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Test: The Witch and the Hundred Knight im Test für die PS3 - Rollenspiel mit Rollentausch


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SN-TheWitch.jpg.b440565bd24ee14b28302be80fd56a1f.jpgNippon Ichi Software, kurz NIS ist bekannt für ihre verrückten Spiele und den stark am japanischen Anime orientierten Grafikstil. Netterweise bedienen sie damit eine Zielgruppe im westlichen Markt, die nur recht spärlich mit Nachschub versorgt wird und deshalb dankbar ist, wenn sie neues Futter für ihre Konsolen bekommen. Da sie allerdings immer wieder etwas Neues ausprobieren kann man nie sicher sein, was einen erwartet. Was die Eigenheiten in The Witch and the Hundred Knight betrifft, erfahrt ihr diese in unserem Test. 

 

Yes my Lord

Oder vielmehr “my Lady”. Man kennt es ja, als Overlord (oder Overlady) streift man durch die Dungeons und schickt seine Schergen los, damit diese die Drecksarbeit erledigen. Kleine, schmierige Biester, die nicht mal den Dreck unter den eigenen Sohlen wert sind. Mit Flüchen bindet man sie an die Welt und sie können nicht anders, als dem treu ergeben zu sein, der sie gerufen hat. Klingt doch ganz alltäglich, oder? Doch wie wäre es, wenn es mal genau anders herum läuft? In The Witch and the Hundred Knight spielt man genau einen dieser Schergen. Eine Hexe beschwört den Spieler und hat nichts weiter zu tun als den Mühevoll eingetippten Namen nicht zu beachten und ihn Hundred Knight zu taufen. Nun wäre auch der Spieltitel erklärt. Im Verlauf des Spiels wird man also damit konfrontiert, dass man tut, was einem gesagt wird, egal wie schrecklich das ist. Da die Sumpfhexe nicht gerade die netteste ist wird man stets auf unschuldige Personen treffen, die man leiden lassen muss, auch wenn es dem eigenen Willen widerspricht. Aber wer weiß, vielleicht kann der kleine Hundred Knight irgendwann genug Kraft aufbringen und sich gegen seinen Meister auflehnen.

 

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(K)ein Klassicher Dungeon Crawler

So könnte man The Witch and the Hundred Knight bezeichnen und doch würde man so falsch liegen. Abseits der vielen Gespräche mit mystischen Wesen, Hexen und einfachen Dorfbewohnern schleicht man durch Wälder, Felder und Dörfer und legt sich dabei mit allerlei Viehzeug an. Nebenbei lootet man noch Gegnerleichen und Truhen. Aber das war‘s dann schon mit den Gemeinsamkeiten. Die Ausrüstung bestimmt darüber, wie man im Kampf vorgeht. So weit, so normal. Jedoch legt man mehr als eine Waffe an, so ändert sich die Angriffssequenz. Stangenwaffen, Schwerter, schwere Waffen und Zauberstäbe können in verschiedenster Reihenfolge und Anzahl angelegt werden um so den Gegnern beizukommen. Manche schalten neue Kombos frei, andere helfen die Verteidigung der Gegner zu durchbrechen um mit einem Elementvorteil einen kritischen Treffer zu landen. Leider ist das umrüsten recht aufwendig und macht somit sehr schnell keinen Spaß mehr. Spätestens dann, wenn man merkt, dass man mit Geschwindigkeit oder purer Durchschlagskraft ebenso weit kommt, wechselt man nur noch um Immunitäten zu umgehen oder den Gegner schon von weitem zu bearbeiten. Dafür fordern die Bosskämpfe wiederum deutlich mehr Geschick und durch das Beobachten der Gegner kommt man auch den zunächst unmöglich erscheinenden Kreaturen bei.

Solls noch was sein?

Doch damit hört das Ganze noch nicht auf. Das einzige, was den Spieler am Leben hält ist eine kleine Flamme auf dem Kopf des Hundred Knight, die bei jedem Schritt kleiner wird. Bewegt man sich durch unerforschtes Gebiet, so sinkt der sogenannte Gcal-Indikator schneller, als in bereits bekannten Gefilden. Ist dieser aufgebraucht, so sollte man sich schnellstmöglich zurück zum Haus der Sumpfhexe begeben, indem man einen der freischaltbaren Türme aktiviert, zu denen man sich danach auch wieder teleportieren kann. Da fragt man sich also, wozu das Ganze? Da Gegner auch wieder spawnen, sobald man den Bildschirm verlässt hat es nur wenige Nachteile, neben den Ladezeiten und des häufigen Backtrackings, um schnell zum letzten Turm zurück zu kehren. Viel eher unterbricht man dabei die Kette der sammelbaren Schätze, da man je mehr Gegner man besiegt, man auch bessere Abschlussbelohnunngen erhält. Zusätzlich kann man sich auch temporäre Werteboosts geben, denn man steigt auch während der Dungeons Pseudo-Level auf, wofür es dann Punkte gibt, die man auf Angriff und Co. während der Dauer des Besuches ablegen kann, oder man kauft sich mehr Zeit bzw. bessere Abschlussbelohnungen. Wem das noch nicht genug ist, dem sei verraten, dass man zusätzlich noch verschiedene „Facets“ des Hundred Knight freischalten und aufwerten kann, sowie auch noch die unterschiedlichsten Fähigkeiten dazukommen.

 

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Einfach aber schick

Die Optik in The Witch and the Hundret Knight ist sehr bunt und fröhlich gestaltet, was zunächst seltsam wirkt, wenn man bedenkt, dass man auf Seiten der Bösen spielt und die Welt mit einem giftigen Sumpf überziehen möchte. Dennoch versprüht sie sofort ihren Charme und passt mit ihrem Cartoonhaften Stil sehr gut zu den mangahaften Designs der Figuren. Doch auch andere Designs verleihen der Welt ihre Glaubwürdigkeit. Hat man sich schon jemals gefragt, wo Monster ihre Items aufbewahren? Nunja, ganz einfach, in ihrem Magen. Und wenn sie anderes Viehzeug fressen, dann liegen diese ebenso schwer im Magen und nehmen Raum für wichtige Sachen. Ebenso verändert der Hundred Knight sein Aussehen mittels Facets, um somit seine Stärken zu verändern um den Gegnern besser beizukommen. Solche kleinen aber feinen Details tragen somit ihren Teil zum großen Ganzen bei, auch wenn sie als einzelnes nicht wichtig erscheinen. Ebenso wichtig ist die Musik in The Witch and the Hundred Knight. Diese ist richtig eingängig und einmal im Kopf, wird man sie nicht mehr so schnell los. Die Vertonung der Charaktere ist ebenso gut gelungen und trägt ihren Teil zur teilweise urkomischen Situationskomik des Spiels bei – vorausgesetzt, man steht auf so etwas, denn man kann es durchaus als Anime-typisch bezeichnen.

 

 

 

Talk to me

Wie üblich kommen die Spiele von NIS America in Deutschland nur mit englischer Sprache an – sowohl Texte als auch Sprache. Und auch wie üblich kann man die Vertonung auf das japanische Original wechseln, welche aufgrund des angesprochenen Stils in Verbindung mit dem ganzen Drumherum nochmal um einiges besser funktioniert, natürlich auf Kosten der Verständlichkeit. Eigentlich lohnt es sich kaum noch das anzusprechen, aber es gibt viele Menschen die nicht genügend Englisch lesen können oder gar wollen, wenn sie sich auf ein Spiel einlassen möchten, weshalb es schade ist, dass auch dieses Mal der Titel nicht auf Deutsch lokalisiert wurde.

Platin-Hexe

Bei The Witch and the Hundred Knight hat man sich wenig Mühe bei der Erstellung der Trophäen gegeben. Ein komplettes Durchspielen inklusive der verschiedenen Enden und das Bekämpfen der eigenen Herrin im New Game + reichen aus, um die beliebte Platintrophäe zu erreichen – ganz zur Freude der Trophäenjäger. Dennoch sollte man sich nicht zu früh freuen, denn wer nicht bereit ist, sich mit den vielen Spielmechaniken auseinander zu setzen wird recht schnell bei wachsendem Schwierigkeitsgrad gefordert werden und möglicherweise scheitern. Zusätzlich sollte einiges an Zeit mitgebracht werden, denn man spielt ein The Witch and the Hundred Knight nicht „einfach mal eben schnell durch“. Man kann zwar mit multiplen Speicherständen einiges an Zeit einsparen, dennoch bietet ein einzelner Durchgang einiges an Spielzeit, vor allem, wenn man die Einarbeitungszeit und die vielen Gespräche mit einbezieht. Schön für Leute die Spaß am Spiel haben, schlecht für Trophyhunter, doch am Ende zählt, dass die zufrieden sind, die Spaß am Spiel haben.

 

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Fazit

The Witch and the Hundred Knight ist für Genre- und „Japano“-fans ein ganz besonderer Leckerbissen. Das Spiel punktet besonders mit Witz und Charme, kommt allerdings nicht ganz ohne faden Beigeschmack aus - und das ist die stellenweise übertriebene Komplexität. Von diversen unterschiedlichen Level-ups über die Gcals, Facets, Gauge und Itemmanagements bis hin zu diversen Skills, Zaubern und Ausrüstungskombos ist einfach alles dabei, was das Gehirn zum Bersten bringt. Schade, wenn einige davon auch noch sinnfrei erscheinen oder das Spiel unnötig verkomplizieren, ohne es fordernder zu machen. Trotzdem, hat man sich erst einmal hinein gefuchst macht das Spiel richtig Spaß und darauf kommt es am Ende allein an.

7.5/10

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