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Test: Far Cry: Primal im Test für die PS4: 12.000 Jahre vor unserer Zeit


Marloges
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Nachdem Far Cry 4 aufgrund von mangelnden Innovationen von vielen Leuten als Far Cry 3 im Himalaya bezeichnet wurde und tatsächlich nur mit wenigen Neuerungen aufwarten konnte, hat sich Ubisoft für den neuesten Ableger etwas völlig neues überlegt und verfrachtete den neuen Teil in die Steinzeit. Dieses mal ohne Autos, Sturmgewehre und Raketenwerfer heißt es mit Speeren, Bogen und Keulen gegen andere Stämme zu kämpfen und Tiere zu jagen. Ob das neue Setting der Reihe frischen Wind bringt, oder im Endeffekt nur als eine "Steinzeit Mod" anzusehen ist, erfahrt ihr in unserem Test.

 

SYSTEM: PLAYSTATION 4
VERTRIEB: Ubisoft
ENTWICKLER: Ubisoft Montreal
GENRE: Ego-Shooter
SPIELER 1
HDD mind. 12,2 GB
AUFLÖSUNG 720p, 1080i, 1080p
NETZWERKFUNKTIONEN Nein
NETZWERK-SPIELER -

 

Jäger oder Gejagter

Woran denkt man als erstes, wenn man hört, dass ein Spiel in der Steinzeit spielt? Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber mit einer Gruppe aus Urzeitmenschen Speere auf Mammuts zu werfen kommt bei mir so ziemlich an erster Stelle. Und genau so beginnt das Spiel auch, gemeinsam mit einer Gruppe sollt ihr zu Beginn des Spiels ein Mammut in die Falle locken und es mit Speeren niederstrecken. Alles läuft recht gut, doch gerade als das Biest niedergestreckt wurde, kommt auch schon ein riesiger Säbelzahntiger an und greift die kleine Gruppe an. Chancenlos fällt Hauptcharakter Takkar eine Klippe runter, nachdem er mitansehen musste, wie ein Großteil seiner Freunde von dem Biest gerissen wurde.

Nach einer kurzen Ohnmacht bemerkt Takkar, dass neben ihm ein weiterer seiner Kameraden im Sterben liegt. Dieser sagt ihm, dass er Oros finden soll, wo ihre verlorenen gegangenen Wenja Brüder sein sollen. Anschließend macht ihr euch auf den Weg eben dies zu tun und beginnt im Verlaufe des Spiels den Wenja Stamm zu vereinen und stärken und euch gegen die anderen Stämme zu behaupten. In dieser Öffnungssequenz fällt vor allem eines auf: Die Charaktere sprechen weder Deutsch noch Englisch, sondern reden "Indogermanisch", was wunderbar in das Setting des Spiels passt. Zwar mag es nicht jedermanns Sache sein, die ganze Zeit Untertitel zu lesen, aber der Authentizität des Spiels tut es auf jeden Fall gut.

 

 

Selbst ist der (Steinzeit)-Mann
Bevor ihr jedoch weit kommt, müsst ihr erst ein Tutorial bewältigen, in dem ihr lernt, wie ihr euch selbst Waffen herstellt, Materialien sammelt und jagt. Durch Sammeln von Steinen, Holz und Pflanzen erhaltet ihr Materialien, die ihr dafür verwenden könnt, euch einen Bogen herzustellen. Per Knopfdruck könnt ihr eine Art "Jägersicht" aktivieren, in der ihr Tiere und Materialien gelb hervorgehoben seht und auch die Spuren von diversen Tieren sehen könnt. Auf diese Art und Weise fällt es direkt leicht ein paar Hirsche zu jagen, die ihr für Pelz, Haut und Tierfett auch direkt ausweiden könnt. Dadurch erhält man wiederum Zugriff auf neue Waffen und Gegenstände, die man jederzeit selbst herstellen kann.

Da es in der Steinzeit noch keine Währung gibt, um euch Waffen zu kaufen, müsst ihr selbst ran und euch die notwendigen Materialien für Pfeile, Keulen, Speere, Fallen und viele andere Waffen selbst beschaffen. Das Tolle daran ist, dass man seine Waffen mit ganz besonderen Materialien auch aufwerten kann und so könnt ihr später eine Level 5 Keule schwingen und mit eurem voll aufgewertetem Bogen blitzschnell Pfeile schießen. Auch typisch für Far Cry gibt es die Möglichkeit eure Taschen zu verbessern und durch das Sammeln von Erfahrungspunkte neue Skills freizuschalten. Manche Sachen schaltet ihr allerdings erst dann frei, wenn ihr bestimmte NPCs getroffen oder andere Bedingungen erfüllt habt.

 

Für die Wenja!

Da das Ziel im Spiel ist für den Wenja Stamm ein mächtiges Dorf zu errichten, könnt ihr auch eure Bevölkerung im Verlaufe des Spiels erhöhen und müsst für bestimmte Leute auch Hütten bauen (und verbessern), damit es diverse Boni gibt. Beispielsweise erhaltet ihr täglich neue Materialien, wenn ihr die Hütte von Sayla baut und aufwertet. Um die Bevölkerung zu erhöhen reicht es, wenn ihr Aufgaben erfüllt, von denen es in Oros reichlich gibt. Wie für Far Cry typisch müsst ihr in diesen Geiseln aus den Händen feindseliger Stämme retten oder sie vor Tierangriffen beschützen. Es gibt allerdings auch besondere Missionen, die ihr in eurem Dorf von NPCs annehmen könnt, die etwas mehr Background haben.

Doch mit simplem Aufbauen ist es natürlich nicht getan, die anderen Stämme haben nicht die Absicht in friedlicher Koexistenz zu leben, sondern deklarieren euch recht offen den Krieg. Generell werdet ihr bei Sichtkontakt sofort angegriffen, solltet ihr auf Leute von anderen Stämmen treffen. Doch abgesehen von Missionen, in denen ihr gegen andere Stämme ins Feld zieht, gibt es auch lustige und kreativere Missionen, in denen ihr neue Fähigkeiten erlernt, Leuten bei verrückten Sachen oder beim Jagen aushelft.


Bekannte Elemente...

So toll aber auch viele der Neuerungen sind, muss man sagen, dass das Spielprinzip von Primal dem seiner beiden letzten Vorgänger stark ähnelt. Wie gehabt öffnet ihr per Knopfdruck die Karte und dort werden euch Nebenquests, einnehmbare Stützpunkte und Tiere angezeigt. So könnt ihr euch durch Erobern von Lagern neue Checkpoints und Schnellreise-Punkte erspielen, durch Nebenquests eure Bevölkerung erhöhen und durch Jagen von Tieren eure Ausrüstung verbessern. Natürlich erhaltet ihr für alles auch eine Menge Erfahrungspunkte. Doch auch wenn das alles nichts Neues ist, macht es abermals Spaß. Durch die hohe Anzahl an verschiedenen Tieren und den primitiven Waffen, mit denen man diese bezwingen muss, macht das Jagen in Primal mehr Spaß als je zuvor. Auch das Erobern von Lagern ist eine andere Erfahrung, schließlich könnt ihr nicht mehr mit einem Scharfschützengewehr oder mit einem Raketenwerfer alles umbratzen, sondern nutzt eher euren Bogen oder Speere dafür. Eine nette Dreingabe ist allerdings, dass ihr alle eure Waffen anzünden und auch werfen könnt. So kann ein brennender Speer mehr Schaden anrichten und Gegner in Brand setzen oder ihr nutzt eure Keule im Eifer des Gefechts einfach mal als Fernkampfwaffe.

Natürlich gibt es aber auch die guten alten Stealth-Kills, schwere Gegner, die mehr aushalten und austeilen, bestimmte Leute, die Alarm auslösen und somit Verstärkung anfordern können (per Blasen durch ein Horn) und gefangene Tiere, die ihr befreien könnt, um für etwas Trubel zu sorgen. Ubisoft bleibt seinem grundsätzlichen Gameplay und Stil also sehr treu, was für manche sicherlich eher negativ als positiv wirken mag. Im Grunde gibt es für so gut wie alles ein Äquivalent. So habt ihr vorher ein Scharfschützengewehr und Granaten benutzt, so nutzt ihr nun den Langbogen und Bienenstöcke. Statt Elefanten reitet ihr nun Mammuts und statt Messer werft ihr Steinsplitter. Fans der Vorgänger werden sich also wie zuhause fühlen und höchstens Fahrzeuge und automatische Waffen vermissen.

 

... aber genügend Neuerungen

Aber auch wenn das Spiel nach wie vor das gleiche Gameplay im neuen Setting besitzt, bietet es tolle Neuheiten. Beispielsweise könnt ihr bestimmte Tiere zähmen und für euch kämpfen lassen. Durch Werfen eines Köders lenkt ihr so beispielsweise einen Wolf ab, schleicht euch an diesen heran und zähmt diesen auf ziemlich magische Art und Weise, damit er euer Gefährte wird. Das Tolle daran ist, dass diese Tiere permanent bei euch bleiben, ihr ihnen Befehle geben könnt und selbst wenn sie sterben sollten, geheilt oder wiederbelebt werden können. Ihr müsst euch nicht mal für ein Tier entscheiden, wollt ihr nämlich statt eines Wolfs lieber einen Bären an eurer Seite, schickt ihr einfach das eine Tier weg und ruft das nächste. Theoretisch könnt ihr etwa 20 verschiedene Tiere in eurem Besitz haben, auch wenn ihr nur eines auf einmal bei euch haben könnt. Diese Tiere haben sogar ihre eigenen Statuswerte, so macht zwar das eine Tier mehr Schaden, kann dafür aber schlechter schleichen, während es bei einem anderen womöglich genau andersrum ist und sogar mehr einsteckt.

Ebenfalls toll ist die Eule, die ihr im Verlaufe des Spiels bekommt. Diese könnt ihr durch einen bestimmten Lockruf jederzeit rufen und anschließend selbst steuern. Je nachdem, welche Skills ihr ausgewählt habt, könnt ihr mit dieser die Gegend auskundschaften und Gegner markieren, einzelne Feinde töten oder sogar Bomben schmeißen, um schon vor Betreten eines gegnerischen Lagers für etwas Aufruhr zu sorgen. Da ihr die Eule auch nur ab und zu nutzen könnt, macht euch das Tier die Arbeit auch nicht leicht.

Eine besonders tolle Neuerung ist außerdem das Jagen von besonders gefährlichen Tieren, die als eigenständige Mission gelten. Diese kann man als eine Art Endgegner ansehen, ihr verfolgt die Spuren dieser mächtigen Tiere eine Weile lang, seht dabei was für eine Zerstörung sie dabei teilweise anrichten und sobald ihr in das Gebiet des Tieres ankommt, könnt ihr dort an bestimmten Plätzen Fallen aufstellen und somit schon im Vorneherein planen das Tier in bestimmte Ecken zu locken, damit ihr es später leichter habt. Diese Jagden sind ziemlich cool inszeniert und ihr müsst wirklich einige Treffer landen um diese Biester zu erlegen. Jedoch werdet ihr anschließend mit einem mächtigen Tier belohnt, denn ihr könnt sie anschließend bändigen, nachdem sie geschwächt sind und habt ein besonders starkes Tier an eurer Seite als Belohnung.

 

Traumort oder doch die Hölle?

Oros ist auf jeden Fall ein wirklich schöner Ort. Ubisoft hat es wahrlich geschafft das Spiel sehr toll aussehen zu lassen. Sehr viel Natur, schöne Lichteffekte, Tiere, die umherstreifen und sich teilweise gegenseitig jagen. Menschen, die eigenständig auf die Jagd gehen und die man dabei beobachten kann, Seen, Höhlen, Wälder... Selbst ein sehr zugeschneites Gebiet gibt es weit oben im Norden, in dem man nach wenigen Minuten erfriert, wenn man nicht ständig ein Lagerfeuer aufsucht. Durch Upgraden eurer Kleidung könnt ihr die Zeitspanne allerdings erhöhen und erfriert nicht mehr so schnell.

Doch auch wenn Oros wunderschön aussieht, so wimmelt es doch überall voller Gefahren. Ständig kann euch ein Rudel voller Wölfe attackieren, ein Säbelzahntiger anfallen, ein Mammut überrennen oder ihr trefft ungewollt auf eine Gruppe feindseliger Menschen, die euch nur zu gerne Speere in die Brust werfen wollen. Selbst im Wasser seid ihr vor Gefahren nicht sicher und werdet von Krokodilen angegriffen und haltet ihr eure Augen beim Wandern durch die Gegend nur geradeaus gerichtet, so könntet ihr ständig von einem Vogel angegriffen werden. Nun gut, ganz so schlimm ist es vielleicht nicht, aber Far Cry Primal zeigt auf realistische Art und Weise, wie gefährlich die Natur ist und dass aus Jägern auch schnell mal Beute werden kann.

 

Trophy-Check

Die Entwickler sind ihren typischen Trophäen-Sets treu geblieben und so solltet ihr nach Far Cry 3 und 4 schon wissen, was auf euch zukommt. Die Trophäenliste besteht zu einem Großteil aus bestimmten Killtrophies, also "Töte x Leute mit y" oder "Töte einen Gegner aus x Entfernung mit Waffe y". Auch müsst ihr bestimmte Gegenstände sammeln, die in der Spielewelt verteilt sind. Angenehmerweise aber nur einen Teil davon. Ansonsten eine bestimmte Anzahl an Nebenquests erledigen, alle Stützpunkte einnehmen, alle Fähigkeiten erlernen und so weiter.

Die Schwierigkeit ist hierbei auch wieder irrelevant, so könnt ihr die Platin theoretisch auf Leicht holen, wenn euch der Sinn danach steht. Ich persönlich empfehle die Schwierigkeitsstufe Schwer, da ihr so euer volles Arsenal ausschöpfen könnt und auch das Schleichen sinnvoller ist. Der Zeitaufwand liegt bei durchschnittlich 28 Stunden, das Spiel hat tatsächlich eine recht angenehme Länge und auch die Platin fühlt sich weder zu lang noch zu kurz an.

 

 

Persönliches Fazit

Als jemand, der nach Far Cry 4 etwas übersättigt war und sehr wenig Interesse an dem neuen Ableger hatte nach dessen Ankündigung, muss ich sagen, dass ich dennoch sehr viel Spaß mit Primal hatte. Das Setting ist frisch und unverbraucht, das Sammeln von Materialien und Jagen von Tieren in dieser wunderschönen Welt macht überraschend viel Spaß und die ganzen Neuerungen sorgen für genügend frischen Wind, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Besonders angetan hat es mir allerdings der Umstand, dieses Mal keine Schusswaffen zu haben. Mit Pfeil und Bogen, Speeren, Steinschleuder und Keulen ausgerüstet macht es gleich viel mehr Spaß auf die Jagd zu gehen oder andere Stämme zu bekämpfen.

Natürlich muss man aber auch sagen, dass Far Cry Primal keineswegs vor Innovationen strotzt. Man hätte durchaus mehr aus dem Setting machen können, zum Beispiel ein reines Survivalspiel, ohne den ganzen Baseneroberungs-Aspekt. Auch die Story weiß nicht wirklich zu begeistern, die Charaktere wirken sehr überzeichnet und generell gibt es keine wirklichen Twists oder spannende Charaktere wie Vaas Montenegro oder Pagan Min. Wer nach Teil 4 wirklich satt von der Reihe ist, den wird der neueste Ableger wohl auch nicht überzeugen können. Wer allerdings den Jagd-Aspekt und das Schleichen aus den Vorgängern gefiel und ein größerer Fokus auf diesen Aspekten gefällt, der sollte sich den Kauf des Spiels überlegen. Offensichtlich dürften auch Freunde des Steinzeit-Settings ihre Freude mit Primal haben, denn Ubisoft war wirklich konsequent bei dem Thema und hat es toll umgesetzt ihre Spiele Reihe 12000 Jahre in die Vergangenheit zu schicken.

Die Antwort auf die Frage, ob es schlicht und einfach Far Cry 3/4 in der Steinzeit ist, kann man denke ich mit "Ja" beantworten. Allerdings muss dies nichts schlechtes sein, denn genau dieses neue Setting sorgt alleine für frischen Wind in der Reihe und Neuerungen im Gameplay und daher fällt es mir schwer die Entwickler als faul oder ideenlos zu bezeichnen. Meine Erwartungen haben sie jedenfalls übertroffen und ich hatte sehr viel Spaß mit dem Spiel.

8/10

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