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Test: A Pixel Story im Test für die PS4 – Pong Evolved


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07ee92d5c7200a6d8e2076238330921f.png2D Jump’n Runs müssen heutzutage anscheinend schnell, actiongeladen und schwer sein. Man braucht sich ja nur einmal Super Meat Boy anzuschauen. Nicht nur, dass die Plattformerszene sich stark in den Indiebereich zurückgezogen hat, sie versuchen auch immer mit einem Alleinstellungsmerkmal aufzutrumpfen. A Pixel Story geht dabei nicht den Weg des möglichst hohen Schwierigkeitsgrad, aber was das Spiel besonders macht, erfahrt ihr unserem Test.

Es war einmal ein Pixel

In A Pixel Story geht es – wer hätte es gedacht – um einen kleinen Pixel. Ein Pixel, der die Zwänge seines eindimensionalen Lebens verlässt und die zweidimensionale Welt erforscht. Das Ganze fängt ganz einfach mit Pong an. Zwei Schläger, die sich den Ball zuspielen. Tagein, tagaus. Schön einfach, keine Probleme. Doch dann kommt es zu einem Spielfehler im System und der Ball wird durch die Welt der Videospiele katapultiert. Hier jedoch nur als Ball herumzulaufen wäre natürlich nicht gerade spannend und so bekommt der kleine weiße Pixel nicht nur Augen und Mund, sondern auch einen Körper, Hände und Füße spendiert. Bloß mit den Extremitäten hat der Neugeborene es nicht so und so erinnert er mit fehlendem Hals und Armen ein wenig an Rayman. Blaue Latzhose und rote Kappe angezogen, fertig ist der Mario. Warum also nicht noch eine kleine blaue fliegende Fee – pardon, Roboter – der unserem kleinen weißen Helden erklärt, dass er der Auserwählte ist, der die Spielewelt von dem bösen Operator befreien soll, welcher das System beherrscht. Eine etwas klischeehafte Story, die aber dennoch durch nette Nebencharaktere und viele Anspielungen bereichert wird. 

 

 

Springen und Laufen der alten Schule

Nicht nur Mütze und Latzhose erinnern an Super Mario, sondern auch die Steuerung. Auf Knopfdruck springt der kleine Pixelheld in die Luft und ein Beepsound dröhnt aus den Boxen. Nostalgie pur, allerdings gibt es ansonsten keine Gegner und auch keine Boxen, aus denen Münzen herauskommen. Münzen findet man aber dennoch in der Spielwelt äußerst spendabel verteilt. Stattdessen setzt A Pixel Story auf Puzzle-Elemente. Viele Sprungpassagen können nur überwunden werden, indem man herausfindet, wie man auf die nächsten Plattformen gelangt. Gefahren erscheinen dabei durch tödliche Untergründe wie Feuer oder Wasser, Stacheln und Sägezähne an Wänden und Objekten oder auch bewegliche Untergründe, die den Spieler gern einquetschen wollen. Die größte Hilfe dabei ist die rote Mütze. Diese kann man ablegen und sich jederzeit zu ihr zurückteleportieren. Das hilft nicht nur, wenn man Münzen in bodenlosen Löchern einsammeln möchte, sondern auch wenn man von Geschossen verfolgt wird und man sich hinter sie begeben möchte. Nach und nach kommen neue Elemente hinzu, was dafür sorgt, dass man nicht direkt mit allen Möglichkeiten überfordert wird. So geht es anfangs lediglich um Punkt zu Punkt Teleportationen, während später Portal-ähnliche Physikspiele hinzukommen.

Bist du der Gatekeeper?

Recht anders ist allerdings das offene Design der Level. Statt sich einfach von links nach rechts zu bewegen und ab und zu mal einen Geheimgang mitzunehmen, sind die Level in alle Richtungen offen. Das ist auch notwendig, denn um voranzukommen muss man Speichereinheiten bzw. Erinnerungen, kurz Memories, und einen Schlüssel einsammeln und diese liegen nicht einfach so auf dem Weg herum. In A Pixel Story läuft man herum und spricht mit NPCs, nimmt Sidequests an und hilft den Leuten aus, um selbst weiterzukommen. Die Sidequests sind allesamt nicht anspruchsvoll, jedoch charmant in die Geschichte mit eingebunden und so freut man sich über jedes freundliche Gesicht, da man weiß, dass man bald darauf einen weiteren Memory-Kristall inklusive ein paar Gratismünzen erhält. Mit diesen erkauft man sich den Zugang zu Herausforderungsräumen, welche schon eher mit Super Meat Boy mithalten könnten. Bedeutet: keine Checkpoints und alles was sich bewegt will einen töten. Man muss sie aber nicht erledigen, um das Level abzuschließen und wenn man mal später zurückkehren möchte, ist das auch kein Problem. Über die fair verteilten Checkpoints kann man sich auf der Karte hin und her teleportieren und so auch leicht zwischen den Welten wechseln.

Die Grafikevolution

Die Grafik von A Pixel Story zu bewerten ist gar nicht so einfach. Das liegt nicht daran, dass die Grafik besonders gut oder besonders schlecht ist, sondern dass die Grafik sich im Spielverlauf verändert. Während man sich von Generation zu Generation vorkämpft, verbessert sich die Optik. Aus großen, kantigen Pixeln werden runde Formen mit fließenden Übergängen und auch die Panoramen werden hübscher. Ähnliches gilt für den Sound, welcher von piependen MIDIs zu melodischen MP3s reicht. Diese Entwicklung verleiht dem Spiel einen ganz besonderen Touch und passt noch dazu gut in die Handlung des Spiels. Dieser Übergang erfolgt zwar abrupt und wird durch eine Videosequenz eingeleitet, ist aber dennoch recht subtil. Leider so subtil, dass man sich am Ende doch noch mehr gewünscht hätte, dennoch ist es etwas, was man so nur in der Indieszene erleben kann und da ist es verständlich, wenn man dahingehend keine Wunder erwarten kann. Unter dem Gesichtspunkt ist es auch verzeihlich, dass das Spiel über keine deutsche Lokalisierung verfügt. Klar ist es bei einem Jump’n Run nicht unbedingt notwendig den Text zu verstehen, zumal Ziele auf der Karte hervorgehoben sind, aber das Spiel strotzt nur so vor Anspielungen auf Videospiele und Filme, sodass man ein paar kluge und kreative Witze verpasst, wenn man gar nicht weiß, was gerade erzählt wird.

Pixellated

A Pixel Story ist ein spaßiges Spiel und da ist es besonders schön, wenn man weiß, dass man auf eine Platin-Trophäe hinarbeitet. Ein Großteil der Trophäen kommt auch recht automatisch und dank der offenen Spielwelt braucht man sich auch keine großen Sorgen um die Collectibles machen. Sorgen sollte man sich eher darum machen, dass all die anstrengenden Challenge Rooms erledigt werden müssen. Nicht weil man dazu so viele Münzen sammeln muss, die braucht man eh alle für eine Silber-Trophäe. Sondern einfach weil sie im Vergleich zum Rest des Spiels so viel schwerer sind und besonders wenn man keine Hilfen hat, auch ordentlich Gehirnschmalz fordern. Und selbst wenn man weiß, was man machen muss, muss man blitzschnell reagieren und sich pixelgenau bewegen. Bevor man sich dann noch Gedanken über die Speedrun-Trophäe macht, sollte man sich mal mehr über die Easter Eggs und Referenzen in den Trophäennamen freuen. „Castle Crasher“, „Good Guy Dev Team“ und „The Last Flight Of Metal Gear Charles“ zaubern ebenso ein Schmunzeln auf die Lippen der Eingeweihten, wie auch ein im Spiel versteckter Hyperball oder der Auftritt des Terminators, inklusive Zitaten und nachgestellter Szene. Über solche popkulturellen Anspielungen freut man sich gern.

Fazit

A Pixel Story ist ein gelungenes Jump’n Run, welches Geschicklichkeits- mit Rätselpassagen paart. Optisch sticht es zwar nicht aus der Masse der Pixelspiele heraus, doch durch den Kniff mit der sich verbessernden Grafik bekommt es schon einen Bonus für Kreativität, auch wenn ich mir hier deutlichere Änderungen gewünscht hätte. Wer ein spaßiges Hüpfspiel sucht, welches den Spieler nicht dazu verleitet seinen Controller alle Nase lang an die Wand zu pfeffern, wird auf jeden Fall seinen Spaß haben.

 

8.0/10

 

Edited by Sphirex
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