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Test: Tom Clancy's: Ghost Recon Wildlands im Test für die PS4: Keine Macht den Drogen!


Marloges
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005f3c92fefc24183d91e08d95ace4b3.pngUbisoft ist Experte darin Franchises zu etablieren und sie die nächsten Jahre etliche Male neu aufzuwärmen. Sei es Assassin's Creed, Far Cry oder auch Prince of Persia. Das Verfrachten von guten alten Spielereihen in neue Settings scheint voll ihr Ding zu sein. Manchmal mit positiven, manchmal mit negativen Reaktionen. Dieselbe Behandlung bekam nun auch die mittlerweile über 15 Jahre alte Spielereihe Ghost Recon. "Wildlands" schickt den Spieler mit einem Squad nach Bolivien in eine riesige Open World, wo es gilt ein riesiges Drogenkartell auszuschalten. Ob dies Spaß macht oder doch ein Reinfall ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Willkommen in Bolivien

Doch bevor ihr loslegt, müsst ihr erstmal euren Charakter erstellen. In einem sehr umfangreichen Charakter-Editor könnt ihr abgesehen von eurem Aussehen auch entscheiden, was für Taschen oder Kleidung ihr tragt, ob ihr einen Helm oder Headset tragen und in welcher Farbe ihr all dies wollt. Tatsächlich ist es auch gar nicht schwer einen Charakter zu erstellen der sehr gut aussieht, die Charaktermodelle sind sehr schick und es gibt eine Menge an ansprechender Kleidung. Habt ihr dies erledigt, wird in einer Opening-Sequenz der große böse Obermacker eingeführt, der in diesem Spiel eure Nemesis darstellen soll. El Sueno, der Boss der Santa Blanca, einem riesigen Drogen-Kartell, der in Bolivien für Angst und Schrecken sorgt und so große Macht besitzt, dass sie dort im Grunde machen können, was sie wollen. Mit einem einzelnen Squad sollt ihr das gesamte Kartell zerschlagen, um für einen Undercover-Agenten, der von der Santa Blanca gefoltert und umgebracht wurde, Rache zu nehmen. Wieder eine sehr typisch amerikanische Story, denn natürlich geht es nicht um das Leben der Menschen in Bolivien, sondern um die Rache für eine einzelne amerikanische Person. Solch patriotisch angehauchte Story-Elemente tauchen sehr oft auf und man sollte in der Lage sein das zu ignorieren, wenn man Freude mit dem Spiel haben will. An sich ist die Story ziemlich straight-forward, macht aber einen guten Job dabei, die Missionen und eure Kontrahenten einzuführen.

 

 

Squad gegen Armee

Natürlich wirkt es im ersten Moment unlogisch, dass eine Vier-Mann Gruppe ein ganzes Drogenkartell ausschalten soll, doch natürlich geschieht dies nicht im offenen Kampf. Es wird sehr schnell klar, dass der Fokus in diesem Spiel auf Stealth liegt. Werdet ihr nämlich entdeckt, wird sofort Alarm geschlagen und jede Menge Verstärkung rückt an. Da ihr alles andere als kugelsicher seid und auch nicht sonderlich schnell euer Leben regeneriert, solltet ihr den offenen Kampf also auf jeden Fall vermeiden. Um euch das Leben leichter zu machen, habt ihr allerdings eine handvoll an Gadgets zur Hand. Besonders wichtig: Das Fernglas und die Drohne. Mit letzterer könnt ihr frei durch die Gegend fliegen, diese auskundschaften und Gegner markieren, so dass ihr zumindest wisst, wo die Gefahren lauern. Dies wiederum macht die Sache oftmals fast schon zu einfach, denn wisst ihr wo all die Feinde sind, könnt ihr sehr leicht jedem einen gezielten Kopfschuss verpassen oder sie heimlich im Nahkampf bezwingen. Auch eure Teammitglieder sind dabei nicht ganz nutzlos, denn per Knopfdruck könnt ihr ihnen befehlen einen Gegner ins Visier zu nehmen, damit ihr anschließend einen anderen Feind erschießen könnt und beide gleichzeitig sterben. Das ist ganz nützlich falls mal zwei Feinde nebeneinander stehen. Ansonsten fühlen sich die K.I.-Partner aber eher wie Statisten an, die auf sich allein gestellt nur wenig hinbekommen. Im Grunde nutzt man sie hauptsächlich für Doppel-Kills (später auch dreifach, oder vierfach) oder damit sie euch wiederbeleben, wenn ihr ins Gras beißt. Trotz alledem könnt ihr ihnen diverse Befehle geben, die u.a. beeinflussen wie aggressiv oder passiv sie vorgehen. Im Großen und Ganzen wirken eure Partner aber eher wie ein Gameplay-Gimmick als wie wirkliche Kumpanen. Beim Töten von Gegnern, Sammeln von bestimmten Objekten oder Absolvieren von Aufgaben erhaltet ihr Erfahrungspunkte, mit denen ihr richtig RPG-mäßig aufleveln und skillen könnt. Dabei habt ihr wirklich eine sehr große Auswahl an interessanten Skills und könnt auch euer Equipment verbessern. Zum Beispiel die Lebenszeit eurer Drohne erhöhen, oder die Geschwindigkeit des Markierens mit dem Fernglas. Ihr könnt auch freischalten mehr Granaten oder Munition tragen zu können, ruhiger zu zielen, mehr auszuhalten, mehr Ausdauer beim Sprinten zu haben, erhöhte Haltbarkeit von Fahrzeugen und noch vieles mehr.

Beschäftigungstherapie in Ubisoft Manier

In der riesigen offenen Welt, die WIRKLICH riesig ist, sollt ihr in bestimmten Städten nach Informationen Ausschau halten, die euch dabei helfen herauszufinden, wie ihr am besten vorgehen sollt. So verhört ihr Kommandanten oder findet Dokumente, die wiederum die Storymissionen, Nebenmissionen oder auch einfach nur Standorte von Collectibles freischalten. Ganz typisch sind auch diese auf der Karte vermerkt und ihr könnt jederzeit überall hinreisen, um ein paar neue Waffenteile oder Skillpunkte zu sammeln oder eine neue Mission zu starten. Hierbei wurde sich besonders darum bemüht, dass die einzelnen Elemente recht gut ineinander greifen. Das Absolvieren von Missionen verschafft euch nicht nur Erfahrungspunkte, sondern auch bestimmte Ressourcen, die ihr ebenfalls benötigt, um manche Skills zu erhalten. So gibt es vier verschiedene Ressourcen, die allesamt mit einer anderen Art von Nebenmission freigeschaltet werden, aber auch so in der Welt verteilt aufgesammelt werden können. Gleichzeitig sammelt ihr in den einzelnen Dörfern aber auch direkt Informationen über neue Standorte und könnt somit ein paar neue Waffen, Waffenteile, Skillpunkte oder auch Dokumente einsammeln, die euch auf eurer Mission helfen. Die Dokumente sind zwar überwiegend klassischer Collectible-Kram, der recht uninteressant wirkt, aber teilweise schaltet ihr wirklich interessante Background-Informationen über eure Widersacher frei. Leider musste es Ubisoft mal wieder übertreiben. Der gleiche Fehler wie schon in ihren anderen Franchises wurde auch hier wieder gemacht, denn nach ein paar Stunden Spielzeit wirkt das Abgrasen von Kartensymbolen nur noch wie stupides Abarbeiten. Ständig macht man eine kleine oder doch größere Detour, um noch den einen oder anderen Skillpunkt einzusammeln oder ein paar Ressourcen abzugreifen und so zieht sich der Fortschritt durch die Story wie Kaugummi. Sehr schade, denn die Hauptstory alleine hat schon eine sehr ordentliche Länge, die euch locker 20-30 Stunden kosten wird. Durch sehr repetitive Nebenaufgaben verdoppelt sich diese Zeit jedoch mal eben und das obwohl die Hauptquests sowieso schon spielerisch sehr abwechslungsarm sind...

Die Hydra, Santa Blanca

Ein so riesiges Drogenkartell, das quasi das gesamte Land beherrscht, ist natürlich kein Gegner, den man mal eben so ausschalten kann. Gerade wenn man nicht über eine Armee, sondern nur über einen kleinen Squad befiehlt. Daher besteht eure einzige Möglichkeit darin, das riesige Kartell nach und nach zu schwächen indem ihr es an mehreren Punkten attackiert. Dabei gibt es vier verschiedene "Abteilungen", die es auszuschalten gilt. Einfluss, Sicherheit, Produktion und Lieferung. Jede einzelne Abteilung wird von einem großen Leutnant beherrscht, der unter sich einen Unterleutnant hat, welcher wiederum abermals fünf Untergebene hat. Um auch nur einen dieser Untergebenen auszuschalten, müsst ihr in ihrem Einflussbereich Informationen sammeln und Missionen absolvieren, um sie abschließend ausschalten zu können. Jeder dieser kleinen Untergebenen erfordert das Absolvieren von vier Storyaufgaben und erst wenn jeder davon ausgeschaltet ist, kann man sich um den Obermacker kümmern, um eine Abteilung von El Sueno auszulöschen. Klingt nach einer Menge Arbeit? Ist es auch. Jedoch muss man lediglich zwei von vier Abteilungen ausschalten, um die Möglichkeit zu erhalten, den großen Obermacker ausschalten zu können. Der Rest ist optional. Die große Stärke dieses Spiels ist aber, dass jeder noch so kleine Unteroffizier einen eigenen Background hat, den man durch Informationsvideos, Dokumente und Verhöre erst offenbart. So wirken eure Feinde nie völlig blass, sondern sind teilweise wirklich interessante Gegenspieler. Sehr erfreulich wenn man die Masse bedenkt. Wie aber bereits erwähnt, wird dieser schöne Umstand etwas dadurch getrübt, dass sich die Hauptmissionen stark wiederholen... Ständig gilt es irgendeine Truppe auszuschalten, ein paar Gerätschaften oder Drogen zu sprengen, jemanden zu entführen oder einfach nur auszuspionieren. Das klingt nach Abwechslung, ist es aber schon nach ein paar Stunden nicht mehr wirklich. Es fehlt einfach eine gewisse Inszenierung, die in dieser riesigen Open World natürlich nicht gegeben ist.

Technisches Desaster

Ja, leider Gottes ist das Spiel auch von technischen Mängeln betroffen. Das fängt alleine schon bei der sehr miesen K.I. an. Gegner die Granaten an die Wand werfen und sich dadurch selbst ausschalten, K.I. Partner die ein ganzes Magazin an einer Häuserwand verballern oder auch völlige Totalaussetzer sind recht häufig vorhanden. Ich konnte auch beobachten wie eine gegnerische Verstärkung, nachdem sie die Suche nach meinem Squad aufgab, etwa 10 Minuten benötigte, um ihr Auto zu wenden und dabei so oft irgendwo dagegengestoßen ist, dass das Auto von ihnen anfing zu qualmen, was natürlich bedeutete, dass es kurz vor dem Explodieren war. Ein anderes Mal sah ich ein gegnerisches Fahrzeug ohne ersichtlichen Grund einfach einen Doppelsalto machen... Ob aktuelle Patches dagegen etwas getan haben, kann ich nicht sagen, die ersten beiden Patches jedenfalls nicht. Davon abgesehen ist das Spiel auch optisch nicht gerade auf dem neuesten Stand. Animationen wirken sehr altbacken und auch leidet das Spiel unter verwaschenen Texturen und ständigem Aufploppen von Objekten, die nicht schnell genug vom Spiel geladen werden konnten. Jedoch macht das Spiel diese Probleme zumindest teilweise wieder dadurch wett, dass Bolivien ein sehr schöner Ort ist und die Weitsicht des Spiels recht beeindruckend ist. Auch muss man durchaus den Detailreichtum der Kleidung des eigenen Charakters loben und die Anzahl an verschiedenen Farben, mit denen man die Waffen individualisieren kann. Wer mit technischen Mängeln leben kann, wird also zumindest durch hübsche Umgebungen und einigen Customization-Möglichkeiten belohnt.

Mehr Spaß im Koop?

Nun, ich muss zugeben, dass ich nicht der größte Fan von Online-Modi bin. Für Couch-Koop bin ich ab und zu zu haben, doch was das Verabreden mit Leuten übers Internet angeht, bin ich dann doch eher raus. Ich verstehe den Reiz, teile ihn aber so gut wie gar nicht. Daher fällt es mir etwas schwer zu bewerten, wie hoch der Reiz in diesem Spiel ist. Die paar Sessions, die ich kooperativ gespielt habe, waren für mich eher witzlos. Jeder hat eine andere Story-Progression, man muss quer über die gesamte Map fliegen, um sich zu treffen und irgendwelche fremden Leute schreien in ihr Headset. Hat man es aber geschafft sich zu verabreden, um gemeinsam Missionen zu absolvieren, ist es zumindest recht unterhaltsam und man merkt wie die Erfahrung eine ganz andere wird. Statt absolut dämliche KI-Partner zu haben, die zu nichts zu gebrauchen sind als simultane Schüsse abzugeben und wiederzubeleben, kann man sich hier durchaus auf seinen Partner verlassen und muss nicht alles alleine machen. Es ist nur etwas seltsam, dass aus dem Squad auf einmal ein Duo wird, wenn man lediglich mit einer Person spielt, vorallem da die Dialoge zwischen vier Charakteren trotzdem abgespielt werden. Für Leute, die aber darauf stehen zusammen mit einem guten Kumpel zu schleichen, ballern, rumzufahren und sich taktisch zu überlegen wie man vorgehen soll, ist es sicher sehr ordentlich und wohl auch DER Grund sich dieses Spiel zuzulegen. Verbindungsprobleme traten bei mir auch nur sehr sporadisch auf und es scheint recht flüssig zu laufen. Seid ihr also Fans von Koop-Gameplay, wird dieser Aspekt des Spiels mit Sicherheit ein großer Pluspunkt sein.

Trophy-Check

Die Trophäen in Ghost Recon Wildlands sind recht straight forward. Etwa 80% der Liste bestehen darin, das Spiel zu 100% zu komplettieren. Alle Waffen wollen gesammelt, alle Missionen absolviert und alle Skills erlernt werden. Im Grunde wird auch fast eure komplette Spielzeit nur darin bestehen daran zu arbeiten, die gesamte Karte nach allen Symbolen abzugrasen, die sich so finden. Einige Trophäen, wie das Markieren von 100 Gegnern, kommen dabei höchstwahrscheinlich während des Spielverlaufs und lediglich ein paar Kleinigkeiten wie das Erschießen eines Gegners aus mindestens 400 Metern Entfernung oder das Ausschalten eines Gegners im Nahkampf, den ein anderer Spieler angeschossen hat, erfordern etwas Aufmerksamkeit. Alles in allem eine sehr einfache Platin, da alles auf Leicht erspielbar ist, jedoch kann man mit gut 50-60 Stunden Spielzeit rechnen.

Fazit

Ghost Recon Wildlands macht so viele Sachen richtig wie es falsch macht. Die schiere Masse an Antagonisten und Aufgaben und wie diese eingeführt werden, ist wirklich fantastisch und auch motiviert der riesige Skilltree mit etlichen Perks sehr. Nur leider sorgt eben diese Masse auch dafür, dass man irgendwann anfängt nur noch Sachen abzuarbeiten und dass es sich repetitiv anfühlt. Auch ist die Story an sich nichts besonderes und besitzt keinen wirklichen Spannungsbogen. Die technischen Aspekte des Spiels ziehen den Spielspaß teilweise auch sehr runter. Als reines Open World - Stealth/Shooter Spiel würde ich hier nur eine sehr bedingte Empfehlung aussprechen, da es in diesem Genre einige bessere Kandidaten gibt, doch wer auf der Suche nach einem Spiel ist, das man mit Freunden zocken kann, könnte hier einen geeigneten Kandidaten gefunden haben.

 

6.5/10

Edited by Sphirex
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