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Deadpool im Test für die PS4: Wer braucht schon die vierte Wand?


Marloges
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Deadpool feierte kürzlich sein Comeback auf der PS4, doch leider nicht mit einem neuen Spiel, sondern mit einem Remaster der PS3 Version. Wenn ihr damals nicht zu dieser gegriffen habt, erfahrt ihr nun in unserem Test, ob sich die Anschaffung gelohnt hätte und ob ihr das nachholen solltet.

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SYSTEM: PLAYSTATION 4
VERTRIEB: Activision
ENTWICKLER: High Moon Studios
GENRE: Character Action
SPIELER 1
HDD mind. 6 GB
AUFLÖSUNG 720p, 1080i, 1080p
NETZWERKFUNKTIONEN Ja
NETZWERK-SPIELER -

 

Skript? Wer braucht schon ein Skript?

Das Spiel beginnt mit Deadpool, der entspannt vor seiner Glotze hängt und einen Anruf von dem Spieleentwickler bekommt, dem er vorgeschlagen hat, ein Spiel über sich zu machen. Er stimmt dem Plan zu, doch will dieser ihm ein Skript zuschicken. Skript? Das passt Deadpool gar nicht in den Kram und so verbringt er das Spiel über damit genau das zu tun, was ihm selbst in den Kram passt und ignoriert so nebenbei das komplette Drehbuch des Spiels...

Nachdem Deadpool seinen Schock über die Nachricht, dass er ein Skript bekommen soll überwunden hat, können wir ihn das erste Mal steuern. Dabei hören wir seine schizophrenen Gedanken welche sich miteinander unterhalten sowie streiten und er diskutiert freudig mit. Nun können wir seine Bude erkunden und allerlei verrückten Kram anstellen. Im Netz surfen, Pfannkuchen backen, Pizza essen, Bier trinken, natürlichen Bedürfnissen auf der Toilette nachgehen... Sowas halt. Hier bekommt man einen guten ersten Eindruck von seiner abgedrehten und komischen Persönlichkeit und lernt dabei auch die beiden Stimmen in seinem Kopf kennen.

Anschließend geht es auch direkt ins erste Level wo man zunächst ein Tutorial absolvieren muss in dem einen die Grundlagen des Gameplays erläutert werden. Deadpool hat zwar nicht wirklich Bock drauf, aber hey, ihr habt ihn ja unter Kontrolle. Nach dem Fazit "Knöpfe tun Dinge" geht es dann auch direkt in die erste Mission, in der ihr den Chef einer Fernsehfirma töten sollt... Wieso weiß keiner, denn das Skript wurde von Deadpool ja nach wenigen Sekunden zerstört. So beginnt dann die Zerstörungsorgie in Deadpools Suche nach einem Ziel und glaubt mir Leute, es wird jede Menge verrückter Scheiß passieren, auf den ihr euch freuen könnt.

 

 

Hacken und schnetzeln, lachen und... witzeln? Nein? Sorry.

Doch worum geht es in dem Spiel dann überhaupt wenn es keine Handlung gibt? Nun, auch wenn es kein Motiv dafür gibt, versucht Deadpool zunächst den Medien-Mogul zur Strecke zu bringen. Dabei rennt ihr durch das riesige Gebäude des Fernsehsenders und bringt Dutzende von schwer bewaffneten Soldaten zur Strecke. Wahrlich eine gut bewachte Fernsehstation. Mit euren zwei Klingen könnt ihr dabei leichte und schwere Angriffe ausführen, springen, teleportieren, ballern, Granaten werfen und Spezialangriffe ausführen. Nach und nach schaltet ihr dann durch Punkte, die ihr durchs Sammeln und Besiegen von Gegnern erhaltet, neue Waffen, Kombos und Attacken frei. So beginnt ihr zunächst mit zwei Schwertern und zwei Pistolen, habt aber gegen Ende ein ganzes Arsenal an Waffen, mit denen ihr die Gegnerwellen dezimieren könnt.

Das Ganze spielt sich wie ein klassisches Character-Actiongame wie man es noch aus PS2 Zeiten kennt. Lineare Level, Sprungpassagen die es mit Doppelsprung zu bewältigen gilt, versteckte Collectibles und Gegnermassen überall. Die Gegner besiegt ihr durch lange Kombos oder durch eure Schusswaffen während ihr mittels Teleport ausweicht oder auch kontert. Dabei regenerieren sich eure Leben ständig sobald ihr eine Weile nicht getroffen wurdet. Natürlich trefft ihr im Verlauf des Spiels auch auf Endgegner und es kommen ständig neue Gegnertypen hinzu. Unterhaltsam bleibt das Ganze vor allem durch die Bemerkungen von Deadpool selbst, der während der Kämpfe einfach nicht seinen Mund halten kann und ständig seine Kommentare abgibt. Und genau darin liegt eine der größten Stärken des Spiels, die grandiose Synchronisation von Nolan North, der mit seiner Stimme dem Humor wirklich die Würze verleiht. Englischkenntnisse helfen hier auch wirklich einige der Wortwitze zu verstehen, die in den deutschen Untertiteln nicht immer Sinn ergeben.

 

 

Promi-Auftritte und verrückte Locations

Damit euch die kaum vorhandene Handlung des Spiels nicht langweilt, wurden auch einige Promis aus dem Marvel-Universum ins Spiel gepackt, die stets mit Comicbildern kurz eingeführt werden, wenn ihr dies wollt. Natürlich aber nicht ohne Deadpools hämische Kommentare. Und hey, wenn euch der Umstand, dass Leute wie Wolverine, Rogue, Psylocke oder auch Mr. Sinister im Spiel sind alleine noch nicht begeistert, dann vielleicht dass ihr einem gewissen kleinen, haarigen Kanadier mit Adamantiumkrallen ein paar kräftige Ohrfeigen verpassen dürft, während er bewusstlos ist... und es gibt auch noch Brüste!

Zugegeben, der Großteil des Spiels findet in recht generischen öden Gebieten wie eben der Fernsehstation, Gefängnissen oder Kanalisationen statt, aber eurer Voranschreiten wird öfter mal mit verrückten Events belohnt wie zum Beispiel mit einer Passage in der das Budget nicht gereicht hat und ihr durch ein 8-Bit Level rennen müsst, das Spiel noch nicht fertig war und nachgepatcht werden muss, oder auch in einer Achterbahn wo ihr anschließend auf Horrorfiguren schießen müsst, weil ihr eine Seele in einen Stein schließen müsst, um eine Tür zu öffnen, oder so. Besonders herrlich sind dann solche Momente in denen es den Anschein gibt, es würde doch so etwas wie eine ernstzunehmende Story existieren und gerade eingeführt werden nur damit Deadpool mal wieder nicht zuhört und etwas völlig anderes macht, als das, was die Welt retten könnte.

 

 

Klasse Humor, aber sonst?

Ja, der Humor in dem Spiel ist wirklich genial, so genial dass dieser alleine einen Kauf rechtfertigen würde. Doch der Rest des Spiels ist leider nicht so der Knaller. Das Kampfsystem funktioniert zwar, jedoch besteht es letzendlich aus simplen Button-Mashing und die doofe K.I. ist nur dann eine Herausforderung, wenn sie einen mit ihrer Masse überrennen, oder eben wenn man auf der höchsten Stufe spielt und dort mit einem Schlag beinahe ins Gras beißt. Auch hilft es nicht wirklich, dass man kaum fünf Meter rennen kann ohne wieder sekundenlang auf Gegner einzuschlagen bis diese sterben. Durch die freischaltbaren Waffen und Fähigkeiten hat man zwar durchaus Motivation Neues auszuprobieren, doch ein gutes Kampfsystem sieht leider anders aus. Nach einer Weile fühlen sich die Kämpfe nur noch wie Arbeit an, die man erledigen möchte um mit den nächsten Gags belohnt zu werden. Etwas verschwendetes Potenzial leider, besonders da es Genre-Kollegen wie Batman oder Spiderman schon besser gemacht haben.

Auch das Leveldesign und die Grafik an sich wirken etwas altbacken. Während man sich von einem PS3 Spiel + Lizenzspiel natürlich nicht die Traumgrafik erhoffen kann, hätte man durchaus abwechslungsreichere Level erstellen können, besonders in einem Spiel wie diesem, in dem es keine Regeln gibt. Jedoch wirkt das meiste ziemlich langweilig und uninspiriert. Genau wie die Kämpfe, bieten die Level nicht wirklich viel Spannendes und die simplen Sprung/Teleportations-Passagen fühlen sich nicht nach mehr a,n als simples Füllmaterial zwischen den Humoreinlagen auf die man ständig wartet. Jedoch wartet man auf diese zum Glück nie sonderlich lang, sondern wird gut bei Laune gehalten. Insgesamt kann man sagen, dass es sich um ein recht durchschnittliches Spiel handelt was Technik und Gameplay angeht, doch durch den Humor des Spiels wird das Ganze um einiges aufgewertet.

 

 

Deadpool will, dass ihr euch das Spiel kauft!

Doch was dieser Typ will, interessiert hier nicht. Deadpool ist leider nicht das längste Spiel. Nach etwa 6 Stunden könnt ihr auch schon den Abspann betrachten und abgesehen von einem Herausforderungsmodus, der nichts weiter als simples Metzeln durch Gegnerwellen ohne zusätzliche Bedinungen oder Ähnlichem bietet das Spiel auch nicht mehr. Ihr könnt natürlich noch einen weiteren Run auf der höchsten Stufe starten (der schon zu Anfang freigeschaltet und ziemlich fordernd ist) oder den Rest der Upgrades und Waffen freischalten aber wirklicher Wiederspielwert ist nicht gegeben.

Jedoch sind diese sechs Stunden durchgängig sehr unterhaltsam und wenn ihr es schaffen solltet das Spiel durchzumachen ohne zu lachen oder wenigstens ständig zu schmunzeln zíehe ich meinen imaginären Hut vor euch. Die vierte Wand ist non-existent, die zwei Stimmen in Deadpools Kopf sorgen für einige lustige Kommentare, Deadpools ganzes Verhalten und alles was in diesem Spiel so vor sich geht ist mega random und teilweise auch total zum Fremdschämen und alles in allem verursacht das Spiel sehr gute Laune.

 

 

Trophy-Check:

Die Platintrophäe in Deadpool ist ziemlich schnell erreicht, jedoch auch nicht geschenkt. Der höchste Schwierigkeitsgrad wirft euch Gegner entgegen die sehr viel aushalten und teilweise euren kompletten Lebensbalken mit einem Angriff oder einer Salve ihrer Waffe leeren können. Ihr könnt den Schwierigkeitsgrad sofort im ersten Run ohne Upgrades starten und euch somit einen zweiten Durchgang sparen oder erstmal das Spiel kennenlernen, Upgrades sammeln und das Spiel genießen. Jedoch achtet beim Durchspielen auf jeden Fall auf die ganzen verpassbaren Trophäen, denn an vielen Stellen müsst ihr bestimmte Sachen erledigen. Dank der Kapitelauswahl ist es aber auch nicht tragisch, wenn ihr mal etwas verpassen solltet.

Abgesehen von dem Run auf der höchsten Stufe und Kleinkram den man nebenbei erledigen muss ist vor allem die 300er-Kombo eine Herausforderung. Ansonsten muss man nur noch die Gegnerwellen im Herausforderungsmodus bewältigen und erhält auch schon seine Platin. Die Schwierigkeit liegt dabei etwa im 5er-Bereich und der Zeitaufwand hängt stark davon ab ob man direkt den Durchgang auf der höchsten Stufe startet, oder nicht. Im groben Rahmen bewegt sich der Aufwand zwischen 15-25 Stunden.

 

 

Persönliches Fazit

Als jemand der Character-Actionspiele sehr gerne mag und von 4th-wall-breaking-Witzen nie genug bekommen kann, hatte ich eine Menge Spaß mit dem Spiel. Die kurze Dauer und das eher mäßige Gameplay lassen mich bei einer Kaufempfehlung allerdings zögern. Wenn ihr den Charakter Deadpool mögt und das Spiel irgendwie günstig bekommen könnt, würde ich euch auf jeden Fall raten es euch zuzulegen, doch für den Vollpreis ist es vielleicht doch zu arm an Umfang. Auch weiß ich nicht ob der Humor jedem liegt, ihr müsst euch eben auf einen Charakter einlassen der jederzeit weiß dass er Protagonist eines Videospiels ist und zu keiner Zeit vorhat, der Handlung dieses Spiels zu folgen. Klingt dies für euch lustig, ist der Humor mit ziemlicher Sicherheit auch euer Ding und ihr müsst nur abwägen, ob ihr mit einem recht altbackenem Gameplay und nicht der aktuellsten Grafik leben könnt. Allerdings ist beides zumindest solide und da der Fokus wirklich auf dem Wortwitz und dem Durchbrechen der vierten Wand liegt, kann man locker darüber hinwegsehen.

7/1

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