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Test: Mittelerde: Mordors Schatten für die PS4 - Bekannte Schleichpraktik auf unbekanntem Terrain


Realmatze
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Das Herr der Ringe Franchise ist seit den Filmen immer sehr erfolgreich gewesen. Durch den enormen Hype sprossen Unmengen an Merchandising-Artikel aus dem Boden und auch der Spiele Markt wurde überschwemmt. Manchmal von guten, manchmal von weniger guten Spielen. So ganz was neues hat man sich trotz diverser Genreexperimenten nie getraut – die Abenteuer im Tolkien-Universum beschränkten sich meist auf die bekannten Abschnitte aus den Büchern und Filme und die Spielerschaft wurde dem schnell überdrüssig. Deshalb steckt in Mittelerde Mordors Schatten wohl auch nicht der bekannte Schriftzug mit drinnen. Was das für das Spiel bedeutet und was man davon erwarten kann, erfahrt ihr in unserem Test.

Waldläufer, Elb und Ork

Mittelerde. Wir schreiben das 3. Zeitalter. Ein Schatten erhebt sich über Mordor. Während das dunkle und machtgierige Wesen Sauron wieder erstarkt und der eine Ring im fernen Beutelsend ein schläfriges Dasein fristet herrscht Krieg zwischen den Bewohnern Gondors und den Orks aus Mordor. Ein Mann ereilt ein besonders tragisches Schicksal. Der Waldläufer Talion, der am schwarzen Tor stationiert war muss mit ansehen, wie seine Frau und sein Kind ermordet werden, kurz bevor auch ihm die Kehle geöffnet wird.

Doch anstatt zu sterben nimmt ein uralter Geist Besitz von seinem Körper. Dieses Echo eines einst mächtigen Elbs verhindert sein zu jähes Ableben und bietet ihm die Möglichkeit Rache an seinen Peinigern zu nehmen und so begeben sie sich nach Udûn, wo die Orks die Menschen versklavt haben und dunkle Wesen in den Höhlen lauern. Während er sich dort auf die Suche nach den Mördern seiner Familie begibt, lernt er auch ein paar freundliche Gesichter kennen und erfährt mehr über seinen neuen mysteriösen Begleiter.

Es ist erfrischend einmal ein neues Abenteuer in Mittelerde vorgesetzt zu bekommen. Leider geht man auch hier wieder auf Nummer sicher und entfernt sich nicht zu weit von der Handlung der Originaltrilogie. Es geht wieder um Sauron und den einen Ring, Bilbo Beutlin und Gollum taucht sogar persönlich auf um dem Helden ein ums andere Mal seine Hilfe mehr oder weniger freiwillig anzubieten.

 

Assassins of Middle-Earth

Dass man sich bei der Entwicklung von Mittelerde Mordors Schatten von Ubisofts Assassin's Creed Reihe hat inspirieren lassen wäre gelinde gesagt eine Untertreibung. Man klettert auf Schmiedetürme um die Umgebungskarte zu offenbaren, sammelt mit Hilfe der Geistergestalt Artefakte und Ithildin und erhält Informationen über Schauplätze und Personen denen man begegnet. Für wen sich das noch nicht nach Assassin's Creed anhört, der tauscht ein paar Worte gegen Aussichtspunkte, synchronisieren, Adlerauge, Animusfragmente und Subjekt 16 Erinnerungen aus und fügt noch das Adjektiv historisch an der richtigen Stelle ein.

Aber nicht nur das, auch wie man sich durch die Umgebung bewegt, sich an seine Gegner heranpirscht, sie in Verstecke wie beispielsweise Büsche lockt und sie dort meuchelt, erinnert an Assassin's Creed. Selbst optisch ist die Geistergestalt 1:1 mit dem Adlerauge vergleichbar. Bei jedem Sprung von hohen Türmen hört man in seinem Kopf das Assassin's Creed typische Pfeifen, auch wenn es nicht da ist. Doch die wichtigste Frage: Ist das schlimm? Nein! Mittelerde Mordors Schatten bedient sich dabei Elementen die gut funktionieren und besonders Fans der historischen Meuchelmörderspielen ein Gefühl des Nach-Hause-Kommens bescheren. Denn selbst bei den Fehlern, die das Klettersystem mit sich bringt, scheint man sich bedient zu haben.

Auch die Kämpfe mögen einen an Assassin's Creed oder Prince of Persia erinnern, die meisten werden jedoch den alten Rächer im Fledermauskostüm wiederentdecken. Das Free-Flow Kombo Kampfsystem funktioniert eben so, wie in der Batman Arkham Reihe. Durch Schläge baut man seinen Kombozähler auf und hat man eine bestimmte Anzahl erreicht kann man auf Spezialmanöver zurückgreifen. Hinzu kommen dann Variationen wie Messerwurf oder Geisterschlag, die aber aufgrund der Einfachheit nicht wirklich benötigt werden. Effektiver ist man sowieso mit Pfeil und Bogen und Schleichmanövern. Und wenn man mal in einen Kampf gerät ist selbst das Fliehen sehr leicht, da die Gegner meist nicht klettern können. Das macht das Spiel zwar sehr einfach, jedoch fühlt man sich endlich mal erhaben durch seine Fähigkeiten und nicht wie anderswo, wo jeder Depp in Rüstung über Parcourfertigkeiten verfügt.

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Thrall, Nazû und Barfa laden zum Kampf

Bei all den bereits bekannten Spielmechaniken stellt sich natürlich die Frage, was macht Mittelerde Mordors Schatten eigentlich neu? Nun zum ersten wäre da der Grad der Gewalt. Im Gegensatz zu den erwähnten Vorlagen fliegen hier Köpfe und Körperteile durch die Luft und das Blut färbt die Umgebung rot und im Falle der Orks schwarz. Eine USK Freigabe von 16 lässt sich wohl nur dadurch erklären, dass man hier Fantasiefiguren abschlachtet, denn selbst PEGI hat dem Spiel nur eine Freigabe ab 18 Jahren erteilt.

Wichtiger jedoch ist das Nemesis System: per Knopfdruck kann man sich die Offiziersstruktur von Saurons Armee anzeigen lassen. Sofern man durch Befragungen oder herumliegende Schlachtberichte die nötigen Informationen beschafft hat, kann man sich Details wie Stärken und Schwächen der Hauptmänner anzeigen lassen. Der Clou: Diese sind alle zufallsgeneriert und auch der kleinste Ork kann plötzlich zum Hauptmann ernannt werden, wenn er sich im kampf beweist und beispielsweise den Protagonisten tötet.

Im späteren Verlauf gewinnt dieses System noch mehr an Bedeutung. Dann kann man eigene Hauptmänner in das System einschleusen und den Feind unterwandern. Es ist nichts befriedigender als ein Häuptling, der mit seinen Leibwachen aus seiner Feste marschiert und auf Knopfdruck dieser von seinen eigenen Mannen überwältigt wird. Interessant ist aber auch, dass Orks den Spieler wiedererkennen oder Gespräche über vergangene Vorkommnisse abhalten. Das lässt die Welt äußerst lebendig erscheinen.

 

Für ausreichend Ablenkung ist gesorgt

Da es sich bei Mittelerde Mordors Schatten um ein Open World Spiel handelt findet man auch Open World Spiel typisch seine nächsten Hauptmissionen auf der Karte angezeigt. Manche sind bei laufendem Spielfortschritt gleich verfügbar, manche müssen durch bestimmte Bedingungen erst freigeschaltet werden. Doch wer interessiert sich bei Open World eigentlich nur für die Haupthandlung, wenn es doch so viel zu tun gibt.

Abseits dessen, dass man an jeder Ecke unterdrückte Sklaven befreien kann und so an wertvolle Erfahrungspunkte gelangt, kann man allerhand Herausforderungen bestehen. Bevor jetzt jedoch die ersten wieder stöhnend weiterscrollen, es sei gesagt, dass es sich eigentlich nur um Nebenmissionen handelt. Sie sind zu keinem Zeitpunkt tatsächlich herausfordernd, nicht einmal, wenn man sich dabei um Bonusziele kümmert. Spaß machen sie jedoch trotzdem. Hierbei geht es darum den Umgang mit seinen drei Waffen zu perfektionieren, oder einfach nur weitere Sklaven zu retten, die hierbei sogar eine kleine Geschichte spendiert bekommen.

Blau oder gar rot hervorgehobene Missionen sind Machtproben der Orks. Wenn sie blau sind, ist mindestens ein eigener Offizier beteiligt. Bei roten Machtkämpfen hat man die Wahl, ob man dem gegnerischen Offizier heimlich hilft oder die Gunst der Stunde nutzt ihn zu überfallen. Hilft man ihnen, können sie in den eigenen Rängen aufsteigen und werden zwar stärker, lassen jedoch auch bessere Belohnungen in Form von Runen, die die Fähigkeiten der Waffen stärken, fallen. Gut an der Umsetzung ist auch, dass man konsequent war und die Machtkämpfe auch stattfinden, wenn man nicht teilnimmt oder Offiziere sogar in anderen Missionen auftauchen. Die können einem dann zwar leicht das ein oder andere Bonusziel vermasseln, allerdings trägt dies noch mehr zur Echtheit und Greifbarkeit der Spielwelt bei.

 

http://www.youtube.com/watch?v=hRCAwOOPSW0

Das Laden dauert länger als erwartet. Bitte warten..

Optisch gesehen ist das Spiel recht schön. Leider fehlt es an Abwechslung. Udûn und das Nûrnenmeer bieten eine eher karge, triste Landschaft in denen die Licht und Schatteneffekte die Highlights darstellen. Natürlich geht es hinsichtlich der Story nicht anders, man spielt nunmal am hart umkämpften Schwarzen Tor Mordors, da kann es keine frischen Wiesen und Wälder geben.

Die deutsche Synchronisation ist auch sehr gut gelungen, hier scheint Warner etwas tiefer in die Tasche gegriffen zu haben um alles so filmisch wie möglich zu machen. Man hat sogar Andreas Fröhlich wieder als Synchronstimme für Gollum eingesetzt, was die Begegnungen mit ihm sehr authentisch macht. Besonders episch sind die Treffen mit Orkhäuptlingen, deren Auftreten von Orkchören begleitet werden, die den Namen rufen.

Wo Licht ist, ist allerdings auch Schatten. Kleine technische Fehler schleichen sich mit der Zeit ein, so ist Talion während des Tests einmal schräg in der Luft gelaufen oder im Inneren einer Wand stecken geblieben, wo zum Glück eine Schnellreise zum nächsten Schmiedeturm Abhilfe schaffen konnte. Framerateeinbrüche gab es nur selten und auch nur in Zwischensequenzen, dafür wurde das Spiel ab der zweiten Hälfte von mehreren Abstürzen geplagt. Solche Dinge gehören leider heutzutage nicht der Seltenheit an und man kann nur hoffen, dass dem mit Patches entgegengewirkt wird.

 

So einfach spaziert man durch Mordor

Und nun die Top Nachricht für Trophäenjäger: Mittelerde Mordors Schatten verfügt über eine Platin, die alles andere als schwer ist und auch der Zeitaufwand von etwa 26 Stunden hält sich in Grenzen. Die Trophäen beschränken sich zumeist auf das Erfüllen aller Quests und das Freischalten und Einsetzen bestimmter Fähigkeiten. Da man sehr schnell auflevelt und man bei weitem nicht alle Fähigkeiten braucht, ist nicht einmal langwidriges Farmen notwendig.

Die Anzahl an Collectibles ist ebenfalls überschaubar und sie bieten einen kleinen Einblick in die Geschehnisse abseits des Abenteuers von Talion. Man darf keine große Belohnung am Ende erwarten, doch eine Trophäe ist für viele Belohnung genug. Und freundlicherweise werden alle Sammelobjekte auf der Karte angezeigt, sobald man die Schmiedetürme im Gebiet erklommen hat.

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Fazit

Mittelerde Schlacht um Mordor ist ein gutes Spiel und bietet besonders Fans der Assassin's Creed Spiele einiges an spaßigen Stunden. Klar hat das Spiel sich bei anderen erfolgreichen Spielen bedient, allerdings hat man hier sinnvolle Elemente übernommen die auch gut zusammenpassen. Und gut kopiert ist eben besser als schlecht erfunden – und wer will das Rad schon neu erfinden.

Hinzu kommt noch der Eigenanteil, namentlich das Nemesis System bzw. "Saurons Armee". Auch wenn man objektiv darüber nachdenkt ist die Sache mit den Hauptmännern nicht allzu innovativ und tiefgreifend, dennoch ist es stimmig umgesetzt und lässt die Spielwelt lebendiger erscheinen. Nun kann man nur hoffen, dass es weitere Spiele in einer größeren und abwechslungsreicheren Spielwelt geben wird, das Potenzial ist auf jeden Fall da.

8.0/10

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