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Test: Pathfinder: Wrath of the Righteous


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Critically-Acclaimed CRPG Pathfinder: Wrath of the Righteous Comes to Xbox  Today - Xbox Wire

 

 

RELEASE 29.09.2022 | PLATTFORM PS4/PS5 | ENTWICKLER Owlcat Games | PUBLISHER META Publishing | GENRE Rollenspiel

 

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Pathfinder: Wrath of the Righteous im Test für die PS4: Ein Monster von einem RPG

 

Als jemand, der nie wirklich mit dem Pathfinder Franchise in Berührung gekommen ist und generell nicht viel Ahnung von Pen & Paper Systemen hat, war der Einstieg in WotR erstmal eine Überwindung. Dinge wie "Chaotic Neutral" oder das Auswürfeln von 1-20 sind mir bekannt und die typischen Klassenrollen eines Heilers, Tanks etc. kennt man natürlich auch aus anderen Genrevertretern, aber Pathfinder trieb mich mit seinen ganzen Systemen trotzdem an meine Grenze.

 

Ob der Titel der zypriotischen Entwickler trotzdem begeistern kann und wie die PS4 Version läuft, verraten wir euch in unserem Test.

 

Wer seid Ihr?

 

Direkt zu Beginn des Spiels wird man mit einem sehr umfangreichen Charakter-Editor umgehauen. Das Problem ist dabei weniger das Auswählen der Optik (obwohl die auch recht umfangreich ist), sondern viel mehr, welche Gesinnung, welche Religion, Klasse, Talente, Statpunkte und Waffentyp man auswählen soll ... Verschiedene Klassen haben dann auch noch Unterklassen und diverse Skills scheinen für diverse Waffen auch sinnlos zu sein ... Sich da erst mal einzulesen war schon vor Start des Spiels eine kleine Hürde. Aber gut, ich dachte mir, ich mache es mir leicht und wähle eine flinke Kämpferklasse und haue mit zwei Schwertern und Geschicklichkeit alles um. Habe dann Chaotisch Gut genommen, damit ich moralisch etwas Freiraum habe und keine Gottheit (Atheist), da ich keine Ahnung hatte, was ich nehmen sollte. In der Hoffnung, dass der was kann!

 

Schwierigkeit habe ich dann auf Normal gestellt, man will ja auch nicht einschlafen beim Kämpfen. Zur Not stellt man es halt runter! Tatsächlich bietet WotR dabei gleich ganze 7 Schwierigkeitsstufen, von "Story" bis "Unfair". Zusätzlich gibt es noch den "Custom" Grad, bei dem man überraschend viele Faktoren verändern kann um sich seine Spielerfahrung zu individualisieren. So kann man beispielsweise die Critical Hit Rate einstellen, ob Charaktere permanent sterben, Statusveränderungen nach Rasten weg sind, wie stark Gegner sind, wie viele Gegner existieren und vieles, vieles mehr. Auch gibt es Auto Level-Up! Also selbst wenn man das Spiel von vorne bis hinten nicht rafft, wird man es mit Sicherheit irgendwie durchschaffen. Man merkt schnell, wie viele Freiheiten die Entwickler dem Spieler an die Hand geben und wie viel Wiederspielwert das Spiel schon zeigt, bevor man überhaupt angefangen hat.

 

Ein verheerender Angriff

 

So weit, so gut. Charakter ist erstellt, Schwierigkeit ausgewählt, das Abenteuer kann beginnen! Die Handlung beginnt auf einer Art Bankett, das prompt von einer Dämonenarmee attackiert wird. Darunter ein riesiges Exemplar namens Deskari. Eine Art Heuschreckendämon mit einer riesigen Sense und groß wie ein Haus. Die Armee der Menschen versucht verzweifelt, dem Ansturm standzuhalten und die Heldin Terendelev, die als Beschützerin der Stadt gilt, verwandelt sich in einen Drachen, um dem riesigen Dämon Paroli zu bieten. Der Kampf dauert jedoch nicht lang und Deskari schlägt dem Drachen der Kopf ab und ein großer Riss entsteht auf dem großen Marktplatz, in den Ihr zwangsweise hineinfallt.

 

Hier im Untergrund beginnt die Handlung dann auch so richtig. Schnell trefft ihr auf Mischlingswesen, die hier unterirdisch ein trostloses Dasein fristen und werdet schnell in deren Probleme verwickelt, denn auch im Untergrund befinden sich Dämonen, die Probleme bereiten. Direkt zu Beginn des Spiels findet ihr auch das Schwert eines Engels, das Euch auserwählt hat. Das gute alte "Auserwählter" Klischee ist also auch am Start. Aber da ihr euch auch gegen den Pfad des Engels entscheiden oder einen dunkleren Pfad einschlagen könnt, steht Euer Schicksal noch nicht geschrieben.

 

Würfel mal auf Humor

 

Die Dialoge, von denen es im Spiel reichlich gibt, sind wirklich gut geschrieben und auch übersetzt. Dabei werden spezielle Begriffe, Orte, Rassen und Personen mit lila Farbe hervorgehoben und durch Drücken der Dreiecktaste kann man nachlesen, was genau diese Begrifflichkeiten bedeuten und dabei etwas über die Hintergrundgeschichte der Welt erfahren. Man merkt, dass die Lore von Pathfinder sehr umfangreich ist. Es ist aber gut gelöst, dass man hier Neueinsteiger nicht auf der Strecke lässt und diese Option bietet, Sachen einfach nachzulesen. Außerdem ergibt es auch Sinn, dass man als Protagonist, der schließlich schon sein Leben in dieser Welt verbracht hat, so ein Alltagswissen nicht hinterfragen muss.

 

Eure Antwortmöglichkeiten sind dabei ebenfalls sehr umfangreich. Und natürlich kann man ein strahlender Held sein, ein fieses Schwein oder etwas dazwischen. Die Antworten sind dabei stets mit [Gut], [Chaotisch], [Engel] etc. gekennzeichnet, sodass man seinen Charakter sehr einfach roleplayen kann. Bestimmte Skills, wie überzeugen, Einschüchtern oder auch Wissen über die Welt und Religionen sind dabei ebenfalls relevant, um mehr Infos aus Charakteren herauszukitzeln oder sie zu überzeugen. Die Entscheidungen, die man im Spiel trifft, haben dabei auch richtigen Einfluss auf die Handlung. So kann man schon direkt im ersten Akt einen Charakter verärgern und dafür einen anderen in die Party aufnehmen. Gleichzeitig kann man komplette Charaktere auch permanent verpassen oder verlieren.

 

Echtzeit oder rundenbasiert

 

Das Kampfsystem läuft so ab, wie man es aus diversen klassischen Rollenspielen wie Baldur's Gate vielleicht kennt. Jeder Charakter stürmt auf einen bestimmten Gegner los und greift erst mal nur stumpf an. Per Knopfdruck kann man dann die Action anhalten und bestimmte Aktionen, wie Magie oder spezielle Angriffe einsetzen und lässt das Spiel weiterlaufen, sobald man alles ausgewählt hat. Das Ganze kann etwas chaotisch werden, wie ich finde, also bin ich ganz froh, dass es auch einen optionalen rundenbasierten Modus gibt, den man jederzeit aktivieren kann.

 

In diesem ist die Zugreihenfolge dann fest vorgegeben (basierend auf der Initiative der Charaktere nehme ich an) und ein Charakter nach dem anderen führt seine Aktion aus. Besonders für schwere Kämpfe ein gutes System, um die Kontrolle zu behalten. Für schwache Gegner kann man es dann aber auch jederzeit wieder ausschalten, um sie schnell umzukloppen.

 

In den Kämpfen, wie sollte es auch anders sein, gibt es erneut etliche kleine Kniffe, die beachten werden wollen. So kann man beispielsweise nicht an einem Gegner vorbeilaufen, ohne dass dieser einen kostenlosen Gelegenheitsangriff bekommt. Auch kann man nicht mehr von ihm weglaufen, ohne dass Selbiges passiert. Es gibt Boni, wenn mehrere Charaktere einen anderen einkreisen, es gibt einen Malus wenn ein Fernkämpfer auf einen Nahkämpfer schießt, der sich bereits im Nahkampf mit einem Gefährten befindet... usw. Das Regelwerk ist komplex. Aber ich behaupte, dass vieles davon nur marginal relevant ist, wenn man auf niedrigeren Schwierigkeiten spielt, also muss man sich da nicht verrückt machen.

 

Kriegszug gegen die Weltenwunde

 

Ohne zu viel vorwegzunehmen läuft die Story darauf hinaus, dass der Protagonist als Anführer des Kreuzzuges gegen die Dämonen auserkoren wird um die Weltenwunde zu schließen. Diese scheint die Wurzel allen Übels zu sein und muss um jeden Preis geschlossen werden, um den Ansturm der Dämonen aufzuhalten. Um dies zu schaffen, steuert man letzten Endes nicht nur seine kleine, sechsköpfige Party, sondern muss auch richtige, rundenbasierte Schlachten bestreiten, in denen man zum Teil auch Drachen und Dämonen in die Schlacht schickt. Klingt cool, ist es auch. Jedoch wirkte es spielerisch nie sonderlich tief und gefühlt waren meine normalen Bogenschützen stets die wertvollste Einheit, die mich durch viele Kämpfe trug.

 

Trotzdem ist das Managen der eigenen Armee und des Kreuzzuges per se eine interessante Zusatzmechanik, die spätere Akte zusätzlichen Tiefgang gibt, auch wenn dieser nur bedingt tief ist. Andererseits kann man auch sehr gut damit leben, da Pathfinder: Wrath of the Righteous ohnehin schon leicht über 100 Stunden verschlingen kann. Wie lange man an der Platin sitzt, will ich mir gar nicht ausmalen.

 

Kein Konsolenspiel

 

Während sich Pathfinder durchaus auf der Konsole steuern lässt, wirkt es doch nicht so wirklich wie die Art von Spiel, das wirklich dafür gemacht wurde, mit einem Controller gespielt zu werden. Viele Menüs muss man recht aufwendig aufrufen, indem man eine Taste hält und eine Weile scrollt und bestimmte Gegner mit dem Stick anzuvisieren fühlt sich immer etwas fummelig an. Gerade das Steuern von mehreren Charakteren in den Realtime Kämpfen ist total überfordernd. Der rundenbasierte Modus macht es alles etwas angenehmer, aber die ganze Zeit dachte ich mir, dass ich das gerade lieber auf dem PC spielen würde. Das mag aber Geschmackssache sein.

 

Keine Geschmackssache ist allerdings die Technik des Spiels. Was mir teilweise die Lust an dem Spiel verdorben hat, waren die langen Ladezeiten. Das Starten des Spiels allein dauernd schon eine ganze Weile, aber auch das Wechseln des Gebiets (selbst, wenn man nur ein Gebäude betritt) kostet mehr Zeit, als es sollte und sogar das öffnen von Menüs hat stets eine leichte Verzögerung, die recht demotivierend ist, wenn man nur mal schnell eine Waffe wechseln möchte oder einen Heiltrank nutzen will. Selbst das Vergleichen von Ausrüstung hat eine leichte Verzögerung. Geht man mit seinem Cursor auf ein neues Schwert, so dauert es eine kurze Zeit, bis man sieht, wie es im Vergleich zur eigenen Waffe ist.

 

Ich kann leider nicht sagen, ob die Ladezeiten auf dem PC viel besser sind, aber ich würde mich wundern, wenn nicht. Bei einem Spiel, das ohnehin schon viel Geduld durch recht langsame Animationen, viel Text und lange Spielzeit erfordert, ist das meines Erachtens kein kleiner Kritikpunkt.

 

Trophy-Check

 

Zu den Trophäen lässt sich zum momentanen Zeitpunkt noch nicht viel sagen. Nicht einer hat sie bisher erlangen können und eine Handvoll an Trophäen wurden noch von Niemandem erspielt.

Ich gehe sehr stark davon aus, dass die Platin sehr selten bleiben wird, außer es werden irgendwelche Glitches und Exploits entdeckt. Selbst der Vorgänger, der 2020 erschienen ist, ist laut PSNprofiles bei gerade mal 0,48%.

 

Das Problem scheint nicht nur der Durchgang auf "Unfair" zu sein, sondern vorallem die "Sadistic Game Design" Trophäe, für die man eine lange Liste an Anforderungen erfüllen muss. So muss man mindestens auf der Coreschwierigkeit spielen, dabei weniger als 75 mal rasten, jeden der optionalen Bosse frühstmöglich bezwingen, kein Auto Level-Up nutzen und noch einiges mehr.

Leute, die gezielt super seltene Platintrophäen sammeln, sollten das Spiel vielleicht im Auge behalten.

 

Fazit

 

Pathfinder: Wrath of the Righteous ist für mich sehr schwer zu bewerten. Einerseits bin ich total beeindruckt von dem schieren Umfang, Möglichkeiten und dem Writing, andererseits machten mir die Kämpfe nur bedingt Spaß, fühlte mich oftmals überfordert mit den Skills und musste unter langen Ladezeiten und fummeligen Menüs leiden.

 

Letztendlich würde ich sagen, es ist ein Spiel für Genreliebhaber, zu denen ich mich einfach nicht zähle. Ich kann mir gut vorstellen, dass Fans von CRPGs richtig in dem Spiel aufgehen würden, für mich persönlich ist es einfach zu zäh und komplex, um mich dort Hunderte Stunden einzuarbeiten. Objektiv würde ich aber schon sagen, dass die Technik das Spiel zurückhält und diverse Mechaniken etwas simplifiziert hätten werden können.

 

Trotzdem: Wrath of the Righteous hat mich stellenweise sehr beeindruckt und mag einen Blick wert sein für Leute, die bereit sind, viel Zeit zu investieren und auf diese Art von Spiel stehen.

 

7.5/10

Euer

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