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NBA Live 16 im Test für die PS4: Alle Jahre wieder


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Pünktlich zur neuen Saison versucht EA mit NBA Live 16 erneut dem Platzhirsch von 2K Konkurrenz zu machen. Nach den Flops in den vergangenen Jahren, haben die Entwickler weiter fleißig an Verbesserungen geschraubt und sich die Kritik der Community zu Herzen genommen. So gibt es neue Modi, ein verbessertes Passsystem und auch die KI soll sich verbessert haben. Diesen Fragen ist unser User und Basketball Fan Souly auf den Grund gegangen und ob die Neuerungen gereicht haben oder ob EA wieder seiner Nemesis 2K hinterher hinkt, erfahrt ihr in unserem Test.

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SYSTEM: PLAYSTATION 4
VERTRIEB: EA Sports
ENTWICKLER: EA Tiburon
GENRE: Sport
SPIELER: 1-4
HDD: 30 GB
AUFLÖSUNG: 720p, 1080i, 1080p
NETZWERKFUNKTIONEN: Ja
NETZWERK-SPIELER: 2-10

 

Modi, Modi..

Fangen wir bei den offensichtlichsten Änderungen an: den Spielmodi. EA verleiht seiner NBA-Reihe mit zahlreichen alten und neuen Spielmodi viel Abwechslung für jeden Geschmack. Beim altbekannten „Rising Star“ Modus, hilft der Spieler seinem selbst erstellten Alter Ego auf dem Weg in die Hall of Fame und mit der zum Spiel zugehörigen App, kann er sogar sein Gesicht scannen und auf den zukünftigen All-Star plakatieren. Man wählt eine Spielerposition, seinen bevorzugten Spielstil und schon kann es in den NBA-Showcase gehen. Hier soll der Spieler sein Können für den bevorstehenden Draft unter Beweis stellen. Wenn alles gut läuft und man gedraftet wurde, spielt man von nun an für ein Team in der NBA. Leider war es das auch schon mit Storyinhalten.

Keine Draftgespräche, keine Sponsorings, keine GM-Gespräche, kein Fan-Feedback. Schade eigentlich, da man sich so kaum mit seinem Spieler identifizieren kann und auch wenn NBA Live 16 sicherlich kein Rollenspiel ist, 2K macht es mit einer sehr weitreichenden Story rund um den eigenen Star einfach besser. Ein Lichtblick sind die verschiedensten Skills, die man im Laufe seiner Karriere verbessern kann und natürlich gibt es auch wieder massenweise Animationen bekannter Größen wie Russel Westbrook, Dirk Nowitzki und King James, mit denen man seinen Spieler ausstatten darf. Statistikfans dürften sich ebenfalls gut bedient fühlen, da nahezu alles über jeden Spieler und jedes Team festgehalten wird, von Korbversuchen und Erfolgen, Steals und Blocks bis hin zu Fouls pro Spiel kann man sich alles stundenlang durchlesen.

Wem ein Spieler zu wenig ist, der kann ein ganzes Team im „Dynastie“ Modus managen und versuchen, durch Training, Trades und Personalentscheidungen die Meisterschaft zu holen. Hier hat man eine wirklich riesige Auswahl an Entscheidungen und Möglichkeiten. Man sucht sich zuerst eines der NBA-Teams aus und entscheidet dann erst einmal das Saisonziel, welches entweder aus Aufbau, Mithalten oder Meisterschaft besteht. Je nach Saisonziel, hat der Manager nun Zwischenziele die es zu erreichen gilt, wie etwa das Erhöhen des Teambudgets um 20 Mio, das Erreichen der Playoffs oder aber das Aufbauen einen Rookies. Danach geht es auch schon los mit den ersten Entscheidungen eines Managers: Welche Spieler trainiere ich? Wen muss ich verkaufen? Sollte ich in unsere Ärzte oder in unsere Offense-Trainer investieren? Am Anfang ist man nahezu überfordert mit den ganzen Möglichkeiten, aber nach ein paar Spielen und dem typischen Try-and-Error Prinzip lernt man schnell sich als Manager zu etablieren und kann nur sagen, dass dieser Modus wirklich gut gelungen ist.

 

 

..und noch mehr Modi

Wer sich lieber mit anderen Spielern im Netz tummelt, kommt mit NBA Live 16 ebenfalls voll auf seine Kosten. So kann man im Pro-Am-Modus mit bis zu 4 Freunden einen von vielen Courts unsicher machen und mit den selbst erstellten Stars ein bisschen glänzen. Habt ihr keine 4 Freunde zur Hand, wird euer Team im Summer-Camp mit zufälligen Mitspielern aufgefüllt und sollten diese auch nicht existieren, na dann muss eben doch wieder die etwas dümmliche KI herhalten. Der Modus wirkt ein bisschen wie ein Streetball-Match, ohne wirklich eines zu sein. Man spielt zwar auf zwei Körbe normal fünf gegen fünf aber das Team, welches zuerst 21 Punkte hat, gewinnt die Runde. Als Anreiz gibt es auf jeden der Courts drei kleine Bonusziele, wie etwa das Ausführen eines Assists oder dem Verwandeln von zwei Körben nach einem Pass. Solltet ihr also ein paar Freunde mit NBA Live 16 haben, werdet ihr mit diesem Modus sicherlich eure Freude haben, wenn man aber mit zufälligen Mitspielern zusammen spielen muss, zeigt sich leider doch immer wieder die Ego-Seite eines Basketballers und es kommt eigentlich kaum ein Teamspiel zustande.

Zum Pro-Am-Modus kommt noch ein normaler Online-Modus hinzu, bei dem man Standard-Matches gegen Spieler aus aller Welt bestreiten kann. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen: Team aussuchen, spielen, siegen, fertig. Etwas Besonderes hingegen ist der aus anderen EA-Titeln bekannte „Ultimate-Team“ Modus. Hier muss man in einer Art Sammelkarten-Spiel ein Team zusammenstellen und dann gegen andere Teams antreten. Das klingt erst einmal simpel, bietet aber viele Facetten. So sind nicht alle Spielerkarten für immer im Team enthalten, sondern nur für eine bestimmte Anzahl an Spielen und sollte ein Spielervertrag auslaufen, kann man diesen mit erworbenen Vertragskarten verlängern.

Dadurch kommt oft ein bunt gemischtes Team zustande und man muss sich auf immer wieder wechselnde Spieler einstellen, was das ganze sowohl knifflig, als auch interessant gestaltet. Durch jedes Spiel das man bestreitet, bekommt der Spieler eine virtuelle Währung und EA wäre ja nicht EA, wenn man diese Währung nicht auch durch Echtgeld erwerben könnte. Mit den virtuellen Kröten könnt ihr euch dann entweder Kartenpacks kaufen oder euer Glück auf dem Transfermarkt versuchen um so ein möglichst gutes Team auf die Beine zu stellen. Wer diesen Modus bei FIFA mag, wird ihn auch bei NBA ins Herz schließen und so auf seine Kosten kommen. Es ist also für jeden Typ von Spieler ein geeigneter Modus vorhanden, doch wie sieht es jetzt im Herzstück, dem Spiel selbst aus?

Ganz hübsch…

So lässt sich die Grafik von NBA Live 16 am besten beschreiben. Die Haut und der Schweiß sind schön dargestellt, die Trikots wirken realistisch und zumindest die großen Stars sehen ihren realen Ebenbildern wirklich ähnlich. Bei den Bankspielern ist das dann leider nicht mehr der Fall. Der Court, die Beleuchtung und die Hallen sind detailreich und am Original orientiert umgesetzt. Durch die ESPN-Rechte wird ein Spiel ansprechend wie eine TV-Ausgabe in Szene gesetzt.

Mit den Kommentatoren Jeff van Gundy und Jalen Rose hat sich EA zwei Größen der NBA als Sprecher gesichert. Die beiden begleiten einen kompetent durch das Spiel, allerdings sind die Texte zum Teil so allgemein, dass man kaum in Stimmung kommt. Hier fehlt es einfach an individuellen, zur Spielsituation passenden Textpassagen und man muss leider wieder zugeben, 2K macht es besser.

Der Soundtrack besteht hauptsächlich aus für Basketball üblichen HipHop und Rap. Das ist dann wohl eher Geschmackssache, passt aber zugegebenermaßen zum Flair. Die Stadionsounds und vor allem die Zuschauerchöre sind wirklich gut gelungen. In der Offense hört man die Zuschauer brüllen „Let’s go Celtics“, in der Defence ein lautes „Defense!...Defense!“ und beim 3-Punkte Wurf schreien die Fans euphorisch „Foooor Threeeee“. Insbesondere bei sehr engen Spielen werden diese Rufe lauter und intensiver wodurch, anders als bei den Kommentatoren, deutlich Stimmung aufkommt und man die Zuschauer auf gar keinen Fall enttäuschen will. Hier merkt man auch als Spieler vor der Konsole deutlich einen Heimvorteil, da man sich wirklich angestachelt fühlt.

…doch an der Technik haperts

Am negativsten sind die KI und das Passspiel aufgefallen. Die Mitspieler reagieren zum Teil träge, insbesondere in der Defense. So kommt die KI nicht allzu oft auf die Idee, ein bisschen Helpdefense zu leisten. In der Offense lässt der Gegner sich meistens einfach ausdribbeln oder per simplen Pick-and-Roll aus der Fassung bringen. Die Wurfdefense der Gegner funktioniert hingegen recht solide. Wenn man nicht gerade einen voll geskillten Dreierschützen spielt, hat man Probleme sich so frei zu laufen, dass der Gegner einem nicht zu sehr beim Wurf behindert. Positiv ist das Playbook-System umgesetzt. Am Anfang eines jeden Angriffs brüllt der Trainer einem einen Spiezug zu, den man entweder getrost ignorieren, oder aber ausspielen kann. Mit Markierungen auf dem Boden werden Laufwege angezeigt, anzupassende Spieler hervorgehoben und Abwurfpunkte festgelegt und das Tolle daran: hier stellt sich die KI gar nicht mal so doof an. Die Mitspieler versuchen die gegnerischen Blöcke zu umgehen und den Spielzug so gut es geht am Leben zu erhalten. Das dies nicht immer klappt ist natürlich vollkommen normal und sollte jedem, der schon einmal Basketball gespielt hat, klar sein.

Richtig schlimm ist das Passen. Lange Pässe kommen zwar meistens an, verzichtet man jedoch auf den Symbolpass, selten bei dem Spieler, den man eigentlich anspielen wollte. Kurze Pässe haben einen besonders nervigen Bug. Wenn ein Spieler direkt neben einem steht und man will ihm den Ball zuspielen, was macht der geübte Basketballer dann? Natürlich, er zimmert den Ball mit so viel Wucht wie möglich auf den Boden, sodass der Ball im hohen Bogen über den Mitspieler fliegt und die KI wie ein Stück gammeliges Toastbrot hinterherschaut, bis der Ball dann endlich ins Aus kullert. Macht Sinn. Das sorgt des Öfteren für viel Frust im Angriff und es kommt der Gedanke auf, dass die Entwickler hier eventuell etwas "kaputtverbessert" haben. Sinnvoll wären hier zwei verschiedene Passarten, einmal der direktpass und einmal der Bodenpass gewesen, wodurch der Spieler selbst entscheiden (oder auch fehlentscheiden) kann, welcher Pass gerade der richtige für die Situation ist.

Die Dribblingmoves wirken einzeln betrachtet sehr flüssig und schön, jedoch ist nach jedem Move eine Art Sequenzende zu beobachten, wodurch es bei mehreren Moves hintereinander sehr abgehackt wirkt. Einen Pluspunkt bringen die Würfe mit ein. Beim Wurf füllt sich ein Balken und man muss am höchsten Punkt die Wurftaste loslassen. Das ist gerade für neue Spieler sicherlich eine Erleichterung und sorgt früh für Erfolgserlebnisse. Des Weiteren gibt eine Prozentanzeige nach dem Loslassen der Wurftaste ein kurzes Feedback, wie wahrscheinlich der Wurf wohl rein gehen wird. Diese sinkt umso mehr, je näher ein Verteidiger beim Wurf steht und auch hier wird um den Spieler herum grafisch mit einem gelben bis roten Kegel angezeigt, ob sich der Wurf lohnt.

Move on!

Die Steuerung ist solide umgesetzt. Sie ist intuitiv und bietet auch einen hohen Grad an Funktionalität, welche erst einmal gemeistert werden muss. Für Neulinge bietet es sich an, die Tutorials zu spielen, um so einen Einstieg in die Grundfunktionen der Steuerung, aber auch in die Grundlagen eines Basketballspiels zu bekommen.

In der Offense läuft die Steuerung wie bei nahezu allen Basketballspielen auch: eine Taste zum Passen, eine Taste zum Werfen, rechter Stick für Dribbling-Moves usw. Das Pick-and-Roll hat EA sehr gut gelöst, hier hält man L2 gedrückt um den Block anzufordern und lässt sie einfach wieder los, sobald man möchte, dass der Mitspieler zum Korb zieht. Perfekt. Will man selber einen Block stellen, funktioniert das genauso leicht. Etwas an den Gegner heranstellen, L2 gedrückt halten, der Spieler korrigiert automatisch seine Position um den Block perfekt zu stellen, linken Stick kurz drücken um abzurollen. Auch Perfekt. Hier kann man wirklich nicht meckern.

Die oft geäußerte Kritik der Defense samt Steuerung kann ich so nicht nachvollziehen. Für eine enge Deckung gibt es die L2 Taste, versucht man allerdings einen guten Dribbler die ganze Zeit mit enger Deckung zu verteidigen, zieht dieser natürlich mit einem kleinen Schritt vorbei. Das ist nicht schlecht, sondern realistisch. Auch im realen Basketball gilt: enge Deckung gegen Würfe mit der Gefahr, dass der Gegner vorbei zieht und weite Deckung gegen den Zug zum Korb mit der Gefahr, dass der Gegner einen sauberen Wurf landen kann. Hier muss man also das Mittelmaß finden und dies setzt NBA Live 16 einfach nahezu perfekt um. Bei den Steals könnten die Schiris allerdings durchaus öfter mal Pfeifen. Man kann im Endeffekt die ganze Zeit die Vierecktaste zum Glühen bringen und versuchen zu stealen und bekommt dafür vielleicht ein bis zwei Fouls pro Spiel, sogar wenn der Gegner den Ball fest in der Hand behält. Also auch hier tragen die Steuerung und das Verhalten deutlich Pluspunkte bei.

Zeit für einen neuen Trophäenschrank…

Für die wenigen Tophäensammler auf dieser Seite (Haha), gibt es erst einmal eine Enttäuschung, zum Zeitpunkt des Testes war es nicht möglich die Trophäe „Wir sind LIVE“ zu bekommen und dementsprechend fiel auch die Platin erstmal flach. Warum? Die Trophäe schaltet sich bei folgender Kondition frei: „Schließ eine Big Moment-Herausforderung innerhalb von 24 Stunden nach ihrer Veröffentlichung ab“. Da EA aber bisher noch keine Big Moment Herausforderung veröffentlicht hat, ist diese Trophäe bisher unerreichbar. Ansonsten gibt es kaum Überraschungen. EA Sports-typische Aufgaben stehen euch bevor: Werde All-Star, gewinne ein paar Spiele online und offline, baue ein schönes Ultimate-Team auf.

Die Ultimate Team-Trophäen sind von all dem vermutlich die schwersten. Zum Beispiel die Trophäe „Das höchste Lob“, bei der man ein komplettes vorhandenes NBA Team im UT-Modus zusammenstellen muss. Da die Kader regelmäßig aktualisiert werden und gerade die Top-Spieler unverschämt viel auf dem Transfermarkt kosten, sind hier entweder prall gefüllte Geldbeutel, sehr viel Zeit oder überragendes Glück bei den Kartenpacks gefragt. Die Offline-Trophäen sollten mit einfach eingestellten Spiel- und Gameplayeinstellungen schnell erreichbar sein.

Persönliches Fazit

NBA Live 16 ist ein solides Basketballspiel, welches aber eine Menge Abzüge in der B-Note bekommt. Ich wünsche mir so sehr, dass EA einen fähigen Konkurrenten für 2K auf den Markt bringt aber bisher hat es noch nicht
gereicht. Allerdings kann man von Jahr zu Jahr stetige Fortschritte und viel Potential erkennen. Gerade was die Feinheiten in der Spielmechanik angeht, muss man den Entwicklern die Zeit geben, dass Spiel wachsen zu lassen und darum würde ich die EA-Reihe, falls sie fortgeführt wird, definitiv nicht aus den Augen lassen.

Als ich das Spiel das erste Mal spielte, dachte ich sogar für einen Augenblick, es könnte mir besser als 2K gefallen. Die Bewegungen wirkten irgendwie vom Feeling her realistischer, die Moves waren schön simpel und die Wurfanzeige hat mir gefallen. Umso länger man aber spielt, umso mehr gibt es dann leider doch zu Meckern. Das Passverhalten ist unmenschlich nervig, die KI in der Defence will man am liebsten anbrüllen, warum sie einem keine Helpdefense geben und für mich als Story-Spieler fehlt mir die Tiefe, wie sie bei 2K gegeben ist. Für mich wird sich wohl hauptsächlich der Dynastie-Modus eignen, da dieser wirklich umfangreich und schön umgesetzt wurde.

Würde ich jemandem das Spiel empfehlen? Ein klares Ja, mit der Einschränkung des Preises, denn für den gleichen Preis wie 2K16 ist es sicherlich nicht zu rechtfertigen. Wenn EA allerdings mit seinem Preis deutlich unter den von 2K geht, ist NBA Live 16 eine wirklich gute Alternative für den kleineren Geldbeutel. Die kommenden Jahre werden jedenfalls zeigen, ob sich die Reihe weiter seiner Konkurrenz annähern kann, oder ob es einen ewigen Zweiten geben wird. Ich würde mir einen zweiten Spitzentitel im Basketballbereich jedenfalls herzlich wünschen.

7.0/10

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