Ich bewerte mit einer 7. Nachdem ich mich durch Valhalla ziemlich gequält habe und bis heute nicht dazu durchringen konnte weiterzuspielen, empfinde ich den entschlackten Ansatz von Mirage doch als sehr wohltuend.
Ich liebe die neuen ACs (Origins und Odyssey), aber Valhalla war einfach zu voll und dabei viel zu viel vom Gleichen.
Mirage fokussiert sich wieder sehr stark auf Schleichen und Attentate in der Stadt und fühlt sich dadurch wie die alten Teile an. Auch die kürzere Spielzeit von 30 Stunden und das fast vollständige Fehlen von Loot- und Ausrüstungsorgien tuen dem Spiel sichtlich gut. Auch habe ich die fehlende Gegenwartsstory keine Sekunde vermisst.
Der große Elefant im Raum ist die Geschichte, die einfach überhaupt nicht fesselt, ja nahezu generisch vor sich hin plätschert. Allgemein hat sich die Story auf das Ermitteln und Töten der Ordensmitglieder reduziert. Was hat der Orden überhaupt vor außer ein Isu-Artefakt zu aktivieren? Wozu braucht er Bagdad überhaupt? Was haben seine Mitglieder Schlimmes getan, außer die Vorteile der Macht ausgekostet? Schließlich haben auch Nicht-Ordens-Mitglieder Dreck am Stecken, werden dafür aber nicht getötet
Die persönliche Geschichte des Hauptcharakters fehlt fast vollständig, außer dass
Basim und sein Schicksal waren mir für weite Teile des Spiels einfach egal - kein Vergleich zu Kassandra, Arno oder Bayek.
Dann wurden Charaktere wie Roshan zu Beginn des Spiels prominent eingeführt, tauchen aber in der gesamten Mitte des Spiels nicht mehr auf. Und dann ist sie plötzlich wieder da. Irgendwie wirkt es, als wurde die Geschichte schnell noch aufgebläht, als entschieden wurde Mirage vom DLC zu einem eigenständigen Spiel umzubauen.
Letztlich war die Story zum Vergessen und nur Mittel zum Zweck. Dennoch retten das gute und bewährte AC Gameplay und die wohltuende Verschlankung den Spielspaß. Als AC Fan kann man hier nichts falsch machen.