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Fairy Fencer F im Test für die PS3: Faireis... Ich meine Fairize!


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FairyFencerF_Thumbnail.jpg.408ca27abcad2ea6403e40ca9eed229a.jpgFairy Fencer F ist ein Fantasy-Rollenspiel von "Compile Heart", einem Entwicklerstudio, welches sich besonders auf japanische Rollenspiele spezialisiert hat. Verantwortlich sind sie für Spiele wie Hyperdimension Neptunia, Record of Agarest War und Mugen Souls. Von diesen Spielen geht Fairy Fencer F besonders in die Richtung von Hyperdimension Neptunia. Es nimmt sich selbst nicht ernst, der Stil ist sehr ähnlich und das Kampfsystem erinnert auch sehr daran. Tatsächlich gibt es das Spiel schon seit Oktober 2013 in Japan und es hat erst jetzt geschafft, zu uns zu kommen. Jedoch aufgepasst: Wie üblich gibt es nur englische Untertitel mit wahlweise englischer oder japanischer Tonspur. Ob das Spiel an das beliebte Hyperdimension Neptunia heranreichen kann, erfahrt ihr in unserem Test.

 

FairyFencerF_Screen-2.jpg.dee70ad8894c1f62ab736fdd6807465b.jpgHeld wider Willen

In Fairy Fencer F geht es um den Krieg zwischen der "Goddess" und dem "Vile God". Da die beiden Gottheiten genau die gleiche Stärke besaßen, erschufen sie eine gewaltige Anzahl an Waffen, welche die Lebenskraft einer Fee (Fairy) beinhalten. Mit diesen Waffen schafften es die beiden sich gegenseitig zu versiegeln. Ihre zurückgelassenen Waffen sind als "Furies" bekannt und Leute, die diese benutzen, nennen sich "Fencer". Dank ihrer enormen Kraft wird den Furies nachgesagt, sie könnten, wenn sie gesammelt werden, ihrem Träger einen Wunsch erfüllen.

 

Wie es der Zufall so will, gelangt der Protagonist Fang in den Besitz einer solchen Waffe... Obwohl er eigentlich gar keinen Bock darauf hat. Der junge Mann interessiert sich nämlich gar nicht für Macht oder Reichtum, sondern steht eher auf Essen und Schlafen. Erst als er erfährt, dass die Fee, die sich in seinem Fury befindet, ihre Erinnerung verloren hat und dass er sich mit seinem Wunsch auch jede Menge Essen herbeizaubern lassen könnte, akzeptiert er seine Rolle und macht sich auf die Suche nach den Furies. Nicht ahnend, dass er immer weiter in den Konflikt zwischen den beiden Gottheiten gerät...

 

Wie man hört, ist die Story sehr klassisch und simpel gehalten. Jedoch ist dies nicht unbedingt schlecht, denn wie für das Entwicklerstudio typisch geht es ihnen weniger darum, eine epische Geschichte zu erzählen, als mehr um die Unterhaltung und den Humor. Denn Gags gibt es bei dem Spiel an jeder Ecke, die Interaktionen zwischen den Charakteren bringen einem immer wieder ein Lächeln auf die Lippen und besonders der etwas dumme Hauptcharakter mit seinem großen Appetit und seiner Lustlosigkeit hält einen bei der Stange. Obwohl sein Charakter sicherlich Geschmackssache ist.


Genauso japanisch, wie man denkt

Wie üblich, wird die Story in Visual Novel – artigen Dialogen erzählt. Dabei sind die Artworks der Hintergründe und Charaktere wirklich sehr schön gezeichnet und auch Lippenbewegungen (und Brüste) wurden animiert. Auch wurden alle Dialoge synchronisiert. Ebenfalls typisch: Es gibt eine Menge Fanservice in dem Spiel. Viele der weiblichen Charaktere sind sehr leicht bekleidet und haben, untertrieben ausgedrückt, einen sehr großen Brustumfang. Eine Beispielszene: Ein weiblicher Charakter beschwert sich darüber, dass es zu heiß ist und anschließend wird ein Artwork gezeigt, in dem sie gerade dabei ist, sich zu entkleiden. Oder eine andere Szene, in der diskutiert wird, warum ein weiblicher Charakter "etwas Weißes" am Mund und in der Bauchgegend hat... Zahnpasta und Milch natürlich. Der japanische Einfluss ist nicht nur deutlich, er wird einem im Form von weiblicher sekundärer Merkmale ins Gesicht geklatscht. Anime-Fans haben ihren Spaß, jedoch ist dies sicherlich nichts für jeden.

 

Die Party des Spiels ist sehr bunt gemischt. Von dem faulen, gefräßigen Protagonisten, zur egoistischen Prinzessin, bis hin zur exhibitionistischen Dame, die gerne Feen "untersuchen" möchte, ist alles dabei. Da jeder Charakter so seine Macken hat und seine eigene Fee mitbringt, die dann meist auch nicht ganz dicht ist, entstehen dadurch urkomische Situationen und Dialoge, die den Spieler bei der Stange halten.

 

 

Nicht neu = nicht gut?

Das Kampfsystem in Fairy Fencer ist sehr klassisch gehalten, wie man es von JRPGs kennt. Es gibt keine Random Encounter, sondern die Gegner laufen in den einzelnen Dungeons sichtbar herum. Man kann diese mit Leichtigkeit umgehen, aber auch jederzeit angreifen. Schafft man es per Knopfdruck einen Schlag gegen sie auszuführen, ist man im Kampf als Erstes dran. Wird man von ihnen erwischt, haben sie die Initiative. Im Kampf selber kann man sich in seiner Runde frei umherbewegen, wofür man auch unendlich viel Zeit hat und seinen Zug planen kann. Natürlich hat man dabei eine begrenzte Bewegungs- und Angriffsreichweite. Skills, Zauber und das sogenannte "Fairize" (Eine Verwandlung, bei der sich die Kampfmusik ändert und man erheblich stärker wird, ähnlich dem Verwandeln in dem Klassiker "The Legend of Dragoon") runden das Kampfsystem ab.

 

Kämpfe geben euch nicht nur Erfahrungspunkte mit denen ihr wie gewohnt Level aufsteigt und sich dadurch eure Statuswerte erhöhen, sondern auch sogenannte "Weapon Points". Diese kann man im Hauptmenü für verschiedene Dinge ausgeben: ihr verstärt euren Angriff, eure Verteidigung und den üblichen Kram, ihr verlängert eure Kombo, kauft euch neue Schläge, die ihr in die Kombo einbauen könnt, oder ganz neue Skills und Zauber, die dann teilweise echt teuer sind und andere Fähigkeiten als Vorraussetzung haben. Das Ganze ist wirklich komplex und macht einem die Entscheidung nie leicht. Der Schwierigkeitsgrad bleibt dabei immer fair und fühlt sich nie unterfordernd oder überfordernd an. Ein wenig leveln ist Pflicht, aber man muss nie stundenlang Gegner abfarmen, um weiterzukommen.

 

Das ist allerdings immer noch nicht alles, was das Spiel zu bieten hat. Es gibt z.B. die Herausforderungen. Von denen gibt es eine ganze Bandbreite und sie geben einem jedes Mal Boni, wenn man sie erfüllt. Beispielsweise erhält man zusätzliche HP wenn man genug Schaden erlitten hat, MP wenn man oft genug gezaubert hat oder Agilität wenn man genug Kämpfe absolviert hat ohne Schaden zu erleiden. Nebenquests gibt es ebenfalls. Diese sind allerdings wirklich unspektakulär. Ohne große Hintergrundstory nimmt man Dutzende davon im Gasthaus an und muss anschließend eine gewisse Anzahl von Gegnern besiegen oder Items sammeln.

 

FairyFencerF_Screen-1.thumb.jpg.2ae2f32fbfe876a9b1020ee68c5b5d04.jpgZeichnerisch top, technisch flop?

Während das Artwork und die Zwischensequenzen wirklich wunderbar aussehen, gilt das eher weniger für die Grafik während des Gameplays. Die Charaktere sehen aus wie eine HD Version eines PS2-Games, die Hintergründe in den Dungeons wirken sehr lieblos und die Framerate bricht regelmäßig ein, weswegen das Spiel gerne mal beim Rumlaufen laggt. Technisch ist das Spiel wirklich nicht auf dem neuesten Stand. Aber das sollte man bei JRPGs mittlerweile gewöhnt sein und es tut dem Spielspaß in keinster Weise einen Abbruch.

 

Der Soundtrack ist wirklich catchy und teilweise so albern, dass er einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Final Fantasy Fans werden sich freuen, denn der Komponist ist niemand anderes als Nobuo Uematsu persönlich. Von schönen ruhigen Stücken, bis hin zu stimmigem Rock ist sehr viel Abwechslung geboten.

 

Objektiv betrachtet ist Fairy Fencer F ein sehr monotones Spiel. Man betritt die Stadt, findet heraus wo man das neue Fury findet, geht in das neue Gebiet, kämpft sich durch, besiegt einen Boss, hat einen neuen Fury und wiederholt das immer wieder. Jedoch ist dies einfach das Rezept eines Dungeon Crawlers und sicherlich nichts für jeden. Der Humor, die solide Story, das coole Kampfsystem und die Langzeitmotivation durchs Skillen und New Game+ machen das locker wieder wett. Fans von Hyperdimension Neptunia sollten sich den Kauf gar nicht lange überlegen. Sie bekommen hier genau das Gleiche geboten, nur mit weniger jungen Mädchen, sondern variableren Charakteren. Insgesamt sollte man mit der Story je nach Spielweise nach ca. 30-40 Stunden durch sein. Jedoch ist dies erst der Anfang. Auch nach Spielende gibt es noch einiges zu tun. Verschiedene Enden bietet das Spiel nämlich auch.

 

Trophy-Check

Die Trophäen sind nicht sonderlich schwierig, dafür aber sehr zeitaufwendig. Man muss besonders darauf achten, dass man nichts verpasst, sonst muss man einen weiteren Durchgang starten. Für Platin braucht man alle Enden, alle Furies um den letzten Dungeon freizuschalten, man muss jeden Charakter auf Level 99 bringen, den Quest Rank auf Rang S bringen und, was wohl am schlimmsten ist, 100 Millionen G sammeln. Eine reine Farmtrophäe die sehr viel Zeit und sehr viele Nerven kosten wird. Eine typische JRPG Platin, mit sehr viel Zeitaufwand. Da sie in keinem Forum richtig bewertet wurde, lässt sich der Zeitrahmen leider nicht einschätzen.

 

Fazit

Fairy Fencer F ist ein wirklich solides Spiel. Wenn man bereits andere Titel von Compile Heart gespielt hat, weiß man, was auf einen zukommt. Um das Spiel genießen zu können, muss man definitiv den japanischen Humor zu schätzen wissen und in der Lage sein, Dungeon Crawler zu genießen. Wenn man diese Anforderungen erfüllt, sollte es keinen Grund geben, das Spiel nicht zu genießen. Soundtrack, Gameplay, Charaktere und Humor sind alle im guten Bereich und Umfang bietet das Spiel reichlich. Fans von JRPGs können beruhigt zuschlagen, sollten aber bedenken, dass es kein Vorreiter seines Genres ist. Definitiv kein Anwärter auf das Spiel des Jahres, aber ein lustiges, unterhaltsames und solides Spiel, das einem viele Stunden Spaß bereiten kann.

 

 

7.0/10

 

 

 

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