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Toren im Test für die PS4 - Die Einsame Frau und der Drache


Realmatze
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Die Indie-Szene überschlägt sich. Jede Woche sprießen neue Titel aus dem Boden. Doch wer Indie mit Pixelspielchen gleichsetzt wird feststellen, dass die Szene sich weiterentwickelt hat. Nachdem schon Never Alone mit hübschen Bildern, romantischer Stimmung und eisiger Atmosphäre überzeugen konnte, versuchen die Entwickler Swordtales mit ihrem Erstlingswerk Toren unter dem Indie-Publisher Versus Evil gleichzuziehen. Ob dies gelingt, erfahrt ihr in unserem Test.

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SYSTEM: PLAYSTATION 4
VERTRIEB: Versus Evil LLC
ENTWICKLER: Swordtales
GENRE: Fantasy Adventure
SPIELER: 1
HDD: mind. 2,4 GB
AUFLÖSUNG: 720p
NETZWERKFUNKTIONEN: Nein
NETZWERK-SPIELER: -

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Kleine Frau ganz groß

In Toren begleitet man den Lebensweg des Moonchilds. Vielleicht fühlt sich der Eine oder Andere bei diesen Worten an Fallout 3 erinnert, denn man beginnt als Säugling, lernt Krabbeln und die ersten Tapse-Schritte bis man dann schließlich groß genug ist um ein Schwert auf den Schultern zu tragen. Doch im Gegensatz zu Fallout ist die Welt von Toren schön bunt. Während man nämlich den großen, alten Turm besteigt, wächst der Baum des Lebens unaufhörlich weiter und man wird ihn immer wieder nutzen, um eine neue Ebene zu erreichen.

Einige Teile des Spiels werden auch in Traumsequenzen erzählt. Hier betritt man die unterschiedlichsten Welten und erfährt mehr über die Vergangenheit der Welt von Toren. Manche geben sogar Hinweise darauf, wie man in der echten Welt Rätsel lösen oder Aktionen ausführen kann. Doch stets behält man das Ziel im Auge: Den Turm erklimmen und den Drachen töten.

Sterben und wiedergeboren werden ist hierbei fester Bestandteil der Handlung und so bleibt Scheitern vollkommen ohne Konsequenz. Blutlachen dienen als Checkpoints und alle Rätsel, die man seit dem letzten Checkpoint gelöst hat, bleiben vollendet. Dennoch gibt es hier und da einen kleinen Ah-ha!-Moment, der an dieser Stelle einmal unerwähnt bleibt.

 

 

Verstärkungen? Wer braucht Verstärkungen?

Während man in Toren vollkommen wehrlos beginnt, findet man nach kurzer Zeit bereits ein Schwert um sich zu verteidigen. Optional kann man auch ein Kettenhemd finden, welches erlittenen physischen sowie eine Maske, welche erlittenen magischen Schaden reduziert. Bei all dem ganzen Spaß denkt man sich nur eines: Wozu das Ganze?

In der Welt gibt es neben dem fiesen Drachen nur zwei Gegnertypen. Kleine fiese dunkle Bälle, die an die Bomber aus Final Fantasy erinnern und Magier, die in engen Gassen lauern. Die kleinen Kugeln verfolgen den Spieler sogar, allerdings sind sie sehr rar gesät und da man schneller als sie ist, ist es viel effektiver einfach zwischen ihnen hindurch zu rennen. Und die Magier? Nun ja diese folgen einer festen Route und beachten das Moonchild nicht einmal. Es hätten auch Kugeln sein können, die immer von links nach rechts und zurück rollen.

Der Drache selbst wehrt sich auch nicht, was die Rüstung vollkommen überflüssig macht. Alles was er kann sind zwei Angriffsmuster: Mit den Flügel flattern, wodurch Moonchild zurückgeschleudert wird wenn sie sich nicht irgendwo festhält und einen Ring schwarzer Magie abfeuern, der zum einen sehr langsam ist und zum anderen nur gefährlich, wenn man das Schwert nicht trägt. Und dann heißt es sowieso Game Over.

Rätsel auf Vorschulniveau

Wenn es schon nicht zu Kämpfen kommt, wie sieht es denn mit den Rätseln aus? Fordernde Sprungpassagen, Schalterrätsel oder etwa echte Kopfnüsse? Nein. Toren bietet nichts davon. Es gibt zwar Rätsel, diese beschränken sich aber aufs Fackeln anzünden (ohne Zeitlimit), Spuren mit Salz nachzeichnen (ohne Salzlimit) oder sich an Statuen festhalten um nicht davon geweht zu werden bzw. nicht versteinert zu werden.

Alle Rätsel sind in wenigen Sekunden im Kopf geknackt und werden lediglich durch geringes Lauftempo sowie langes Abwarten gestreckt. Man wird nicht einmal dazu animiert um die Ecke zu denken, denn alles was man braucht ist stets in Reichweite. Einen anderen Weg einzuschlagen fällt ebenso flach. Nur an zwei Stellen muss man mal zurücklaufen, um optionale Gegenstände einzusammeln, da man nun entweder stark genug ist oder das benötigte Wissen hat. Wirklich notwendig ist das aber auch nicht.

Harte Kanten, weicher Kern

Eines muss man Toren dennoch lassen: hübsch ist es. Von farbenfrohen Gräsern, über dunkle Höhlen, bis hin zu eisigen Höhen ist alles dabei und trägt hervorragend zur Stimmung des Spiels bei. Unterstrichen wird die Atmosphäre von den passenden Lichteffekten und die musikalische Untermalung ist stets passend. Diese birgt aber auch ihre Tücken.

Aus irgendeinem Grund ist diese nämlich meist zu laut. Wie in einem Hollywood Actionfilm übertönt die Hintergrundmusik das Gesprochene und auch wenn es sich um eine Fantasysprache handelt, möchte man doch gern auch einmal die mysteriöse Stimme des alten Mannes hören, der bei Toren als Erzähler dient.

Wenn ihr nun allerdings eine grafische Offenbarung erwartet, dann muss ich euch leider enttäuschen. Für einen Indie-Titel ist Toren wirklich hübsch, allerdings nicht annähernd auf aktuellem Stand. Grobe Texturen und harte Kanten paaren sich mit eckigen Stellen, die eigentlich rund sein sollten und überhaupt ist alles in einem eher comicartigen Look gehalten.

Daran hapert‘s noch

Neben den grafischen Schwächen leidet das Spiel unter kleineren spielerischen Fehlerchen, die das Gesamtbild allerdings kaum merklich trüben. Manchmal läuft man etwas in der Luft wenn man gerade schmale Kanten überquert, mal versinken die Füße in Treppenstufen oder kleinen Felsen. Außerdem kann es passieren, dass man einmal für ein paar Sekunden auf der Stelle feststeckt.

Etwas nerviger ist die Kameraführung. Diese ist nur semi-manuell. Man kann sich zwar immer ein wenig umschauen, ist aber stets auf die automatische Einstellung der festen Kameraperspektive angewiesen. Zudem ist die Sprungsteuerung manchmal etwas ungenau und so springt man hier und da auch mal vorbei, allerdings sind die Hüpfpassagen so einfach, dass man sich schon Mühe geben muss, etwas falsch zu machen.

Den größten Fehler machen die Entwickler wohl an der Stelle, wo man sein Schwert verstärken kann. Das macht die ohnehin schon einfachen Rätsel um ein Vielfaches leichter, was aber auch überflüssige Laufwege einspart. Daher sind die Upgrades Fluch und Segen: Man kann das Spiel locker in unter zwei Stunden beenden.

Eine schnelle 100% zum mitnehmen bitte

Ihr mögt Fastfood? Ihr mögt Fast-Trophies? Ihr mögt es allgemein sehr „fast“? Dann werft einen Blick auf Toren. Nicht nur, dass man das Spiel locker in zwei Stunden beendet hat, man kann auch genauso schnell eine neue 100% zu seiner Sammlung hinzufügen. Man muss sich schon Mühe geben um hier und da eine Trophäe zu übersehen. Doch selbst ohne Leitfaden ist die Trophäenliste sehr leicht abzuarbeiten.

Einziger Wermutstropfen: in Toren gibt es keine Platintrophäe. Mit einer Goldtrophäe, vier silbernen und sieben bronzenen Trophäen wird das Spiel bei den meisten nicht viel zur Gesamtsammlung beitragen, dennoch wissen wir ja – jede Trophäe zählt.

Persönliches Fazit

Die ersten Trailer von Toren haben mich sehr angesprochen. Die Optik, das Setting und die Grundidee den Weg einer Frau vom Säugling bis zum Erwachsenen zu verfolgen sollten vielversprechend sein. So bietet das Spiel auch Jump’n Run Passagen und kleine Rätseleinlagen gepaart mit Kämpfen gegen einen mächtigen Drachen der alles zu Stein werden lassen kann. Was kann da noch schiefgehen?

Nun, bei aller Liebe, Toren kann passieren. Obwohl die Geschichte echt niedlich ist, bietet sie nicht allzu viel Tiefgang, auch wenn sie das anscheinend gern wollte. Dazu dann noch das Gameplay welches absolut null Anspruch hat... sieht man sich Never Alone oder Journey an glaubt man zwar, dass es dem nicht bedarf, aber Toren enttäuscht hier auf ganzer Linie. Und am Ende weiß ich noch immer nicht, ob der Drache absichtlich so niedlich war, oder dies dem Grafikstil geschuldet ist.

5.0/10

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