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Minecraft Story Mode im Test für die PS4: Klötzchenschau statt Klötzchenbau


Realmatze
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Jeder kennt Minecraft. Viele mögen es, andere hassen es und den meisten ist es vollkommen egal. Doch die enorme Fanbase ist nicht zu verachten und auf YouTube sind Minecraft Let’s Plays noch immer der Hit, vor allem bei der jüngeren Generation. Bisher lebte das Spiel jedoch eher von der Kreativität der Spieler, als von einer tiefgründigen Geschichte. Das soll sich jetzt ändern und so bringt The Walking Dead Entwickler Telltale Games nun Minecraft Story Mode auf den Markt, welches ebenso wie die anderen Lizenzspiele des Studios ein Episodenspiel ist. Ob jedoch die Welt von Minecraft für ein storylastiges Spiel geeignet ist, erfahrt ihr in unserem Test.

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SYSTEM: PLAYSTATION 4
VERTRIEB: Telltale Games
ENTWICKLER: Telltale Games
GENRE: Adventure
SPIELER: 1
HDD: 16 GB
AUFLÖSUNG: 720p, 1080i, 1080p
NETZWERKFUNKTIONEN: Ja
NETZWERK-SPIELER: -

 

Ein neuer Feind erwacht.

Jesse hat viele Namen: Nerd, Looser, Freak. Dennoch ist er ganz sicher, den diesjährigen Bauwettbewerb der Endercon gemeinsam mit seinen Freunden zu gewinnen. Was er nicht ahnt, ein riesiges Ungeheuer steht kurz vor seiner Erweckung und er muss die legendären Helden vom Orden des Steins wieder zusammenbringen, damit sie erneut die Welt retten können.

Wirklich tiefgründig ist das Spiel zwar nicht, allerdings ist sie verglichen mit der Geschichte die Minecraft selbst bietet ein enormer Sprung. Andererseits ist der Inhalt von Minecraft auch stets der gewesen, dass sich die Spieler ihre eigenen Geschichten bauen. Und genau so fühlt sich Minecraft Story Mode auch an. Es könnte ein Abenteuer sein, wie es der Phantasie eines Minecraft Spielers entsprungen ist.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Spiel allerdings noch nicht vollständig. Von den fünf angekündigten Episoden sind erst zwei erschienen. Doch während die erste Episode einen gelungenen Auftakt bildet, ist Episode zwei doch recht kurz geraten. Dies liegt jedoch daran, dass die Entscheidungen aus der ersten Episode den Ablauf der zweiten verändern. Spielt man das Spiel somit mehrmals durch, bekommt man ein ganz anderes Kapitel präsentiert, was den Wiederspielwert erhöht. Wie sich das jedoch fortsetzt, wird die Zukunft zeigen.

 

 

Nur für Insider

Wie man es erwarten würde, ist Minecraft Story Mode voller kleiner Gags und Anspielungen auf die Welt von Minecraft. Abgesehen von der (fast vollständig) originaltreuen Spielegrafik gibt es auch viele Details, die das Fanherz höher schlagen lassen. Es gibt viele Referenzen auf Gegner und Objekte aus dem Originalspiel wie Zombies, Enderman oder Spinnen. Das bezieht sich auf ihr Verhalten, ihr Auftreten und die Art und Weise, wie man mit ihnen umgehen muss.

Viel besser sind aber die Anspielungen auf die Community. Zu Beginn baut man eine große Statue. Wählt man hier ein bestimmtes Baumaterial, wird man dafür kritisiert. „Das ist doch nur gefärbte Wolle!“ Hachja, Wolle, damit kann man immer die schönsten Kreationen basteln, auch wenn es nicht sonderlich realistisch ist. Oder wie wäre es mit den fiesen Griefern? Andere Spieler, die nichts weiter als Raub und Zerstörung mit TNT im Sinn haben.

Für jene, die mit Minecraft nichts am Hut haben, werden die meisten Anspielungen verborgen bleiben oder zumindest Fragezeichen aufwerfen. Doch das Spiel heißt Minecraft Story Mode und macht klar, wer die Zielgruppe ist. Und diese wird sich über jeden noch so kleinen Witz freuen, da man merkt, hier haben sich wirklich Leute Gedanken gemacht und mit der Vorlage auseinandergesetzt.

Nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet

Okay, das mag etwas übertrieben sein, doch eines sollte beim Kauf des Spiels geklärt sein: Die Sprachausgabe ist komplett auf Englisch, während die Texte weitestgehend Deutsch sind. Warum weitestgehend? Nunja, es scheint manchmal so, als hätte man Minecraft Story Mode mit einem simplen Online-Übersetzer ins Deutsche übertragen. Bedeutet: Manchmal passen die Worte nicht zu dem Gesagten.

Denkt man einmal darüber nach fällt einem auf, dass es ohne Kontext eine mögliche Übersetzung wäre und anscheinend aus einer Übersetzungstabelle nur das erste Wort ausgewählt wurde. An anderer Stelle findet man hingegen gar keine Übersetzung wieder, da steht dann einfach der englische Satz da, das tritt sowohl bei Untertiteln als auch bei der Antwortwahl auf. Bei letzterem ist dann auch nur die eine auf Englisch, während die anderen beiden Deutsch sind.

Darüber hinaus passiert es auch mal, dass Sätze gar nicht untertitelt werden. Sie verschwimmen dann einfach zwischen zwei anderen Untertiteln als hätte es den Satz nie gegeben. Und davon, dass mein Charakter, den ich mir ausgesucht habe, männlich ist, jedoch jedes Mal als Freundin, Zerstörerin und Anführerin bezeichnet wird, fang ich am besten gar nicht erst an.

Sammeln, Craften, Bauen

So läuft Minecraft ab. Minecraft Story Mode jedoch spielt sich wie ein ganz übliches Telltale Adventure. Wem das nichts sagt, der bekommt jetzt einen kurzen Abriss. In vielen Gesprächen muss man sich für bestimmte, meist jedoch storyirrelevante Antworten entscheiden. Dann bewegt man sich in dreidimensionaler Point and Click Manier quer durch die Umgebung und muss hier und da auf Quicktime Events reagieren, während man Rätsel auf Grundschulniveau löst. Ist das ideal? Nein. Macht es trotzdem Spaß? Ja!

Erfreulich ist, dass die Rätsel und Quicktime Events an der Vorlage orientieren. Auf der Werkbank muss man hier und da Ressourcen kombinieren und bekommt anhand von Rezepten auch Hilfe, wenn man sie benötigt. Hier und da muss man mit Schwert oder Bogen kämpfen und kann beispielsweise einen Ghast besiegen, indem man den Feuerball zurückschleudert, was nebenbei in Minecraft eine Trophäenbedingung war. In Quicktime Events kann man zudem die Umgebung ab- oder aufbauen.

Die echten Quicktime Events hingegen sind wie üblich etwas hakelig. Richtungsanzeigen reagieren nicht, das Fadenkreuz fliegt zu schnell über den Bildschirm und man trifft, obwohl man sich sicher war, dass man aus Panik danebengehauen hat. Wie üblich halten sich die Folgen einer Falscheingabe aber auch in Grenzen und somit hat man oft das Gefühl, man würde eine Serienfolge schauen, statt zu Spielen.

Ganz der Vater blockieren

Wer nun nicht weiß was das soll, erhält hier einmal ein besonders schönes Beispiel aus dem Hause „Übersetzungskünstler Minecraft Story Mode“. Tatsächlich ist das die offizielle Bezeichnung der Platintrophäe des Spiels und sollte mal Chip off the Old Block übersetzen. Doch wenn wir einmal beim Thema sind: Die Platintrophäe zu erreichen ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich. Klar, das Spiel ist ja auch noch nicht komplett.

Nach dem Ärger über The Walking Dead Season 2 kann man sich aber dennoch darüber freuen, dass man am Ende der Staffel von Minecraft Story Mode eine Platintrophäe freischalten kann. Die meisten davon erhält man sogar automatisch im Spielverlauf, die restlichen sind aber leicht durch eine Kapitelauswahl nachholbar. Erstmalig sind allerdings nun auch Trophäen davon abhängig, wie man sich in einer vorangegangen Episode entscheidet, dies ist aber nur einmal der Fall.

Abgesehen von diesen beiden Trophäen, die sich gegenseitig ausschließen und man somit etwa eine halbe Stunde Spiel wiederholen muss, allerdings dabei unterschiedliche Kapitel präsentiert bekommt, gibt es nur zwei andere Trophäen. Doch während die eine Trophäe ziemlich früh zu Beginn von Episode 1 erledigt werden kann, sind die Bedingungen für die andere unklar – fest steht nur, dass man sie in Episode 3 holen muss, indem man mit seinem Schwein redet. Doch selbst wenn man dafür das ganze Spiel noch einmal beginnen müsste, die einzelnen Episoden sind mit einer Spielzeit von einer bis anderthalb Stunden so kurz, dass man das schnell nachholen kann.

Persönliches Fazit

Minecraft Story Mode fügt sich recht solide zwischen die anderen Telltale Spielen ein. Natürlich kann es nicht mit ernsten Geschichten wie The Walking Dead oder The Wolf Amoung Us mithalten, muss es aber auch nicht. Es erzählt eine Geschichte im Minecraft Universum und muss bunt, lustig und übertrieben sein. Dummerweise steht das in starkem Kontrast mit der musikalischen Untermalung, die so auch in den eben genannten vorkommen könnte und von der Dramaturgie eher an „Thema verfehlt“ erinnern.

Aber ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keinen Spaß mit dem Spiel hatte. Klar dachte ich oft „Ich bin zu alt für diesen… Kram“ und auch die vielen, wenn auch kleineren Fehler stießen mir oft negativ auf, aber dennoch ist die erste Episode ein gelungener Auftakt gewesen, wenn die zweite auch etwas kurz und vor allem inkonsequent geraten ist. Entscheidungen beeinflussen zwar den Verlauf, jedoch nicht den Ausgang und so bin ich gespannt, ob Telltale mit den anderen Episoden wieder etwas aufholen kann.

6.5/10

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