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Test: Dead Synchronicity: Tomorrow Comes Today im Test für die PS4 – Klick dich durch die Postapocalypse


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s7-9bfff8152fb8a2d32de7df418898be45-266x266.jpg.ef2938efa09c4250a1bc49c790be2bba.jpgDaedelic Entertainment kennt sicherlich der eine oder andere von euch, wenn er auf Point n' Click Adventures steht. Das kleine aber feine deutsche Entwicklerstudio ist bekannt für Spiele wie Edna bricht aus, The Whispered World oder auch Deponia. Alles Adventure Games, die gut bei der Masse angekommen sind und auch überwiegend gute Wertungen erhalten haben. Mit Dead Synchronicity wird zwar kein neuer Weg in Sachen Genre eingeschlagen, doch anders als die meisten Spiele des Entwicklerstudios fällt vor allem auf, dass es kein buntes lustiges Spiel mehr ist, sondern sehr ernst, düster und beinahe deprimierend. Ob so ein Setting in ein Point n' Click Adventure passt, erfahrt ihr in unserem Test.

Wenn man die Apokalypse verschläft

Der Spieler übernimmt die Rolle von Michael, einem Mann, der unter Amnesie leidet und zu Beginn des Spiels in einem heruntergekommenen Wohnwagen aufwacht. Dort wird er von einem gewissen Rod begrüßt, der ihm erklärt, dass er sich um ihn gekümmert hat während Michael im Koma lag und erzählt ihm außerdem davon, dass die Welt nicht mehr so ist, wie sie einmal war. Die ganze Welt sieht verwüstet aus, Leute leben heruntergekommen in Wohnwagen und müssen um ihr Überleben kämpfen.

Dazu kommt, dass ein gefährlicher Virus im Umlauf ist, der dafür sorgt, dass sich Menschen in Blutlachen auflösen. Der Sohn von Rod leidet unter dieser Krankheit und bittet Michael darum nach einem Heilmittel zu suchen, da dieser ihm schließlich das Leben gerettet hat. Recht widerwillig stimmt Michael zu und versucht in der nun modernen Welt klarzukommen. Dabei gibt es einige Geheimnisse zu lüften. Wie sieht die neue Zivilisation aus? Was hat es mit der Krankheit auf sich? Warum hat Michael ständig seltsame Halluzinationen? Und was hat es mit der namensgebenden toten Synchronizität auf sich?

 

 

Aufheben, kombinieren, benutzen

Wer schon mal ein Point n' Click Adventure gespielt hat, kann sich sicherlich vorstellen wie das Gameplay von Dead Synchronicity aussieht. Mit den Analogsticks bewegt man einen Mauszeiger-ähnlichen Cursor über den Bildschirm und je nachdem wo man X drückt, läuft Michael hin. Genauso funktioniert das mit Gegenständen, drückt man X, versucht Michael den Gegenstand entweder aufzuheben oder damit zu interagieren, mit Viereck schaut er ihn sich nur an und kommentiert es.

Dabei sammelt man im Laufe der Zeit immer mehr Gegenstände an, mit denen man an bestimmten Orten etwas machen muss. Beispielsweise benutzt man den Bolzenschneider, um einen Zaun durchzuschneiden oder benutzt ein Seil, um an einem Baum nach unten klettern zu können. Auch müssen öfter mal zwei Gegenstände im Inventar miteinander kombiniert werden, um etwas Neues zu kreieren. Die meisten Rätsel sind relativ gut nachvollziehbar und erfordern nicht stundenlanges Nachdenken, manchmal jedoch ist es schwer zu verstehen was das Spiel nun genau von einem möchte und dadurch, dass es kein "Tipp-System" gibt, kann man auch gerne mal eine Weile festhängen.

Toll ist aber, dass man per Knopfdruck alle wichtigen Punkte markieren lassen kann, so dass man unmöglich etwas übersieht. Ein Problem, mit dem man in vielen Adventures kämpfen musste. Insgesamt sind die Rätsel super gelöst, auch wenn man sich selten wie ein Genie fühlt, wenn man es schafft weiterzukommen.

Keine nette Gesellschaft

Doch nicht nur mit Gegenständen hat Michael etwas zu tun, auch die Menschen, die in dieser schrecklichen neuen Welt leben, können Freund oder Feind für unseren Protagonisten sein. Oft müssen wir diversen Leuten Informationen entlocken oder ihnen einen Gefallen tun, damit man im Gegenzug etwas dafür bekommt. Schließlich bekommt man in einer Welt, wo Wohlstand ein Fremdwort ist, nichts geschenkt. Die Dialoge sind unüblich für das Genre sehr humorlos. Generell gibt es im Spiel sehr wenig zu lachen, die Hintergründe sind recht düster, die Menschen haben jegliche Hoffnung verloren und manche Szenen sind schon fast makaber. Die eher düstere Atmosphäre hat mir äußerst gut gefallen, denn es ist einfach mal etwas Neues ein nicht so buntes und humorvolles Adventure zu spielen.

Das Spiel, auch wenn es mit etwa 5-6 Stunden Spielzeit nicht allzu lang ist, bietet eine recht abwechslungsreiche Auswahl an Gebieten. Wir sehen durchaus mehrere Seiten der neuen Welt und decken auch das eine oder andere interessante Geheimnis auf. Die Hintergründe sind echt nett gezeichnet und das Aussehen der Charaktere ist, wenn auch gewöhnungsbedürftig, sehr passend zur Atmosphäre des Spiels. Der sehr ruhige Soundtrack sticht eher selten heraus und oftmals gibt es auch gar keine Musik, stören tut er allerdings nie.

Im Falle einer neuen Amnesie...

...Schreibt sich Michael den Verlauf der Geschichte in sein Tagebuch auf. Sollte man das Spiel also mal für eine Weile pausieren und dann seinen alten Spielstand laden, kann man wunderbar nachlesen was grob in der Geschichte passiert ist. Dabei schreibt sich Michael sogar auf was er zu erledigen hat. Wenn er also einer verbitterten Frau Essen für ihre Kinder besorgen soll, damit er im Gegenzug einen Pass für die Stadt bekommt, schreibt er sich das wie in einer Art Questlog auf, was durchaus dabei helfen kann grob zu erfahren was man tun soll.

Sehr lobenswert ist auch die Synchronarbeit der deutschen Sprecher. Da das Spiel von einem deutschen Entwicklerstudio stammt, gab ich der deutschen Synchro mal eine Chance und wurde nicht enttäuscht, alle Dialoge sind wunderbar vertont und klingen äußerst professionell. Leider kann man das nicht über die Animationen sagen, denn hier wurde sich eher weniger Mühe gegeben. Viele Bewegungen der Figuren wirken total unnatürlich und abrupt, aber das kann man wohl einfach dem Umstand in die Schuhe schieben, dass das Spiel technisch generell eher minimalistisch gehalten ist und vermutlich auch nicht das größte Budget besaß.

 

Fortsetzung folgt

Was einen besonders bei der Stange hält, trotz der recht simplen Rätsel und der Humorlosigkeit, ist die Story und die Mysterien, die im Spiel aufgebaut werden. Dadurch, dass Michael sich an nichts erinnern kann, ist der Spieler genauso ahnungslos wie er wie die neue Welt funktioniert und somit immer auf dem gleichen Wissenstand. Das ist zwar ein oft benutzter Trope, funktioniert aber in diesem Spiel tadellos. Gerade dieser Riss am Himmel und die mysteriöse Krankheit sind so geheimnisvoll, dass man unbedingt wissen will, was es damit auf sich hat. Dazu kommt dann auch noch, dass Michael im Verlaufe des Spiels Visionen bekommt, bei denen er die Gebiete des Spiels in einer anderen Version sieht. Ist das die Vergangenheit oder Zukunft? Oder doch eine Parallelwelt?

Das spannende ist, dass diese Visionen immer auftauchen, wenn man etwas länger an einer Stelle stehen bleibt. Leider nur wird man auf die meisten seiner Fragen keine Antworten bekommen, zumindest nicht in diesem Spiel. Die Story ist klasse erzählt und hat besonders gegen Ende hin einen besonders hohen Spannungsbogen, aber es endet dann auch einfach recht abrupt und man sitzt fassungslos da und denkt sich, dass das doch nicht das Ende sein kann... Ist es auch nicht, denn Dead Synchronicity war von Anfang an als Zweiteiler geplant und das Sequel befindet sich bereits in Entwicklung. Verfluchter Cliffhanger!

Klick-Experte

Was vielen von euch sicherlich gut gefallen wird ist, dass die Platin in dem Spiel so gut wie geschenkt ist. Zwar werdet ihr sie ohne Guide wohl kaum erspielen können, denn die Trophäenbeschreibungen sind mehr als nur schwammig und die Sachen, die man dafür machen muss ziemlich random, aber selbst wenn ihr in eurem ersten Run blind durch das Spiel geht, könnt ihr anschließend mithilfe eines Guides innerhalb von etwa einer Stunde die Platin abgreifen. Die Platin besteht im Grunde nur daraus irgendwelche Items mit Sachen zu kombinieren, auf die man so kaum kommen würde. Beispielsweise muss man die Ration Essen, die man an einem Punkt des Spiels besitzt, versuchen mit einem defekten Backofen zu kombinieren und bekommt dafür eine Trophäe.

Ihr könnt euch also gemütlich eine Schritt für Schritt Komplettlösung für das Spiel raussuchen und einfach blind den Anweisungen bis zur Platin folgen, leichter geht es kaum. Und eine Platin gibt es sogar auch noch dafür.

 

FAZIT

Dead Synchronicity hat mich echt positiv überrascht. Gerade in diesem Genre ist man ja eher leichtherzige Geschichten mit viel Humor gewöhnt, die zwar stets gut zu unterhalten wissen, aber einen selten mit ihrer Geschichte packen. Hier war ich wirklich in der Story investiert, ich wollte unbedingt wissen wie es weiter- und ausgeht und war ständig gepackt. Dass man für die ganzen Antworten die man erwartet hat auf ein Sequel warten muss, ist zwar etwas ärgerlich, lässt aber die Hoffnung aufkeimen dass uns eine komplexe Erklärung und kein mal eben dahingeklatschtes Ende erwartet. Durch den recht düsteren Stil und teilweise echt unschönen Szenen bekommt man eine sehr deprimierende Story geboten, die gerade mit den skurill gezeichneten Charakteren sehr gut funktioniert. Die Rätsel machen dabei Spaß und sind nie zu fordernd oder zu leicht. Das größte Manko ist wohl die Kürze des Spiels, aber da es ohnehin kein Vollpreistitel ist, kann man darüber hinwegsehen. Klare Empfehlung für Fans des Genres.

 

8 von 10

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