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Dark Souls III im Test für die PS4 – Ein letztes Mal, alter Freund


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dark-souls-3-266x266.jpg Der Erfolg der „Soulsborne“ Spiele ist legendär. Nach dem überraschenden Erfolg von Demon’s Souls auf der PlayStation 3 wollte man diese Erfahrung allen Gamern ermöglichen und schuf mit Dark Souls ein sehr ähnliches Erlebnis auf vielen Plattformen. Die Fans drängten nach einer Fortsetzung und erhielten diese in Form von Dark Souls II, ein Spiel, welches die Fans scheidete, da es vieles anders machte. Das mag auch daran gelegen haben, dass der Director Miyazaki insgeheim am PS4 Exklusivtitel Bloodborne werkelte, welches in kürzester Zeit ebenso beliebt wurde, wie die vorangegangenen Souls Spiele. Doch die Leute sehnten sich nach einem weiteren Dark Souls und nun endlich ist es so weit – und gleichzeitig soll die Reihe zu Grabe getragen werden. Ob das Motto „Das Beste kommt zum Schluss“ oder „Wenns am Schönsten ist, soll man aufhören“ auch hier zutrifft, erfahrt ihr unserem Test.

Die Unentfachten sind zurückgekehrt

Okay sind wir mal ehrlich, so ganz haben wir die Story von Dark Souls nie verstanden. Egal wie viele Ecken wir erforscht haben, egal wie viele Guides wir gelesen haben und wie viele Stunden wir in Lore-Videos auf YouTube versenkt haben – die ganze Wahrheit blieb uns stets verborgen. Und das ist auch gut so. Die Welt wirkt lebendig. Es gab Zeiten vor uns, es passieren Dinge fernab unserer Reise und wir sind nur ein kleines Rädchen im Zahnrad der Zeit. Man ist nicht der eine Auserwählte, dem man alles erzählt. Es sind sowieso zu wenige da, die noch etwas erzählen können.

Und genau so funktioniert auch wieder Dark Souls III. Natürlich gibt es eindrucksvolle Videos und Kurzfilmchen, doch erzählen diese uns gerade genug, damit wir unser rostiges Schwert in die Hand nehmen und uns auf den Weg machen. Wir sind diesmal nicht die gewöhnlichen Untoten, welche bei jedem Tot mehr und mehr aushöhlen. Stattdessen sind wir Unentfachte und wir versuchen das Feuer wieder in Brand zu setzen, indem wir die Aschefürsten zurück auf ihren Thron setzen. Nichts verstanden? Kein Problem.

Wichtig ist, dass man die Geschichte nicht aufs Auge gedrückt bekommt. Man muss auf die Hinweise achten, die die Welt von Lothric für einen bereithält. Es werden auch Brücken geschlagen zum Vorgänger. Wobei, damit meine ich Dark Souls I. Irgendwie vermittelt das Spiel, dass Dark Souls II nie geschehen ist. Dennoch – es macht Spaß die Hintergründe von Dark Souls III zu entdecken und auch alle Puzzleteile zu sammeln, die sich nach und nach in einem großen Puzzle zusammenfügen.

 

 

Monsterkloppen wie die Großen

An dem Kampfsystem von Dark Souls wurde nicht viel geruckelt. Was soll man da auch großartig verbessern? Schwache und Starke Angriffe, Block und Parieren. Man kann noch immer ausweichen, allerdings ist sie nun erst bei 75% Belastung eingeschränkt. Das macht die ganze Geschichte etwas flotter und erinnert an Bloodborne, ist aber noch immer etwas behäbiger. Das Health-Regain System aus Bloodborne wurde allerdings nicht übernommen, ihr könnt euch wie schon in den Vorgängern nur mit Gegenständen heilen, vorrangig dienen dazu die Estus Flakons, die sich an jedem Leuchtfeuer wieder auffüllen.

Neu dazugekommen sind die Waffenkünste. Trägt man seine Waffe beidhändig, kann man auf Knopfdruck seinen Stand verlagern und verfügt somit über neue Angriffe. Diese verbrauchen dann aber Fertigkeitspunkte. Ja, die MP-Leiste aus Demon’s Souls ist zurück und somit können Magier jetzt viel verschwenderischer mit ihren Zaubern umgehen, da sie keine begrenzte Anzahl an Aufladungen mit sich herumschleppen. Auffüllen können sie diese mit sogenannten Asche Estus Flakons, die genauso funktionieren wie die normalen Estus Flakons.

Der Clou: man führt stets eine feste Anzahl von Flakons mit sich herum, doch wie viele davon Estus Flakons und wie viele davon Asche Estus Flakons sind, kann man beim Schmied festlegen und wenn man ihm Estus Scherben bringt, erhöht sich die Anzahl. Zusätzlich kann man im Feuerband Schrein am Leuchtfeuer Asche verbrennen, um die Stärke der Flakons zu steigern und so mehr Punktezugewinn aus jedem Schluck zu holen.

 

Der größte Fluch der Soulsborne Spiele ist es, dass sie stets auf ihre Schwierigkeit reduziert werden. Dementsprechend fragen sich alle: ist Dark Souls III leichter oder schwerer als seine Vorgänger? Die Antwort ist: Es hängt vom Spieler ab. Die Erfahrung wandelt sich stark, je nach Erfahrung, Spielweise und dem Willen sich durchzubeißen. Gerade jene, die bisher jeden Serienableger gespielt haben, werden es um einiges leichter haben, da sie mit den Mechaniken sehr vertraut sind. Wer Bloodborne gespielt hat, hat auch ein paar Vorteile, wird sich jedoch mit ein paar der Mechaniken neu vertraut machen müssen.

Dicke Rüstungen, Schusswaffen und Schilde machen einem das Leben einfacher, reine Magier nehmen ihre Gegner schon von weitem unter Beschuss - können jedoch bei den Bossen ein paar Probleme bekommen. Diese sind wie immer episch inszeniert und finden in abgesteckten Arealen statt, bieten allerdings nicht viel Freiraum den Gegner zu überlisten. Deshalb muss man sich wie jeder andere auch mit seinen Angriffen vertraut machen und ein ums andere Mal zu handfesten Waffen greifen. Dafür kann man in der Welt selbst von weitem die Gegner in Schach halten.

Auch an den Leuchtfeuern hat sich wenig geändert. Wie auch schon in Demon’s Souls und Dark Souls II kehrt man stets zum „Nexus“, dem Feuerband Schrein zurück, um seine Ausrüstung zu verwalten, sich aufzuleveln oder mit den befreiten NPCs zu interagieren. Und auch wie in Dark Souls II kann man sich stets zu jedem gefundenen Leuchtfeuer teleportieren. Manche besiegten Gegner kehren dabei wieder zurück, andere bleiben ganz und gar besiegt. Wer die anderen Teile gespielt hat, weiß wie die Leuchtfeuer funktionieren.

 

Du bist nie allein

Es sei denn, du bist es. Leider konnte ich den Online Modus von Dark Souls III nicht ausgiebig testen, da die Server im Testzeitraum nicht online waren. Dieser funktioniert jedoch sehr ähnlich zu den Vorgängern – mit ein paar kleinen Änderungen. Nun können zwei gegnerische Phantome einfallen und den Spieler jagen, wenn er mit zwei befreundeten Phantomen unterwegs ist. Summa summarum können bis zu 6 PVP Kämpfer sich treffen und im Team gegeneinander antreten, oder gar kleine Arenakämpfe ausfechten.

Hilfreich sind dafür diverse Gegenstände, die Koop und PVP erleichtern oder gar erzwingen. Auch verschiedene Eide können dabei helfen, wenn man einen Eindringling an der Backe hat. Die Eide können nun direkt über das Inventar ausgerüstet und genauso leicht ausgetauscht werden. In den Einstellungen würde darüber hinaus das Passwortsystem aus Bloodborne hinzugefügt und so kann man jetzt auch in Dark Souls III leichter mit seinen Freunden zusammenspielen.

Aber auch die Nachrichten und Blutlachen aus den Vorgängern sind wieder mit von der Partie. Wenn man offline spielt sieht man von den Entwicklern verteilte Nachrichten, doch im Online Modus werden wieder eine Menge hilfreiche, trickreiche und sinnfreie Nachrichten auf dem gesamten Boden verteilt, die der Spieler lesen oder ignorieren kann. Und die Blutlachen warnen wieder davor, dass hier jemand verstorben ist. Auch wenn man sich manchmal fragt, wie das möglich ist. Aber in Dark Souls III lauert der Tot eben überall.

 

Schau ein wenig genauer hin.

Dark Souls III sieht phantastisch aus. Die Grafikengine ist verglichen mit den Serienvorgängern ein Meilenstein, wer Bloodborne gespielt hat, wird allerdings ein kleines Déjà vù Erlebnis haben. Nichts desto trotz ist das Welt- und Gegnerdesign herausragend und wird im Laufe des Spiels immer ausgefallener. Die Welt ist gespickt mit Details und lädt geradezu zum Erkunden ein. Anfangs kränkelte das Spiel zwar unter ein paar Frameratedrops und Slow-Downs, besonders bei dichtem Rauch und Nebel, doch nach einem Patch gehörten sie der Vergangenheit an.

Die Welt selbst ist zusammenhängend gestaltet und man findet auch immer wieder Abkürzungen, die einen Aha-Effekt auslösen, doch so schön rund wie im ersten Teil fühlt sie sich leider nicht ganz an. Das mag damit zusammenhängen, dass man sich durch viele Teile der Welt nur bewegt, indem man sich von Leuchtfeuer zu Leuchtfeuer teleportiert. Andererseits ist die Platzierung eben jener Leuchtfeuer recht eigenartig gewählt. Manchmal sind sie nur wenige Schritte auseinander, manchmal bewegt man sich stundenlang durch labyrinthartige Gänge ohne auch nur auf Eines zu stoßen.

Dennoch wird der Forscherdrang immer wieder belohnt. Hier und da wird man animiert über kleine Abgründe zu springen oder sich auf tieferes Terrain fallen zu lassen, da an ungewöhnlichen Orten auch ungewöhnliche Dinge lauern. Seien es versteckte Quests, gefangene NPCs oder seltene Gegenstände: Wer die Welt von Dark Souls III erkundet, wird dafür belohnt. Es sei denn, man tappt in eine für erfahrene Spieler offensichtliche Falle. Dann gilt es im nächsten Anlauf vorsichtiger zu sein und zu hoffen, dass die wertvollen Seelen nicht für immer verloren gehen.

 

Die finstere Seele

Auch Dark Souls III verfügt natürlich über eine heiß begehrte Platin-Trophäe. Der größte Teil der Trophäenliste beschränkt sich auf das Besiegen der einzelnen Bosse und das Entdecken der verschiedenen Eide und sind allesamt versteckt. Der Rest besteht aus den altbekannten Teilen, wie: Alle Wunder erhalten, alle Gesten erlernen, oder eine Waffe auf das Maximum verstärken. Für Dark Souls Veteranen ein altbekanntes Bild: Viele Durchläufe, viel Verpassbares und sehr viel Zeit, welches man in das Spiel investieren kann.

So erfordert eine Trophäe, dass man alle Arten von Durchdringung erwirbt. Hierbei werden die Waffen mit speziellen Buffs versehen, die allerdings auch dafür sorgen, dass sie nicht mit den Werten des Spielers skalieren. Sehr hilfreich zu Spielbeginn, später muss man schauen, wo sich der Spielstil des Spielers bewegt. Für Fernkämpfer kann es beispielsweise interessant werden, die keinen Punkt in Stärke oder Geschick investieren möchten aber hier und da eine gute Nahkampfwaffe brauchen. Das ist ja das Schöne an Dark Souls III: man kann unabhängig von der Wahl der Klasse seinen Charakter so aufbauen wie man möchte und bekommt eine große Anzahl von Alternativen angeboten.

Wer hingegen die verschiedenen Enden erreichen will, muss entweder klug mit seinen Spielständen jonglieren, oder das Spiel mehrfach durchspielen. Ohne zu viel zu verraten: Es gibt offensichtliche Enden und weniger offensichtliche Enden, wobei eines eine komplett optionale und leicht verpassbare Questreihe voraussetzt, in welcher man vom Unentfachten wieder zum Ausgehölten wird. Es gibt sogar ein Ende, welches nicht mit einer Trophäe belohnt wird. Man sieht also: Das Spiel steckt voller Geheimnisse und Details. Diese zu entdecken, das macht den Reiz des Spiels aus.

 

Persönliches Fazit

 

Dark Souls III wirkt, als hätten Demon’s Souls und Bloodborne sich zum dritten Date getroffen und die Kondome vergessen. Es zieht Inspiration aus allen Serien- und Nichtserienablegern und vereint sie zu einem großen Ganzen. Für mich als großer Fan von Demon’s Souls und Bloodborne ist das zugleich Segen, als auch Fluch. Denn obwohl Dark Souls drauf steht, zieht man immer wieder Parallelen zu jenen Spielen und da fallen immer wieder ein paar Eigenheiten auf, die mich stören.

Zum Glück sind das komplett subjektive Eindrücke. Jeder kann das Spiel ganz unterschiedlich empfinden und wer zwar die Dark Souls Spiele gespielt hat, jedoch Bloodborne nie in den Händen hatte oder im Vergleich gar schlechter empfand, wird mit Dark Souls III seine helle Freude haben. Und bevor ich jetzt sage, dass sich so langsam der Alltag in den Souls Spielen einstellt, füge ich an dieser Stelle lieber hinzu, dass es ein phantastisches Spiel ist, welches seinen direkten Vorgänger in allen Belangen übertrumpft und sollte damit tatsächlich die Serie beendet sein, wäre es ein perfekter Abschluss.

8.5/10

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