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Test: Soul Sacrifice im Test für die PS Vita - Sacrifice your Soul


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Soul Sacrifice ist ein komplett neues Spiel, welches von Marvelous AQL und Japan Studios für die PlayStation Vita entwickelt wurde. Beworben wurde das Spiel stets damit, dass das Opfer im Mittelpunkt steht. Gegner, Gegenstände, selbst der eigene Körper sollten dargeboten werden, um mächtige Zauber zu wirken. Dieses Konzept stammt aus der Feder von niemand anderem als Keiji Inafune, bekannt für das Design der Mega Man Serie und ehemalige Führungskraft bei Capcom. Ob dieses Konzept so Erfolg haben kann und wie die Zukunft für das Spiel ausschaut, erfahrt ihr in unserem Test.

 

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Sacrifice Everything

Das Spiel hält, was es verspricht. Während Zauberer in gewöhnlichen Rollenspielen noch auf Aufladungen oder Magiepunkte zurückgreifen, trägt der selbsterstellte Protagonist in Soul Sacrifice bis zu sechs Opfergaben mit sich herum, die er zum angreifen benötigt. Samen, Äste, Früchte oder Steine, einfach alles was die Welt so hergibt beherbergt wahre Macht für einen starken Zauberer. Doch Obacht, verwendet man einen Gegenstand zu häufig, so schwindet seine Macht und man muss ihn mit Lacrima erst wieder herstellen, was nur außerhalb der Kämpfe möglich ist. Doch dazu später mehr.  

Neben den Opfergaben kann man auch die Lebewesen der Welt von Soul Sacrifice opfern. Besiegt man einen Gegner, egal ob Mob oder Boss, so hat man die Wahl, ob man ihn retten oder opfern möchte. Bei einer Rettung erhält das Monster seine ursprüngliche, meist tierische Gestalt zurück und der Spieler wird geheilt und erhält Bonuspunkte auf den Lebenspfad, welcher bei Aufstieg die Verteidigung erhöht. Opfert man den Feind, so werden die Opfergaben die nicht zerstört sind wieder hergestellt und man erhält Bonuspunkte auf den Magiepfad, welcher die Magiestärke erhöht. Man kann sogar seine eigenen Mitspieler opfern. Tut man dies, so wird eine zerstörerische Attacke entfacht. Der Spieler kann aber sogar im Tode weiterhin helfen, indem er die Verteidigung des Gegners schwächt oder den Angriff seiner Mitstreiter stärkt. 

Die wohl mächtigsten Angriffe bieten allerdings die schwarzen Rituale. Sieht man sich selbst schon am Rande des Scheiterns, so kann man einen Teil seines Körpers opfern, um eine desaströse Attacke einzusetzen. Opfert man seine Haut, so sinkt die Verteidigung. Opfert man ein Auge, so sieht man kaum noch, was vor sich geht. Opfert man sein Herz, so verliert man die Fähigkeit zu lieben. Oder einfach nur seine Gesundheit. Jedes schwarze Ritual bietet einen anderen Angriff und jeder hat seine Vorteile, doch es gilt je stärker der Angriff, desto größer die Folgen. Allerdings kann man in jeden Kampf nur ein Ritual mitnehmen und man kann es nur einmal einsetzen – bevor man seinen Körper durch Lacrima wieder herstellen muss.

 

Knie nieder vor dem mächtigen Magusar

Doch worum geht es eigentlich bei Soul Sacrifice? Die Welt steht am Abgrund. Ein Mann hat die absolute Macht erlangt und schickt seine dämonischen Diener aus, um Menschen in Käfige zu sperren und sie zu opfern um seine Macht immer mehr zu erweitern. Von einen der Gefangenen übernimmt der Spieler die Rolle. Dieser entdeckt nämlich ein altes sprechendes Tagebuch, welches die Vergangenheit des Mannes erzählt, der sich Magusar nennt. Das Buch gibt dem namenlosen Helden die Möglichkeit in diese Geschichte einzutauchen und dabei selbst zu einem mächtigen Zauberer zu werden, der sich Magusar in einem allerletzten Kampf stellen soll.

So verläuft dann auch das Spiel. Im Buch stehen Geschichten geschrieben, die vorgetragen und in bewegten Bildern gezeigt werden. Zwischendurch wird der Spieler dann in eine Arena geworfen und muss sich den Gegnern des Besitzers des Buches und seinen Begleitern stellen. Das Buch beginnt mit einer Zaubererprobe, wo man direkt seinen ersten Partner erhält – eine Frau namens Sortiara. Und obwohl die Geschichte nur kurz und oberflächlich erzählt wird, so beginnt er doch die Charaktere zu mögen, obwohl er weiß, dass er ihrem tragischen Ende beiwohnen wird. Nach dem einleitenden Kapitel kann man dann bereits gegen Magusar antreten, allerdings wird man dann wohl scheitern.

Deshalb heißt es trainieren, die Magie aufrüsten und all die vielen Subkapitel des Buches durcharbeiten. Freundschaften knüpfen, Bündnisse auflösen, Kopfgeldjagden ausführen. All das erwartet den Spieler in Soul Sacrifice und obwohl man eigentlich die ganze Zeit nur von Arenakampf zu Arenakampf gebracht wird, fühlt es sich dennoch mehr wie ein Rollenspiel an. Das Buch dient als eine Art Zentrale, in der man sich vorbereitet, Quests annimmt und seine Ausrüstung verstärkt, während die kurzen Sequenzen und Kämpfe die Geschichte erzählen. Und wie in jedem Rollenspiel auch geht es darum, am Ende der stärkste zu sein. Selbst wenn es bedeutet, stundenlang zu farmen.

 

Gimme more!

Wie auch Magusar, so verfällt der Spieler bald in einen Machtrausch. Um immer stärkere Zauber zu erhalten muss er sich auf seinen Missionen beweisen. Das Kampfsystem kommt in typischer Action-Adventure Hack’n Slay Manier daher, hebt sich dennoch durch den Punkt, dass man einen Zauberer spielt, deutlich von den anderen ab. Nach jedem Kampf wird dieser vom Spiel bewertet. Je besser man war, desto stärkere Zauber erhält man. Diese kann man dann auch noch auf höhere Stufen bringen, oder mit anderen Zaubern verschmelzen. Zusätzlich kann man seinen Körper mit Attributen ausstatten, die man erhält, wenn man Siegel erwirbt. Diese Siegel wiederum erfordern Seelensplitter die man für das Opfern oder Retten der verschiedenen Gegnertypen erhält.

Damit die hart erarbeiteten Opfergaben nicht durch einen kleinen Fehler für immer verloren gehen, kann man sie mit Lacrima wiederherstellen. Lacrima sind die Tränen des Buches Librom, die man regelmäßig erhält und sofern man pfleglich mit seinen Sachen umgeht, hat man dies bald im Überschuss und muss sich keine Gedanken machen, dass man irgendwann zu wenig dieser kostbaren Flüssigkeit hat. Immerhin braucht man diese, um seinen Körper nach einem schwarzen Ritual wiederherzustellen oder um seinen Namen im Profilmenü zu ändern. Geschlecht, Aussehen und Stimme kann man jedoch jederzeit ohne Gegenleistung ändern, sofern man nicht Level 99 erreicht hat. Dann ist man an sein dämonisches Aussehen gebunden.

Eine andere wichtige Verwendung von Lacrima ist der Stufenabstieg. Anders als in den meisten Spielen kann man seinen Level wieder herabsetzen. Da man sich für den Lebens- oder den Magiepfad entscheiden kann, muss man auch einige Kompromisse eingehen. Der Lebenspfad bietet zwar mehr Verteidigung, aber weniger Angriff und umgekehrt. Zusätzlich möchte man eventuell einige Gegner retten, ohne eine Stufe auf dem Lebenspfad aufzusteigen. Denn 99 ist das Maximum und Leben und Magie teilen sich dieses. Zu guter letzt kann man mit Lacrima auch verstorbene KI Mitglieder wieder ins Leben rufen bzw. die zurückholen, die mit der Entscheidung des Spielers nicht einhergegangen sind.

 

 

Verbündet euch für epische Schlachten

Der Multiplayermodus von Soul Sacrifice kann sowohl Online als auch Offline im Ad-Hoc Modus stattfinden. Hierbei ziehen bis zu vier Spieler gemeinsam in die Schlacht. Mittels Schnelltasten und Chatsystem kann man sich auch ohne Mikrofon verständigen. So kann man sich vorher über Taktiken, Elementarzauber und Schwachpunkte seiner Feinde verständigen oder im Kampf den Mitstreitern Befehle „zurufen“. Besonders wichtig sind die Befehle „Opfere mich“ oder „Rette mich“ beim eigenen Ableben, auch wenn diese sich nicht zwangsläufig daran halten müssen. Ebenfalls beliebt sind die Ansagen „Opfern“ und „Retten“ im Bezug auf die Bosse.

Denn so viele, die Online sind um Hilfe zu suchen, so viele sind auch Online um zu helfen. Durch Opfern und Retten eröffnen sich neue Pfade zu noch gefährlicheren Missionen und manche Gegner schließen sich euch an, wenn ihr sie rettet. Meistens sind die Mitspieler mit der Entscheidung des Hosts einverstanden, doch gibt es auch welche, die schnell zum Besiegten laufen um ihre eigene Entscheidung durchzudrücken. Gut ist, dass am Ende das zählt, was die Mehrheit macht. Somit kann auch einer, der aus der Reihe tanzt, überstimmt werden.

Man kann seine Lobby auch benennen oder gar per Passwort schützen um sicherzustellen, dass man mit den richtigen Leuten zusammen spielt. Die Avalon-Pakte, welche im Multiplayer angegangen werden können, sind nämlich in Kapiteln aufgeteilt und ihre Schwierigkeit steigt exponentiell. Nichts ist störender als jemand, der bei der kleinsten Attacke des Feindes stirbt oder einer, der mit Nahkampfzaubern in einen Kampf zieht, wo der Gegner zu 90% am Himmel schwebt. Natürlich lässt sich dies nicht immer vermeiden, im Notfall opfert man diesen sobald man merkt, dass er keine Hilfe ist.

 

Mehr fürs Geld

Soul Sacrifice legt Gott sei Dank Wert auf Download Content. Warum Gott sei Dank? Ganz einfach: die Erweiterungen sind kostenlos. Und diese sind gar nicht ohne. Neue Bosse, neue Arenen, neue Herausforderungen. Das bedeutet natürlich auch neue Zauber und neue Gründe, das Spiel wieder in die PlayStation Vita einzulegen. Sicherlich ist dies auch einer der Gründe, dass das Spiel Online noch immer so viele Spieler hat. Es gibt bereits mehr DLC als man an einer Hand abzählen kann und es sind weitere angekündigt.

Diese Kapitel sind dann in den Avalon-Pakten, aber auch unter den Gefährten-Quests zu finden und erzählen somit auch neue Geschichten. Man merkt jedoch, dass sie sich eher an die erfahrenen Spieler richten, denn diese sind nicht ohne und erfordern eine Menge Geschick. Nicht umsonst bietet das Hauptspiel bereits über 100 Missionen, die erfüllt werden wollen. Der einzige Wermutstropfen ist, dass der Vorbesteller DLC nicht verfügbar ist. Dieser beinhaltet drei Opfergaben und eine japanische Sprachausgabe. Die englische Sprachausgabe ist jedoch auch sehr gut und zum Glück bietet Soul Sacrifice deutsche Texte.

Wer jedoch PlayStation Plus Mitglied ist, kann sich die kostenlose Demo im Store herunterladen und die ist nicht ohne. Der komplette erste Abschnitt, welcher sechs Kapitel umfasst ist verfügbar und zusätzlich vier Avalon-Pakte, die man allerdings seit Release nur noch Offline spielen kann. Der Spielstand kann auch in die Vollversion übernommen werden und nichts geht verloren. Somit kann man sich das Spiel erst mal anschauen, bevor man ins Portemonnaie greift und verliert keine Zeit damit, dass man die Level noch einmal spielen muss.

 

Und wie sieht es mit den Trophäen aus?

Wer meint, dass er mit Soul Sacrifice leichtes Spiel hat, der muss sich auf eine Überraschung gefasst machen. Die Trophäen verlangen zwar nicht viel mehr vom Spieler ab, als alles durchzuspielen, allerdings könnte sich dies schwerer gestalten, als man am Anfang ahnt – sofern man sich nicht online von den Leuten mit durchziehen lässt. Jedoch macht es sehr viel Spaß, die einzelnen Bosse anzugehen und sich eigene Taktiken zu überlegen. Zusätzlich gibt es zwei DLC, die ein paar Stunden leveln ersparen, da man zwei Rituale nicht freischalten muss.

Jedoch fehlen die am Ende auch dem Charakter und man muss für selbst entscheiden, was man im Spiel erreichen will und was nicht, Komplettisten werden sich sowieso alles holen. Zusätzlich gibt es die sogenannten "Vergessenen Pakte" und all die DLC Pakte, die in die Trophäen nicht mehr mit hinein zählen, allerdings neue Gegner und besondere Herausforderungen bieten. Diese reichen von einfachen Zielen, wie „Rette das Ziel“ über Schadensbedingungen bis hin zu Zeitbegrenzungen. Wer also nur auf die Trophäen aus ist, kann sich dies ersparen, verpasst aber auch etwas, vor allem bei den kostenlosen DLCs.

 

Fazit

Soul Sacrifice ist ein richtiger Süchtigmacher. Das Kampfsystem ist schnell, hart und unverzeihlich, dennoch stets fair und motivierend. Es gibt auch nur eine Klasse, nämlich den Magier für den ein solches Kampfsystem eigentlich ungewöhnlich ist, doch jeder kann das Spiel auf seine eigene Weise spielen. Ob Tank, Nah- oder Fernkämpfer, es ist für Jeden was dabei. Zusätzlich bringt das gesamte Opferungssystem frischen Wind in das Hack’n Slay und Rollenspiel Genre, gerade wenn man denkt, man hat alles schon gesehen.

Auch wenn die KI manchmal etwas dumm ist, so geht es in dem Spiel doch eher um den Spieler selbst und um das eigene Können. Das System ist sowieso auf Multiplayer ausgelegt und sollte auch so gespielt werden. Im ersten Moment vermisst man noch die offene Welt, lässt sich aber schnell von der Atmosphäre und der Erzählweise mitreißen, die die Geschichte sehr gut unterstützen. Wenn man dann noch mit bedenkt, was alles über DLC kostenlos dazu kommt, kann man die Entwickler nur beglückwünschen. Wer also Hack’n Slay mag, auf Charakterausbau steht und sich noch etwas überraschen lassen will, der kann mit Soul Sacrifice nur wenig falsch machen.

 

9.5/10

     

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