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Dreii im Test für die PS4 und PS Vita – Rätselspaß für mehr als zweii


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Dreii ist ein kleines, kreatives Indiespiel aus der Schweiz, welches ursprünglich für iOS entwickelt wurde und später auch auf Steam und jetzt schließlich im PlayStation Network erschien. Es räumte schon 2013 seinen ersten Preis ab und wurde selbst von berühmten YouTubern in den höchsten Tönen gelobt, dennoch flog es für viele sicherlich unter dem Radar. Mit dem Release für Sonys aktuelle Konsolen und Handheld soll nun ein weiterer Markt erschlossen werden. Ob es sich lohnt Dreii einmal zu spielen und was das Spiel mit dem einfachen Namen für euch in petto hat, erfahrt ihr unserem Test.

 

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SYSTEM: PLAYSTATION 4 / VITA
VERTRIEB: bitforge
ENTWICKLER: Etter Studio
GENRE: Puzzlespiel
SPIELER: 1
HDD / Speicherkarte: 182 MB / 138 MB
AUFLÖSUNG: 720p, 1080i, 1080p
NETZWERKFUNKTIONEN: Ja
NETZWERK-SPIELER: 1 – 3

 

Wer oder was bin ich und was mach ich hier eigentlich?

Bei meinem ersten Start erwartete mich ein dickes fliegendes.. ich nenn es mal Hühnchen, ein weißer Würfel und ein weißer Punkt. Es gab keine Erklärung, keine Hilfestellung, nichts. Und genau so muss ein Rätselspiel sein. Also ein bisschen hin und her geflattert und dann wurde schnell klar: das Eckige muss in das Runde. Oder zumindest davor. Manchmal ist es damit auch schon getan, andere Male erscheinen neue Punkte, die auch wieder verdeckt werden müssen. Ob man dann mehr Blöcke zur Verfügung hat, ist unterschiedlich.

Und so läuft im Folgenden jedes Level ab. Es erscheint irgendwo im Raum ein weißer Punkt (manchmal sind es auch mehrere), der mit einem weißen Objekt verdeckt werden muss. Klingt erst einmal einfach, doch jedem sollte klar sein dass es nicht so einfach bleibt. Manche Objekte verschwinden nämlich einfach, andere wiederum können nur indirekt bewegt werden. Wind, Wasser und veränderte Gravitation machen einem das Leben zusätzlich schwer und ein ums andere Mal wird alles in sich zusammenstürzen noch bevor man merkt, dass man sowieso auf die Art und Weise nicht ans Ziel gekommen wäre.

Die Blöcke sind nämlich häufig unterschiedlich geformt und folgen somit natürlich auch unterschiedlichen Gesetzen. Prismen rutschen gern weg, Räder rollen immer in die falsche Richtung und Quader sind irgendwie immer zu kurz oder zu lang und neigen dazu, die Balance aus dem Gleichgewicht zu bringen. Auch wenn häufig mehrere Wege ans Ziel führen: Sobald man etwas balancieren muss kommt man schnell an den Punkt, an dem man sich etwas Hilfe herbei sehnt. Und an dieser Stelle kommt der Multiplayer ins Spiel.

 

 

Hallo. Hilfe. Ups. Tschüss.

Ähnlich wie in Dark Souls oder Journey sieht man stille Abbilder andere Spieler über das Bild huschen und wenn man Glück hat, stürzen sie sich mit einem zusammen in einen Level um ihre Unterstützung anzubieten. Doch Obacht, es kann auch passieren, dass die anderen Spieler nicht das tun, was man von ihnen erwartet. Das kann zum einen Inkompetenz bedeuten, zum andern kann es sein, dass sie den Spieler an der Nase herumführen wollen. Selbiges gilt natürlich auch für euch.

Gemeinsam kann man dann leichter Blöcke balancieren, man kann gleichzeitig verschiedene Aktionen ausführen oder den einen beauftragen was festzuhalten, während der andere weiteres Baumaterial holt. Es gibt sogar Stellen, die kann man einfach nicht allein lösen. Sei es Wind, der zu stark bläst, oder Objekte, die für einen allein einfach zu schwer sind. Hier glänzt das Spiel ganz besonders, auch wenn Mulitplayermuffel sich an diesen Stellen wohl die Zähne ausbeißen dürften. Wichtig ist die Absprache.

Komplett stumm ist man glücklicherweise nicht. Mit Hilfe des linken Sticks kann man einfache Kommandos von sich geben. Diese schaltet man mit der Zeit frei und beginnen mit einfachen Dingen wie Hallo, Mist oder Tschüss, bevor man an wirklich praktische Sachen wie Sachte oder Loslassen kommt. Die Kommandos machen übrigens auch einen großen Teil des Spaßes aus, besonders wenn man nebenbei noch gemeinsam in einer Party ist und sich mit Lachen gegenseitig ansteckt. Genialerweise ist das Spiel Cross-Plattform tauglich, das heißt ihr könnt mit Vita und PS4 Spielern gleichzeitig spielen.

An error has occured.

Oh mein Gott, wie oft ich diese Meldung lesen musste. In meinen vier Stunden Spielzeit bei Dreii hat sich meine PlayStation Vita ganze fünf Mal abgestellt. Bei meinem PS4 Kollegen hat sich das Spiel drei(i) Mal aufgehängt, bei meiner Konsole hatte ich noch etwas Glück und musste nur einmal das Spiel neu starten. Dennoch ist das eine beachtliche Zahl und kaum vertretbar. Da kann man nur hoffen, dass dort in Zukunft nachgebessert wird. Zum Glück sind die Ladezeiten sehr gering und man kann schnell wieder in das laufende Level einsteigen, sofern der Mitspieler noch nicht abgehauen oder fertig geworden ist.

Nicht wirklich ein Problem, aber dennoch ein wenig nervig ist das Menü. Die Levelblasen werden hin und her geschleudert und an der PlayStation 4 ist es manchmal echt umständlich den richtigen Level anzusteuern. Auf der Vita kann man zum Glück auf Touch zurückgreifen. Übrigens kann man hier auch sehen, wenn ein Level gerade online von anderen gespielt wird. Dann kreisen kleine Kügelchen um die große Levelkugel, wie Monde im Orbit eines Planeten. Über Linien kann man sehen, welche Level auf welches folgen und noch nicht abgeschlossene Level blinken zusätzlich.

Übrigens ist im Test auch aufgefallen, dass man in manchen Rätseln ganz einfach betrügen kann. Ein Level endet erst, wenn kein weißer Gegenstand mehr von einem Spieler gehalten wird. Trägt man allerdings einen durchsichtigen Block, auf dem ein Weißer befestigt ist, dann kann man das Rätsel frühzeitig abschließen. Da diese Blöcke nicht überall vorkommen, macht dies nur einen Bruchteil der Rätsel aus, aber amüsant ist es schon. Vielleicht ist dies aber auch von den Entwicklern beabsichtigt. Um die Ecke denken ist ein großer Teil von Puzzlespielen.

Die Magie der Einfachheit

Dreii setzt auf einen einfachen, sehr reduzierten Grafikstil. Abgesehen vom seltenen Regen gibt es keine besonderen Effekte, keine schicken Hintergründe. Der Raum an dem man sich befindet ist weiß (außer im Weltall, da ist er schwarz), links und rechts sind unsichtbare Wände und die Blöcke sind entweder schwarz oder weiß und haben in seltenen Fällen noch Markierungen drauf, welche ihnen bestimmte Eigenschaften zusprechen. Lediglich das Wasser ist in einem hellen Blau gestalten.

Die Spieler selbst bringen Farbe ins Spiel. Wenn man startet bekommt man eine bunte Figur zufälliger Farbe und Erscheinung zugewiesen. In meinem Fall war es ein dickes Lila Huhn, mein Kollege hatte eine schmale, blaue Gestalt und auf der PS4 bekam ich ein rosafarbenes, fliegendes Reiskorn. Und die Farben, die die Figuren inne haben, sind auch wichtig, denn man erkennt auf diese Art und Weise, wer geraden welchen Block anhebt. Die Seiten die man ergreift werden ebenfalls auch nur durch kleine Pfeile markiert – in einem Physikpuzzler ist das auch unabdingbar.

Die Geräusche, die Dreii von sich gibt, sind ebenfalls sehr minimalistisch. Pings und Plongs sind das, was man am meisten auf die Ohren bekommt und irgendwie ist das äußerst sympathisch. Musik hört man hingegen keine und die wäre ebenfalls störend denn hier und da muss man auf das Rauschen des Windes achten um nicht Gefahr zu laufen, dass das ganze Gebilde einstürzt. Ich habe übrigens gelogen, was die Musik angeht, an einer Stelle werdet ihr was auf die Ohren bekommen, aber das zu entdecken überlasse ich euch, denn das würde dem Moment die Magie nehmen.

Grand Master Dreii

Wirklich schade, dass Dreii keine Platintrophäe spendiert bekommen hat. Nicht, weil Rätselspiele im Allgemeinen sehr leicht sind, wenn erst einmal die Lösungen im Netz sind, sondern weil das Spiel es wirklich verdient hätte. Die Puzzle machen allesamt Spaß und sind mit etwas herumprobieren auch gut ohne Anleitung lösbar. Doch auch wenn es nur elf Trophäen gibt, dem Spielspaß tut dies keinen Abbruch.

Die Trophäen zu erhalten ist so einfach, wie es nur hätte sein können. Die Fortschrittstrophäen für die jeweiligen Zonen erhält man natürlich automatisch, dafür muss man nicht einmal alle Level angehen. Um jedoch die wertvolle Goldtrophäe zu erhalten, muss man jeden Nebenlevel abschließen. Dies geht jedoch ebenfalls recht schnell, mit einem fähigen Partner sollte man es leicht zwischen drei(i) und vier Stunden schaffen.

Lediglich die beiden Online Trophäen erfordern es, dass man einmal zu zweit oder zu dritt spielt. Da manche Rätsel allerdings allein nicht lösbar sind muss man das früher oder später sowieso, zumindest zu zweit ist Pflicht. Und da das Spiel auf die Kooperation der Spieler ausgelegt ist, wäre alles andere auch seltsam. Über die Trophäe Fluent, für die man alle Befehle lernen muss, braucht man sich übrigens auch keine Gedanken zu machen. Sie kommt zwar nicht zwangsläufig automatisch im Spielverlauf, doch erhält man neue Wörter für das Erreichen bestimmter Level und so hat man es spätestens bei der Goldtrophäe auch.

Persönliches Fazit

Was für eine Überraschung. Als ich erste Bilder und Videos zum Spiel Dreii sah, fand ich das unfassbar lahm und dachte noch so, dass ich mich durch das Spiel quälen müsste. Der erste Anlauf allein begann mit Verwirrung, es kam ein wenig Interesse auf und als das Spiel mich dann anfing zu trollen, fand ich es schon sympatisch. Doch so richtig viel Spielspaß kam erst auf, als ich das Spiel zusammen mit einem Freund spielte. Man hat es zwar leider recht schnell durch, aber die Zeit dahin kann sich zu einem richtigen Erlebnis entwickeln.

Im Koop entfaltet sich Dreii nämlich zu einem richtig lustigen Spiel, sei es, weil einer unfähig ist, weil der eine nicht aufpasst oder weil man sich gegenseitig sabotiert, wir kamen aus dem Lachen kaum raus. Die Rätsel sind angenehm knackig und erfordern später auf jeden Fall das Zusammenspiel. Und wenn man online auf Fremde trifft, macht es Spaß ihnen einfach nur zu helfen – oder sie ein wenig zu ärgern. Wer sich das Spiel holt, sollte sich auf jeden Fall nicht scheuen, mit anderen zusammen zu spielen. Die Wertung bezieht sich übrigens auf die PS4 Version, da die Fehler auf der Vita um einiges gravierender sind. Cross-Buy sei Dank muss man sich nicht vorher entscheiden.

8.0/10

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