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Test: Drakengard 3 im Test für die PS3: Welteroberung mit Drachenpakt


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Drakengard-3-Newsbild1.jpg.d66e536c7a551dcbb7799ee045abbe60.jpgDrakengard ist eine hier eher unbekannte Serie von Square Enix, die bereits vor einigen Jahren für die PlayStation 2 erschien. Heute kennt man eher das Spin-off NieR, welches hierzulande für die PlayStation 3 erschien und auf den Events des fünften Endes von Drakengard basiert. Nachdem das Entwicklerstudio Cavia allerdings geschlossen wurde, machten sich ehemalige Mitarbeiter daran, einen neuen Drakengard Teil zu entwickeln. Heraus kam Drakengard 3, ein Prequel zum ersten Spiel. Die optischen Ähnlichkeiten zu NieR sind Fans sofort aufgefallen. Inwiefern es diesem entspricht, oder ob es doch was ganz anderes ist, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Links, Zwo, Drei, Vier..

Die Welt lebt in Frieden. Die Schwestern, auch genannt Intoner, sorgen mit ihrer unendlichen Güte dafür. Ihre Namen sind One, Two, Three, Four und Five. Doch eine ihrer Schwestern will sich nicht damit zufrieden geben, nur einen Teil der Welt zu besitzen. Ihr Name ist Zero. Also schwingt sie sich auf ihren Drachen Michael und legt sich mit ihren Schwestern an, während sie tausende ihrer Truppen niederstreckt.

Dies ist der Auftakt zu einer ungewöhnlichen und durchgeknallten Story. Überflüssig zu sagen, dass ihr Vorhaben scheitert und sie ohne ihre Mächte und ihrem Drachen sich zurückziehen und verstecken muss, bevor sie ihren Rachefeldzug von neuem beginnt. Der Verlust von Michael hat zum Jungdrachen Mikhail geführt, welcher ganz und gar nicht mit dem Plan seiner Herrin einverstanden ist und seinem Unmut Luft macht. Zero selbst kann den unerfahrenen Mikhail jedoch nicht ernst nehmen und beleidigt ihn am laufenden Band, was unweigerlich zu komischen Situationen führt. Der Humor des Spiels lockert die sehr düstere und ernste Geschichte enorm auf. Von nervigen Feen, über Gegner die über Zeros Schönheit und die der anderen philosophieren bis hin zu einem Drachen, der sich vor Angst einpullert ist alles dabei. Besonders witzig sind die „awkward silence“ Momente, in denen alles still bleibt wenn etwas Unerwartetes passiert und man für einen Moment denkt, das Spiel hätte sich aufgehängt.

 

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Wo gehobelt wird fallen Späne

Drakengard 3 bietet genug Momente seinen Gegnern ordentlich auf die Mütze zu geben. Wie in Dynasty Warriors Manier schnetzelt man sich durch die Gegner ohne Rücksicht auf Verluste. Was jedoch am Anfang noch reines Button-Mashing erfordert, verlangt sehr schnell taktisches Geschick mit der Block- und Ausweichtaste, sofern man nicht verfrüht das Zeitliche segnen möchte. Außerdem muss man in den passenden Momenten den Waffentyp wechseln, um den Gegnern überhaupt noch beizukommen. Bei größeren Kämpfen kann man auch Mikhail zu Hilfe rufen, der auch etwas hilfreicher ist, als die doch eher logikbefreiten KI der Disciples, die man mit in den Kampf nehmen kann. Wer jedoch so rücksichtslos mit seinen Gegnern umgeht, sollte sich darüber im Klaren sein, dass das schöne weiße Kleid innerhalb kürzester Zeit blutrot sein wird. Überhaupt spritzt der klare Lebenssaft so sehr, dass selbst Kratos neidisch werden könnte. Bei jedem Schlag werden das Bild und auch die Kleidung besudelt. Doch auch Körperteile bleiben nicht immer da, wo sie sein sollten. Wer böse sein will, muss auch einen starken Magen haben. Allerdings auch hier macht der Humor keinen Halt, bei einer äußerst brutalen Szene wurden bunte Bilder eingefügt und während man einen jungen Mann sah, der auf eine Leiche eintrat, hörte man ruhige Fahrstuhlmusik. Neben den Kämpfen am Boden gibt es auch Kämpfe in der Luft. Zum Einen wären da die, in welchen man mit dem Drachen in normalem Kampfgebiet herumfliegt und den Gegnern beikommt, was sich teilweise als schwierig und gewöhnungsbedürftig darstellt. Dafür kann man sich wie ein riesiger, schwerfälliger Drache fühlen, der sonst mächtigen Gegnern mit Leichtigkeit beikommt. Zum Anderen wären da die Flugmissionen, in welchen man wie in Panzer Dragoon durch das Level fliegt und entgegenkommende Monster und andere Flugobjekte beschießt oder ihnen ausweicht.

Hätte ich in der Schule besser aufgepasst..

Warum auch immer, Drakengard ist im Gegensatz zu NieR komplett auf Englisch. Das heißt nicht nur Ton, sondern auch Text inklusive Menü und jeglicher Untertitel. Auf die deutsche Lokalisierung wurde verzichtet. Das Spiel ist zwar locker ohne Englischkenntnisse spielbar, doch der Story zu folgen könnte schwierig werden, da sie eben keine Standardhandlung ist. Außerdem wird es dann schwierig, sich durch das Menü zu kämpfen, in welchem man sich nach jedem Abschnitt vorbereitet. Man könnte auch die japanische Sprachausgabe einschalten, dazu muss man allerdings im PlayStation Store rund fünf Euro ausgeben. Ähnlich sieht es auch mit zusätzlichen Kostümen aus. Außerdem gibt es bereits ein paar Story DLC, die allerdings bisher nur in der Trophäenliste auftauchen und noch nicht zum Kauf verfügbar sind. Es sei denn, man spielt auf einem asiatischen Account.

 

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Schau mal ganz genau hin

Die Videosequenzen von Drakengard sind wirklich wunderschön, da kann man nur wenig dran aussetzen. Es erinnert sehr an japanische Animationsfilme, als an Zwischensequenzen in Videospielen. Wenn es dann allerdings auf Spielegrafik umstellt fühlt man sich wie vor den Kopf gestoßen. Seit NieR hat sich optisch nichts getan und es fehlen die dortigen Blender, wie die schönen Sonnenstrahlen, die fast alles überdecken.

Damit könnte man sich noch abfinden, wenn nicht besonders zu Beginn des Spiels enorme grafische Macken entblößt werden würden. Das Bild zerreißt förmlich, so stark ist das Tearing, und nicht nur in weiter Ferne, sondern zwei Schritte vor der Figur. Noch störender ist es sogar, dass wenn man springt, die Kamera einen Satz nach oben macht. Es dauert lange, bis sich die Augen daran gewöhnt haben. Hinzu kommt, dass die Sprungmechanik sehr hakelig ist und es einige präzise Sprungmechaniken gibt. Besser funktioniert die Kampfmechanik, das Ausweichen und Blocken funktioniert gut und intuitiv. Nur das Anvisieren ist manchmal eigenwillig. Es visiert automatisch einen Schwachpunkt an und kämpft man gegen einen großen Gegner, so versucht die Figur immer an diesen Punkt zu kommen und rutscht so auch mal in einen feindlichen Angriff hinein. Es kann sogar passieren, dass man statt den Gegner von hinten zu treffen, man immer wieder vor den Schild rutscht. Zum Glück gibt es dafür die passenden Waffen.

 

 

 

Neben den Morden

In Drakengard 3 gibt es leider keine offene Spielwelt mehr. Die Missionen sind sehr gradlinig und man bekommt am Ende eine kleine Übersicht, woraufhin man in die Missionsauswahl gelangt, wo man sich auch aufrüsten, ausrüsten und seinen Begleiter auswählen kann. Ganz so, wie in Devil May Cry. Das ist äußerst Schade, tut dem Spiel aber auch keinen so großen Abbruch. Schlimmer ist viel eher, wie die Nebenmissionen funktionieren. Es ist schon fast unerhört sie Sidequests zu nennen, es sind vielmehr Challenge-Maps, die zu allem Überfluss auch noch immer gleich sind. Sie sind zeitlich begrenzt und man muss entweder soundsovielen Gegnern Items abnehmen, 3 schwer bewachte Truhen öffnen oder eine Gegnerwelle nach der anderen plätten. Der Vorteil ist aber, erfüllt man diese erhält man einige Boni wie beispielsweise einen erhöhten Inventarplatz für diverse Heiltränke oder Schmiedematerial, oder man landet gar in einem Level wo man in bestimmter Zeit so schnell wie möglich um ihr Geld erleichtern muss, welches man danach behalten kann. So kann man sehr schnell sein Konto aufstocken und direkt im Anschluss für stärkere Waffen oder anderen Kram auf den Kopf hauen.

 

Trophäen für Drachenzähmer

Die Trophäenliste von Drakengard 3 ist recht solide und wirkt auf den ersten Blick sehr einfach. Netterweise wurde man von ätzenden Farmtrophäen verschont, wie beispielsweise „Blocke 100 Angriffe“ oder ähnliches. Hier muss man nur einmal blocken. Selbst die 100-Treffer-Kombo gestaltet sich einfacher, als es zunächst klingt. Im Prinzip muss man das Spiel nur mit allen Enden durchspielen, alle Waffen upgraden und die Nebenmissionen abschließen. Wenn es nur so einfach wäre. Das vierte Ende hat es in sich, hier muss man ganze acht Minuten lang ein Rhythmusspiel erfolgreich absolvieren welches garantiert für viele zerstörte Controller verantwortlich sein wird. Außerdem muss man für das Upgraden aller Waffen eine Menge Geld investieren. Es gibt zwar eine tolle Belohnung und man benötigt auch keine Zufallsmaterialien wie in NieR, jedoch muss man für ein Material das eben angesprochene Ende erreichen. Und die Nebenmissionen sind damit ja auch noch nicht erfüllt. Diese sind richtig fordernd, werden aber durch die Belohnung, die man für das Schmieden erhält, letztendlich doch ein Klacks. Wer aber auf die große Herausforderung steht, der sollte es mal ohne probieren oder gar mit einfachen Waffen. Dann werden weitere Controller die Wand küssen.

 

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Fazit

Drakengard 3 ist nicht das Spiel geworden, was sich viele Fans bei den ersten Videos gewünscht haben. Besonders NieR Fans werden enttäuscht sein. Die Gradlinigkeit, die fehlende Lokalisierung und besonders die technischen Schwächen machen das Spiel zu einem potenziellen Flop. Dass es hier in Europa lediglich digital zur Verfügung steht, ist für einige sicherlich ebenso bitter. Wer sich jedoch auf das Spiel einlässt, sich von dem tollen Charme und Stil von Drakengard 3 einlässt, wird sich schnell an die Eigenheiten gewöhnen und garantiert viel Spaß, aber auch viel Frust erleben, sofern es sich um einen Komplettisten handelt. Und da es sich um ein Prequel handelt, muss man nicht einmal die anderen beiden Drakengard Titel gespielt haben. Wer Lust auf ein kreatives, witziges und schonungslos brutales Hack’n Slay hat, sollte definitiv mal reinschauen.

7.5/10

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