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Assassin's Creed Syndicate im Test für die PS4 - Das alljährliche Meucheln geht weiter


Realmatze
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Ein neues Jahr, ein neues Assassin‘s Creed. Egal wie oft Ubisoft dafür kritisiert wird, jedes Jahr einen neuen Ableger ihrer Auftragskiller Reihe zu veröffentlichen, sie tun es doch – und haben damit Erfolg. Warum? Weil wir es so wollen. So kommt mit Assassin‘s Creed Syndicate der diesjährige Fix an Templerblut. Ob jedoch mit Assassin‘s Creed Syndicate die Reihe endgültig stagniert, oder ob es frische Impulse in die angestaubte und angeschlagene Serie bringt, um somit den durch Unity angerichteten Schaden wieder gut zu machen, erfahrt ihr in unserem Test.

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SYSTEM: PLAYSTATION 4
VERTRIEB: Ubisoft
ENTWICKLER: Ubisoft Quebec
GENRE: Action-Adventure
SPIELER: 1
Speicherkarte: 38,2 GB
AUFLÖSUNG: 480p, 720p, 1080i, 1080p
NETZWERKFUNKTIONEN: Ja
NETZWERK-SPIELER: -

 

The Good, the Bad and the Beauty

So wie der Protagonist zu Beginn des Spiels einen Zug entführt, so entführt uns auch Assassin‘s Creed Syndicate in das London des viktorianischen Zeitalters. Die industrielle Revolution ist gerade zu Ende und somit bekommt man hier einige Dinge zu Gesicht, die man nie in einem Assassin‘s Creed in Verbindung gebracht hätte. Fabriken, Kutschen und Dampfmaschinen prägen das Bild der Stadt und lenken die Reihe in eine modernere Zukunft.

Hier macht sich das Zwillingspärchen, bestehend aus Jacob und Evie Frye, breit, um im Auftrag des Assassinenordens den verfeindeten Templern ein Schnippchen zu schlagen. Doch während Evie viel lieber nach Schätzen und Artefakten sucht, um die Rätsel und Geheimnisse der ersten Zivilisation zu lüften, ist Jacob eher darauf bedacht der vorherrschenden Gang und deren Templeranführer auszuschalten.

Das Beste hierbei: die beiden Charaktere sind gut geschrieben und keineswegs weinerliche und unerfahrene Rookies, sondern sich selbst überschätzende Jungspunde, die einiges auf dem Kerbholz haben. Erinnert ein wenig an Altair. Dadurch erhält man ein mal mehr und mal weniger sympathisches Protagonistenduo mit interessanter Charaktertiefe und –entwicklung. Das trifft nur leider nicht allzu sehr auf den Bösewicht Crawford Starrick zu. Ein machtbesessener Templer, der die ganze Welt für sich einnehmen will – das hatten wir schon zu oft.

 

Gangs of London

Gleich zu Beginn des Spiels wird klar: der Fokus von Assassin’s Creed Syndicate hat sich verschoben. Zumindest was das Kampsystem anbelangt. 1868 war es nicht üblich mit Schwert und Axt durch die Straßen zu marschieren und während Straßengangs sich gewaltbereit durch die Stadt bewegen, mussten unsere lieben Assassinen eine subtilere Variante für den Kampf wählen. So kann man Feinde sehr schön mit einem Gehstock zu Boden ringen, in dessen Griff sich eine Klinge verbirgt oder man führt dem Kontrahenten mithilfe von Schlagringen ein wenig Metall dem Zahnschmuck hinzu.

Die sogenannten Blighters findet man dabei überall in der Stadt, doch sind sie nicht gerade treu und wenn man hier und da ein paar kleinere Aufträge durchführt, treten sie dem eigenen Team bei: den Rooks. Die sehen genauso aus wie die feindlichen Mannen und Männinnen, tragen nun allerdings Grün statt Rot. Diese kann man dann auch hier und da zu Hilfe rufen oder einfach dazusteigen, wenn sie zufällig gerade mit der Kutsche vorüber kutschieren.

Die Übernahmemissionen wiederholen sich zwar hier und da und manchmal fragt man sich auch, wieso man direkt einen ganzen Stadtteil übernimmt, nur weil ein Schmuggler verhaftet wurde, doch erfüllt es seinen Zweck und es macht Spaß zu sehen, wie der eigene Einfluss wächst und wächst. Darüber hinaus kann man seine Bande auch in der mobilen Basis (eine Dampflok, wie cool ist das denn?) aufwerten, damit sie nicht irgendwann dem feindlichen Pöbel unterlegen sind.

The Dark Assassins Rise

Das überarbeitete Kampfsystem erinnert dabei stark an einen gewissen Detektiven, der sich in einer düsteren Stadt auf Verbrecherjagt begibt, sofern er sich nicht gerade in einer Irrenanstalt aufhält. Die Gegner werden solange mit Fausthieben bearbeitet, bis es sie aus den Socken haut. Hier und da muss ein Konter eingeleitet werden oder auch mal die Verteidigung durchbrochen werden, wenn man nicht von einem Messerhieb überrascht werden will und man kann auch seine Gadgets in die Kombo mit einarbeiten.

Dazu gibt es noch einen kleinen Kombozähler und Bruce, äh pardon Jacob, macht den Sack zu. Der Kombozähler ist übrigens nicht nur Deko. Mit den richtigen Fähigkeiten können Jacob und Evie eine gute Kombo für verheerende Angriffe nutzen, die ihre Gegner schneller unter die Radieschen schicken, als ihnen lieb ist. Sollte man jedoch merken, dass man dem Feind nicht gewachsen ist, ist es keine Schande, den Rückzug anzutreten.

Und was eignet sich da besser, als ein Enterhaken? Ja Mr. Wayne, ach verdammt, Mr. und Mrs. Frye haben ein praktisches kleines Gadget in petto, mit welchem sie sich auf Knopfdruck Fledermaus-gleich auf Gebäude und Vorsprünge ziehen können und sich so nicht ewig mit Klettereien aufhalten müssen. Das ist auch bitter nötig, denn die nun breiteren Straßen bieten oft keine andere Möglichkeit um von einem Dach aufs andere zu kommen. Hierbei verbinden sie jeweils ein Ende mit den Dächern und hangeln sich dann hinüber. Stellt sich nur die Frage, wie sie es immer so schnell wieder einholen können.

Based on an almost true story

Ubisoft war es bisher immer sehr wichtig, dass die Spiele einen gewissen Grad an Korrektheit und Akkuratesse besitzen. Deshalb ist auch in Assassin’s Creed Syndicate die Stadt London sehr sorgfältig modelliert worden und mit Bauwerken wie dem Big Ben, dem Buckingham Palace und dem Trafalgar Square erkennt man beim Erkunden der Stadt ein paar berühmte Bauwerke wieder, nur dass sie so dargestellt werden, wie sie zur damaligen Zeit ausgesehen haben.

Ähnlich verhält es sich mit den agierenden Personen. Die Straßen sind voll mit Kindern, die stehlen, betteln und gar arbeiten sowie Frauen und Männern in für dieses Zeitalter angemessener Kleidung. Das gilt auch für die Queen’s Guards, die vor dem Palast Wache stehen. Zusätzlich trifft man aber auch auf berühmte Persönlichkeiten, wie Charles Darwin, Alexander Graham Bell und Charles Dickens oder gar Karl Marx.

Die Zeit um 1868 hatte nur ein Problem: es gab einfach zu wenige Attentate. Aus diesem Grunde sind die Attentatsziele, die man als Spieler erhält, frei erfunden und Persönlichkeiten nachempfunden, was im Übrigen auch auf die Gangs Blighters und Rooks zutrifft. Doch das stört nur wenig, da alles sich sehr passend zusammenfügt. Anders sieht es da mit der Kutschenphysik aus. Zeigt mir ein Pferd, was gerammt wird und dabei nicht zu Boden geht. Doch das ist der Spielbarkeit geschuldet. Damit das Herumkutschieren Spaß macht, darf es nicht zu realistisch sein, sonst würde es niemand nutzen.

What doesn’t kill You…

Wir alle kennen das Konzept des Aufleveln in Videospielen. Man sammelt Erfahrung, steigt Level auf und erhält Skillpunkte, mit denen man neue Fähigkeiten freischalten kann. Auch in Assassin’s Creed Syndicate kann man nun seinen Charakter aufleveln, allerdings funktioniert das etwas anders als gewohnt. Alle 1000 Erfahrungspunkte erhält man einen Fähigkeitenpunkt, den man in seinem Skillbaum investieren kann. Manche Skills setzen andere voraus, andere werden erst ab einem bestimmten Fortschritt zugänglich. Hat man nun genügend Skills freigeschaltet, steigt man einen Level auf. Klingt erst einmal komisch, ist aber im Grundprinzip nichts anderes, als bei anderen Spielen auch.

Und wie in vielen anderen Spielen auch, kann man seine Figur mit den verschiedensten Ausrüstungsgegenständen individualisieren. Besonders interessant sind hierbei die Monturen, die aus den alten Assassins Creed Teilen wiederkehren. Allerdings haben sie nun besondere Effekte und wer auf die wirklich nützlichen Vorteile der Aveline Montur nutzen möchte, muss sich damit abfinden künftig in der Kleidung der Protagonistin aus Assassin’s Creed Liberation herumzulaufen, auch wenn dies nicht ganz so gut in das Bild des Spiels passt.

Neue Ausrüstung schaltet man wie gewohnt im Spielverlauf frei, einiges kann man aber auch aus den in Truhen gefundenen Materialien craften oder gegen Bares käuflich erwerben. Bereits erworbene Gegenstände kann man auch weiter aufrüsten. Unschön: man kann Spielgeld und andere Gegenstände sowie die Echtgeldwährung Helix Credits auch gegen Echtgeld erwerben. Allerdings wird man nicht mehr ganz so schlimm mit der Nase darauf gestoßen, wie es in Unity noch der Fall war. Ebenso hat Ubisoft es nun scheinbar mit App und Initiates Zwang aufgegeben und so sind die Truhen von Anfang an zugänglich für jeden – außer jene, für die man einen Dietrich braucht.

Blood Platinum

Für Assassin’s Creed Fans bietet die Trophäenliste von Assassin’s Creed Syndicate keine großartigen Überraschungen. Es gibt diesmal keine Online-Trophäen und wie üblich ist keine Trophäe verpassbar, da man Sequenzen jederzeit über das Menü wiederholen kann und auch nach Spielende London ein offener Spielplatz für den Spieler bleibt. Wie gewohnt muss man sein Spiel zu 100% durchspielen und somit in den Hauptmissionen alle optionalen Ziele erfüllen. Bei Nebenmissionen ist es nicht immer notwendig.

Ansonsten gibt es nur ein paar kleinere Spielereien, die man aus den Vorgängern gewohnt ist, wie vier Gegner gleichzeitig beeinflussen oder insgesamt fünfzig Attentate ausführen. Den Hauptanteil nehmen die obligatorischen Sammelaufgaben ein. Wie üblich gibt es viel zu viele davon, glücklicherweise wird man diesmal nicht direkt davon erschlagen, wenn man die Karte öffnet. Wenn man sich nach und nach Stadtteil für Stadtteil zurückerobert sind auch die Collectibles nicht allzu nervig.

Ein kleines Schmankerl ist das Umdrehen der Kutschen, sofern man kein Mitleid für digitale Tierchen empfindet. Hierzu muss man Kutschen aufs Dach stellen, indem man im vollen Lauf die vorgespannten Pferde erschießt. Traurig um die Tiere, aber witzig wie die Gefährte durch die Luft fliegen. Zum Glück wurden beim Spielen des Spiels keine echten Tiere verletzt. Zur Rache kann man sich auch auf sein Hottehü schwingen und sich ganze 5000 zerstörbare Objekte vornehmen.

Persönliches Fazit

Assassin's Creed Syndicate hat mich wirklich überrascht. Lange hatte ich nicht mehr so viel Spaß mit meinen Assassinen, wie mit Jacob und Evie Frye. Als großer Fan von Filmen wie Gangs of New York fühlte ich mich direkt wohl und auch wenn ich sonst immer kritisiert habe, wenn die Assassinen sich nicht für meine Verständnisse „assassinenhaft“ verhalten haben, finde ich fügt sich die Prügelei und das Rekrutieren von Gangmitgliedern perfekt in das Setting des viktorianischen Londons ein.

Zusätzlich fühlt sich Assassin's Creed wie das rundeste seiner Vorgänger an. Die Verbesserungen aus Unity wurden übernommen und mit Versatzstücken aus allen anderen Serienteilen verfeinert, wobei stets nur das Beste übernommen wurde. Hinzu kamen ein paar neue Features, die dem Spiel die endgültige Würze verliehen. Und dennoch leidet das Spiel an kleineren Krankheiten und daran, dass man sich langsam übersättigt fühlt. Wirklich frischen Wind, wie noch bei Black Flag, fühlt man kaum. Dennoch ist Syndicate für Fans ein Muss, aber auch für Neulinge der perfekte Einstieg.

8.0/10

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