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Test: The Guided Fate Paradox im Test für die PlayStation 3: Einmal Gott spielen


Realmatze
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Nippon Ichi Software hat mal wieder zugeschlagen. Die Entwickler, die hauptsächlich für ihre Disgaea Reihe bekannt sind, haben einen neuen Titel veröffentlicht, welcher auf den Namen The Guided Fate Paradox hört und auf den ersten Blick wie ein weiteres Disgaea Spiel wirkt, sich doch auf den zweiten Blick wiederum ganz anders entpuppt. Worum es sich dabei handelt und ob NIS wieder einen kleinen Geheimtipp erschaffen hat, erfahrt ihr in unserem Test.

 

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Darf ich vorstellen: Renya. Student, Loser, Gott.

Die Geschichte von The Guided Fate Paradox beginnt recht Anime-typisch. Ein Junge namens Renya erzählt von seinem tristen, ereignislosen Leben. Er hat nie etwas Besonderes erlebt, geschweige denn gewonnen. Deshalb denkt er sich auch nichts dabei, als er zu seinen Einkäufen ein Lotterielos erhält, welches er seiner Schwester schenken möchte.  

Doch dazu kommt er nicht, als eine junge Frau ihn zur Teilnahme an einer Tombola zwingt, die er auch prompt gewinnt. Während er noch immer nicht fassen kann, etwas gewonnen zu haben, erklärt die junge Frau ihm, dass er nun Gott sei und sie einer seiner Engel. Und ehe er auch nur darauf reagieren kann, sind sie auch schon im Himmel und er wird den anderen Engeln vorgestellt. Renya kann sein Glück kaum fassen und während er die Kurven seiner neuen Untertanen noch begafft fangen diese auch schon an ihn zu umschwärmen.  

Wie sollte es anders sein, bleibt jedoch wenig Zeit für die schönen Dinge im Leben und Renya muss sich den Aufgaben eines Gottes widmen: dem Erfüllen von Herzenswünschen und Gebeten. Das ist natürlich nicht so einfach, wie man es sich vorstellt, so muss er doch selbst herausfinden, wer der Betende ist und was er sich wünscht. So richtig verrückt wird es dann erst, wenn es sich um Wünsche von Märchenfiguren oder gar Zombies handelt. Da kann auch schonmal ein Gott seine Nerven verlieren.

 

The Random Generated Otherworld

Um die Gebete der Gläubigen zu erhören muss Gott Reyna sich in The Guided Fate Paradox in eine Maschine begeben, um in die Otherworld zu gelangen. Dies ist ein im übertragenen Sinne bildlich kreiertes Abbild der echten Welt, in der Gott mit den relevanten Personen und ihren Wünschen interagieren kann. Um das Schicksal zu verändern werden ihm allerdings Steine in den Weg gelegt in Form von Monstern, Fallen und den Dickschädeln der Betenden selbst.

Diese Räume sind auch ein Test, um die Fähigkeiten des neuen Gottes zu testen, denn die Engel (natürlich nur die männlichen) sind misstrauisch, doch Renya hat etwas Besonderes an sich und scheint der Auserwählte zu sein. Wenn nicht, dann wird er einfach von Misery gefressen und ein neuer muss die Tombola gewinnen. Hier kommt dann das eigentliche Spiel zustande. Der Spieler übernimmt die Rolle des Protagonisten und bekommt einen Begleiter zur Seite gestellt, der ihm im Kampf hilft.

Dann bewegt man sich von Etage zu Etage und schlägt sich rundenbasiert mit Monstern herum, während man sich auf dem Schachbrett hin und her bewegt und hofft, nicht gleich eine Falle auszulösen. Denn wer scheitert, verliert alles. Ähnlich wie in Demon’s Souls wird man auch in diesem Rouge-like RPG zurück in den Hub geworfen und verliert sein Hab und Gut – selbst die Waffen und Rüstungen, die man mit Mühe und Not zusammengeschustert hat. Und weil das nicht ganz ohne Stress verbunden ist, wird jeder Zug gründlich durchdacht.

 

Ihr lernt es NIS

Wie üblich kommen die Nippon Ichi Software Titel nicht in deutscher Sprache daher. Da dieses wie gewohnt sehr textlastig ist, werden Sprachmuffel mit diesem Spiel enorme Probleme bekommen. Nicht nur, dass die Geschichte so verrückt abgedreht ist, auch das Spielprinzip ist so komplex, dass es nicht ohne Massen an Tutorial und Erklärungen auskommt. Wer dabei nichts versteht, wird einige WTF-Momente haben, aber eher negativer Natur.

Freunde der japanischen Kultur wiederrum können sich freuen, denn das Spiel kommt Bilingual. Will heißen, man kann die Sprache von Englisch auf Japanisch umstellen. Betreffen tut dies allerdings nur die gesprochene, nicht die geschriebene Sprache.

 

 

PS3 oder PSone?

Das Intro wie auch die Charakterbilder von The Guided Fate Paradox sind im schicken und NIS-typischen Animelook gehalten. Also Ersteindruck schonmal gut. Dann kommen die Overworld-Sprites, also die Charaktergrafiken im Spiel. Und die sehen teilweise doch aus wie unter aller Kanone. Hochskaliert und pixelig, als wären sie für eine Hardware geschaffen, die aus dem letzten Jahrtausend stammt. Ohne Witz sieht es so aus, als würde das Spiel auf der ersten PlayStation laufen. Natürlich gewöhnt man sich schnell daran, aber es ist oft der erste Eindruck der zählt.

Und der wird geradezu von den Bewegungsanimationen zerstört. Dass man sich im HUB nicht schachbrettartig vorwärtsbewegt wie in den Dungeons war sicherlich nicht die beste Entscheidung. Dadurch bewegen sich Renyas Beine langsamer, als die Figur selbst. Etwa wie in den ersten grafischen Browsergames oder als würde man in einem Gameboy Rollenspiel über Eis rutschen. Vielleicht ist es eine gewollte Entscheidung gewesen, vielleicht soll es auch eine bestimmte Generation von Nostalgikern ansprechen, doch leider wirkt es dadurch schwammig und sieht einfach lächerlich aus.

Ansonsten gibt es aber nicht viel zu bemängeln. Im Dungeon ist alles so, wie es sein soll. Eine isometrische Perspektive verschafft den Gewissen Überblick und die Hintergrunddesigns sehen echt schick aus, auch wenn es sich dabei nur um einfache Bilder handelt. Die Kampfanimationen passen auch sehr gut ins Spiel und sind oftmals gewollt komisch. Da wäre zum Beispiel das Ausrüstungsteil Panzer, welcher beim Angriff auf den Gegner springt und dann die Räder durchdrehen lässt. Schade nur, dass es keine Ausweichanimation gibt. Man kassiert zwar keine Schadenspunkte, wird jedoch eindeutig von einer Attacke getroffen.

 

Komplexiziert

Diese Art von Wortkreation aus den Worten Komplexität und Kompliziert nennt man im deutschen liebevoll Kofferwort, doch da wir uns hier nicht in der Schule befinden, lassen wir das Thema lieber. Es soll lediglich zum Ausdruck bringen, wie komplex das Spiel ist und dadurch nur unglaublich kompliziert und unübersichtlich wird, sofern man sich nicht intensiv damit befasst. Nehmen wir mal das Beispiel der Ausrüstung.

Legt man sich eine Waffe (oder ein anderes beliebiges Rüstungsteil) an, so gibt es einen Statusboost, man erhält mehr Angriffskraft. Außerdem kann man so eine Spezialfähigkeit erhalten. Diese Spezialfähigkeit verbraucht SP. Um diese wieder aufzufüllen verbraucht man En. En verbraucht sich allerdings auch, um die HP wieder herzustellen und man verbraucht En über die Zeit, da man Hunger bekommt. Somit sollte man lieber etwas sparsam sein, oder genug zu essen mitnehmen. Allerdings gelangt die Waffe in den Burst Modus, wenn man sie häufig benutzt, damit kann man sie beim Schmied verstärken.

Stirbt die Figur mit der angelegten Waffe, so ist diese verloren. Man kann sie natürlich auch zu Hause aufbewahren, da bringt sie aber nix. Oder man nutzt sie als Divine Equipment, dann kann man sie im Kampf rufen. Allerdings ist die Anzahl der Aufrufungen beschränkt, aber sie gelangt so schneller in den Burst Modus. Und wenn man will, kann man ihr sogar einen Nicknamen geben. Wenn das zu einfach war, dann wartet mal ab, was der Unterschied zwischen Charakterlevel und Total Level ist, oder das Divinigram, in welchem man Modifizierungen vornimmt, um seinen Status anzupassen und Fähigkeiten erlernen, welche allerdings nur genutzt werden können, wenn genug Statuskarten vorhanden sind, die dann durch diese Fähigkeit wieder annuliert werden. Puh, das muss man erst mal sacken lassen.

 

Wir sind ja schließlich eine Trophäencommunity

Der erste Blick in die Trophäenliste verrät, dass es nicht sehr viel verrät. Abgesehen von der Platintrophäe sind alle Trophäen ausnahmslos versteckt, sieht man mal von der ab, die man vermutlich bereits vorher erhalten hat, weil man dazu nur das Spiel starten muss. Dass die Trophäen kein Zuckerschlecken sind verrät dann spätestens die Community. Neben einer ganzen Menge einfacher Trophäen, die im Laufe des Spiels automatisch kommen, gibt es dann noch „lustige“ Zufallstrophäen, die allerdings nicht so das Problem darstellen sollten.

Nerven sind dann eher gefragt bei so Sachen wie „Deponiere X Geld in der Bank“ oder auch „Sammle alle Gegenstände“ oder weshalb denn nicht die Schwierigen Sachen wie Extra oder Martial Arts Dungeon? Oder auch das einfache Durchspielen des Spiels, was sich für ungeübte Spieler als gar nicht so einfach herausstellen dürfte. Wer also Zeit und Geduld übrig hat, sollte auch in The Guided Fate Paradox die Platin schaffen.

 

Fazit

The Guided Fate Paradox ist sicherlich nicht der hellste Stern am Spielehimmel. Ein rundenbasierter Dungeoncrawler, der aufgrund seiner Rouge-like Art eine Menge Hürden für den Spieler bereithält. Außerdem leidet das Spiel an großen optischen Mankos, die gerade Grafikfetischisten auf die Füße, pardon Augen, fallen werden.

Andererseits bietet das Spiel einen urkomischen und typischen Animehumor der besonders Fans ansprechen sollte und wer auf Herausforderungen steht und mit herben Rückschlägen klarkommt, sich sogar von ihnen motivieren lässt, kann mit dem Spiel eine Menge Spaß haben. Denn hinter der Fassade steckt ein knallhartes Rollenspiel was nur unfair wird, wenn man sich zu kopflos ins Abenteuer stürzt.

 

7.5/10

     

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