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Assassin's Creed Rogue im Test für die PS3 - Rollentausch im Assassinenland


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Assassins_Creed_Rogue_Newsbild.jpeg.83f4f87b8751ddfb5d076fbf8d36fb79.jpegAls wäre ein Assassin’s Creed Spiel nicht genug gewesen, so gibt es diesmal neben Assassin’s Creed Unity einen weiteren Teil der Reihe. Mit Assassin’s Creed Rogue wurden möglicherweise ein letztes Mal die alten Konsolen bedient. Man versucht so die alten Spiele zu einem würdigen Ende zu bringen und den Fans noch einmal ein Assassin’s Creed der „alten Schule“ zu bieten. Ob der Plan aufgeht und für welches Spiel man sich entscheiden sollte, sofern man die Wahl hat, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Betrug, Mord und Totschlag auf neuer Ebene

Zu Beginn scheint Assassin’s Creed Rogue ein ganz normaler Standardteil der Serie zu sein. Ein junger, übermütiger Anwärter auf den Assassinenposten lernt die Sätze des Kredos, nach ihren Anweisungen zu leben und gegen die Templer zu kämpfen. Unterstützt wird man dabei von einigen bekannten Gesichtern aus den Spielen der Amerika Reihe. Haytham Kenway und Adéwalé sind nur zwei Namen, die Rogue mit Assassin’s Creed III und Black Flag verknüpfen.

 

Doch nach ein paar wenigen Stunden Spielzeit geht das Spiel plötzlich in eine komplett andere Richtung. Shay Patrick Cormac, der Protagonist des Spiels, entwickelt nach und nach eine Abneigung gegenüber seinen Brüdern und es kommt, wie es kommen muss: Er schließt sich seinen ärgsten Feinden an – den Templern. Die große Überraschung bleibt jedoch leider aus und schuld daran ist Ubisofts Marketing. Selbst wenn man sich keine News und keine Trailer angesehen hat, so prangen selbst auf der Hülle Sätze wie „Jagd auf die Bruderschaft“ oder „Einst ein Assassine, nun ein furchtloser Templer.“

 

Durch diesen Twist hat Assassin’s Creed Rogue das Potenzial zum handlungsmäßig besten Teil der Serie, da man mit den Konventionen bricht und auch alles von einer anderen Seite zeigt. Die Entwickler haben auch ganze Arbeit geleistet, nach nur kurzer Zeit stellt man selbst alles in Frage und bekommt das Gefühl, dass die Ziele der Assassinen vielleicht doch nicht so nobel sind, wie man immer geglaubt hat. Dennoch fühlt es sich falsch an, wenn man sich durch die Reihen derer metzelt, die man früher als seine Freunde gesehen hat. Dieser Innere Zwist zeigt, dass die Story einem doch näher geht, als man sich möglicherweise eingestehen mag.

 

 

Back to the roots

Wenn man schon Assassin’s Creed Unity gespielt hat, für den mag Rogue wie ein Rückschritt wirken. Doch sieht man es als Fortsetzung der Last Gen Spiele, die parallel zu Unity entstand, ergibt es Sinn, dass es gleichzeitig zu Unity auf den alten Konsolen erschien. Es ist eine konsequente Weiterentwicklung von Black Flag oder vielmehr ist es lediglich gleiches vom gleichen, da es noch auf der alten Engine basiert.

 

Doch hier liegt die Stärke von Rogue. Im Gegensatz zu Unity leidet Assassin’s Creed Rogue nicht an den Kinderkrankheiten. Natürlich gibt es noch immer kleine Bugs, die leider schon immer Teil der Assassinen-Reihe waren, doch schwerwiegende Performanceprobleme bleiben aus. Wenn ihr also Spaß an den alten Spielen hattet, könnt ihr nichts mit Rogue falsch machen. Vor allem wer Black Flag wegen der Schiffsfahrten mochte, wird sich freuen dass diese in Rogue zurückgekehrt sind.

 

Leider ist die große Stärke des Spiels auch eine große Schwäche. Wer Assassin’s Creed Unity schon vorher gespielt hat, kann Rogue leicht als Rückschritt betrachten. Im Verlauf des Tests ist mir immer wieder aufgefallen, dass Unity nur so vor Verbesserungen strotzte, die hier fehlen. Besonders das Herabsteigen von Gebäuden ist hier wieder zu einer Tortur geworden und die Kämpfe sind wieder so banal wie eh und je. Andererseits bleiben alte Features erhalten, wie das Anlocken von Wachen.

 

Karge Winter und tropische Sommer

Die Welt von Assassin’s Creed Rogue ist vielseitig. Sie vereint Perfekt die Welt von Assassin’s Creed III mit der von Assassin’s Creed IV Black Flag. So reist man mit seinem Schiff durch die tropischen Gefilde der Karibik, erforscht sonnige Inseln und landet schließlich in den kalten Gewässern Nordamerikas. So kalt, dass das Schiff ein paar Upgrades braucht, um sich durch das Eis zu schlagen um Schneisen für die Weiterfahrt zu bilden.

 

Es ist sogar so kalt, dass Shay erfriert, wenn er zu lange dem kalten Wasser ausgesetzt ist. Zu lange Schwimmausflüge sind also nicht empfehlenswert, wenn man nicht gerade im warmen Süden unterwegs ist. Der Wechsel der Klimazonen bringt eindrucksvoll Abwechslung in das Spielgeschehen und so bekommt der Spieler nicht ganz so oft das Gefühl, er hätte alles schon einmal gesehen.

 

Ansonsten gibt es nicht allzu große Veränderungen. Die Schiffsschlachten kaum merklich flinker geworden und an Land hat man ein paar Tricks gelernt, wie den Mörser oder das Luftgewehr. Das Meiste wird man aber kaum nutzen. Man wird sowieso den Großteil des Spiels damit verbringen, die unzähligen Sammelobjekte zu finden, zu denen nun auch Eisberge dazugekommen sind, die man zerschießen und dann plündern kann.

 

Grafik: 1 mit Sternchen

Doch was nutzt die Abwechslungsreiche Umgebung, wenn sie nach nichts ausschaut? Glücklicherweise kann Assassin’s Creed Rogue davon kein Lied singen. Das Spiel sieht gut aus und holt noch einmal alles aus den alten Konsolen raus. Die Kleidungsstücke sind detailreich ausgearbeitet und die Haare und Stoffe wehen im Wind, während Ausflüge durch den Schnee ihre Spuren hinterlassen.

 

Ebenso bieten Flora und Fauna was fürs Auge, auch wenn man sich manchmal fragt, wie man sich in Fußhohem Gras verstecken können soll. Wenn man aber auf der Pirsch ist um ein paar der ansässigen Tiere zu erledigen und auszunehmen, kommt dies dem geduckten Assassinen sehr gelegen. Doch auch die zivilisierten Ortschaften können sich sehen lassen und vor allem wenn es etwas actionreicher zugeht fordern ein paar Effekte noch einmal mehr der betagten Technik ab.

 

Auf die Ohren gibt es aber auch, die Soundkulisse kann sich hören lassen. Man fühlt sich, als wäre man live dabei, wenn man durch die belebten Städte oder einsamen Wälder streift. Ebenso sind auch die Shantys wieder mit von der Partie: Auf hoher See beginnt die Mannschaft ihre Matrosenlieder zu trällern wodurch man so richtig in Segelstimmung kommt. Zu meckern gibt es wenig, wenn man hier und da einmal ein Auge zudrückt, wenn Waffen oder Haare durch Kleidungsstücke hindurch ragen.

 

Multiplayer ganz für sich allein

Von einigen gehasst, von anderen geliebt war der Multiplayer. Möglichst unauffällig schlich man durch die Menschenmassen, verbarg sich hinter Büschen und Heuhaufen oder sprang wie ein Verrückter über die Dächer und erschoss jeden, der sich nach einem Umsah und verdarb so den ernsten Spielern den Spielspaß. Diesen Modus gibt es in Assassin’s Creed Rogue nun so nicht mehr - ihr könnt also aufatmen.

 

Für jene, denen das Versteckspiel jedoch gefallen hat, hat Ubisoft einen kleinen Ausgleich gefunden. Während man nun als Templer sich durch die Städte besiegt, kann man nie genau wissen, ob man nicht von einem Assassinen gejagt wird. Auch wenn es sich hierbei nur um KI-Assassinen handelt, so ist die Mechanik nicht ganz unähnlich. Ein Kompass zeigt die Richtung an, in der ein Meuchelmörder lauert, ein flüstern verrät, dass man ganz nah ist.

 

Der einzige Unterschied besteht jedoch darin, dass man die Gegner ganz einfach mit dem Adlerauge aufspüren kann und die Gegner auch nicht weglaufen, wenn sie sich ertappt fühlen. Erst nach einem erfolgreichen Angriff ihrerseits fliehen sie in die Pampa, nur um von nächsten Heuwagen oder Dach aus erneut anzugreifen. Nettes Gimmick und auch logisch konsequent durchgesetzt, wenn man bedenkt, dass man nun einer von denen ist, die man in den anderen Teilen immer gejagt hat. Manchmal aber auch ein wenig lästig.

 

Das wertvollste Metall für die besten Verräter

Ein neues Assassin’s Creed, eine neue aufwendige Platin. Wie üblich muss man in Assassin’s Creed Rogue die Story auf 100% Synchronisation bringen, also in allen Missionen alle optionalen Ziele erreichen. Freundlicherweise kann man jederzeit auf ältere Sequenzen zugreifen und muss auch nicht stets alle Ziele auf einmal erfüllen, obwohl dies zumindest etwas Herausforderung ins Spielgeschehen bringt.

 

Außerdem gilt es ein paar Herausforderungen zu meistern, um die Cheats zu aktivieren, die jedoch das Spiel nicht erleichtern, sondern Boni hinzufügen, wie keine automatische Heilung oder Schwerere Wachtruppen, womit man anschließend in langatmigen Kämpfen konfrontiert wird. Oder aber es gibt die üblichen Sachen, wo man bestimmte Kampfmanöver auf eine bestimmte Menge von Gegnern ausüben muss. Alles nicht dramatisch, gibt der Platin jedoch einen Hauch von Herausforderung.

 

Der Rest sind die üblichen Sammelaufgaben. Die Karte ist wie üblich überfüllt mit Symbolen die alle abgegrast werden müssen. Letztendlich ist die Platin zwar zeitaufwändig, aber da es keine verpassbaren Trophäen gibt auch leicht nach Abschluss der Story machbar. Einen Unterschied gibt es jedoch: aufgrund des fehlenden Multiplayermodus gibt es dementsprechend nur Offline-Trophäen und somit ist kein Stundenlanges XP-Gefarme mehr notwendig.

 

Persönliches Fazit

Insgesamt hat mir Assassin’s Creed Rogue zwar gefallen, doch gerade im direkten Vergleich mit Assassin’s Creed Unity verliert es sehr an Boden. Viele der neuen Features fehlen und auch die Grafik und weniger belebten Straßen kratzen am Image des Spiels. Man darf aber nicht vergessen, dass es sich ja um eine veraltete Konsolengeneration handelt und außerdem ist Rogue deutlich weniger verbuggt, als sein CurrentGen Partner. Betrachtet man lediglich die Spiele der LastGen, so muss man eingestehen, dass es besonders durch seine Außergewöhnliche Story hervorsticht.

 

Wenn man nun also die Wahl hat, zwischen einem der Spiele sich entscheiden zu müssen, muss man wissen, was man denn erwartet. Wenn man großer Fan von Black Flag war und mehr vom gleichen will, so kann man getrost zu Assassin’s Creed Rogue greifen. Will man mal eine besondere Geschichte erleben, so ist ebenfalls Rogue eine gute Wahl. Hat man allerdings bereits Unity gespielt so muss man damit rechnen, dass einige Dinge fehlen und das Spiel sich nicht so flüssig anfühlt.

 

Deshalb finde ich auch, dass Assassin’s Creed Rogue ein gelungener Abschluss für die Serie ist, wie sie bisher war. Es spielt sich genau so, wie man es stets von den Spielen erwartet hat und endet gleichzeitig mit einem Knall. Wer einmal Ubisofts Welt aus den Augen der Templer erleben möchte, wird um Rogue nicht herumkommen. Man hat aber auch nichts verpasst, wenn man diesen Teil auslässt, da er lediglich wie eine Erweiterung Black Flags wirkt.

7.5/10

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