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Test: Robinson The Journey im Test für die PSVR – Gestrandet mit Dino


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Robinson_-The-Journey_20161108230823-266x266.jpg.6ff187af9783232f9ff741bc20c42cf5.jpgSeit Ankündigung der PlayStation VR hat besonders ein Titel die Aufmerksamkeit der Userschaft erregt. Im Gegensatz zu vielen anderen Titeln versprach man hier ein umfangreiches Spiel und nicht nur eine Erfahrung, man überzeugte mit überragender Grafik und vor allem mit einen: Dinosaurier. Crytek veröffentlicht einen Monat nach Release des Virtual Reality Headsets von Sony einen richtigen Brocken und ob die Erwartungen erfüllt werden können, erfahrt ihr unserem Test.

Crusoe im Dschungel

Die Handlung von Robinson The Journey wirkt wie eine moderne Fassung der klassischen Robinson Crusoe Geschichte. Der Junge Robin ist gerade einmal neun Jahre alt, als er mit seiner Raumkapsel mitten im Dschungel landet. Dass in diesem allerlei Gefahren lauern wird spätestens dann klar, als ein lautes Brüllen durch das Unterholz bricht. Doch wie auch in der Vorlage findet Robin schnell einen Freund und Diener, allerdings nennt dieser ihn nicht Freitag, sondern Laika. Laika ist eine Eingeborene der Insel und schlüpft in dem Augenblick, als Robin ihr Nest betritt. Wenn das für euch komisch klingt, dann liegt es daran, dass ihr noch nicht wisst, dass es sich bei Laika um einen Baby T-Rex handelt, der seine Mutter verloren hat. Zusätzlich gibt es da noch die Higs Einheit, die Robin mit Rat und Tat zur Seite steht. Bei Higs handelt es sich um eine schwebende Roboterkugel, die in ihrer Art und ihrer Optik an Wheatley aus Portal erinnert. Vor allem weil Higs sehr zynisch und rechthaberisch ist und Robin am laufenden Band belehrt. Die Handlung setzt allerdings ein Jahr nach dem Absturz an. Laika findet eine weitere Higs Einheit, die Hoffnung in Robin und Higs aufkeimen lässt, dass Robin vielleicht doch nicht allein auf Tyson III ist. Also machen die drei sich auf den Weg, weitere Hinweise auf den Unfall der Raumstation und den Verbleib der restlichen Besatzung zu finden, mit einer aufgeregten Laika und einem überaus nervösen Higs.

 

 

Rätsel für 10 jährige

Man spielt das Spiel natürlich aus der Ego-Perspektive von Robin. Doch was macht ein gestrandetes Kind in einem Urwald voller Dinosaurier? Nun zunächst kann man den normalen Alltag eines Robinsons nachspielen. Reparaturen vornehmen, Fische fangen, Basketball spielen. Oberflächlich betrachtet wirkt die Umwelt authentisch, doch wer hier ein Survival Spiel erwartet muss leider enttäuscht werden, es handelt sich um kleine Puzzle, der Fisch, den man gehäxelt hat, kann man nie essen und der Farmbot, den man in Gang gesetzt hat, wird nie das Feld bestellen. Stattdessen ist Robinson The Journey ein reines Puzzle Game. Der hauptsächliche Sinn des Spiels besteht darin, von Punkt A zu Punkt B zu kommen und dabei die Hindernisse durch Köpfchen zu überwinden. Zur Verfügung steht einem dabei Laika, die man umherschicken, apportieren oder auch brüllen lassen kann, und Higs, welcher hier und da Hinweise gibt und mithilfe dessen man aus der Vogelperspektive Stromkreise reparieren kann. Die Rätsel sind dabei anfangs knackig, doch hat man erst einmal das System erkannt ist der Rest keine Hürde mehr. Allerdings gibt es hierbei ein großes Problem: es gibt zwar viele Mechaniken, doch die meisten werden nur einmal im Spiel verwendet. Wer jetzt glaubt, dass sie sich dadurch nicht abnutzen, dem sei gesagt, dass dies Schuld daran ist, dass man die meiste Zeit mit ein und derselben Mechanik beschäftigt ist: Klettern. Das funktioniert zwar sehr gut, denn die Hände bewegen sich dahin, wohin man schaut, allerdings wird es sehr schnell eintönig und zu einer reinen Fleißarbeit. Etwas mehr Rätsel für die man Laika braucht wären wünschenswert gewesen, denn in ihrem aktuellen Zustand ist sie nichts weiter als ein Gimmick.

Bis auf den kleinsten Zentimeter

Die eigentliche Stärke von Robinson The Journey ist das Scannen. Findet man ein Lebewesen oder eine Kommunikationseinheit, welche die Collectibles ausmachen, so kann man in den Scanmodus wechseln. Dann erscheinen viele grüne und rote Punkte und man muss versuchen alle Grünen einzusammeln ohne die Roten zu berühren. Dafür verdient man sich Einträge in der vom Menü aus erreichbaren Datenbank, wo man Audiologs, Textnachrichten und Informationen zu den gesammelten Tieren lesen kann. Zusätzlich kann man die Tiere auch mehrmals scannen und so ihren Eintrag komplettieren. Der Vorteil ist dabei, dass die in der Datenbank befindlichen Modelle sich dann anfangen zu bewegen. Bei manchen sind die Einträge schneller komplettiert, bei anderen dauert es etwas länger. Allerdings sind von den meisten Kreaturen ausreichend in der Welt vorhanden. Außer von den vermaledeiten Schlangen! Nötig ist es jedoch nicht alle vollständig freizuschalten, denn um alle Ziele zu erreichen müssen diese nur einmal gescannt werden. Aber auch hier stößt man bald auf ein Problem: es sind immer wieder die gleichen Kreaturen, die man scannt. Eine größere Kreaturendatenbank wäre gut gewesen. Es gibt so viele verschiedene Schmetterlinge, wieso zählen sie zur gleichen Art? Wenn es schon verschiedenfarbige Glühwürmchen gibt, warum zählen sie alle zum selben Eintrag? Es gibt Libellen, die nur zwei Zentimeter groß sind und solche, die sind so groß wie ein menschlicher Kopf, also warum kann man da nicht verschiedene Punkte für einfügen?

Zum Träumen schön

Die Grafik lässt sich ziemlich leicht mit einem Wort beschreiben: Fantastisch. Im Vergleich zu anderen VR Spielen sticht Robinson The Journey wirklich heraus und Crytek beweist erneut, dass sie was von Grafikqualität verstehen. Grüne Blätter, schmierige Teergruben und eine alte zerstörte Raumstation sorgen für eine abwechslungsreiche Umgebung. Natürlich sorgen üblich Lichteffekte für das besondere Etwas, sei es das Licht, welches durch die Wipfel bricht oder die Glühwürmchen und LEDs in den dunklen Höhlen. Besonders viel Mühe hat Crytek sich allerdings mit den Charaktermodellen gegeben. Das ist auch notwendig, denn die Dinosaurier sind das absolute Highlight des Spiels und jede Begegnung sorgt immer wieder für Staunen oder Schrecken. Man kann es nicht beschreiben, man muss es erlebt haben aber so viel sei gesagt: Würde es ein Jurassic Park geben, näher würde man den Tieren dort auch nicht sein. Das man das Ganze noch aus der Ego-Perspektive erlebt, hilft ungemein. Lediglich eine Unterstützung der Move Controller wäre wünschenswert gewesen, immerhin sieht Robins Gadget ziemlich genauso aus. So folgen die schwebenden Hände jederzeit der Blickrichtung, was jedoch auch sehr intuitiv ist. Lediglich für eine Kamerasteuerung mit dem linken Stick muss man sich entscheiden. Am besten ist „weich“, auch wenn diese anfangs Schwindel auslösen kann. Wenn man dran bleibt und die natürliche Kopfbewegung mit nachvollzieht, gewöhnt man sich recht schnell daran und verbessert das Erlebnis ungemein. Probiert bloß nicht irgendwo abzustürzen, die ersten Male hat man das Gefühl man falle wirklich in seinen Tot – ähnlich wie wenn man im Traum fällt.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten

Robinson The Journey sieht gut aus, keine Frage. Allerdings ist die VR Technologie noch immer in den Kinderschuhen und dementsprechend muss man auch mit grafischen Schwächen und kleinen Tricksereien der Entwickler rechnen. So sind nur Objekte in der unmittelbaren Umgebung wirklich scharf. Gelegentlich gibt es ein paar kleine Pop-ins, wenn Objekte in weiterer Entfernung sich langsam materialisieren. Und auch die Blätter sind meistens gut modelliert, aber bei den Beerensträuchern handelt es sich lediglich um tapetendünne Texturen, die in der Luft hängen. Ein weiteres Manko ist das Fehlen jeglicher Untertitel. In dem Spiel wird sehr viel geplappert, wer also Probleme mit dem Hören hat wird hier arge Probleme bekommen. Und die Kamera macht auch hin und wieder nicht ganz das, was sie soll. Seien es minimale Positionsruckler beim „über die Klippe schauen“ oder wenn man klettert und dann plötzlich nichts mehr sieht, weil der Kopf in einem Objekt steckt. Dann gibt es einen schwarzen Bildschirm mit weißer Schrift, immerhin kann man so nicht durch Wände gucken. Ein paar Bugs sind auch noch während des Tests aufgetreten, allerdings sind diese nicht wirklich spielstörend gewesen. Das schwerwiegendste ist dabei noch der Anzeigebug im Menü, welcher behauptet, ich hätte eine Quest nicht abgeschlossen. Einmal wollte Laika einen Fisch aufheben und da die Animation so langsam war, ist er wieder ins Wasser gerutscht und Laikas Kopf zog sich zwei Meter in die Länge. Ansonsten sind es eher Kleinigkeiten wie fehlende Kollisionen mit Laika oder ihre Fähigkeit sich zu teleportieren, die den Spieler ein wenig aus der Immersion reißen. Doch die meiste Zeit wünscht man sich einfach nur eine Funktion sie zu streicheln.

Der große Entdecker

Okay, ich weiß, es gibt hier einige die nur eines interessiert: Gibt es eine Platin-Trophäe und ist diese einfach zu erreichen? Beides bekommt ein klares: Ja! Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen behaupte ich jetzt zusätzlich, dass man diese leicht in unter zehn Stunden erreichen kann, in der Hälfte der Zeit wenn es erst einmal einen Leitfaden und Tipps dazu gibt. Denn momentan ist es noch die größte Schwierigkeit herauszufinden, wie man Laika alle Tricks beibringt oder auf welche drei Art und Weisen man Fische fangen kann. Der größte Zeitfresser ist allerding die Suche nach den Kommunikatoren. Das sind die Sammelobjekte, die in der Welt von Robinson The Journey verteilt sind. Wer sich ordentlich umschaut, wird sie alle finden, allerdings gibt es so viele Wege, die abseits des Kurses liegen, dass man sehr viel Zeit mit herum irren verbringt. Außerdem sollte man zwischendurch nicht sterben, die Rücksetzpunkte sind rar. Allerdings scheint dies zum Beispiel die Kreaturensammlung nicht zu betreffen, denn am Ende hatte ich die Trophäe, obwohl noch ein Punkt fehlte. Die jeweilige Kreatur hatte ich aber schon gescannt, nur danach das Spiel geschlossen. Etwas nerviger könnte sich das Basketballspiel entpuppen. Hier musste ich einen Wurf wiederholen, den ich auf jeden Fall schon hatte, der sogar im Menü markiert war. Weil ich aber die dritte Position nicht geschafft hab, gab ich vorzeitig auf. Später schaffte ich den Wurf, erhielt aber die Trophäe erst, nachdem ich die beiden anderen Positionen wiederholt hatte. Wenn man daran denkt, dass man Objekte beim Halten auch weiter von sich weg schweben lassen kann, ist das kein Problem. Und einen Tipp: auch wenn ihr glaubt in der Teergrube fertig zu sein, gibt es vielleicht doch noch ein Higs Rätsel, welches ihr übersehen habt, weil man an der Stelle auch anders weiter kommt.

 

FAZIT

Okay, ich gebe es zu, Robinson The Journey ist sicherlich nicht für jeden was. Mich, der schon Metroid Prime damals nur gespielt hat, weil man da alles Mögliche scannen und erforschen konnte, hat Robinson von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt. Die Hauptstory ist allerdings recht kurz und endet quasi genau dann, wenn sie richtig in Fahrt kommt. Zudem werden manche Mechaniken nur einmal verwendet und dafür ist man die meiste Zeit nur am Klettern, eine Mechanik die zwar gut gelungen ist, sich aber mit der Zeit abnutzt. Auch etwas mehr Interaktion mit Laika wäre schön gewesen. Andererseits ist die Welt wirklich fantastisch modelliert und die Dinosaurier und anderen Bewohner von Tyson III überzeugen voll und ganz. Robinson ein Erlebnis der ganz besonderen Art und wer sich darauf einlässt, wird ein paar echte Wow-Momente erleben.

 

8 von 10

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