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Test: Asura’s Wrath (PS3)


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Asura, Halbgott, einer der Acht Generäle und Schützer der Welt ist Protagonist des neuen Titels aus dem Hause Capcom. Mutig, stark und etwas dickköpfig kämpft er an der Seite seiner Mitstreiter um die Gomah, die Unreinen Kreaturen zu bekämpfen, die die Menschheit seit jeher bedrohen. Doch etwas ist anders, als er den Kaiser aufsucht. Blutend bricht dieser in Asura’s Armen zusammen. Schnell wird ihm klar, dass es sich um eine Verschwörung handeln muss. Als auch seine Frau getötet und seine Tochter entführt wird, lodert die Wut bereits in ihm. Doch er wird aus dem Himmel verbannt und scheint verloren. Niemand rechnet damit, dass er 12.000 Jahre wieder zurückkehren wird um Rache zu nehmen. Rache an denen, die ihn hintergangen haben. Rache, an den Mördern seiner Frau und Rache für den größten Verlust, den ein Vater erleiden könnte. Ob Asura’s Rachefeldzug spektakulär inszeniert ist und ob er auch spielerisch überzeugen kann, erfahrt ihr in unserem Test.

 


Halbgöttliche Kunst

Die Grafik von Asura's Wrath ist sehr speziell. Anstatt auf realistische Details oder auf Comichafte Optik zu pochen, schlägt das Spiel einen eher malerischen Weg ein. Die Figuren sehen aus wie mit dem Pinsel gezeichnet und wirken, als wären sie direkt einem Gemälde entsprungen. Hautoberflächen sehen nicht wie gewohnt glatt oder Porös aus, sondern man erkennt einzelne Pinselstriche was außerordentlich gut den Stil des Spiels unterstreicht. Zudem gibt es viele Artworks und Concept Arts, die sich sowohl in einer Galerie betrachtet als auch in Einblendungen während des Spiels wiederfinden lassen.  

Doch bringt jedes Licht auch einen Schatten mit sich. Neben leichtem Tearing und Kantenflimmern fällt vor allem auf, wie sich Texturen nach und nach aufbauen. Besonders in Videosequenzen wirkt es doch eher störend, wenn der Untergrund zunächst eine braune Masse ist, auf der sich Steine, Graß und Unebenheiten wie ein Überzug bilden, der sich langsam über das Bild bewegt. Und auch Schatten flimmern und tänzeln über das Bild, selbst wenn die Charaktere still stehen.

 

Anime zum Anfassen

Der jedoch wichtigste Stil des Spiels ist keineswegs die Grafik, sondern das Gesamte drum herum. Fans der japanischen Zeichentrickkultur werden direkt Assoziationen zu ihren Lieblingsanimes wiederentdecken können. Neben der sehr überzogenen Action und Anleihen an eben jene japanischen Serien ist das Spiel selbst eine Episodenhafte Serie mit allen Vor- und Nachteilen die eben dies mit sich bringt.

Zunächst ist das gesamte Spiel in einzelne Episoden aufgeteilt, die zum Einen einen eigenen kurzen Handlungsstrang verfolgen und zum Anderen endet mit einem Cliffhänger, der den Spieler motiviert direkt die nächste Episode zu starten. Leider nimmt dieser Episodenhafte Aufbau auch ein wenig fahrt aus der Action, da der Spieler sich durch diverse Freischaltungsbildschirme, Bewertungen und Ladezeiten klicken muss. Zudem kommt des Öfteren ein Vorspann auf die nächste Folge oder sogar am Anfang der Episode auf die Episode direkt.

Aber auch während der Episoden kommt es zu kurzen Pausen, in welchen Bilder gezeigt werden die bei Animes die Werbung einleiten und ausklingen lassen. Das trägt zwar zum Charme des Spiels bei und verleiht ihm noch mehr Animecharakter, aber leider folgen danach leider zu häufig die Selben Sequenzen noch einmal, welche zwar bei Serien nach zehn Minuten Werbepause durchaus Sinn machen um den Zuschauer wieder leichter in die Handlung einsteigen zu lassen, jedoch beim Spiel ist es eher lästig wenn die Sequenz erst drei Sekunden her ist.

 

Videospiel zum anschauen

Bei all den Versuchen das Spiel an den japanischen Anime anzupassen scheint den Entwicklern jedoch ein wenig der Sinn für das wesentliche verloren gegangen zu sein. Man bekommt nur sehr selten die Möglichkeit selbst Hand anzulegen. Eine Episode dauert zwischen 15 und 20 Minuten, Ladezeiten mit einbezogen. Der wirkliche Spielanteil liegt jedoch bei 3 bis 5 Minuten. Und das beschränkt sich dann meist auf Kämpfe. Herumlaufen ist eher selten. Gegen Ende des Spiels kommen solche Szenen dann doch, diese sind aber nur wenige Sekunden kurz, wodurch der Übergang von Film auf Spiel länger dauert, als das Laufen selbst und der Spieler genauso gut auf die zwei Sekunden Spielzeit verzichten könnte. Die Story ist dabei so umfangreich, dass nicht einmal alles in die Videosequenzen und der Spieler zwischen den Episoden sich in einem so genannten Zwischenspiel eine kurze Zusammenfassung der weiteren Ereignisse durchlesen darf.

 

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Buttonmashing die Erste

Bekommt man dann endlich die Kontrolle über den Helden, so darf man auch direkt mit dem Kämpfen loslegen. Asura verfügt über drei verschiedene Angriffsmöglichkeiten. Normales Zuschlagen, Hartes Zuschlagen und sogar mit den Fäusten schießen. Klingt einfach, ist es auch. Die meisten Gegner lassen sich durch einfaches Hämmern auf die Kreistaste besiegen, während größere Gegner auf Distanz gehalten werden und man zwischen dem Schießen nur für kurze Quick Time Events die Taste loslässt. Am Ende läuft es jedoch jedes Mal darauf hinaus, die Wutanzeige zu füllen und so ein weiteres Quick Time Event auszulösen um den Gegner zu besiegen.

Eine andere Art des Kämpfens findet auch gelegentlich statt. Hierbei fällt, läuft oder fliegt Asura selbstständig während der Spieler die Schießentaste gedrückt hält und mit dem Fadenkreuz möglichst viele Ziele anvisiert um Automatische Schüsse mit der Dreiecktaste auszulösen, die in normalen Kämpfen die harten Schläge auslöst. Ausweichen ist oft nicht nötig oder gar nicht möglich, da der Bildschirm allzu oft vollkommen Effektüberladen ist und man Explosionen von gegnerischen Angriffen nicht mehr unterscheiden kann.

 

Buttonmashing die Zweite

Neben den Kämpfen selbst gibt es auch ein paar Quick Time Events die es zu lösen gilt. Diese treten im Kampf auf im Sinne von Konterangriffen auf, oder auch während der vielen Videosequenzen. Meist ist es nur ein einziger Tastendruck, beim Konter ist es entweder die Kreis- oder die Dreiecktaste, in den Videosequenzen tritt in seltenen Fällen auch die Kreuztaste auf.

Wirklich störend sind diese nicht, doch allzu oft treten Momente auf, in welchen man wie verrückt auf die Kreistaste hämmern muss. Und als ob dies nicht schlimm genug ist, gibt es sehr häufig Momente, in welchen man nicht gewinnen kann. Kurz bevor der Balken voll ist, wandert der Strich wieder ein ganzes Stück zurück, weil die Story es einfach nicht vorsieht an dieser Stelle zu siegen und der Spieler kommt sich leicht veräppelt vor. Noch frustrierender ist, wenn auf das schnelle Hämmern plötzlich eine andere Taste folgt, die dann gern verfehlt wird weil man noch zu sehr damit beschäftigt ist, die bequemste Position des Controllers zu finden weil man das Gefühl hat, dass einem der Daumen gleich abfällt.

Außerdem ist zu den vielen Quick Time Events zu sagen, dass das Lösen dieser in den meisten Fällen irrelevant sind. Das rechtzeitige Drücken oder Verfehlen wirkt sich lediglich auf die Endstatistik aus und Spieler, die mehr an der Story als an ihren Erfolgen interessiert sind können sich während der Sequenzen gemütlich zurücklehnen und brauchen nicht gleich aufzuspringen, wenn eine Taste angezeigt wird.

 

Schneller, größer, besser

Die Entwickler von Asura’s Wrath haben sich genau in ihrem Umfeld umgesehen und man merkt sofort, was sie ihren Genrekollegen voraushaben wollen: Die Gegner müssen noch größer, noch stärker und noch eindrucksvoller sein als alles je dagewesene. Doch nicht nur die anderen Spiele wollen übertroffen werden, auch die Gegner im Spiel selbst müssen im Verlauf sich immer wieder selbst übertreffen. So besitzt bereits der erste große Gegner mehrere Phasen, in welchen er immer größer und mächtiger wird, bis er letztendlich so groß wie die Sonne ist und mit einem Finger ganze Kontinente bedecken kann. Folgende Gegner können zwar nicht mit der Größe mithalten, stattdessen sind die Kämpfe an außergewöhnlichen Orten wie zum Beispiel auf dem Mond oder im Erdkern oder die Gegner sind schneller oder ihre Attacken sind mächtiger.

Leider hat dieser Übertreffens-Wahnsinn auch seine Nachteile. Während die Kämpfe faszinierend inszeniert sind, sind sie in der Ausführung oft belanglos und öde. Der eingangs erwähnte Gegner wird beispielsweise mit einem einfachen Tastendruck erledigt, oder Kämpfe ziehen sich künstlich in die Länge ohne Abwechslung zu bieten. Dafür hat das Spiel keine Probleme damit, dass sich die Gegner zu oft wiederholen. Da man pro Episode nur ein bis maximal zweimal das Pad in die Hand bekommt, beschränken sich die Kämpfe fast auf die Bosskämpfe. Diese laufen zwar stets nach Schema F ab, jedoch braucht man im Verlauf des Spiels jedes Mal einen Moment, um den Gegner zu studieren.

 

Fazit

Asura’s Wrath ist wirklich ein ganz besonderes Spiel. Es ist anders und hat einen ganz eigenen Stil, der auch einen gewissen Charme ausmacht. Leider ist nicht alles was anders ist, zwangsläufig auch gut. Bei all dem Effektgewitter und der Masse an Videosequenzen hat CyberConnect2 vergessen, dass man dem Spieler auch was zum Spielen geben muss. Zudem ist das Spiel so vollgepackt mit Logik- Gedanken- und Zeitsprüngen dass es dem westlichen Gehirn zu viel werden kann und man einfach abschaltet und sich von der Action mitreißen lässt ohne den Versuch zu verstehen, warum das so ist wie es ist.

Wer sich nur für die Story interessiert, der kann hier zugreifen denn davon wird eine ganze Menge geboten. Leider muss man auch dazu sagen, dass sie teilweise genauso belanglos ist, wie sie auch bombastisch in Szene gesetzt ist. Für Komplettisten bietet Asura’s Wrath die Herausforderung jede Episode mit einem S-Rang abzuschließen und eine geheime Episode wartet auf diejenigen, die fünf davon mit einem solchen Rang beenden oder auch verschiedene freischaltbare Lebensanzeigen, die unterschiedliche Effekte hervorrufen. Am Ende ist Asura’s Wrath jedoch leider mehr Film als Spiel und sollten die Entwickler jemals Asura erneut in die Schlacht schicken, so wäre es schön wenn der Spieler die Geschichte selber spielen könnte, statt nur passiver Zuschauer zu sein.

 

6/10

     

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