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Test: Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels für die PS3: Nackter Prinz auf Umwegen in der Hölle


Realmatze
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Die Hölle ist in Aufruhr. Der König ist tot, lang lebe der König. Doch Prinz Ash, der einzige Thronerbe wird beim Kuscheln mit seiner Lieblingsente, dem Ducktator, in der Badewanne erwischt. Um diese peinlichen Neuigkeiten zu verschleiern, macht sich der Prinz auf, jeden Zeugen und auch den Paparazzi zu vernichten, welcher ihn dabei fotografiert hat. Mit nichts an seinem Körper macht sich das Skelett-Karnickel auf seine Reise und wird dabei unterstützt von seiner Kreissäge und einem schier unmöglichen Waffenarsenal. Mit einer abgedrehten Geschichte, verrückten Sprüchen und einem enormen Gewaltgrad versucht das Spiel zu punkten. Ob dies gelingt, erfahrt ihr in unserem Test.

 


Niedlich war gestern

Ein Kaninchen als Prinz der Hölle? Nur schwer vorstellbar, trotzdem gelingt es Arkedo-Studios einen passenden Mischmasch aus Niedlichkeit und Ekel zu schaffen. Das Spiel kommt in schicker 2D Comic-Optik und mehr braucht der Plattformer auch nicht. Die Figuren im Spiel sind sehr detailliert und glaubwürdig gestaltet, außerdem haben sie stets schicke und flüssige Animationen, selbst, wenn sie nichts tun. Die Welt selbst wirkt sehr bunt und effektgeladen, allerdings hängt es stets vom Level ab. Von der feurigen Hölle samt feuerfester Pflanzen, bis hin zur endlosen Leere des Alls ist alles vertreten und immer glaubwürdig gestaltet. So glaubwürdig, wie eben eine Welt in der Skelettkaninchen Monster mit Panzerfäusten bekämpfen nur sein kann.  

Etwas schwieriger wird es da eher zu unterscheiden, was Freund und was Feind ist. Einige Umgebungsobjekte fallen bei den vielen Animationen und Bewegungen gar nicht so recht auf und nur allzu häufig bedeutet ein falscher Schritt den Tod. Doch wenn man einmal den Fehler gemacht hat, dann sollte man diesen eigentlich nicht wiederholen. Hierbei liegt die Betonung auf eigentlich, denn nur zu gerne macht man dumme Fehler nur zu gerne immer und immer wieder. Die Levels sind verhältnismäßig riesig und wenn man dann wieder zurückkehrt, hat man oft schon wieder vergessen, was da gewesen ist, bis man erneut hineintappt.  

Trotzdem funktioniert das Spielprinzip erstaunlich flüssig, wenn man erst einmal verstanden hat, wie das Spiel funktioniert. Der Tod ist auch nicht so schwerwiegend, denn man wird meist nur ein paar Meter zurückgesetzt. Außerdem sind die Welten recht offen, wodurch man sich oft entscheiden kann, in welche Richtung man zuerst geht. Manche Türen versperren die Wege und lassen sich erst öffnen, wenn man eine bestimmte Anzahl von Zwischenbossen besiegt hat und die Letzte führt dann zum Endboss des jeweiligen Levels. Die Gegner lassen sich auch nicht immer nur durch strategisches Angreifen besiegen, so wie es meist der Fall ist, sondern manchmal müssen auch witzige Rätsel gelöst werden. Das ist überraschend aber auch willkommen.

 

Das Töten war erst der Anfang

In Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels erhält man schon ziemlich früh zu Beginn des Spiels seinen besten Freund, eine Kreissäge die den Charakter wortwörtlich umkreist. Damit kann man sich nicht nur wunderbar durch seine Feinde sägen und ganze Pfade von Blut und Körperteilen hinterlassen, sondern man kann auch neue Wege eröffnen. Wenn einmal der Weg versperrt ist, dann hilft oft die Säge weiter und man kommt an Orte, die vorher unerreichbar waren. Auch verstärkt sich diese im Laufe des Spiels, wodurch man auch wieder zurückkehren muss, um wirklich alles zu untersuchen. Kurze Schübe erlauben es sogar, in einem unglaublichen Tempo durch die Gegend zu heizen.

Dennoch liegt das Hauptaugenmerk auf dem Töten. Neben der Geschicklichkeit, die vom Spieler abverlangt wird, muss dieser seine Feinde möglichst kreativ und blutig zur Strecke bringen. Wie bereits angesprochen greift er dazu auf ein stetig wachsendes Waffenarsenal zurück, welches im Shop aufgerüstet und erweitert werden kann. Doch trotz all des Blutes und der expliziten Gewalt wahrt Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels stets ein gewisses Niveau, will heißen, das Spiel ist nicht stumpf oder langweilig wird, sondern immer wieder was neues bietet und den Spieler nicht auf halben Wege hängen lässt. Auch ist die Spielzeit durchaus annehmbar und vor allem für einen Download-Titel alles andere als kurz.

 

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Witzigkeit kennt keine Grenzen

Bereits im Intro wird klar, dass das Spiel sich selbst nicht ernst nimmt. Ein Kaninchen als Prinz der Unterwelt ist schon absurd genug, kommt dann noch die durchgeknallte Story rund um den Entchen-Paparazzo hinzu, ist des Witzes eigentlich schon genüge geleistet. Doch andererseits wäre das ja langweilig ohne verrückte Dialoge oder Charaktere. So bekommt Prinz Ash seinen Butler, Krake Nestor, zur Seite gestellt, der ihn stets mit Rat und Tat zur Seite steht und oft für witzige Kommentare sorgt. Dieser nimmt seinen Herrscher nicht ganz so ernst und sorgt gern mal für den einen oder anderen Seitenhieb angesichts der Intelligenz des Prinzen.

Doch auch Bosse sind zu Scherzen aufgelegt. Manche wiegen sich in Sicherheit und beleidigen ihren Herrscher, bevor sie Bekanntschaft mit seiner Säge machen, andere Loben sich selbst in den Himmel und wieder andere Freunden sich sogar mit Ash an, bevor sie gegeneinander antreten. Da tut es einem schon beinahe Leid, ihm Bekanntschaft mit den tödlichen Waffen machen zu lassen. Aber eben nur fast. Besiegt man einen Boss, so startet eines von vielen verschiedenen und total abgedrehten Minigames, die damit enden, dass man Wespen, Säulen oder sogar 40-Tonner auf den Gegner schickt. Auch dass sie sich irgendwann wiederholen fällt nicht so schwer ins Gewicht, denn die Abwechslung ist groß genug, als dass man immer wieder die gleichen „Finisher“ macht.

Überraschend und witzig sind auch die „Total Wenig Hilfreichen Tipps“ die im Ladebildschirm den Spieler von der Langeweile fernhalten sollen. Der Name ist hier Programm. Von Hinweisen, dass man beim Springen springt, bis hin zu Hinweisen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Meldung so gering ist, dass man lieber hätte Lotto spielen sollen. Und wer einmal die Nase vom vielen Gemetzel voll hat, der kann sich auch um seine getöteten Gegner kümmern. Denn wie der Ein oder Andere sicher schon erkannt hat, kann man in der Hölle eigentlich nicht sterben. Deshalb schickt man seine Untertanen in die Minen, Forschung oder gar zum Geschenke basteln. Für die nachsichtigen Höllenfürsten gibt es aber auch die Möglichkeit, seine ehemaligen Feinde auf Wellness-Kur zu schicken. Das nennt man Karma.

 

War‘s das?

Das dicke Ende kommt bekanntlich zum Schluss. Eine Sache die besonders negativ auffällt sind Freezes, die gelegentlich auftauchen. Scheinbar sporadisch treten sie auf, wenn viel auf dem Bildschirm abläuft und man an einen Speicherpunkt kommt, aber auch vollkommen unerwartet, wenn gerade Ruhe ist. Wirklich kritisch ist es für das Spiel nicht, denn es wird oft genug automatisch zwischengespeichert wodurch nicht viel Fortschritt verloren geht, doch schön ist was anderes.

Dennoch gibt es an der Technik ansonsten nichts zu bemängeln. Die Steuerung ist sehr intuitiv, nachdem man sich erst einmal darauf eingestellt hat, denn beide Analogsticks kommen zum Einsatz um die Waffen zu benutzen und auch Schultertasten und Trigger müssen genutzt werden, um seinen Feinden zu Leibe zu rücken. Außerdem erhält man direkte Rückmeldungen, es gibt keinerlei Zeitverzögerungen. Das Spiel selbst ist auch im Schwierigkeitsgrad Abwechslungsreich gestaltet. Die Bosskämpfe sind fair, doch erfordern manchmal genaues Timing und Beobachten der Abläufe. Außerdem wechseln sich schnelle Passagen mit langsamen ab.

 

Fazit

Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels bietet sehr viel Spaß und eine Menge Abwechslung. Es ist definitiv eines der besseren Plattformer und ist mit seinen verrückten Figuren und der übertriebenen Gewaltdarstellung auch etwas Besonderes und das nicht einmal im Negativen. Da man das Spiel nicht ernstnehmen kann, macht es umso mehr Spaß und Freunde des Jump’n Runs werden definitiv auf ihre Kosten kommen. Auch das Leveldesign und die musikalische Untermalung tun ihr übriges und machen es zu einem Spiel, welches definitiv einen zweiten Blick wert ist und für mehrere Stunden begeistern kann, sofern man das Genre mag.

 

8/10

     

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