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Not a Hero im Test für die PS4 - Deckungsshooter im Pixelstil


Marloges
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Indiefans aufgepasst - Publisher Devolver Digital ermöglichte es mal wieder einem kleinen Entwicklerstudio ein neues Projekt zu finanzieren. Not a Hero ist ein 2D-Deckungsshooter in klassischer Pixeloptik und entwickelt wird das Ganze von Roll7, die man vielleicht von dem 2D-Skaterspiel OlliOlli kennt. Ob das auf dem ersten Blick nicht sehr ansprechend aussehende Spiel mit seinem Gameplay und verrücktem Setting überzeugen kann, erfahrt ihr in unserem Test.

 

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SYSTEM: PLAYSTATION 4
VERTRIEB: Devolver Digital
ENTWICKLER: Roll7
GENRE: 2D Deckungsshooter
SPIELER 1
HDD mind. 2 GB
AUFLÖSUNG 720p, 1080p
NETZWERKFUNKTIONEN Nein
NETZWERK-SPIELER -

 

 

Der Hase aus der Zukunft

Der anthropomorphische, lila Hase namens "BunnyLord" reiste durch die Zeit von 2048 in die Gegenwart um zum Bürgermeister gewählt zu werden und die Erde vor seiner kommenden Zerstörung zu bewahren. Um ihm dabei zu helfen, sollt ihr, in Form von bezahlten Söldnern, Verbrecher in der Stadt in seinem Namen aufhalten, damit die Bürger der Stadt einen Grund sehen, ihn zu wählen.

Man merkt bei diesem Plot sicherlich, dass sich die Story nicht allzu ernst nimmt. Tatsächlich erzählen die einzelnen Missionen auch nicht wirklich eine schlüssige, zusammenhängende Story. Stattdessen hauen die 9 auswählbaren Charaktere für sie typische Oneliner raus und BunnyLord führt euch in die Missionen ein und lobt euch am Ende für eure Arbeit wenn ihr sie abgeschlossen habt.

Dabei trieft es vor schwarzem Humor, Popkultur-Referenzen und anderen kleinen Späßchen, die nur manchmal wirklich witzig sind. Wer das vor ein paar Monaten kostenlose Spiel "Super Time Force Ultra" gespielt hat, kann sich das sehr ähnlich vorstellen. Generell wirken die Spiele sehr verwandt, auch wenn sie keinen direkten Bezug in Sachen Entwickler oder Publisher haben.

https://www.youtube.com/watch?v=qKpl-DJ3Ocs

Fleiß wird belohnt

Jede Mission startet damit, dass ihr euch einen Charakter auswählen müsst. Am Anfang steht nur einer zur Verfügung, allerdings erhöht sich die Anzahl immer weiter je mehr Missionen und Nebenziele ihr abschließt. Die verschiedenen Chars unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern bringen auch verschiedene Fähigkeiten mit. Zum Beispiel können manche Chars schneller nachladen als andere, im Rutschen schießen oder schnellere Exekutionen ausführen. Jeder Charakter hat also seine eigenen Vor- und Nachteile und je nach Level können andere Skills nützlich sein.

Habt ihr euch entschieden, startet auch schon das Level. In der unteren Bildschirmhälfte seht ihr dann abgesehen von eurer Munitionsanzeige und eurer Lebensenergie euer Ziel und drei Nebenaufgaben, die ihr zusätzlich bewältigen könnt. Während ihr also Drogen in die Luft sprengen, oder Geiseln befreien müsst, gibt es oftmals Aufgaben die auf Zeit basieren, bei denen ihr Gegenstände sammeln müsst, nicht getroffen werden oder eine bestimmte Anzahl an Schüssen nicht überschreiten dürft.

Je nachdem wieviele von diesen Nebenaufgaben ihr absolviert, steigt der Ruf vom BunnyLord schneller und ihr schaltet auch früher neue Charaktere und natürlich Trophäen frei. Oftmals bedarf es einiger Übung der Level oder gar auswendig lernen des Weges um wirklich alle drei Nebenaufgaben aufeinmal zu lösen. Die Level sind durch die verschiedenen Treppen und Sprünge nach unten oft etwas verwirrend designed und gerade bei zeitbasierenden Aufgaben kann man schnell das eine oder andere Ziel verpassen. Das motiviert jedoch dazu das Spielprinzip gründlich zu erlernen und nicht einfach blind durch die Level zu rennen und alles umzuballern, was man sieht.

 

Immer schön in Deckung bleiben!

Nur wie stellt man sich nun einen Deckungsshooter in 2D-Optik vor? Schließlich fällt es schwer sich "hinter" etwas zu verstecken wenn man nur nach rechts und links laufen kann. Die Level sind so gestaltet, dass es in jedem Gang der Level dutzende Möglichkeiten gibt, sich zu verbergen. Mit einem simplen Drück auf die X-Taste slided ihr hinter die nächste Tür, Säule, Kiste oder was auch immer gerade dort rumsteht. Ab diesen Moment seid ihr zumindest vor Schüssen unbesiegbar und könnt euch genretypisch mit einem Druck auf die Schusstaste herauslehnen und einen Schuss abfeuern. Gegner gehen dabei auch in Deckung, sind aber nicht übermäßig intelligent oder schwer zu besiegen. Hier geht es eher um Masse statt Klasse, was bei dem Spielprinzip aber auch die bessere Wahl war.

Doch ganz so simpel, wie es klingt, ist das Gameplay nicht. So könnt ihr die Gegner nicht nur einfach abschießen und müsst dabei manuell nachladen (durch einen Druck auf die Schusstaste wird auch bei leerem Magazin nicht nachgeladen, das müsst ihr selbst tun) sondern könnt Gegner auch durch Sliding umhauen und dann exekutieren oder sekundäre Waffen, wie Granaten oder Geschütze einsetzen um eure Feinde zu töten. Auch gibt es besondere Munition, wie explosive Schüsse oder Laser zu finden, um euch das Leben leichter zu machen. Außerdem macht die Distanz, aus der ihr eure Schüsse abfeuert auch einen Unterschied. So macht ihr aus nächster Nähe einen kritischen Treffer, der verheerenden Schaden anrichtet, allerdings natürlich auch riskanter auszuführen ist.
Der besondere Clou an dem Spiel ist allerdings wohl die Anzahl an verschiedenen Gegnertypen. So gibt es Gegner die besonders viele Kugeln schlucken und die ihr nicht im Nahkampf angreifen könnt, Gegner die Geiseln nehmen, oder eben auch Feinde, die besondere Waffen nutzen. So empfiehlt es sich manchmal erstmal einen anderen Gang zu wählen um ggf. eine bessere Waffe zu finden, oder von hinten anzugreifen.

 

Stockwerke, Fenster und Treppen

Die Level sind in Not a Hero stets recht einseitig gestaltet, um nicht zu sagen: Sie sehen fast immer gleich aus, sind dann nur anders gefärbt. Ständig ist man in irgendeinem mehrstöckigem Gebäude, mit den gleichen Treppen, Fenstern und Türen und muss dabei dann richtig runterspringen, den richtigen Schalter finden oder die richtige Treppe suchen. Das wird recht schnell einseitig und dass sich die Charaktere spielerisch nur gering unterscheiden und man keine neuen Waffen freischaltet oder sonstige Motivation hat, macht das Spiel recht einseitig. Zwar wurde sich im Spiel darum bemüht etwas Abwechslung durch verschiedenste Aufgaben und Gegnertypen zu integrieren, allerdings funktioniert das nur bedingt. Der einzige Bonus sind kleinere Events in den Storyleveln, wo zum Beispiel plötzlich ein S.W.A.T. Team auftaucht und euch durch das Level jagt oder Ähnliches.

Insgesamt ist das Spiel allerdings auch recht kurz gehalten. Es bietet euch 21 Level + 3 weitere Bonuslevel und zusammen mit den Bonusaufgaben werden aus den fünf Stunden die ihr etwa fürs Durchspielen braucht dann ungefähr 10, da ihr manche Level ausgiebig üben müsst, um wirklich alle Aufgaben in einem Run abschließen zu können. Daher kann man über schnell einkehrende Abwechslungsarmut kaum meckern, denn das Spiel ist ab dem Zeitpunkt, an dem ihr so empfindet, wohl eh schon fast vorbei.

 

Trophy-Check

Leider hat das Spiel keine Platin-Trophäe, sondern muss für einen PSN-Titel typisch mit lediglich 12 Trophäen auskommen, wovon nur eine golden ist. Um alle Trophäen zu erhalten, müsst ihr das Spiel zu 100% abschließen, was bedeutet dass ihr in jedem Level jede Nebenaufgabe absolvieren müsst inklusive Bonuslevel. Die 300 Exekutionen und kritischen Treffer sind dabei dann nur noch Formsache und können gut automatisch kommen, ansonsten dauert es allerdings auch nicht lange das abzufarmen.
Die Schwierigkeit und Dauer ist momentan noch nicht abzuschätzen, da es online noch keine Wertungen dafür zu finden gibt, allerdings ist das Spiel mit etwas Übung nicht übermäßig hart, auch wenn die späteren Level durchaus Übung erfordern. Die Spielzeit für 100% könnte bei etwa 10h liegen.

 

 

Persönliches Fazit

Not a Hero hat definitiv einen sehr einzigartigen Charme. In welchem Spiel könnt ihr wohl sonst noch einem Hasen mit Menschenkörper dazu verhelfen an eine Machtposition zu kommen? Das abgedrehte Setting und der pixelige Grafikstil sind für Fans von Indiespielen sicherlich attraktiv, doch empfand ich persönlich den Humor des Spiels als etwas "infantil" und musste selten über die albernen Kommentare des BunnyLords lachen. Auch störte es mich, dass zwischen den Missionen die Monologe so endlos lange dauerten, niemand liest so langsam wie die Schrift erscheint und so kann man sich leicht dabei ertappen das Ganze einfach skippen zu wollen um das nächste Level zu starten. Da BunnyLord sowieso nicht synchronisiert wurde, sondern lediglich seltsame Geräusche von sich gibt, gibt es keinen Grund warum man die Geschwindigkeit der Schrift per Knopfdruck nicht beschleunigen kann.

Gameplaytechnisch ist das Spiel anspruchsvoll und lädt zum Lernen der einzelnen Level ein, jedoch fühlt man sich in der Steuerung etwas limitiert. Es fühlt sich oftmals mehr danach an, dass es erforderlich ist, die Level auswendig zu lernen, anstatt dass man das Gameplay per se erlernt. Den schnellstmöglichen Laufweg finden, die richtige Waffe bei den richtigen Gegnern benutzen... Das sind eher die Anforderungen die das Spiel stellt als wirkliches Beherrschen der Steuerung. Dies und die kurze Dauer des Spiels lassen den Preis von momentan 12,99€ etwas happig erscheinen. Weder Story, Humor, Stil noch Soundtrack wissen wirklich zu begeistern, die fehlende Platintrophäe ist dabei auch ein kleiner Malus. Übrig bleibt das Gameplay, welches durchaus Spaß macht und durch viele verschiedene Level und Herausforderungen motivieren kann, wenn auch nicht lange.

Empfehlen kann ich es wirklich nur Fans von Indiespielen, die etwas mit der Deckungsshooter-Mechanik anfangen können und minimalistischer Grafik nicht abgeneigt sind. Selbst als Jump n' Run Enthusiast wird man mit Not a Hero keine Freude haben, schließlich gibt es in dem Spiel keine Sprungpassagen und kann in der Tat nichteinmal springen, sondern nur laufen und sliden. Allen anderen würde ich empfehlen auf einen Preisnachlass zu warten. Mich würde es auch nicht überraschen das Spiel in ein paar Monaten im PS Plus Angebot zu sehen. Es ist absolut kein schlechtes Spiel, weiß aber auch nicht wirklich zu begeistern und ist für den jetzigen Preis das Geld kaum wert.

5/10

 

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