Wenn man das weiß, dann verleiht es der Persönlichkeit Thomas Shelbys noch eine größere Bedeutung hinzu. So müssen Titelmelodien sinnvoll eingesetzt werden. Danke dafür Steven Knight! Auch wenn ich der Serie mitsamt seines Soundtracks, seines Settings und seine Darsteller in den höchsten Tönen loben kann, so muss ich leider auch auf einige negativen Aspekten eingehen. Man muss sich darauf einlassen, dass der Aufbau nicht immer klar für mich ersichtlich war und dieser generell sehr viel Zeit im Anspruch nimmt. Das an sich ist zwar kein großes Problem, nur die Umstände, dass dann so viele Handlungsstränge und Plotholes entstanden, hat mich zu oft aus der Serie herausgerissen. Insbesondere bei der letzte Staffel merkt man, dass Showrunner Steven Knight vieles ansprechen wollte, aber dann doch nicht so vernünftig zu Ende bringen konnte, weil die Erzählstruktur Lücken aufweist. Ich hoffe sehr, dass der abschließende Film die wichtigsten offenen Handlungsstränge zufriedenstellend abschließen kann und jede dort vorkommende Figur seinen würdigen und finalen Abschluss erhält. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf den letzten Teil dieser wunderbaren Reise.
  4. Talk To Me (2023) 7 von 10 Die Teenagerin Mia verlor ihre Mutter sehr früh während ihrer Kindheit. Ohne ihren Tod richtig verarbeitet zu haben, verlief ihre Entwicklung eher verzögert ab. Dann auf einer Party konnte sie dank einer einbalsamierten Hand den Kontakt zu Geistern herstellen und es passiert, was passieren muss. Es kommt schließlich zu einer erbarmungslosen Hetzjagd auf Leben und Tod… „It Talks Me“ ist eines der Horror Film Überraschungen, die schon beim Fantasy Filmfestival für Aufmerksamkeit sorgte. Allein die Tatsache, dass die Regisseure nur Erfahrungen nur im YouTube Bereich gesammelt haben und so einen hochwertigen Film mit qualitativ guten Effekten kreierten, ist ziemlich bemerkenswert. Auch ist dieser australische Horrorfilm viel mehr als eine stumpfe Abfolge von Jumpscare Einlagen, „It Talks Me“ geht sehr gefühlvoll mit Themen wie Verlust, Verantwortung um. Dieser emotionale Knotenpunkt ist das Erfolgsrezept warum man als Zuschauer auf ein gutes Ende hofft. Eine Fortsetzung wurde bestätigt und man darf gespannt sein.
  5. Hallo zusammen Wir suchen noch Leute für den Multiplayer. Würde mich freuen, wenn sich hier welche melden würden. Wir spielen auf der Disc Version. Den DLC würde ich auch noch gerne dazu nehmen. Edit: Wurde alles erledigt.
  6. Onoda (2021) 7 von 10 Könnt ihr euch vorstellen fast 30 Jahre lang auf einer dschungelhaften Insel zu leben und dabei die Überzeugung zu haben, dass der 2. Weltkrieg immer noch da draußen wütet? Tatsächlich gab es einen Japaner namens Hiro Onoda, der einem Großteil seiner Lebenszeit auf der philippinischen Insel Lubang dort verbrachte. Allein diese Tatsache verschaffte ihm sogar einen Legendenstatus. Onoda wurde einem manipulativen Spezialtraining unterzogen worauf er als Folge die Welt nur mit argwöhnischen Verschwörungstheorien betrachtete. „Onoda“ zeigt in seiner Gelassenheit, für wie viel Unruhe er auf der Insel gesorgt hatte und wie kompliziert seine Rettung in Wahrheit ausfiel. Eine unvorstellbare Nacherzählung, die ziemlich verdeutlicht wie man Menschen in die Irre führen kann und welche Konsequenzen das Ganze nach sich ziehen lässt. Unbeteiligte und mehr Soldaten sind dabei unnötig gestorben und im Endeffekt hätte es viel schlimmer ausgehen können.
  7. Salò / 120 Tage von Sodom (1975) 7 von 10 Seit über einem Jahrzehnt habe ich mit mir selber gehadert, ob ich dem Skandalfilm „Salò“ oder „Die 120 Tage von Sodom“ überhaupt anschaue möchte. Es ist ein sehr stark umstrittener Film, der in vielen Ländern verboten ist und hier in Deutschland von der FSK nur in einer stark verkürzten Version existiert. Zu groß war meine wohlgewollte Sorge, die kontroversen Inhalte verarbeiten zu können. Schließlich fasste ich aber doch meinen ganzen Mut zusammen und Gott sei Dank habe ich diesen Film überlebt. Eigentlich wollte danach diesen Film keiner Review widmen, wie es einst bei den „The Sadness“ beschlossen hatte, aber ich bin doch noch zu dem Entschluss gekommen, dass es doch wichtig sei über „Salò“ zu reden. Warum das der Fall ist, erfährt er dies in meinem etwas ausführlichem Bericht. Im damals faschistisch Italien (1944-1945) beschlossen 4 unterschiedlich hochwürdige und gebildete Menschen (Liberties); aus der Kirche, Justiz, Adel und Politik stellvertretend; jeweils 18 Jugendliche zu entführen um dort ihre Perversitäten (hier: Manien) auszuleben und ihren individuellen Lustgewinn ins Unermessliche zu treiben. Regisseur Pier Paolo Pasolini lehnt sich strukturell von Dante Alighieris „Die göttliche Komödie“ an, die da folgend zu nennen sind: Die Höllenkreise der Leidenschaft, der Scheiße und des Blutes. Das allein sollte schon genug für Kopfkino sorgen und die Kontroverse begründen, denn diese angesprochene Themen werden offen und explizit dargestellt. Jetzt könnte man meinen, diese Szenen sind bewusst so gemacht worden, damit Pasolini sich als Skandalregiesseur in die Geschichtsbücher verewigen kann. Einige sind der Meinung, er hatte die Absicht verfolgt, dass das Publikum vorzeitig den Kinosaal verlassen soll, weil es bewusst sehr schwer an der Grenze des Erträglichen tangiert. In erster Linie besteht aber eher die Intention seine Enttäuschung über die Regierung und dem Bürgertum Ausdruck zu geben. In seinen früheren Werken zelebrierte er die Erotik noch in seiner Ästhetik, macht aber in „Salò“ dann eine plötzliche Kehrtwende. Ebenfalls betonte er auch, dass dieser sein letzter Film sein würde. Jedoch durch die Ermordung Pasolinis erlebte er selbst die Uraufführung nicht mehr. Man kann spekulieren, ob es auf irgendeiner Weise im Zusammenhang mit den Film Salò steht. Man kann aber sicher sein, dass er am Ende eine ziemlich veränderte Sichtweise über seine Umwelt hatte. Im Film herrscht ein großer Kontrast an reichlich Philosophie und Bestialität. Da werden schon Zitate in der Originalsprache von Voltaire wiedergegeben, nur damit kurz darauf das nächste Verbrechen an die Opfer begangen werden kann und im Hintergrund Chopin gespielt wird. Daher frage ich mich: Warum dieser Umstand? Es zeichnet wohl ein sehr negatives Bild über die Menschheit aus, wenn sie solch in einer heftigen und wiederholenden Frequenz erscheint. Das ist schon beabsichtigt um das Unwohlsein und Angst bei den Zuschauern zu verstärken. Es findet zudem auch keinerlei Charakterentwicklung statt und das führt zum Ergebnis, dass man abstumpft und somit nicht mit den Figuren empathisch werden soll. Durch diese provokante Zumutung hinterfragt man aber sich selbst, ob in jedem Menschen böse Absichten schlummern. Ich habe unabsichtlich meinen Freundes- und Bekanntenkreis auf einer kritischen Perspektive betrachtet, ob das Potential bei jedem vorhanden sein kann. Diese Überlegungen gibt es bei Kriminalpsychologen, die von einem kriminellem Wesen überzeugt sind, aber auch theologisch gibt es sie in Form der Erbsündenlehre. Auch der Philosoph Immanuel Kant hat sich mit der Theorie des radikalen Bösen klar für ein Tendieren in dieser Richtung gesprochen, sofern der Apparat der Vernunft bei den Menschen nicht stark ausgeprägt ist oder ausfällt. Es herrschen natürlich auch Theorien über Gegenteiliges, aber es ist trotzdem ein sehr besorgniserregender Gedanke. Die Thematisierung der Koprophagie war eines der schwer zu ertragendesten Szenen gewesen. Es darf nichts verschwendet werden, denn es muss alles verwertet werden, hieße es zudem in „Salò“. Auf den ersten Blick hört sich das eher absurd an, aber bei näherer Überlegung kann man das Konsumverhalten insbesondere beim Bürgertum hier kritisieren. Ein Beispiel wäre die Arbeitsmoral bei eines der größten Versandhäusern der Welt zu nennen, die ihre Arbeitnehmer nicht mal die Zeit gibt, eine Toilette aufsuchen zu können, sondern ihre Geschäft in einer Flasche erledigen. Gewinnmaximierung im Dienste der Ausbeutung um das Menschliche wegzudrängen. Im Leben müssen wir vieles hinunter schlucken, aber das willenlose Kaufen und Konsumieren müsse sich einer Einschränkung unterziehen gerade in einer kapitalistischen geprägten Welt. Auch die pseudointellektuelle Kunstbetrachtung wird hier aufs Schärfste kritisiert. Das Ende wirft noch mehr Fragen auf, die vielen entgangen ist. Das letzte Zimmer scheint aus der Zeit gefallen zu sein, da Ansätze wie Futurismus und Kubismus in der Perspektive eines faschistischen Regimes überhaupt nicht koexistieren. Während zwei Soldaten in dieser typisch gestalteten 70er Einrichtung zusammen einen Gesellschaftstanz praktizieren, werden im Hintergrund weiterhin die entführten Jugendlichen gefoltert und ermordete. Die Interpretationsmöglichkeiten sind da vielseitig, aber mein persönlicher Gedanke richtete sich eher an das Fortbestehenden der Grausamkeiten solange die Menschheit in dieser Form noch bestehen bleibt. Fazit: Wenn man „Salò“ in seiner Botschaft auf einem Satz runterbrechen müsste, dann wäre es sowas wie: Wenn du einen Menschen viel Macht verleihst, kann er oder sie es ziemlich missbrauchen. Ich finde es wird dem Film in dieser kurzen Aussage nicht ganz gerecht, da dieser Film zu komplex, zu abstoßend, zu kontrastlastig ausfällt. Es ist definitiv kein Film für den Ottonormalverbaucher und man muss sich im Voraus informieren, worauf man sich einlässt. Es ist kein Spaziergang, genauso wie unser Leben keiner ist und verlangt vieles von uns ab. „Salò“ darf zu keiner einseitigen Mutprobe verbleiben, so wie es das skandalsüchtige Internet haben möchte. Es zählt der Kontext und das Offen sein um noch tiefer in das Verständnis des Verständnislosen einzutauchen.
  8. @xXdanteXx Ich verstehe deine Entscheidung. Man muss auch für das Genre angetan sein, damit man was davon hat. Ich will nur bezwecken, dass so viele möglich den Film im Kino anschauen und unterstützen. @aNgRysHeEp Wow, was für eine Frage :O
  9. Past Lives (2023) 9 von 10 Ich sage jetzt schon im Voraus: „Past Lives“ gehört bereits jetzt zu den besten Romance/Drama Filmen in diesem Jahr und vielleicht auch zu den Besten seines Genres aller Zeiten! Der Filmdebut von Celine Song schlägt Wellen in der Arthouse Szene und schafft es, wenn es darum geht das wahre Verständnis zwischen zwei ineinander verliebten Menschen im Unaussprechlichen perfekt für den Zuschauer zu transportieren. Im Südkorea haben sich zwei Kinder, die eine gewisse Zuneigung zu ihren jeweiligem Gegenüber hegen, angesichts durch einen Umzug nach Amerika den Kontakt zueinander verloren. Es vergehen 12 Jahre, wo der Kontakt wieder hergestellt wurde und die beiden eine gewisse Zeit lang miteinander skypen, nur dann abermals den Kontakt wieder abbrechen. Schließlich vergehen nochmals 12 Jahre, wo sie sich endgültig live vor Ort treffen und sich aussprechen. Man muss sich auf den Film gefasst machen, denn der Schlag in die Magengrube wird nämlich tief bei euch sitzen. „Past Lives“ ist die Renaissance des Romance Genres. Die Dialoge sitzen, die Kameraführung und Bildsprache sind eine unerschöpfliche Fundgrube an Metaphern und Vergleichen und ich behaupte mit großer Zuversicht, dass die Identifikation mit den Filmfiguren mehr als gelingt. Dialog ist ein wichtiger Stichpunkt, denn bei dem Austausch zwischen den beiden Hauptprotagonisten ist es wichtig zu beachten, eben nicht worüber die sich unterhalten, sondern welche thematischen Aspekte nicht angesprochen werden. Ich habe mich ziemlich oft in dem Film wieder erkannt und zu allem Überfluss stellten sich noch viele Fragen über das Thema Liebe in seiner komplexen Vielfalt dazu: Kann Liebe zwischen zwei Personen in keiner direkten Beziehung überhaupt entstehen? Können jeweils eine Form von essentielle und zwecksmäßige Liebe in einem guten Gleichgewicht koexistieren? etc. All das sind Aspekte, die mich als Menschen bereichern und weiterbilden und das muss man „Past Lives“ sehr hoch anrechnen! Außerdem ist es eine A24 Produktion, also geht versammeln nochmal ins Kino und schaut euch „Past Lives“ an!
  10. Verstehe ich sogar, denn wie gesagt hätte man das gut kürzen können. Das letzte Drittel hat sehr viel rausgeholt nach meiner Meinung nach.
  11. BEEF (2023) 8 von 10 Es gibt eine Faustregel, die ihr euch merken solltet! A24 produziert fast nur wagemutige Serien & Filme. Egal ob es ein „Midsommar“ oder ein „Ex Machina“ ist, sie gehen immer das Risiko ein, finanziell nicht viel abzustauben, weil sie nicht den Standards des Mainstreams entsprechen. Für diese speziellen Alternativen bin ich aber wiederum sehr dankbar dafür, dass sie abseits der Norm immer was Neues wagen. Die Serie „Beef“ macht aus einer einfachen Ausgangslage, entstanden durch eine banalen Verkehrssituation, zu einer extravaganten Vendetta-Odyssee. Den beiden Aggressoren bleiben von den Strapazen der Gegenpartei nicht verschont und am Ende müssen sie sich den Tatsachen ihrer Konsequenzen mit großen Verlusten ins Auge blicken. Bis zum Finale zeigt die Dramedy Serie wie unerschöpflich eine Figurenentwicklung sein kann und beweist das versteckte Potenzial, wenn man weiß die Erzählung gut strukturiert einzusetzen. „Beef“ punktet in Sachen Dialogen, zwecks dinglichen Figuren und filmischen Kniffen, hätte aber auch zwei Folgen weniger gebraucht um die Absurdität um des Dramas willen perfekt abzurunden.
  12. Oppenheimer (2023) 7/10 „I am become death, destroyer of worlds.” Es ist wohl berühmteste Zitat von einem der prägendsten Atomphysiker aller Zeiten, der mit seiner Erfindung für immer die Welt verändern hat. Der neue Spielfilm von Christopher Nolan “Oppenheimer” greift ein immer noch aktuelles Thema auf, nämlich die Geburtsstunde des atomaren Wettrüstens. Der Film zeigt mit der Atombombe auf, dass es nicht nur um ein politisches Werkzeug handelt um die Machtposition einer bestimmten Nation zu klarzustellen, sondern dieser ermahnt mit seinen düsteren Visionen pessimistisch die allgegenwärtigen, bedrohenden Untergang der Menschheit. Kein anderer Schauspieler außer Cillian Murphy in seiner Hauptrolle schafft es diese innerliche Zerrissenheit, diese Leere in seinen Augen durch so ein grandioses Schauspiel perfekt nachzuahmen. “Oppenheimer” überragt zum einen mit so einem grandiosen Hauptdarsteller und zum anderen mit einer aufwendigen Optik und dem vielschichtigen Soundtrack. Allein da lohnt sich das Kinoticket dafür! Umso bedauerlicher ist es, dass mit dem fantastische Cast bestehend aus z.B. Florence Pugh, Emily Blunt, Matt Damon nur wenig Screentime bekommen und deren Figuren viel mehr hätte weiter aus erzählen können. Für Christopher Nolan war die Realitätsnähe bei „Oppenheimer“ sehr wichtig, was leider zur Folge hatte, dass er zu sehr übers Ziel hinaus geschossen hatte. Im letzten Drittel des Films kommt noch ein Politthriller um die Ecke, der den einen oder anderen Zuschauer vieles abverlangt, wenn man nicht darauf vorbereitet ist. Das macht dem Spielfilm als Gesamtes sperrig und hätte da einen anderen Balanceakt benötigt. Nichtsdestotrotz ist „Oppenheimer“ ein aufregendes visuelles Spektakel, der weiß wie man Spannung aufbaut und mit einen genialen Hauptdarsteller beweist, wie man den Zuschauer in seinen Bann zieht. Der Film verliert sich gegen Ende, die aufgrund seiner Erzählung zu viel erzählt. Barbie (2023) 9/10 Ich kann immer noch nicht meinen eigenen Augen trauen. Ein Film, der mit seinen künstlichen & kitschigen Look, ein fantastisches Produktionsdesign aufweist. Ein Film, der mit seinen überspitzen Humor & Klamauk, ebenfalls mit ernsten Töne überhaupt nicht auf taube Ohren stoßt. Ein Film, der mit seinen stereotypischsten Puppen Barbie und Ken, doch sowas wie vielschichtige Figurenentwicklungen zulässt. „Barbie“ beginnt schon mit einer Referenz aus dem Filmklassiker „2001: A Space Odyssey“ und behauptet schon da zu diesem Zeitpunkt eine revolutionäre Heldenreise zu sein, die es auch bis zum Ende einhält. Filmzitate, gut einstudierte Tanzchoreographien, selbstreflektierende und ironische Bemängelungen gegen das Patriarchat und sogar gegen die Spielwarenfirma Mattel etc. kommen hier nicht zu kurz. Man muss aber auch sagen, dass diese Art von Humor natürlich nicht für jeden gemacht ist, aber sie funktioniert hier so wunderbar, weil „Barbie“ seine schrägen Ideen konsequent durchzieht und die Schauspieler sich auf diesen Quatsch eingelassen haben. Margot Robbie und Ryan Gosling sind die wahren Scene Stealers im gesamtem Film und ich huldige ihre Leidenschaft und Performance, die sie dort zur Tage gefördert haben. Dieser Film ist eine Wundertüte an Überraschungen, der den Spagat zwischen Humor und Tragödie harmonisch vereinen lässt und schließlich auch die Intentionen insbesondere in Sachen Feminismus auf eine rührende Ebene Anklang findet. Ich kann diesen Film nicht oft genug in den Himmel loben, denn mit meiner relativ niedrigen Erwartungshaltung, bekam ich eines der großartig kreativsten Filmen, die ich jemals zu Gesicht bekam und ich komme zu dem Entschluss, dass es sich eins um die besten Filme 2023 handeln muss!
  13. Pi (1998) 9/10 Debutfilme haben immer etwas aufregendes an sich. Sie sind immer mit Ansagen verbunden, welche Richtung ein Regisseur seine zukünftige Projekte nachgehen wird. So war ich gespannt inwiefern Darren Aronofsky seine ursprünglichen Ideen bei “Black Swan” oder “mother” aus seinem Erstlingswerk beeinflusst lassen hat. Der Psycho Thriller Aspekt bei “Pi” ist nicht nur sein individuelles Markenzeichen, wie man aus seinen anderen Filmen vermutet hätte, sondern Aronofsky stellt sich auch den philosophischen Herausforderungen wie der Grundgedanke, was unsere Welt eigentlich zusammen hält. “Pi” ist nicht nur den klassischen und bewussten Einsatz des Schwarz-Weiß Filters eine Liebeserklärung an Filme als Kult Klassiker zu verstehen, sondern sie dient ebenfalls als Startschuss für die Erforschung des “Mensch-Seins” und “Mensch-Werdens”. Cineasten wissen sie dieses besondere Werk zu schätzen, nicht desto weniger weil es unseren Horizont an der menschlichen Existenzberechtigung erweitert. A Serbian Film (2010) 0/10 Über „A Serbian Film“ muss nicht viel gesagt werden, was ohnehin schon jeder weiß, wenn man sich ausgiebig mit den Film auseinandergesetzt hat. Dennoch stellt sich die Frage, ob dieser Film überhaupt sowas wie eine Existenzberechtigung inne hat, trotz der extrem-Kontroversen Inhalten, die dieser Spielfilm vermittelt. Eine Fragestellung, die sich jeder für sich selber alleine beantworten muss, da unmittelbar eine andere Frage automatisch verknüpft wird: Ist „A Serbian Film“ Kunst? Die Betrachtung ob dieses Machwerk Kunst sei und ein bloßes Ja oder Nein als Antwort genügt, muss hier in diesem Fall und nach meiner Meinung sehr nachvollziehbar begründet werden. Dazu kommt noch umher, wie man Kunst definiert? Persönlich betrachtet muss Kunst einen gewissen Mehrwert in Sachen Bildung (auch Weiterbildung), Wertevermittlung oder, um es noch simpler zu reduzieren, reicht auch ein gewisser Unterhaltungsgrad, der erfüllt sein müsste. „A Serbian Film“ bereichert mich nicht auf keinster Weise. Die angesprochen Punkte der Ausbeutung, Misshandlung u.ä. an das serbische Volk sind nonexistent und die werden im Endeffekt nur behauptet, aber können nicht nachgewiesen werden. Es fehlen da tatsächlich Beispiele oder umfassende Figuren samt Entwicklungen. Sowas wie Werte oder für die bessere Anwendung in diesem Film die Moralvorstellungen haben kein gegenüberliegendes Pendant, womit hier was messbar gemacht werden kann. Anders ausgedrückt: „A Serbian Film“ will das Publikum schockieren, aber der Film hat selber Angst irgendwelche nennenswerte Konflikte zu etablieren. Da hilft es auch nicht, dass der Gegenpol mit seinen sarkastischen Bemerkungen die Bedeutung von Kunst abschmälert. Viel mehr verkommt sie nur zu einer billigen Mutprobe für die halbstarken Zuschauer. Deswegen, um es auf den Punkt zu bringen, hat „A Serbian Film“ zwar durchaus eine Existenzberechtigung als Spielfilm, aber eben nur als lebendiger Beweis dafür, dass es nichts mit Kunst zu tun hat, sondern viel mehr den Zuschauer schädigt und ratlos zurück lässt.
  14. Es ist soweit Der neue Saw Teil kommt am 30.11. zu uns (in den USA schon am 30.09.) und ehrlich gesagt freue ich mich darauf, obwohl Spiral: From The Book of Saw eine Enttäuschung für mich war.
  15. Ich weiß niemand antwortet darauf, aber „Hey Let’s Go!“ 😂 Yamato muss auch kommen 😊
  16. Ich habe es mit einer 8 bewertet. Death Standing spielte ich vor über einem Jahr und ich war sehr davon angetan. Hideo Kojima hatte auch einige schöne Callbacks zu seinen früheren Werken dort eingebaut und sogar einige neue und verrückte Spielideen mit einfließen lassen. Die Figuren, teilweise auch mit bekannten Schauspielern besetzt, punkten mit interessante Hintergrundgeschichten, die ich auch ins Herz schließen konnte. Sie können aber nicht ganz mit den Figuren aus der Metal Gear Saga mithalten. Allen voran konnte ich mich sehr gut mit Sam Bridges identifizieren, mit dem man sowieso das ganze Abenteuer miterlebt hatte. Dafür war auch das Gameplay mitverantwortlich gewesen. Die Isolation und Einsamkeit, die sich dort abspiegeln, hatten für diese Charakterzeichnung und auf der persönlichen, philosophischen Ebene sehr viel beigetragen. Ein einzigartiges Konzept, dass man wohl kein zweites Mal so sehen würde. Das Pacing war insgesamt nicht so rund erzählt, die auch die Metal Gear Teile deutlich besser konnten, aber dafür konnte zum Glück der Anfang und das Finale ordentlich abliefern. Ein wahnsinnig berührendes Spiel!
  17. Bus Simulator - 32 F1 23 - 58 Park Beyond - 10 Peppa Pig World Adventures - 10 KILL Crash Team Rumble - 40 SAVE
  18. Epic versteht leider gar nichts, wenn man den Support eine einfache Frage stellt.
  19. Wie ist der Anime an sich so? Ist es ein typischer Shonen Anime?
  20. Und das Schlimmste ist ja noch, dass Blooper Team so ein Meisterwerk als Auftrag in ihre Finger bekommen habe. Und gerade was sie versprechen, dass da vieles noch geben wird, das wird ja letztendlich den Brei verderben. Silent Hill 2 hat nie ein Remake gebraucht. Wir hätten doch nur einen ordentlichen Port gebraucht 😩
  21. https://www.engadget.com/bloober-team-is-done-making-psychological-horror-games-163039512.html?guccounter=1&guce_referrer=aHR0cHM6Ly93d3cueW91dHViZS5jb20v&guce_referrer_sig=AQAAAF8nIIzptlDIZR2KdvBui4PnURysFB0B4Kn7jpdiyarXZAYBu0jLDuDDd6Ha6PW9si6RKacoI3avZp_VrzMBLqRbX8bWgL00KuNQ91MxIQQ6Um25JmAXibRjg5-pfWQP8UEvrHVdSj7oTQr1_gwY-r4feKAOX3SJaACtwHgNcuSs Ich kann es nicht fassen. Blooper geben sich wohl keine Mühe, dass das kommende Silent Hill 2 als ein psychologisches Horrorspiel anzusehen. Das kann nur noch schief gehen 🤦🏻‍♂️
  22. Hallo liebe Trophäen Community, gestern wurde von den Entwicklern u.a. ankündigt, dass wir eine kostenlose PS5 Upgrade Version bekommen werden. Jedoch gilt es nur für diejenigen, die das Spiel käuflich erworben haben. Die PS Plus User, die dieses Spiel kostenlos erworben haben, gehen leider leer aus: https://www.eurogamer.net/what-remains-of-edith-finch-gets-free-ps5-upgrade-but-not-if-you-have-the-ps-plus-version
  23. Tales of Arise – Ein episches Abenteuer! Final Fantasy, Dragon Quest, Trials of Heroes etc. sind Reihen, die ein breites Angebot an umfangreichen Inhalten bieten. Auch die "Tales of…"-Reihe gesellt sich zu ihnen und ist durch ihr einzigartiges und freieres Gameplay bekannt. Auch Tales of Arise erzählt eine wahrhaft epische Geschichte, die aus einem Roman entspringen könnte. Was dieses Rollenspiel alles möglich macht und ob Neueinsteiger auf ihre Kosten kommen, dies erfahrt ihr in unserem Test: Eine grausame Geschichte über Versklavung In Tales of Arise wird in ein paar Bildern und Textzeilen das Setting relativ zügig erklärt. Der Planet Dhana wird vom benachbarten Planeten Rena versklavt und 300 Jahre lang herrschen Tod und Verderben. Dabei hat Rena nur eines im Sinn: Macht und Eroberung sind deren obersten Prioritäten und das ohne Rücksicht auf Verluste. Nach 3 Jahrhunderten hat sich mittlerweile ein Widerstand gegen Rena gebildet und in Dhana scheint sich eine neue Hoffnung zu erheben. Eine Rebellengruppe will nun gegen das große Imperium Rena vorgehen. Inmitten eines Arbeitslagers kämpft sich ein namenloser Held durch, ohne zu wissen, woher er abstammt. Dabei ist die Idee des Spiels nicht gerade originell, da man diese Art von Story durch klassische Heldengeschichten wie z.B. Star Wars kennt. Dennoch sollte man diesem Spiel auf jeden Fall eine Chance geben, denn es überzeugt durch seine Figuren mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften und deren Inszenierung. Die Bösewichte in Tales of Arise hingegen wirken ziemlich rüpelhaft und eindimensional. Der erste Boss Balseph ist ein gutes Beispiel für seine nicht vorhandene Vielschichtigkeit. Er ist nur darauf aus, die Seelen der Gefangenen von Dhana als Energiequelle zu sammeln, damit er der mächtigste der 5 Lords aus Rena werden kann. Aufgrund seiner unersättlichen Gier nach Macht, die deutlich im Vordergrund von Balseph steht, erscheint er deswegen mehr als ein kaltherziges Monster ohne Mitgefühl. Nicht nur, dass sich eine Renäerin namens Shionne paradoxerweise der Rebellengruppe anschließt und sich gegen ihre Herkunft auflehnt, sie wurde zusätzlich auch noch mit einem Fluch belegt. Jeder, der sie berührt, bekommt einen elektrischen Schlag verpasst. Dieses Merkmal verdeutlicht subtil den misstrauischen Charakter, welcher die bevorzugte Distanz zu allen anderen symbolisiert. Wenn man sich die klassischen Helden und das bereits bekannte Schema der Story anschaut, dann hat man den Eindruck, es sind Klischees, die man schon aus großen Geschichten oder Animes kennt. Dies scheint zuzutreffen, aber dahinter stecken mehr Persönlichkeiten, Motivationen, Ziele und Gründe. Man muss dem Spiel seine Chance lassen, denn erst nach dem Prolog entfaltet sich das wahre Potential von Tales von Arise. Charakterentwicklungen, wendungsreiche Handlungen und sehenswerte, actiongeladene Szenen bieten ein großes Spektrum an Unterhaltung. Die Dialoge fallen an einige Stellen manchmal übertrieben aus, aber an anderen Stellen unterstreichen sie die einzelnen Figuren sehr gut. Gerade in Momenten, wie zum Beispiel in dem Shionne mit „Eisenmaske“ über Nebensächlichkeiten wie der Zubereitung von Essensgerichten spricht, offenbaren sich mehr und mehr positive und sympathische Charakterzüge. So fühlt man sich bestimmten Helden näher, als man selbst zu glauben vermag. Mit den ca. 40 Spielstunden fühlt sich der Rollenspiel-Ableger bis zum Ende hin ziemlich rund an. Rollenspiel mit Tiefgang … auch wiederum nicht? Von den insgesamt 1 von 6 Hauptfiguren reist man in Tales of Arise durch verschiedene Gebiete. Da sind unter anderem heiße Vulkanlandschaften, in Bergen umhüllte Grasflächen und schön dekorierte Paläste, die immer wieder eine visuelle Abwechslung anbieten. Aber wegen den schlauchartigen Strukturen im Level-Design wirken diese relativ eintönig. Dennoch weiß der Look in seiner Cel-Shading-ähnlichen Optik zu überzeugen. Auch die Zwischensequenzen weisen auf den hohen Produktionswert hin, vor allem in Sachen Action sind diese so effektgeladen, dass man einfach nur staunen muss. Der Kampf auf dem Zug zu Beginn des Spiels wirkt wunderbar choreographiert, um ein Beispiel zu nennen. In der Welt von Tales of Arise scheint es kaum Interaktionsmöglichkeiten zu geben und aus technischer Sicht wirken die Umgebungen eher altbacken. Das Highlight nach den ganzen Erkundungen ist lediglich das stumpfe Sammeln von Items, wenn man das überhaupt so sagen kann. Auch die Sidequests sind in ihrer Struktur ziemlich repetitiv. Es sind die üblichen Fetch-Quests, die nur Besorgungen oder das Besiegen von bestimmten Gegnern beinhalten. Durch das Züchten von Tieren und dem Angeln ergeben sich mehre alternative Einnahmequellen. Ebenfalls durch das Sammeln von Zutaten bekommt man die Möglichkeit, Gerichte zu kochen und Attribute für eine bestimmte Zeit zu verbessern. Zudem dienen die Lager dazu, die Lebenspunkte wieder aufzufüllen. Es soll aber gesagt sein, dass das Speichern fast überall möglich ist, was unheimlich flexibel wirkt. Für den letzten Schliff der Atmosphäre sorgen die Plaudereien der Charaktere, denen man nebenbei lauschen kann. Die Konversationen bringen an einigen Stellen interessante Ansichten der Helden zutage und sollten gut genutzt werden. Wenn beispielsweise der Held über die Verluste seiner Kameraden klagt, erhält man mehr Informationen über die Lore der Welt von Dhana. Auch das Ansprechen von NPCs ist mit aufschlussreichen Infos verbunden, die Punkte, wie z.B. die Energiekristalle an den Händen der Gefangenen, näher erläutern. Ein ganz besonderes Lob verdient der Soundtrack des Spiels. Einige Tracks wissen immer zu bestimmten Situationen die richtige Stimmung zu erzeugen. Niemand kann uns aufhalten Was wäre ein Rollenspiel ohne Zufallskämpfe? Begegnen wir einem feindlichen Soldaten oder einem „Zeugel“, was zusammenfassend alle wilden Tiere bezeichnet, und berühren diese, so wechselt man zum Kampfbildschirm. Während der Kämpfe ist eine Leiste sichtbar, die durch das Betätigen von bestimmten Tasten jeweils eine Spezial-Aktion auslöst. Löst man eine dieser Aktionen aus, so muss man eine kurze Zeit abwarten, bis die Leiste sich wieder füllt. Normale Attacken sind über die R1-Taste immer verfügbar. Man kann seine eigenen Kämpfer im kleinen Areal frei steuern, das Ausweichen ist jederzeit per R2-Taste möglich. So ist die Distanz zum Gegner immer gewährleistet, wenn man gerade Abstand benötigt. Insgesamt wird man mit dem etwas komplexeren Kampfsystem ziemlich schnell warm. Die neuen Gameplay-Elemente werden schrittweise eingeführt und sorgen für ein übersichtliches Lernerlebnis. So werden einem nach und nach ultimative Attacken, die Bedeutungen von Betäubung etc. näher gebracht. Das Nutzen von Schwertern, Magierbücher und energiegeladenen Kanonen sind nur einige Beispiele, die je nach Held zugeteilt werden. Jeder Charakter kommt mit seinen eigenen Vor- und Nachteilen und so ist immer eine gewisse Taktik erforderlich, um die Kämpfe perfekt auszufechten. Etwas schade ist das Wechseln zu den einzelnen Kämpfern, da dies eher umständlich ausfällt. Über das Halten der Schultertaste und dann mit der entsprechenden Richtungstaste die Auswahl zu betätigen, hätte auch anders funktionieren können. Gerade bei den Bosskämpfen ist Wechseln sehr hilfreich, denn diese fordern immens. Items sind da eine gute Abhilfe, um die schwierigen Kämpfe zu überstehen. Diese müssen immer in Betracht gezogen werden und können jederzeit durch das Aufrufen des Menüs genutzt werden, natürlich sofern nicht alle Helden kampfunfähig geworden sind. Hinzu kommen Fertigkeitsbäume, die bestimmte Skills, genannt Artes, freischalten können. Artes sind aufgeteilt in sechs Slots, die jeweils mit ihren Besonderheiten daherkommen. Einige Attacken erzeugen mehr Schaden als andere, z.B. aufladbare, die eine gewisse Zeit brauchen, um eingesetzt zu werden. Auch Kombinationen sind möglich, die dafür sorgen, dass der Gegner gelähmt wird und dann die Chance auf Verteidigung nicht mehr vorhanden ist. Sollten die Kämpfe zu schwer ausfallen, so ist das Wechseln jederzeit zu den insgesamt vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden möglich. Bezüglich der Balance ist jedoch weiteres Grinden eher empfehlenswert, da bei den Bosskämpfen vieles abverlangt wird. Tales of Trophies Für den Erhalt der Platin-Trophäe kann die erforderliche Dauer bis zu ca. 70-80 Spielstunden betragen. Genießt am besten die Story und versucht die Augen aufzuhalten, wenn es um Collectibles und Nebenmissionen geht. Insbesondere beim Auffinden der Eulen empfiehlt es sich, nebenbei einen Guide zu nutzen, falls man auf das Backtracking der einzelnen Level-Areale verzichten möchte. Auch sollte darauf geachtet werden, wenn es um die optionalen Gespräche via R1-Taste geht. Diese Trophäe ist verpassbar und es müssen 300 der insgesamt 320 optionalen Gespräche abgehört werden. Die Nebenmissionen sind hilfreich, wenn es um das Stärken der Helden geht. Davon müssen 70 abgeschlossen werden. Nach der Story werden sogar mehr Nebenquests zugänglich sein. Hinzu kommt das Sammeln von verschiedenen Items, Fischen, Rezepten etc. Dies kann auch jederzeit gemacht werden. Am leichtesten kann man alle Trophäen auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad freischalten. Am Ende wird man mit dem Leveln bis Level 100, Craften von 100 Waffen und das Freischalten von 400 Skills beschäftigt sein. Fazit Tales of Arise ist eine faszinierende Geschichte, die zwar klischeehafte Helden bereithält, die aber wiederum klug genutzt werden. Je mehr Zeit man mit ihnen verbringt, desto mehr wachsen sie einem ans Herz. Durch die vielschichtigen Dialoge bekommt man Figuren mit Tiefgang, die mich so in den Bann gezogen haben, dass ich nicht anders konnte, als mit ihnen zu fiebern. Natürlich verfällt die Story in das klassische Schema des Schwarz-Weiß-Denkens, aber sie fällt inszenatorisch so imposant aus, dass sie unterhält. Die Anime- und Ingame-Zwischensequenzen sind auf visueller Ebene erstaunlich gut umgesetzt worden. Obwohl Tales of Arise die typischen Schwächen eines Rollenspiels aufweist, tun sie für das individuelle Spielerlebnis keinen Abbruch. Hinzu kommt, dass das Gameplay motiviert und ich mich durch die Kombo-Möglichkeiten und Vielfalt an Spezialfähigkeiten mächtig fühle. Fans der "Tales of"-Reihe werden sicherlich zugreifen, aber auch Neueinsteiger werden einen Heidenspaß mit dem Spiel haben. 7.0/10 Tales of Arise bei Amazon kaufen. Euer Trophies.de-Team Das Team unterstützen
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