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Hatsune Miku Project DIVA F im Test für PS3: Die japanische Pop-Ikone tanzt nun auch im Westen!


Haptism
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Alles begann mit einem Software-Synthesizer von Crypton Future Media mit dem Namen Vocaloid. Mit Hilfe dieses Programms wurden künstliche Stimmen erzeugt, denen man prompt auch noch ein Aussehen verpasste. Das war die Geburtsstunde von Hatsune Miku, die vom japanischen Illustrator KEI entworfen wurde und seither als Pop-Ikone Japans gilt - und das auch noch, ohne überhaupt zu existieren. Inzwischen wurden schon mehrere Spiele mit ihr und einigen anderen Charakteren bzw. Stimmen Vocaloids entwickelt, bisher jedoch nur für den japanischen Markt. Wie sich der erste Titel, der es in den Westen geschafft hat, schlägt, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Sadistic Music Factory
Im Grunde handelt es sich bei Hatsune Miku: Project DIVA F um ein Rhythmusspiel. Auf dem Bildschirm werden die entsprechenden Tasten eingeblendet, die je nach Lied unterschiedlich schnell in den Bildschirm fliegen und gedrückt werden müssen. Dabei gibt es, wie in Musikspielen so üblich, verschiedene Schwierigkeitsstufen, zwischen denen der Spieler wählen kann. Man kommt mit Normal noch nicht so ganz klar? Kein Problem, denn die Umstellung auf Easy ist möglich. Zusätzlich hat man die Möglichkeit, ein Tutorial zu spielen, in dem die einzelnen Funktionen ausführlich erklärt werden. Dazu sei gesagt: Es bleibt nicht unbedingt NUR beim simplen Drücken der Tasten, da es noch drei weitere Notenarten gibt.

 

So gibt es beispielsweise die farbigen Pfeiltasten, die in die Richtung des gleich positionierten PlayStation Symbols zeigen. Bei diesen muss man zwei Tasten gleichzeitig drücken: Ist ein Pfeil rot und zeigt nach rechts, muss man Kreis und die rechte Pfeiltaste auf dem Steuerkreuz drücken. Klingt kompliziert? Ist es eigentlich nicht, aber ein wenig Gewöhnungssache gehört durchaus dazu. Fast selbstverständlich für ein Spiel dieser Richtung sind die langen Noten, die eigentlich selbsterklärend sind. Dabei sollte man einfach die eingeblendete Taste so lange gedrückt halten, bis ihr Ende in Sicht ist. Nun, zu guter Letzt gibt es die Sternsymbole. Während man in der Vita Version, die es allerdings nicht in den Westen geschafft hat, über den Touchscreen streicht, heißt die Devise auf der PlayStation 3: Bewege einen Analog-Stick nach Wahl in eine beliebige Richtung!

 

 

Nyanyanyanyanyanyan!
Alle oben genannten Aspekte können zusammen ein ganz schönes Gewusel ergeben, wenn man mit dem Spielerlebnis noch nicht so ganz vertraut ist. Wichtig ist jedoch, dass man ein Gefühl für den Rhythmus der Songs bekommt, um nicht völlig verloren zu sein. Hat man das Rhythmusgefühl aber gefunden, wird es zumindest auf Normal kaum noch Probleme geben. Ein kleines Manko hat das Spiel dabei aber doch, wodurch auch der Rhythmus im Blut nicht mehr vollständig helfen kann: Im Hintergrund jedes Liedes läuft das dazugehörige Musikvideo. Diese Videos sind meist sehr bunt und durcheinander, sodass die ins Bild fliegenden Noten manchmal nicht mehr vollständig wahrgenommen werden können und so die Gefahr besteht, die eine oder andere Note zu übersehen. Während das auf den leichteren Schwierigkeitsgraden noch kein zu großes Problem darstellen sollte, sieht es da auf Hard oder sogar Extreme schon anders aus.

 

"Bei dem Spiel ist Geduld und Rhythmusgefühl gefragt. Wenn es dir auf Normal zu schwer ist, dann fang mit Easy an um ein Gefühl dafür zu bekommen ;)" - CrystalPhoenix

 

Wie man sich vermutlich denken kann, steigt die Anzahl der zu drückenden Tasten je höher man die Schwierigkeit einstellt. Übersieht und vergisst man dann mal eine Note, kommt man sehr schnell aus dem Spielfluss und muss unter Umständen sogar das Lied wiederholen, sollte man den Anschluss nicht mehr finden. Da man neue Lieder freischaltet, indem man die vorhandenen schafft, muss man genau auf die Notenanzeige unten links achten, die quasi auch als Lebensbalken anzusehen ist. Ist sie voll, hat man nichts zu befürchten. Wenn man jedoch dabei ist, zu versagen, blinkt sie rot. Dies ist als Warnung gedacht, um sich doch noch retten zu können und das »Leben« wieder steigen zu lassen. Trifft man nämlich die Tasten, dann wird man bestimmte Benotungen erhalten: Cool, Good, Safe, Bad, Awful.


Secret Police
Mit Cool und Good kann man Komboketten aufrecht erhalten, Safe unterbricht diese leider, aber man verliert wenigstens kein Leben. Mit Bad und Awful sinkt die Notenanzeige und man läuft Gefahr, das Lied nicht zu schaffen. Ansonsten gibt es in den Songs neben den normalen Abschnitten auch drei Sonderrubriken, die euch Bonuspunkte verschaffen: Zweimal muss eine sogenannte »Technical Zone« geschafft werden, in denen man dafür belohnt wird, alle Noten mit Cool oder Good getroffen zu haben. Schafft man das nicht, gibt es keine zusätzlichen Punkte. Der letzte besondere Abschnitt ist die »Chance Time«, wo in einer bestimmten Zeit eine Sternanzeige aufgefüllt werden muss, indem man die Noten trifft. Am Ende dieses Abschnitts muss eine große Sternnote getroffen werden. Hat man es zuvor geschafft, die Anzeige komplett zu füllen, gilt die Chance Time als geschafft. Wenn nicht, dann bekommt man leider auch keine Bonuspunkte spendiert.

 

Hat man letztendlich den Schluss eines Liedes erreicht, so bekommt man einen Statistikbildschirm vorgesetzt. Dort steht, wie oft man welche Wertungen bekommen hat, die erreichte Endpunktzahl und die damit verbundene Gesamtwertung. Es gibt Standard, Great, Excellent und Perfect – je nachdem, was man geschafft hat, wird der jeweilige Anfangsbuchstabe in der Songauswahl hinter dem Titel angezeigt. Bei perfekter Leistung gibt es sogar eine kleine Krone! Doch geht es in dem Spiel nicht nur darum, eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen: Habt ihr einen Song beendet, schaltet ihr neue Gegenstände frei und erhaltet je nach Abschluss auch sogenannte »Diva Points«, mit denen ihr die freigeschalteten Gegenstände kaufen könnt.  

 

Stay With Me
Und so kommen wir zu einem anderen Aspekt, der die Hatsune Miku-Titel ausmacht: Mit den Diva Points kann man den Shop besuchen und beispielsweise Kostüme oder Accessoires für die vorhandenen Charaktere kaufen. Damit kann man nämlich auch variieren, wie sie in den Musikvideos aussehen. Allerdings ist das alles nicht nur für die Videos, denn jeder einzelne Charakter hat einen ganz persönlichen Raum, Diva Room genannt, in dem er besucht werden kann. Achja, genau, welche Charaktere neben Miku gibt es eigentlich? Da wären Megurine Luka, Kaito, Meiko und Kagamine Rin und Len, die oft als Zwillinge dargestellt werden. Jeder von ihnen hat verschiedene Eigenschaften und Dinge, die er mag. Wenn man sich um sie kümmert, mit ihnen »Jan-Ken-Pon«, die japanische Variante von »Schere, Schein, Papier«, spielt oder ihnen Geschenke macht, steigt deren Zuneigung. Außerdem werden dadurch Events in den Räumen freigeschaltet, die man übrigens auch mit Möbeln und anderen kleinen Dekorationen gestalten kann, damit sie nicht so langweilig aussehen. Und so könnt ihr jede Menge Zeit damit verbringen, euch in den Zimmern umzuschauen, sie liebevoll einzurichten oder Ereignisse zu beobachten.

 

Möchte man sich mit den Diva Points aber noch weitere und teurere Gegenstände leisten, hat man sogar die Option, sie beim Spielen der Songs zu vervielfachen. Dazu kann man, bevor man einen Song startet, Hilfitems kaufen. Will man mehr Diva Points verdienen, so muss man die Items kaufen, die einem den Song erschweren! Ob man sich dies zutraut, ist natürlich eine andere Sache, doch wer schon etwas erfahrener ist und schneller Punkte verdienen möchte, für den ist das eine ertragreiche Möglichkeit. Selbstverständlich gibt es das auch andersherum: Ist ein Lied zu schwer, kauft man sich einfach die Sachen, die das Lied leichter machen. Das wiederum gibt aber weniger Punkte. 

 

World Is Mine!
Damit hat man jedoch noch immer nicht alles gesehen, was in Project DIVA F zu erledigen ist. Gehört man vielleicht eher zur kreativen Sorte und möchte sich gerne selbst austoben? Dann ist der Edit Mode genau richtig. Dort kann aus den vorhandenen Songs ausgewählt und nach Belieben editiert werden, welche Tasten man benötigt und auf welche Weise man den Song spielen wird. Das dürfte am Anfang noch sehr umständlich und kompliziert sein, sodass man sich ein wenig damit befassen muss. Ist man dann aber zufrieden mit dem Endprodukt, kann man es in die Datenbank laden und anderen Spielern zur Verfügung stellen. Ebenso besteht natürlich auch die Möglichkeit, deren erstellte Songs herunterzuladen und zu spielen. Das ganze System ist sehr komplex und wenn man wirklich daran interessiert ist, wird man sehr viele Stunden damit verbringen können, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Zum besseren Verständnis gibt es aber auch hier ein ausführlich erklärtes Tutorial.

 

Wer sich dann komplett entspannen und einfach mal nur zuhören will, der kann entweder alle Musikvideos anschauen, ohne selbst spielen zu müssen, oder aber er geht in das Live Studio, in dem man Miku selbst nochmal tanzen und singen sehen kann. In der PlayStation Vita Version wurde hier das nette Gimmick der AR Cards genutzt und so kann man sie dort auf dem eigenen Tisch herumtänzeln sehen, als wäre sie wirklich anwesend.  

 

Trophy-Check
Die Platin in diesem Spiel ist mit Sicherheit kein Geschenk, dennoch sollte sie für (fast) jeden zu schaffen sein. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man sich ausgiebig mit dem Spiel befasst und nicht gleich aufgibt, wenn man etwas nicht sofort packt. Nur mit Geduld kommt man hier zum Ziel! So muss man beispielsweise alle Songs auf Hard schaffen, was zumindest mit etwas Übung kein Ding der Unmöglichkeit ist. Für ein Kostüm ist es auch von Nöten, ein Lied auf Extreme zu beenden - kann schwer sein, muss aber nicht, denn hier sollte man einfach wissen, welche Lieder sich dafür eignen, auch wenn man kein Profi in diesem Spiel ist.

 

Hat man diese Hürde letztendlich geschafft, ist der Rest eigentlich ein Zuckerschlecken und besteht nur noch aus Fleißarbeit. Genug Diva Points muss man ansammeln, um alle möglichen Gegenstände zu kaufen und jegliche Events zu sehen oder die Zuneigung der Charaktere zu steigern. Dann noch etwas im Editor rumgespielt und Songs aus der Datenbank ausprobiert oder andere kleine Spielereien genutzt, schon sollte die Platin im Sack sein. Bloß nicht aufgeben!

 

"Im Prinzip an einem Wochenende geschafft, heute nur noch aufgeräumt was Geschenke und Events angeht." - LoAlexandria

 

"Der Hard Modus war anfangs auch etwas schwer, aber wenn man sich an das Tempo und die Noten gewöhnt hat, ist es ein Kinderspiel." - CrystalPhoenix


Fazit
Zu Hatsune Miku: Project DIVA F kann man eigentlich nur sagen, dass es sehr speziell ist. Entweder mag man diese Art von Spielen oder man mag sie eben nicht. Man sollte sich bei diesem Spiel aber auf jeden Fall im Klaren sein, dass man hier keine echten Sänger hört, sondern lediglich computergenerierte Töne vorgesetzt bekommt. Für den ein oder anderen könnte das absolut abschreckend und ein k.o.-Kriterium sein, andere werden das vermutlich sehr interessant finden. Die Fanbase von Vocaloids wie Hatsune Miku ist aber dennoch sehr groß und dieses Spiel kann einem durchaus klarmachen, wieso das so ist. Bastelt und probiert man selber gerne rum und möchte seine eigenen Tastenkombinationen erschaffen und sie der Welt zeigen, wird man mit diesem Spiel sicher auch großen Spaß haben, denn der Editor hat in so einem Fall ziemliches Suchtpotenzial. Ein Kritikpunkt könnten unter Umständen die Diva Rooms sein: Erwartet man hier ein Spiel, das sich durch und durch nur mit Musik beschäftigt, wird man wohl enttäuscht. Die Persönlichkeiten von Miku und co. sind in den Spielen durchaus von Wichtigkeit, denn man muss sich vor Augen halten, dass sie in Japan mehr als nur einfache Figuren sind. Im Großen und Ganzen ist Hatsune Miku: Project DIVA F aber ein gelungenes und spaßiges Spiel, in das auch diejenigen, die noch nie zuvor von den Vocaloids gehört haben, durchaus einen Blick wagen können. 

 

 

8.0/10  

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