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Watch_Dogs 2 im Test für die PS4 - Ist das unsere Zukunft?


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82415391_WATCH_DOGS-2.thumb.jpg.43f43f809f3eebe798fc754769aa5600.jpgWatch_Dogs 2 im Test für die PS4 - Ist das unsere Zukunft?

 

Der erste Teil von Ubisofts Hackeroffensive gegen Open World Spiele wie GTA kam bei den Spielern nicht ganz so gut weg. Das lag zum einen an dem großen Grafikskandal, aber auch an der flachen Charakterzeichnung des Hauptdarstellers, dem repetitiven Gameplay und der schnell abgenutzten Hackerfertigkeiten. Watch_Dogs 2 wird deshalb kurzerhand ins sonnige San Francisco verlagert und bekommt eine Rundumerneuerung, welche vor allem die triste Klischeehandlung des ersten Teils betrifft. Ob die Rechnung aufgeht und Watch_Dogs 2 eine ähnliche Revolution ist, wie damals der zweite Teil der Assassinen-Reihe, erfahrt ihr unserem Test.

 

If you’re going to San Francisco

Das Spiel startet mitten in der Story. Marcus Holloway schleicht sich bei Blume ein. Er will der erste Hacker sein, der sein Profil aus dem ctOS löscht und sich somit der totalen Überwachung des Staates entziehen und sich dadurch den Eintritt zur Hackergruppe DedSec verdienen. Oh man, da geht es schon los, der erste sein. Abgesehen davon, dass auch die anderen Hacker nicht vom System erkannt werden und man sich fragen muss wie das sein kann, hat man sofort dieses „Der eine Auserwählte“-Gefühl, statt ein „Teil eines Ganzen“-Gefühls. Sei es drum, lässt man sich auf die Handlung ein, so bekommt man eine schöne Hackergeschichte präsentiert, in der man mal nicht der einsame Rächer ist, der sich am System für den Tod eines geliebten Familienmitglieds rächen will. Marcus will vielmehr seinen Namen reinwaschen, denn er fühlt sich vom System verraten und betrogen, während er bei den Hackern Anerkennung für seine Leistungen erhält und Spaß haben kann, statt in irgend einem Gefängnis zu versauern. Schade also, dass dem Spieler deshalb direkt mal am Anfang eine Knarre in die Hand gedrückt wird. Er möchte (abgesehen vom Hacken) kein Verbrecher sein, warum also sollte er Menschen erschießen? Klar, um dem Spieler ein paar mehr Freiheiten zu geben, aber aufgrund eines fehlenden Karma-Systems kann man ganz einfach jeden Störenfried ausschalten und Passanten wie wild über den Haufen fahren, ohne sich um Konsequenzen zu fürchten. Abgesehen davon, dass man bei einem Fehler von einem weit entfernten Checkpoint starten muss, allerdings verführt das noch mehr zur Rambo-Technik, da Schleichen zeitaufwändig ist.

 

 

Hipsters, Hipsters Everywhere

Watch_Dogs 2 macht keinen Hehl um ihre Protagonisten, es wird in den ersten Minuten sogar direkt angesprochen: Es sind absolute Hipster. Sie fühlen sich cool, tragen bescheuerte Klamotten, schießen Selfies und kommentieren alles, was im Internet nicht niet- und nagelfest ist. Kids, die sich selbst für die Könige der Welt halten und ihre Annahmen für die einzig wahren halten. Die absolut alles dafür tun, um im Internet mehr Follower zu bekommen. Und sowas nennt sich Hacker. Eigentlich Material zum fremdschämen. Eigentlich.. Ich traue mich schon gar nicht so richtig das folgende auszusprechen. Denn wir kennen das ja aus der Vergangenheit. Es wird hier und da mal ein wenig Slang eingestreut, ein paar Klischees werden bedient und Fachwörter an Stellen eingesetzt, wo sie gar nicht hingehören. Doch egal wie peinlich Watch_Dogs 2’s Akteure auch anmuten: Sie sind endlich mal authentisch. Ubisoft haben anscheinend ihre Hausaufgaben gemacht, denn man kauft ihren Hauptpersonen das Verhalten tatsächlich ab, auch wenn das Hipster-Getue eher zu Script-Kiddies passen würde, als zu ernstzunehmenden Hackern. Man muss sich aber wirklich darauf einlassen können. Ob Spieler die Dialoge wirklich ernst nehmen und denken „Man das was der gesagt hat, ist cool!“, sei mal dahin gestellt. Allerdings kann man den Charakteren ihre Sprüche immerhin abkaufen, da sie keine inhaltlichen Fehler beinhalten. Also lasst euch nicht abschrecken und nehmt die Charaktere wie sie sind, immerhin war das ja einer der größten Kritikpunkte an Aiden Pierce. Marcus mag vielleicht ein Hipster sein, aber wenigstens hat er einen Charakter.

 

Inspector Gadget 2.0

Wie auch schon Aiden kann Marcus auch allerlei Objekte in seiner Umgebung hacken. Ampeln, Stromkästen, Gasleitungen. Jetzt kann man die Geräte allerdings auf verschiedene Weisen hacken. Erst anlocken, dann sprengen. Spart eine Menge Wartezeit bei den Patrouillen. Auch das Hacken der Telefone der Wachen und Zivilisten klappt wieder, von Geldüberweisung über Gesprächsmitschnitte bis hin zum tödlichen Schock ist alles dabei. Viele Aktionen verbrauchen auch BotNet-Aufladungen, die man von anderen Handys wieder erhalten kann. Wirklich neu sind allerdings die voll funktionsfähige Drohne und der Jumper, die Marcus sich am 3D-Drucker zusammenzimmern kann. Fragt nicht, wie das geht, das ist Videospiellogik. Während der Jumper durch enge Schächte fahren kann, um sonst unerreichbare Geräte zu überbrücken, kann die Drohne die Umgebung auskundschaften und Fernzugriffe durchführen. Da fühlt man sich schon fast wie ein Geheimagent und es bringt den nötigen Schwung in die Hackerangriffe. Viele Dinge muss man allerdings erst in der entsprechenden Forschungs-App freischalten. Je mehr Follower man inGame sammelt, desto mehr Forschungspunkte bekommt man. Diese investiert man dann entweder in Hackerupgrades, Fahrzeugupgrades oder Waffen- und Kampfupgrades. Um jedoch besonders wertvolle Freischaltungen zu erhalten, muss man zusätzlich bestimmte Aktionen in der Offenen Welt durchgeführt haben, sodass man nicht schon zu Beginn zu mächtig werden kann - dann kann man aber auch Fahrzeuge zu seinem Vorteil manipulieren.

 

DedSec schläft nicht

Überraschenderweise wirft Watch_Dogs 2 die altbekannte Ubisoft-Formel über den Haufen und pflastert nicht direkt zu Beginn die ganze Karte voll mit Nebentätigkeiten. Das heißt aber nicht, dass es nicht viel zu tun gibt. Koop-Aufträge schalten sich im Verlauf der Handlung frei, Taxiaufträge schalten sich durch die Driver-San-Francisco-App frei und das Hacken von Passanten kann in Nebenmissionen resultieren, die man über die DedSec-App aufrufen kann. Das lädt zum Erkunden der Umgebung ein. Natürlich gibt es aber auch Sammelobjekte. Wenn man sich in der Nähe von Sehenswürdigkeiten befindet, meldet sich die ScoutX-App und belohnt Selfies mit weiteren Followern. Außerdem kann man die Lieder aus den Radios der vorbeifahrenden Autos kopieren und seiner Mediathek hinzufügen, eine Playlist erstellen und so auch als Fußgänger Musik hören. Wer hingegen auf Shopping steht, kann sich auch in den unterschiedlichsten Klamottenläden einkleiden. Denkt aber dran, gestohlene Wertsachen vorher in der Pfandleihe abzusetzen. Im Spiel gibt es auch einen seemless Multiplayer, der aber zurzeit deaktiviert ist. Hier sollen Spieler einander in ihrer Stadt begegnen können und gemeinsam oder gegeneinander spielen. Über Einladungen kann man aber auch jetzt schon Koop-Missionen starten, in welchen man gemeinsam ein Ziel im Auge hat und durch gute Absprache dieses leichter erreichen kann. Beispielsweise kann der eine die Wachen ablenken, während der andere den Computer hackt. Aber auch PVP wird es wieder geben, in welchem ein Spieler versucht einen anderen unbemerkt zu hacken oder mehrere Spieler einen einzelnen Spieler verfolgen, auf den ein Kopfgeld ausgesetzt wurde.

 

Retr0 ist die Zukunft

Wie jeder (pseudo-) coole Hipster, steht auch Marcus auf Retro und das spiegelt sich nicht nur in seinem Decknamen "Retr0" wider. Bereits die Bootsequenz des Spiels erinnert an einen PC ohne grafische Benutzeroberfläche, ebenso das Hauptmenü ist im Retro-Charme gehalten und die Ladebildschirme zeigen immer wieder andere Pixelanimationen. Die einzig schlechte Designentscheidung war es allerdings, dass man sich als „Retr0“ einloggt und dann doch die eigene PSN-ID auf dem inGame Login-Button steht. Die Grafik von Watch_Dogs 2 selbst ist hingegen alles andere als Retro. San Francisco kann sich nämlich sehen lassen. Die Grafik ist zwar nicht auf dem Stand der berüchtigten Watch_Dogs 1 Demo, doch ist eine ordentliche Steigerung zum ersten Teil erkennbar. Das resultiert leider auch in gelegentlichen Pop-ups und flimmernden Schatten, doch es ist nichts, was den Spielspaß maßgeblich negativ beeinflusst. Nur wenn man mal stehen bleibt, ist erkennbar, dass die Sonne recht sprunghaft wandert. Außerdem gibt es eine Hacker-Sicht, die an das Adlerauge von Assassins Creed erinnert und die Umgebung krisselig darstellt, in welchem hackbare Objekte und Gegner farblich hervorgehoben sind. Die Stadt hingegen ist im Großen und Ganzen betrachtet sehr abwechslungsreich. Schwulenviertel, Villenviertel, Silicon Valley mit dem Zentrum des Watch_Dogs Google, genannt Nudle, man trifft auf allerlei unterschiedliche Gestalten, die den Eindruck erwecken, sie würden ihrem Alltag nachgehen. Ubisoft ist sogar so weit gegangen, nicht vor nackten Menschen, inklusive primärer Geschlechtsteile, halt zu machen, was ich lobenswert finde. Leider haben sie dort schon wieder eingelenkt und ein bestimmtes weibliches Charaktermodell überarbeitet, welches für Aufsehen sorgte. Schade, wann werden Videospiele für Erwachsene endlich auch als solche betrachtet..

 

Abschlusstag

Wie auch im ersten Teil, gibt es in Watch_Dogs 2 eine Platin-Trophäe. Das kommt jetzt nicht überraschend und sicherlich auch nicht, dass es Offline- und Online-Trophäen gibt. Letztere sind dieses Mal jedoch nicht so vielzählig und auch nicht allzu aufwändig, momentan jedoch aufgrund der fehlenden Multiplayeroption nicht erreichbar. Lediglich die DedSec-Aufträge können bereits abgeschlossen werden, ansonsten muss man später einen Jäger im Kopfgeldjägermodus besiegen, 5 Ziele neutralisieren und in das System eines anderen Spielers eindringen. Typisch für ein Open-World-Spiel ist es auch, dass es keine verpassbaren Trophäen gibt und Watch_Dogs 2 macht da - gottseidank - keine Ausnahme. Abseits der vielen Storytrophäen gibt es eine Vielzahl an „Kaufe dies und jenes“-Trophäen. Da man in dem Spiel sehr schnell an viel Geld kommt, ist das kein großartiges Problem und viele können direkt bei Spielstart erledigt werden. Es gibt auch Trophäen für das Streicheln von Hunden und das Klauen von verschiedenen ungewöhnlichen Fahrzeugen oder dafür, der Polizei zu entkommen. Aber Ubisoft wäre nicht Ubisoft, wenn es nicht auch ein paar Sammelobjekte gäbe. Wer jetzt schon bei dem Gedanken an 200 Federn Schweißausbrüche bekommt, der kann beruhigt sein. 25 Selfies von ScoutX-Orten machen und 25 Autos kaufen klingt jetzt nicht nach irgendwas, für das man eine Anleitung bräuchte. Da ist es aufwändiger, alle Drohnen und Motorradrennen abzuschließen. Trotzdem muss man auch noch alle Kerndaten und alle eKart-Upgrades erwerben, wobei man darauf achten sollte, das Sprung-Upgrade für den Jumper zu kaufen.

 

Fazit

Für mich ist die Zeit von Open World spielen, die GTA heißen oder kopieren, eigentlich vorbei. Der Vorgänger von Watch_Dogs 2 reizte mich damals aufgrund der Hacking Features, doch leider war dies recht eingeschränkt und hat mich schnell gelangweilt. Watch_Dogs 2 macht das anders. Die Gadgets waren genau das, was das Spiel gebraucht hatte und immer wieder merke ich, dass die Nebenmissionen mich dazu zwingen, noch etwas länger dran zu bleiben. Das Auskundschaften und Infiltrieren macht nun viel mehr Spaß und helfen dabei einen Plan zu entwickeln, wie man sich durch einen Level schleicht und auch wenn ich finde, dass es zu leicht ist, sich den Weg freizuschießen, so finde ich es gut, dass dies dem Spieler überlassen bleibt. Schade nur, dass der Launch durch Verbindungsprobleme getrübt wurde. Schlussendlich bleibt nur zu sagen, dass es sich in allen Belangen um eine deutliche Verbesserung des ersten Teils handelt und das Potential hat, zu einer festen Ubisoft Marke hat. Wer Open World Spiele im GTA-Stil mag, wird mit Watch_Dogs 2 auf jeden Fall seinen Spaß haben.

 

 

8.5/10

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