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Steins;Gate 0 im Test für die PS Vita: Schließe den Kreis


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SteinsGate0_logo-266x266.jpgSteins; Gate 0 ist vermutlich ein Sequel gewesen, das nicht einfach zu schreiben war. Schließlich ist sein Vorgänger ein perfekt in sich abgeschlossenes Zeitreise-Abenteuer, das in dem vom Spiel selbst erstellten Regelwerk stets schlüssig war, keine offenen Handlungsstränge offen ließ und befriedigend endete. Dabei ist Sequel nicht mal das richtige Wort, denn ohne zu viel vom ersten Steins;Gate vorweg zu nehmen: 0 beginnt quasi mitten im True Ending des Vorgängers und erzählt wie es genau zu diesem Ende kam. Die Beta-Weltlinie wird dieses Mal erkundet, während man sich im anderen Teil stets in der Alpha-Weltlinie aufgehalten hat.

Ihr merkt sicher dass ihr ohne Vorwissen kaum etwas verstehen werdet und in der Tat würden neue Spieler sich direkt nach 2 Minuten das Ende des anderen Spiels spoilern, wenn sie 0 spielen würden. Im Grunde würde euch auch diese Review daher nicht viel bringen. Habt ihr also Steins; Gate nicht gespielt, dann los, tut es! Eine der besten Zeitreise Stories die je geschrieben wurden und eines der besten Spiele auf der Vita. Ob die Entwickler es geschafft haben eine schlüssige "Fortsetzung" eben jenes genialen Titels zu zaubern, erfahrt ihr in unserem Test. El Psy Kongroo!

Ex-Chuunibyou Okabe Rintaro

Okabe Rintaro, der durch die Ereignisse der Vergangenheit stark mitgenommen ist, ist nur noch ein Schatten seines alten selbst. Er bezeichnet sich nicht mehr als Mad Scientist, hat sein Alter-Ego Houoin Kyoma abgelegt und verbringt auch keine Zeit mehr in seinem Hobby-Forschungslabor um verrückten Kram zu erfinden. Stattdessen lebt er sein Leben als normaler Student und trifft zu Beginn des Spiels auf die Wissenschaftlerin Maho Hiyajo, eine Wissenschaftlerin, die einst zusammen mit Kurisu Makise gearbeitet hat.
Als diese erfährt, dass Okabe sie kennt, lädt sie ihn dazu ein, ein Tester für das sogenannte "Amadeus" Programm zu werden, welches mithilfe von Erinnerungen, die in Daten konvertiert wurden, zu einer künstlichen Intelligenz wurde, die sogar dieselben Charakterzüge wie die eigentliche Person hat. Es stellt sich heraus, dass Hiyajo die Erinnerungen von Makise Kurisu benutzt hat um eine K.I. mit ihrer Persönlichkeit zu erschaffen. Okabe soll also mit einer K.I. von Kurisu reden, die sich aber nicht an ihn erinnern kann, da eben die Erinnerungen von vor 6 Monaten benutzt wurden um sie zu erschaffen.

Dazu wird eine App auf Okabes Smartphone installiert und beide können sich gegenseitig regelmäßig anrufen, wenn sie möchten. Und genau diese App ist dieses Mal das Tool, mit dem man die Story beeinflusst. Denn je nachdem ob man die Anrufe von Kurisu annimmt oder ablehnt, verändert sich die Story und man bekommt verschiedene Enden zu sehen.

 

 

Manche Wege führen nach Rom

Steins;Gate 0 handelt die Routen dieses Mal etwas mehr wie eine klassische Visual Novel und benutzt richtige Routen um die Handlung voranzutreiben. So kann man je nach Entscheidung ganz andere Kapitel sehen, während man im Vorgänger lediglich eine Route hatte und dabei die verschiedenen Enden immer nebenbei erspielte um dann wieder zur "Hauptroute" zurückzukehren.

Jedoch wirken die Enden in 0 einfach nicht so abschließend und toll durchdacht wie dort. Man weiß einfach wie das Spiel letztendlich enden muss und alle optionalen Enden fühlen sich irgendwie falsch an und enden auch teilweise wirklich offen. Da waren die optionalen Enden im anderen Teil etwas schlüssiger und wirkten wirklich wie "Enden", dennoch lohnt es sich, sich jedes einmal anzuschauen, denn die Geschehnisse die zu den Enden führen sind stets sehr interessant und SG 0 verbindet auf sehr interessante Weise zwei von ihnen. Um Spoiler zu vermeiden werde ich dazu natürlich nicht mehr verraten.

Alte und neue Gesichter

Auch wenn die Beta Weltlinie etwas anders ist als die bereits bekannte, dürfen die alten bekannten Gesichter natürlich nicht fehlen. Trotz der anderen Vergangenheit die sie wohl hatten, sind ihre Persönlichkeiten weitestgehend gleich geblieben und so kann man sich darauf freuen die guten alten character traits erneut zu erleben, die man schon vermisst hat.

Doch neue Charaktere bietet das Spiel natürlich auch. Diese sind größtenteils wirklich toll und fügen sich organisch in die Geschichte ein. Besonders Maho Hiyajo ist einer meiner persönlichen Lieblingscharaktere geworden. Keiner der neuen Charaktere hat mich irgendwie genervt oder fühlte sich deplatziert an, stattdessen brachten sie frischen Wind in die Story und sorgten für lustige Momente. Besonders unterhaltsam ist es dann Charaktere zu treffen bei denen man schon weiß, dass sie mit einer anderen Person zusammenkommen werden oder die das einer anderen Person sind.

An den Designs wurde auch gearbeitet, so wurde der Zeichenstil leicht verändert und die Charaktere bekommen dadurch, dass das Spiel über einen längeren Zeitraum läuft auch verschiedene Kleidungen, einmal für den Winter und einmal für den Sommer. Der neue Stil gefiel mir persönlich richtig gut, mit Ausnahme einer Person fand ich die Änderungen allesamt positiv. Aber das ist natürlich starke Geschmackssache.

Nicht so düster wie gedacht

Nach meinem ersten Eindruck über die Stimmung in diesem Teil war ich dann doch verwundert wie viel Humor und leichtherzige Momente Steins;Gate 0 hat. Ich erwartete ein sehr depressives und düsteres Spiel, gerade da Okabe Rintaro mit seinen schwarzen Klamotten und seinem traurigem und ernstem Blick gar nicht so wirkt als würde er überhaupt noch so etwas wie Humor besitzen, aber tatsächlich gibt es einige Slapstick Momente. An sich gar kein Problem, bei einer Szene musste ich sogar mehrmals laut lachen weil sie so komisch war, aber irgendwie hatte ich mir doch mehr Ernsthaftigkeit und Drama erhofft.

Dafür jedoch schafft es der Teil wunderbar mehr Seiten an den Charakteren aufzudecken. Man bekommt so viele mehr Informationen über Vergangenheit und Zukunft verschiedener Charaktere und so lohnt es sich alleine schon deswegen dieses Spiel zu spielen, um mehr über die liebgewonnenen Charaktere zu erfahren.

Das Spiel kommt dabei auch natürlich nicht ohne seine großen Twists aus. Die Story lebt ja davon, mehrere Male wurde ich sehr erstaunt von diversen Offenbarungen der Story und selten wirkt das Spiel wirklich berechenbar, auch wenn man im Grunde das Ende schon kennt. Dennoch ist es eben genau wegen diesem Umstandes nie so krass wie im ersten Teil, denn dort war prinzipiell alles möglich und der Twist des Finales wird in 0 leider nicht überboten. Dennoch begeisterte mich die Story erneut und man muss erneut den Hut vor den Writern dieses Spiels ziehen.

Unnötige Filler

Mein Hauptkritikpunkt am Spiel ist eigentlich nur, dass es an manchen Ecken etwas zu lang ist. Mit etwa 30 Stunden Lesezeit habe ich für diesen Teil noch länger gebraucht als für den Vorgänger und das obwohl ich nicht das Gefühl hatte, dass man hier mehr Story bekommen hat. Tatsächlich sind auch die Enden leichter zu erreichen. Der Grund dafür sind viele Szenen, die ruhig kürzer hätten sein können und im Grunde belanglos sind. Comedy Momente oder auch einfach nur leichtherzige Momente sind natürlich toll und sorgen dafür, dass die Charaktere einen mehr ans Herz wachsen, aber ich hatte manchmal das Gefühl, dass sich diese zu sehr zogen und an einigen wenigen Stellen fühlte ich mich sogar etwas gelangweilt und wollte dass die Story endlich weitergeht.

Natürlich ist es immer gut wenn eine Novel nicht einfach nur strikt seine Hauptstory erzählt (Dann könnte man auch auf den Anime warten), aber ich finde hier wurde nicht immer die richtige Mischung gefunden. Auch das ist natürlich total subjektiv und ruiniert das Gesamtbild absolut nicht. Man hätte nur vielleicht etwas dafür sorgen können, dass das Pacing besser funktioniert, gerade weil das Universum ja schon mal etabliert wurde und man damit nicht mehr so viel Zeit verbringen musste. Am Ende des Spiels angelangt jedoch hatte ich ein sehr positives Gefühl und wenn ich an das Spiel zurückdenke, denke ich nur an die spannenden und witzigen Momente des Spiels.

Meister der Zeit

Wie typisch für Visual Novels sind die Trophäen in Steins;Gate 0 quasi geschenkt, wenn man einen Guide benutzt. Ich würde sogar sagen, dass man diese Platin auch ohne Guide bekommen kann, denn dieses Mal sind die Enden wirklich leicht zu erreichen und auch die optionalen Tipps, die man freischalten muss, kommen fast alle mehr oder weniger automatisch. Als ich alle Enden erspielt habe, wofür man eben nur an bestimmten Stellen ans Telefon gehen muss, oder eben nicht, fehlte mir nur noch ein einziger Tipp und für den musste ich... an einer anderen Stelle nicht als Telefon gehen.

Mit Guide hat man die Platin sicherlich in 1-2 Stunden geschafft, Leute, die sich für das Spiel an sich interessieren und nicht nur an virtuellen Auszeichnungen werden in etwa so lange für die Platin brauchen wie für das Spiel selbst, also rund 30 Stunden.

 

Persönliches Fazit

Im Grunde ist die Empfehlung für dieses Spiel ein No-Brainer. Wenn ihr Steins;Gate gespielt habt und es toll fandet spricht absolut nichts dagegen Steins;Gate 0 zu spielen. Die Story ist toll geschrieben, die neuen Charaktere sind super und man erlebt wie sich der Kreis der Story komplett schließt. Die Story kommt zwar insgesamt nicht an den anderen Teil ran, man kennt das Ende im Grunde schon und es hat hier und da kleinere Pacing-Probleme, aber es ist dennoch eine sehr gelungene und lohnenswerte Visual Novel, die man als Fan unbedingt spielen sollte. Für alle anderen lohnt sich 0 nur wenn ihr lediglich auf die Trophäen aus seid. Spielt unbedingt den Vorgänger oder schaut euch zumindest den Anime an um zu verstehen was überhaupt vor sich geht. Ich kann für beide Spiele eine klare Empfehlung aussprechen, eine der besten Visual Novels, die ich kenne.

8.0/10

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