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République im Test für die PS4 – Eine Frau und ein totalitärer Staat


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1republique-266x266.jpg.399365fd95a2df21a12c39a08af9b116.jpgRépublique ist ursprünglich mal als iOS und Android Spiel gestartet und wurde dann recht schnell auf den PC portiert. Hierbei erfuhr das Spiel ein starkes Makeover und bewies, dass Remaster und Portierungen von Mobile Games nicht nur einfache Kopien sind und durchaus vollwertige Spieleerfahrungen bieten können. Nun hat sich NIS America daran gemacht, das Spiel auch auf die PlayStation 4 zu bringen und was Camouflaj in Zusammenarbeit mit Logan Games für uns da zusammengebastelt haben, erfahrt ihr unserem Test.

Hope gegen den Rest der Welt

Die Welt steht am Abgrund, zumindest würden wir das aus unserer Sicht so sehen. In République herrscht ein totalitärer Staat über die Menschen und ihr Anführer Kenichi Treglazov nimmt es sehr genau mit der Kontrolle. Besonders auf klassische Bücher hat er es abgesehen und so zwingt er seinen Bibliothekar Bücher, die die Entwicklung seiner Bürger und seines Staates schaden könnten, zu verbrennen.

Darüber hinaus leitet er eine unterirdische Einrichtung namens Metamorphosis, in welcher man Experimente an sogenannten Pre-Cals durchführt: Kinder, die ohne Namen in der Anstalt geboren und aufgewachsen sind. Eine dieser Pre-Cals ist Hope. Sie versucht aus den Zwängen dieser Welt zu entfliehen, als sie vom Bibliothekar verseuchte Schriften erhält. Zur Seite steht ihr dabei einer der Prizrak (so nennen sich die Wärter der Einrichtung) namens Cooper und der Spieler selbst, welcher sich anscheinend in das System gehackt hat.

Ansonsten hat Hope nicht allzu viel Gegenliebe zu erwarten. Ihre Erzieherin Mirelle Priedeaux ist streng und mysteriös und man weiß nie, ob man ihr trauen kann und deshalb geht Hope ihr lieber aus dem Weg und der letzte Verbündete ist Zager, ein längst verstorbener Revolutionär, der hier und da vergiftete Manifeste und Audiotagebücher rumliegen lässt. So bleibt Hope in der Welt von République auf ihrem Weg an die Oberfläche nur die Stimme in ihrem Telefon. 

 

Schleichspiel 2.0

Das Gameplay von République lässt sich am besten mit einer Mischung aus Metal Gear Solid und Watch_Dogs beschreiben. Aus einem Winkel im Raum steuert man Hope mit dem linken Stick durch die Gänge, während man mit dem rechten Stick die Kamera drehen kann. Also Kamera im wortwörtlichen Sinne. Alles, was man sieht, sieht man aus der Perspektive einer der vielen Kameras, die in den Levels verteilt sind. Man kann auch jederzeit auf Knopfdruck in eine andere Kamera wechseln.

Einen Großteil des Spiels verbringt man somit in Standbildern. Hält man die Zeit an, kann man in Ruhe das Gelände auskundschaften. Objekte scannen, Türen und Schränke öffnen und das Überwachen der Patrouillenrouten gehören zu den Hauptaufgaben des Spielers. Man kann diese Ansicht mit der taktischen Ansicht aus alten Rollenspielen vergleichen. Auch hier verschafft man sich zunächst einen Überblick über die Situation und überlegt sich dann, wie man am besten taktisch vorgehen soll.

Man kann jedoch nicht einfach so in dieser Ansicht durch das ganze Gebäude stromern. Man ist stets mit dem Telefon von Hope verbunden und wenn man sich zu weit fortbewegt, stößt man irgendwann auf Interferenzen, die ein Fortschreiten verhindern. Außerdem kann man nicht direkt alle Türen öffnen, manchmal benötigt man Fingerabdrücke, Sprachaufzeichnungen oder gar ein höheres Softwareupdate, welches man sich an den äußerst seltenen Dämon-Servern holen kann.

 

Republique_Screenshot-5.jpg

Nimm mich mit!

Lediglich Türen und Schränke hacken wäre ja langweilig, deshalb gibt es in den Laboren von République noch einiges mehr zu entdecken. Zum einen wären da die vielen verbotenen Bücher, die seltsamerweise in jedem Gang und jeder Ecke rumliegen. Und das sind nicht nur irgendwelche Bücher, sondern richtige Klassiker wie „Farm der Tiere“ oder „Uhrwerk Orange“. Zu allen hat Treglazov seinen Senf dazu zu geben, was er vom jeweiligen Werk hält und warum er es verbietet. Sehr interessant und erinnert auch sehr an einen anderen totalitären Staat, der einst Bücher verbannte.

Doch das ist noch nicht alles. An den Wänden hängen Plakate, auf den Computern sind geheime Emails und die Anrufbeantworter sind voll mit Nachrichten, die einen Einblick in das Leben der Prizrak geben – und das ist eine Menge wert. An bestimmten Computern kann man die Geheiminformationen verkaufen und sich im Gegenzug neue Fähigkeiten zulegen, wie das Ablenken von Wachen oder das Anzeigen ihrer Routen. Dies verbraucht Akku, doch es gibt auch passive Upgrades wie das Anzeigen der Wachen auf der Karte.

Man findet auch Zager Kassetten, die man in den Geheimräumen des Revoluzers abspielen kann – sofern man noch keinen Walkman hat, den man an einem 3D Drucker kreieren kann. Ja, das ist nicht ganz realistisch, aber es ist auch nicht realistisch, dass es Kameras in den Geheimräumen gibt. Oder dass Hope sich durch die gesamte Spielwelt unter dem wachsamen Auge der Kameras bewegt, ohne gesehen zu werden. Das fällt in die Kategorie „Sonst wäre das Spiel unspielbar“.

 

 

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Vorsichtig, ganz vorsichtig

Wenn wir uns gerade nicht als Hacker umsehen und an diversen Gerätschaften vergreifen, schleichen wir mit Hope über das Gelände. Wie üblich kann man aufrecht gehen oder rennen, doch die meiste Zeit hält man sich in geduckter Haltung und huscht von Deckung zu Deckung, um den wachsamen Augen der Prizrak zu entgehen. Muss man durch einen Gang, auf dem gerade eine dieser Wachen patrouilliert, sollte man sich umsehen, ob in der Nähe Pflanzen, Spinte oder gar Statuen befinden, die man auf Knopfdruck als Verstecke nutzen kann.

So muss man sich meist fortbewegen, denn wehren kann sich Hope in République nur schwer. Es gibt Möglichkeiten wie Pfefferspray, Betäubungsminen oder Taser, doch sind diese rar gesät und sollten nur im Notfall eingesetzt werden. Solche Notfälle treten auf, wenn man mal wieder versucht einem Prizrak das Inventar zu leeren, in welchem sich meist Disketten befinden, die diverse Videospiele symbolisieren und die von Cooper kommentiert werden, sofern er momentan erreichbar ist.

Wird man jedoch erwischt sollte man sich darüber im Klaren sein, um welchen Gegner es sich handelt. Hat er ein Visier, so bringt Pfefferspray nicht viel. Hat er eine Rüstung, ist der Taser unwirksam. Und während das Spray die Gegner kurzzeitig außer Gefecht setzt, sorgt der Taser dafür, dass man für den Rest des Spiels nicht weiter von der Person behelligt wird. Ohne zu viel zu spoilern sei gesagt, dass Hope später noch weitere Möglichkeiten zur Interaktion mit der Umgebung erhält und besonders in Episode 4 in den spielerischen Mittelpunkt rückt.

 

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Da steckt mehr drin als man erwartet

Klar, wenn man Mobile Port hört, erwartet man optisch nichts außergewöhnliches, doch République wurde für die PS4 im Vergleich zur Mobilevariante noch einmal deutlich aufgehübscht und sorgt in der Unity 5 Engine für einen kleinen Hingucker. Okay, ein Grafikbombast bekommt man hier nicht präsentiert, doch es ist alles andere als hässlich und macht zu jeder Zeit eine gute Figur.

Auch die Effekte sind sehr cool und vor allem passend ins Thema eingearbeitet. Sei es das Menü, welches dem eines Smartphones gleicht, oder der Wechsel zu einer Kamera, bei dem das Bild krisselt. Anfangs könnte man sich von all den Anzeigen in der taktischen Ansicht erschlagen fühlen, doch man lernt schnell, worauf man achten muss. Eine weitere Eigenheit ist es, dass man sich nicht überall umsehen kann, wie man will. Bei zu geringer Reichweite sieht man in der taktischen Ansicht bodenlose Schwärze und ein Rauschen. Die Liebe zum Detail ist in République unverkennbar.

Eine weitere Überraschung erwartet den Spieler, wenn er das Spiel startet und dabei den Publisher NIS America im Hinterkopf behält. Das Spiel besitzt zwar eine englische Sprachausgabe, die Menüs und Untertitel sind hingegen komplett auf Deutsch. Gut, hier und da gibt es ein paar Übersetzungsmakel, so heißt der Befehl zum Aufladen des Smartphoneakkus „Stürmen“, aber nichts, was untragbar wäre. Naja, wäre da nicht Episode 4. Es ist jetzt schwer zu beschreiben, ohne sich zu weit ins Spoilerterritorium zu bewegen, doch wenn eine bestimmte Persönlichkeit mit dem Spieler spricht, sind die Nachrichten auf Spanisch und es könnte zwar irgendwie storytechnisch erklärbar sein, doch die Stimme spricht zwar verzerrt, aber englisch, also muss es sich hierbei leider um einen Fehler handeln.

 

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Hope for Platinum

Die Trophäen von République lassen sich leicht erklären: Sammel einfach alles. Das Spiel ist in fünf Episoden unterteilt und überall gibt es massenhaft zu sammeln und zu scannen. Mit Anleitung ist es sicherlich noch einfacher, doch auch ohne eine solche Lösung kann man gut alles finden, wenn man nur aufmerksam ist. Die Episoden gehen noch dazu nahtlos ineinander über und ermöglichen es dem Spieler stets in vorangegangene Gebiete zurückzukehren. Abgesehen von den Kameras kann man darüber hinaus immer erkennen, welche Objekte man schon untersucht oder gescannt hat, da die farblich markiert werden, wenn sie nicht gar komplett aus der Spielwelt ins Inventar von Hope verschwinden.

Besonders hilfreich ist darüber hinaus die Ingame Map; In dieser wird markiert, welche Räume man schon betreten hat. Wer schon einen Blick auf die Steam Achievements geworfen hat und sich sorgen um die Anzahl gemacht hat sei an dieser Stelle beruhigt - es wurden ein ganzer Teil Trophäen hinzugefügt und darunter ist auch die heiß begehrte Platintrophäe. Da einige Räume erst mit späteren Fähigkeiten betreten kann und da man manche Objekte anfangs noch nicht scannen kann muss man zwar mit Backtracking rechnen, doch wer gern um die Gegner herumschleicht wird sich davon nicht abschrecken lassen.

 

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République ist eine großartige Ergänzung im Genre der Stealth Spiele. Aufgrund der Hilflosigkeit würde es genauso gut in einem Horrorspiel funktionieren, aber die Geschichte ist das, was das Spiel vorantreibt. Kleinere Schnitzer, wie der automatische Wechsel der Kamera im falschen Moment, das selbstständige wieder umdrehen in der Tür, wodurch man wieder in den Raum wechselt oder auch dass in der dritten Episode plötzlich die falsche Sprache auf dem Bildschirm erscheint trüben das Erlebnis etwas.

Doch Gameplaytechnisch macht es einfach alles richtig. Es ist innovativ und modern, erinnert aber auch an klassische Spiele mit fester Kamera. Trotz des ernsten Themas lockern die Sammelobjekte, vor allem die Videospieldisketten, das Spiel etwas auf und spornen den Spieler an, sich an jeden Gegner heranzuschleichen, um ihn seines Hab und Guts zu erleichtern. Wer auf Schleichspiele steht und einen Faible für storygetriebene Spiele hat, kann mit République kaum etwas falsch machen.

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