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Test: Deadlight Director‘s Cut im Test für die PS4 – Zombiesurvival ohne viel Action


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Wie lang ist es schon her, seit wir das letzte Mal ein Zombie Spiel in den Händen halten durften? Nun ja, wahrscheinlich nicht allzu lange, bedenkt man die schiere Masse an Spielen, die Zombies zum Thema oder als Extra-Modus haben. Anno 2012 haben die Entwickler von Tequila Works den PC und die Xbox 360 mit einem Survival Adventure in 2D bedient und nun gibt es mit Deadlight Director’s Cut auch eine erweiterte und aufgehübschte Version für unsere Lieblingskonsole. Ob sich Deadlight Director’s Cut von der hirnlosen Masse abheben kann, erfahrt ihr unserem Test.

Depri trifft auf Emo

Die Apokalypse ist nicht schön und spätestens seit "The Last of Us" wissen wir, dass sie von schweren Schicksalen geplagt ist und auch Deadlight macht dort keine Ausnahme. Der Hauptcharakter Randall hat beim Ausbruch der Seuche nämlich seine Familie verloren. Dennoch gibt er nicht auf und schließt sich einer Gruppe Überlebender an, um vielleicht seine Familie wiederzufinden.

Doch es kommt, wie es kommen muss: Einer der Überlebenden ist infiziert und Randall bleibt nichts anderes übrig, als mit dieser Situation kurzen Prozess zu machen. Klar dass einige davon nicht begeistert sind, doch die Zombiehorden geben keine Zeit für lange Diskussionen und so wird der Protagonist von seiner Gruppe getrennt.

Auf dem Weg zurück zu seinen neuen Freunden trifft er auf eine paramilitäre Gruppe, die sich selbst „Die neue Ordnung“ nennt und grausame Verbrechen an den Menschen und an den Untoten begeht. Im Schutz der Dunkelheit muss er sich an ihnen vorbeischleichen, wenn er überleben und seine Freunde wiedersehen will.

 

 

Der Himmel ist grau

Die Geschichte ist zwar nicht wirklich neu und eigentlich der 0815-Zombie-Standard, dennoch ist sie gut in Szene gesetzt und spannend präsentiert. Das liegt nicht zuletzt an dem Grafikstil, in welchem die Zwischensequenzen als schwarz-weiße Comic-Strips präsentiert werden. Diese sind trist und tragen ihr übriges zur depressiven Grundstimmung bei, sind aber zusätzlich sehr ansehnlich und würden wunderbar auch in Papierform funktionieren.

Die eigentliche Spielgrafik ist zudem sehr ansehnlich. Die Texturen, die Figuren, die Animationen – alles wirkt wie aus einem Guss und sorgt stets für ein flüssiges Spielerlebnis. Das kann aber auch daran liegen, dass es meistens sehr düster ist und dadurch die Objekte mit den Schatten verschmelzen. Das Spiel am Tage mit offenen Rollos zu spielen ist nicht sehr empfehlenswert.

Soundtechnisch gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln. Das Gurgeln der hungrigen Zombiemäuler passt wunderbar zum Matschen der Zombiehirne, wenn diese Begegnungen mit der Axt haben. Aber, wie auch der Rest des Spiels, ist die musikalische Untermalung düster und trist. Wer also mal wieder von Höhenflügen runterkommen muss: Das ist euer Spiel.

Springen, Klettern und den Kopf anstrengen

Das Spielprinzip von "Deadlight Director’s Cut" lässt sich am besten mit dem ebenfalls neu veröffentichten Klassiker "Another World" vergleichen. Man bewegt sich vorsichtig durch die Welt, erklimmt Masten, hangelt sich über Schluchten und durchquert Gebäude über unkonventionelle Wege, muss dabei allerdings jederzeit mit tödlichen Konsequenzen rechnen.

Vor allem nachdem man die mysteriöse Person namens „Die Ratte“ getroffen hat, fängt man an den Director’s Cut von Deadlight nicht nur wegen seinen dunklen Tönen mit dem Indie Hit "Limbo" zu vergleichen. Böse Fallen sind im gesamten Abwassersystem von Seattle verteilt und während man noch vorher mit Pfützen und Strom zu kämpfen hatte, muss man die dürstenden Untoten nun in Stachelfallen locken.

Die Checkpoints sind meist fair verteilt, manchmal muss man jedoch ein Puzzle mehrfach angehen und das schürt dann durchaus den Frust, vor allem, wenn man millimetergenau springen muss und dann an einem lächerlichen Zombie scheitert, der sich plötzlich aus dem Hintergrund nähert oder man einen vermeintlichem Geheimgang folgt. Aber ohne diese Elemente würde das Spielprinzip einfach nicht funktionieren.

Lauf Randall, Lauf

Geheimgänge gibt es nämlich in "Deadlight Director’s Cut" en masse. Wenn irgendwas ungewöhnlich ausschaut: Untersuchen. Sammelobjekte und Tagebuchseiten sind in der ganzen Stadt verstreut und warten nur darauf, von aufmerksamen Spielern entdeckt zu werden. Nicht allzu selten sorgt dies allerdings dafür, dass man die lebenden Toten auf sich aufmerksam macht, oder durch den Umweg ihnen Zeit verschafft, den Weg zu versperren.

Für den Kampf ist Randall nämlich nicht wirklich geschaffen. Mit einer Axt kann man zwar mit schnellen Schwüngen Gegner zurückwerfen, doch rappeln sie sich schnell wieder auf und setzen ihren unaufhaltsamen, gemächlichen Marsch fort. Andererseits kann man ihren Schädel mit schweren Schwüngen spalten. Leider verbraucht das sehr viel Ausdauer und ist auch nur gegen vereinzelte Zombies nützlich.

Etwas wirkungsvoller ist da der Revolver, doch sollte man diesen lieber für ein paar Rätsel und absolute Notfälle aufsparen – denn Munition ist genretypisch rar. Lieber sollte man die Beine in die Hand nehmen und sich auf höheres Gelände begeben. Manchmal läuft man dabei buchstäblich mit dem Kopf durch die Wand.

Der Director’s Cut

Wieviel Director’s Cut noch in einem Spiel steckt, wenn plötzlich ein anderes Studio als Entwickler kreditiert wird und ein anderer Publisher dahinter steht, fragen wir uns lieber an anderer Stelle. Denn einen Einblick in die Hintergründe der Entwicklung haben wir nicht. Was wir aber wissen, ist, dass es sich bei "Deadlight Director’s Cut" nicht nur um eine einfache Portierung des Hauptspiels handelt.

Am auffälligsten ist der Überlebensmodus, in welchem man sich gegen unendliche Horden von Zombies zur Wehr setzen muss. Ja, das wiederspricht dem gesamten Konzept von Deadlight, wer allerdings Spaß daran hat, wild in einem Überlebensmodus um sich zu ballern, wird hier auf seine Kosten kommen und dabei allerhand neue Waffen und interaktive Verteidigungsmöglichkeiten vorfinden.

Neben der aufgehübschten Grafik und den verbesserten Animationen kommt das Spiel allerdings auch mit einem neuen Schwierigkeitsgrad daher, der bisher nur dem PC vorbehalten war. Dieser ist knallhart und verfügt lediglich zwischen den einzelnen Akten über Checkoints, weshalb man durch jedes Kapitel durch muss, ohne zu sterben. Es offenbart allerdings auch ein alternatives Ende, welches es in sich hat.

Trophies make the Gamers come together, yeah!

Die Trophäen von "Deadlight Director’s Cut" sind ein einziges Highlight. Nein, nicht weil sie einfach sind, nein, nicht weil sie besonders anspruchsvoll sind und auch nicht, weil sie besonders hübsche Trophäenbilder haben – das trifft nämlich alles nicht zu. Nein, weil sie allesamt die Musiktitel der Bestenliste aus dem letzten Jahrtausend tragen. Anfangs ist es noch befremdlich, dass die Trophäennamen auf Englisch sind und die Beschreibungen auf Deutsch, aber spätestens bei „Another one bites the dust“, „Under Pressure“ und „Tainted Love“ sollte die Intention klar werden.

Wer sich hingegen nur für die Punkte interessiert, sollte sich darüber freuen, dass am Ende des Spiels eine Platin-Trophäe winkt. Und mit Trophäen wirft das Spiel am Anfang nur so um sich. Man hat das Gefühl, dass es für jede Aktion im Tutorial einen Pott gibt und es gibt zu Beginn einen wahren Trophäen-Regen. Dieser lässt zwar mit der Zeit nach, reißt aber nie so ganz ab. Wer allerdings dadurch glaubt, die Platin-Trophäe sei ein Spaziergang, der irrt.

Zum einen wäre natürlich die obigatorische Trophäe des Alptraum-Modus. Das Spiel wird dadurch zwar nicht schwerer, doch aufgrund der erwähnten fehlenden Checkpoints, kann es schnell zu einer frustrierenden Angelegenheit werden. Wer aber eine Herausforderung sucht, der kann versuchen knapp 15 Minuten im Survival Modus durchzuhalten oder gar 200 Zombies zu erledigen. Doch auch dafür hat die Community schon Tricks gefunden und wer sich Mühe gibt und dran bleibt, wird am Ende die Trophäe, die auf den schönen Namen „Platin“ hört, in den Händen halten.

 

FAZIT

Deadlight Director’s Cut ist ein spaßiges Spiel für Zwischendurch, allerdings auch ein sehr angenehmer Zeitvertreib für einsame Abende. Durch das flüssige Gameplay macht es wirklich spaß sich durch Seattle zu bewegen und dabei den sogenannten Schatten, welche aber am Ende auch nur Zombies sind, auszuweichen. Fans von Another World und Limbo sollten hier definitiv auch reinschauen und wer kein übertrieben geniales Zombie-Survival Adventure erwartet, dennoch ein wenig Anspruch an seine Untoten-Abenteuer wird auch hier auf seine Kosten kommen.

 

8 von 10

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