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Test: Tokyo Twilight Ghost Hunters: Daybreak Special Gigs im Test für die PS4: Strategie-Visual-Novel-Mix und Geister


Marloges
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ttgh2-banner_0-266x266.jpg.14757e545b1cc8e2d1da6b15714bf71c.jpgSeltsame Genre-Mixes sind wir gerade von Japanern ja schon gewöhnt. Spiele wie BlazBlue, Guilty Gear, Zero Escape oder auch Danganronpa haben abseits ihres normalen Gameplay öfter mal viele Visual-Novel-Elemente. Was eine tolle Sache ist, denn ist das Budget nicht da, um seine Story auf aufwendige Art und Weise mit Cutscenes zu erzählen, ist Text nunmal eine super Alternative. Tokyo Twilight Ghost Hunters ist da keine Ausnahme. Das Strategie-RPG wartet mit einem interessanten und einzigartigem Dialogsystem auf und auch unterschiedliche Enden gilt es zu erspielen. Ob das funktioniert und was die neue "Daybreak Special Gigs"-Version für neue Features hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Mit Mitschülern auf Geisterjagd

Euer stiller Protagonist, den ihr auch selbst benennen könnt, ist ein Austauschschüler, der gerade seinen ersten Tag an der Kurenai Academy hat. Als er dort ankommt, trifft er auch direkt auf eine etwas seltsame junge Frau, die euch eine Karte in die Hand drückt und euch auf ein Gespräch einlädt. So schnell wie sie auftauchte, ist sie dann auch schon wieder weg und bevor man sich davon erholen kann, steht man auch schon im Klassenzimmer, stellt sich vor und muss sich einigen unangenehmen und seltsamen Fragen stellen, denn die Mitschüler wollen mitunter wissen, welche Sehstärke man hat und welche Blutgruppe man besitzt. Zwar ist das in Japan ein größeres Thema als hier, aber fragt man sowas beim ersten Treffen? Einer der Mitschüler namens Masamune Shiga lässt dabei die Klasse ins Schweigen bringen, indem er euch fragt ob ihr an Geister glaubt; eine Frage die zum intelligenten Shiga kaum passt, laut Ansicht der Schüler. Nach diesem seltsamen ersten Eindruck über die Schule geht es auch schon ab ins nächste, noch seltsamere Phänomen. Eine Mitschülerin namens Sayuri Mifune möchte, dass ihr sie in die vierte Etage begleitet und dort angekommen, stellt sich heraus, dass es dort Geister gibt und auch Shiga und die junge Dame, die wir am Anfang des Spiels trafen, tauchen auf, offenbar garnicht über die Existenz von Geistern verwundert. Und schon fängt eine bizarre Geschichte an, die auf eine sehr episodische Art und Weise erzählt wird.

 

 

Nein, nicht die Wand lecken!

Diese Zwischenüberschrift mag random wirken, war aber 1:1 mein Gedanke an einer Stelle des Spiels. Aber lasst mich erklären: Das Spiel hat wie schon erwähnt ein sehr einzigartiges Dialogsystem. Leider ist es aber auch sehr verwirrend und wird vom Spiel absolut überhaupt nicht erklärt. An manchen Stellen des Spiels taucht plötzlich ein Rad mit verschiedenen Symbolen auf, die für verschiedene Gefühle stehen. Darunter Neugier, Freundschaft, Wut, Liebe und Trauer. Wählt ihr eines davon aus, taucht ein weiteres Rad auf und dieses mal müsst ihr euch zwischen fünf Sinnen entscheiden, eben Sehen, Hören, Riechen, Tasten oder Schmecken. So weit, so gut. Aber erstmal zu realisieren, was die Symbole genau bedeuten und was das Spiel von einem überhaupt will, ist ein Problem. So kann es sein, dass ihr versucht mit einem Charakter zu flirten, stattdessen aber anfangt sie zu begrapschen oder anstatt einen bestimmten Ort mit Neugier und Augen zu untersuchen, schaut ihr einfach nur bedöppelt euer Gegenüber an. Doch um auf meinen "Nicht die Wand lecken"-Moment zurückzukommen... Ich wollte eigentlich mit Neugier und Schmecken (was eben nur ein Mundsymbol ist und öfter mal schon als "reden" fungiert hat!) eine Frage stellen; was macht aber mein Charakter? Er leckt aus Neugier die Wand ab, da dort etwas seltsames zu sehen war. Aber hey, was soll man bei einem Gesicht mit Fragezeichen über dem Kopf und einem Mund schon denken was passiert? Das Dialogsystem ist sicherlich ziemlich cool, kann aber auch leicht sehr frustrierend werden, denn versucht ihr euch mit irgendeinem Charakter anzufreunden, ist es nicht gerade produktiv wenn ihr euch wie ein seltsamer Freak verhaltet... Gleichzeitig werdet ihr aber auch mit einer Menge Romantikoptionen belohnt, wenn ihr das System erst einmal beherrscht, denn einen Großteil der Charaktere kann euch seine Liebe gestehen.

Taktik und Glück

Das Gameplay ist genau wie das Dialogsystem so originell wie verwirrend. Im allerersten Kampf gegen Geister gibt es zwar eine kurze Erklärung wie das Kampfsystem funktioniert, aber diese reicht nichtmal annähernd, um zu verstehen wie genau alles funktioniert. Auf dem sogenannten "Ouija Pad", ein taktisches Spielfeld, wie man es aus diversen Taktik-RPGs womöglich kennt, könnt ihr eure Charaktere bewegen, Fallen legen und dabei versuchen die Geister zu bezwingen. Jeder Charakter hat dabei eine bestimmte Anzahl an Ability Points, die limitieren, wieviele Aktionen ihr pro Runde ausführen könnt. Jeder Schritt und selbst das Drehen des Charakters verbraucht Punkte. Dabei könnt ihr ganz klassisch Items benutzen, Spezialfähigkeiten einsetzen und attackieren. Jeder Charakter hat dabei seinen ganz eigenen Angriffs-Radius und trifft dabei mehrere Felder auf dem Ouija-Pad aufeinmal. Und da kommt der Clou; habt ihr die Geister einmal entdeckt, wird euch angezeigt, wo die Geister sich in der nächsten Runde vermutlich hinbewegen werden. Da aber ein relativ großer Bereich eingeschätzt wird, müsst ihr raten, wo genau sie in etwa landen werden und somit eure Attacke ersteinmal auf leere Felder richten, um dann zu hoffen, dass der Gegner anschließend auch in eines dieser Felder reinläuft. Dazu kommt dann auch noch der etwas nervige und meiner Meinung nach unnötige Aspekt, dass jede Mission ein Zeitlimit hat, was bedeutet ihr dürft nicht unendlich viele Züge verbrauchen, denn sonst ist die Mission gescheitert. Dieser Zufallsaspekt kann auf jeden Fall sehr frustrierend werden, besonders da die meisten Missionen eigentlich garnicht sonderlich schwer sind.

Vorbereitung ist alles

Doch als wäre das alles noch nicht kompliziert genug, gilt es auch vor jeder Mission etliche Sachen zu erledigen. So könnt ihr, wie typisch für RPGs, Läden besuchen, um eure Vorräte aufzustocken und auch Waffen und Rüstungen kaufen, um euch das Leben zu erleichtern. Auch könnt ihr eure Charaktere miteinander trainieren lassen, um mehr Skillpunkte zu erlangen, die ihr frei verteilen könnt und auch jede Menge Nebenmissionen machen, bevor ihr euch auf die nächste Storymission stürzt, um noch ein wenig zu leveln oder einfach das Kampfsystem zu erlernen. Auch könnt ihr vergangene Story-Ereignisse nochmal betrachten, wenn euch der Sinn danach steht, mit euren Kameraden quaseln und ein verrücktes Minispiel hat es auch ins Spiel geschafft, welches aber zumindest wieder neue Skillpunkte freischaltet, damit ihr stärker werdet. Das Spiel bietet also reichlich Möglichkeiten euch auf die nächsten Missionen vorzubereiten. Was vor Start einer neuen Mission aber auch sehr wichtig ist: Das Platzieren von Fallen. Bevor die Mission losgeht, könnt ihr auf der Karte frei eure Fallen platzieren und müsst dabei genau überlegen, wo es am meisten Sinn macht, denn die Fallen kosten Geld und je mehr ihr platziert, desto weniger Geld erhaltet ihr am Ende noch für die Mission. So kann es auch passieren dass man Missionen nur für die Erfahrungspunkte macht, da man all seine Kohle schon für Fallen ausgegeben hat. Alles in allem ist es aber toll, dass das Spiel so viel bietet, auch abseits von seinem ohnehin schon abwechslungsreichem Visual-Novel/Taktik-RPG-Mix.

Tolle Optik, mäßiger Sound, viele Neuerungen

Was man dem Spiel wirklich hoch anrechnen muss, sind die detaillierten und hübschen Charaktermodelle. Im Vergleich zu manch anderen Visual Novels sehen die Charaktere wirklich klasse aus und sind dabei durchgehend animiert, so dass sich Haare oder Klamotten im Wind bewegen und sie blinzeln und kleinere Bewegungen machen. Keine Selbstverständlichkeit! Auch die Hintergründe sehen schön detailliert aus und sind immer nett anzusehen. Ein schöner Ausgleich dafür, dass ein großer Teil des Spiels auf einem karierten Brett stattfindet. Insgesamt ist Tokyo Twilight Ghost Hunters also wirklich ein nett anzusehendes Spiel. Weniger nett, obwohl das natürlich starke Geschmackssache ist, ist der Soundtrack. Zwar gefallen mir Gitarrenklänge in der Regel echt gut, aber der Soundtrack dieses Spiels besteht gefühlt aus einem einzigen Gitarrensolo, das sich durch das ganze Spiel zieht. Oftmals passt der rockige Klang garnicht zur Situation und wirkt deplatziert und auch wenn man drauf steht, etwas mehr Abwechslung wäre echt schön gewesen. Was man womöglich auch kritisieren kann, ist dass keiner der Charaktere synchronisiert wurde und die Charaktere somit immer still sind. Da ich die originale Version des Spiels nicht gespielt habe, fällt es mir etwas schwer genau nachzuvollziehen, wie anders "Daybreak Special Gigs" genau ist; aber offenbar bietet das Spiel einige zusätzliche Szenen, Charaktere und Special Images und packt auch einige neue Episoden ins Spiel, die flüssig ins Spiel eingefügt wurden, ohne den Spielfluss der originalen Story zu sehr zu stören. Diese neuen Missionen sollen um einiges schwieriger sein, als das Originalspiel zu diesem Zeitpunkt eigentlich wäre und ich kann nur bestätigen, dass das Spiel an manchen Ecken wirklich frustrierend wird und man oftmals alte Kapitel wiederholen muss, um stark genug zu sein und voranzukommen. Es könnte also sogar abschreckender sein mit dieser Version einzusteigen; es ist aber auch schwer zu sagen, ob Leute, die das Originalspiel gespielt haben, unbedingt diese Version kaufen sollten, wegen des neuen Contents. Ich würde sagen, wer das Originalspiel wirklich klasse fand und mehr Content will, sollte sich den Kauf überlegen. Wer neu einsteigt, sollte wohl auch mit dieser Version einsteigen, denn auch wenn die Schwierigkeit an manchen Ecken frustrierend sein kann, mehr Content ist immer gut.

Meister Geisterjäger

Da es online noch keinen Guide zu der Special-Gigs-Version des Spiels gibt, ist es schwer zu sagen, ob die Platin dieser Version viel schwieriger zu erlangen ist. Das Spiel hat aber auf jeden Fall seine eigene Trophäenliste, die auch leicht anders zu sein scheint. Um die Platin zu erlangen, müsst ihr das Spiel sehr gründlich durchspielen, denn eine Goldtrophäe bekommt ihr dafür, dass ihr euer Album zu 100 % komplettiert. Hierfür müsst ihr jede Szene im Spiel einmal gesehen haben, um euer Album mit allen Fotos zu erlangen. Da Special Gigs neue Szenen und Charaktere enthält, kann ich mir gut vorstellen, dass man hier auch mehr zu tun hat. Außerdem müsst ihr 15 Charaktere dazu bringen, ihre Liebe für euch zu gestehen, alle Extra-Szenarien durchspielen, 50 Spiele Hypernatural gewinnen und jede Menge andere Herausforderungen bewältigen. Auch wenn das nach sehr viel klingt, ist das Spiel nicht übermäßig lang; ihr werdet also keine 100 Stunden an der Platin sitzen. Da das Original mit etwa 30 bis 40 Stunden recht schnell platiniert war, wird die Platin hier wohl auch nicht viel länger dauern. Genau kann ich das aber leider nicht sagen zu diesem Zeitpunkt.

 

FAZIT

Tokyo Twilight Ghost Hunters ist ein sehr einzigartiges Spiel. Die Mischung zwischen Visual Novel und Strategie-RPG ist mir in der Form noch nie untergekommen und das Geisterjäger Setting mit seinem recht unterhaltsamen und episodischem TV-Serien Format macht das ganze sehr stilistisch. Jede Menge abgedrehte Charaktere und einzigartiges Gameplay mit vielen verschiedenen Enden runden das Paket ab. Leider aber ist das Game an vielen Stellen sehr verwirrend, erklärt wenig und erfordert eine Menge Geduld. Gerade das Dialogsystem wirkt sehr random und auch die auf Glück basierenden Kämpfe können sehr nerven. Die Story ist sehr unterhaltsam und bietet eine Menge lustige Momente, hat aber wegen des episodischen Format keine große Spannungskurve. Alles in allem ein sehr nettes Spiel wenn man einfach mal etwas komplett anderes spielen möchte und es mag sich in ein neues Spiel so richtig einzuarbeiten.

 

6,5 von 10

 

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