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Die Hüter des Lichts - Alpträume auf der PS3


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Die Hüter des Lichts ist ein Animationsfilm, der im Jahre 2012 von Dreamworks auf die Kinoleinwand gebracht wurde. In diesem wird ein junger Mann namens Jack Frost vom Mann im Mond auserwählt, als neuer Hüter die vier bisherigen Hüter des Lichts zu unterstützen. Die vier Hüter, das sind der Weihnachtsmann, der Osterhase, das Sandmännchen und die Zahnfee, sind zunächst nicht begeistert von der Vorstellung, ebenso wie Jack selbst, welcher nur will, dass die Menschen an ihn glauben. Doch die Bedrohung ist stärker als je zuvor, denn der Schwarze Mann, Pitch, hat den Schlafsand verdorben und verbreitet Alpträume unter den Kindern, weshalb diese anfangen, nicht mehr an das Gute zu glauben. Ob sie sich in Torus' PlayStation 3 Version gegen diese Bedrohung durchsetzen können und ob die Spieler sich dem Kampf anschließen sollten erfahrt ihr in unserem Test.

 

 

Kindergeschichten ohne Geschichte

Im Film wird die Handlung rund um den russischen Weihnachtsmann „Nord“, das coole Karnickel „Hasemann“ und den stummen Sandmann „Sandy“ sehr liebevoll erzählt. Auch die Zahnfee „Fee“ und „Jack“, der nur Blödsinn im Kopf hat, sind Charaktere, die vielleicht nicht mit sehr viel Charaktertiefe, doch immerhin mit einer gewissen Glaubwürdigkeit gesegnet sind. Es macht Spaß ihnen auf ihrem Abenteuer zuzusehen und man fiebert mit, wenn sie sich dem großen Bösen stellen. Das alles ist in einer logischen und nachvollziehbaren Handlung verpackt, also kann man selbiges auch vom Spiel erwarten.

 

Falsch gedacht. Interessanterweise verzichtet das Spiel fast vollständig auf eine Erläuterung der Handlung. Es gibt kurze, gezeichnete Zwischensequenzen, in welchen Nord etwas erzählt, doch wirklich Story wird dabei nicht geklärt. Vielmehr wiederholen sich ein und die selben sehr häufig. Zu Beginn wird man in das Spiel geworfen und muss Jack Frost vor Pitch retten. Von dem Punkt an, kann man jedes Land der Welt vollkommen unabhängig bereisen. Zusätzlich kann man in den Welten in die Höhle von Pitch gelangen, bekommt dann aber jedes Mal die selbe, nichtssagende Zwischensequenz geboten.

 

Alles was man also weiß ist, dass der Typ mit dem Mantel und dem krausen Haar der Böse ist und die, die man spielt, sind die Guten, die die vielen Lakaien besiegen müssen. Es scheint ganz so, als wollten die Entwickler, dass man, um das Spiel zu verstehen, vorher den Film schauen muss. Quasi als Begleitspiel mit handlungsunterstützender Funktion, keine handlungsentwickelnde. Denn am Ende rennt man nur von A nach B und tötet X Gegner ohne wirklich zu wissen, warum. Wenigstens bekommt man zu jeder Welt eine kleine Einleitung, damit man weiß, wo man sich gerade befindet.  

 

Joystick statt Controller?

In den Grundzügen ist Die Hüter des Lichts ein Rollenspiel. Für jeden besiegten Feind gibt es Erfahrungspunkte, nach einiger Zeit folgt ein Level-up und man erhält Punkte, die man in seine Werte wie Angriff, Verteidigung oder Geschwindigkeit investieren kann. Zudem hinterlässt jeder Gegner Kristalle, für die man zusätzliche passive Fähigkeiten kaufen kann wie mehr Angriffskraft, eine höhere Chance auf kritische Treffer oder dass Feinde mehr Kristalle hinterlassen. Außerdem erlernen die Hüter im Laufe des Spiels aktive Fähigkeiten, mit denen man Flächenschaden und Elementarschaden austeilen kann. Eigentlich ein Rundum-Sorglos-Paket, oder?

 

Ärgerlich nur, dass man all das gar nicht braucht. Um das Spiel zu spielen braucht man lediglich 3 Dinge. Einen Analogstick, eine Angriffstaste und eine Fähigkeitentaste. Letzteres auch nur, weil es selten mal einen Gegner gibt, der gegen normale Angriffe resistent ist. Wer nun erwartet, dass es verschiedene Elemente gibt, die strategisches Geschick erfordern, irrt. Es wird nur unterschieden zwischen physischen Angriffen und Wunderangriffen. Deutlich wird es dadurch, dass Gegner die gegen physische Angriffe immun sind einen lilafarbenen Lebensbalken haben. Dinge wie Abwehr, ausweichen und Ko-op Angriff sind zwar gegeben, man kann sie aber getrost ignorieren.

 

Wer sich nicht mit dem Aufleveln beschäftigen will, kann es auch auf automatisch umstellen. Das Meiste ist nur dazu da, um den Charakter stärker zu machen. Da man Prinzipell immer nur draufzuhauen braucht, wird das Spiel im Verlauf nur einfacher. Denn selbst Gegner mit einem deutlich höheren Level haben nur selten etwas dem Spieler entgegenzusetzen. Und wer dann doch einmal ins Gras beißen sollte, kann sich per Knopfdruck bis zu dreimal wiederbeleben. Diese drei Male füllen sich aber auch an den Hütertoren wieder auf, welche regelmäßig auf den Karten verteilt sind. 

 
Neben den Kämpfen..

Was haben Rollenspiele abseits von Story und Kämpfen noch zu bieten? Richtig, Nebenquests und Collectibles. So kann man in Die Hüter des Lichts allerlei Dinge abseits der Handlung machen. Nun, um ehrlich zu sein ist es sogar notwendig sie zu erfüllen um das Ende zu erreichen. Zum einen wären da Truhen, die in jedem Gebiet verteilt sind. In ihnen befinden sich Teile aus der Welt der Hüter und wenn man sie öffnet, erhält man etwas Glauben zurück. Genauso verhält es sich mit den Matroschka Puppen, deren tieferer Sinn sich aber leider nur erschließt, wenn man den Film gesehen hat. Im Spiel kommt ihnen keinerlei tiefere Bedeutung zugute.

 

Die anderen Quests sind ebenso einfach erklärt. Zum einen gibt es den Tummelplatz der Schatten. Dort muss man alle Gegner töten um die Aufgabe zu erfüllen und weiteren Glauben zu erhalten. Dann gibt es da noch Beschützerquests, in denen man Einwohner der jeweiligen Welt für eine bestimmte Zeit vor Wellen von Gegnern verteidigen muss. Dann wären da noch die Rettermissionen, in welchen man eine bestimmte Anzahl von Gegnern besiegen muss, um Bewohner der Welten zu retten. Und zu guter Letzt das Befreien der Hütertore, wo man eine Menge Gegner besiegen muss, damit das Tor frei wird. Der aufmerksame Leser wird an dieser Stelle eventuell ein Muster erkannt haben.

 

Die Nebenquest wirken zwar nach außen hin verschieden, sind im Grunde jedoch alle gleich. Es gilt jedes Mal eine bestimmte Anzahl von Gegnern zu besiegen, um Glaube zu erhalten. Hat der Glaube sich bis zu einem bestimmten Grad gefüllt, erhält man eine Herausforderung in der man, ihr habt es sicher schon erraten, eine bestimmte Anzahl von Gegnern besiegen muss. Dann öffnet sich das Tor zu einem immer gleichen Bosskampf, der nur selten anders ist. Diesen besteht man aber ebenso durch einfaches draufhauen, wie jede andere Mission, bis man schließlich zum Endkampf kommt, welcher sich bereits bei der Hälfte des Spiels anbahnt, wenn man jede Mission erfüllt.  

 

Aber irgendwas Gutes muss es doch geben

Trotz all der Kritikpunkte muss man bedenken, was das Spiel eigentlich ist, nämlich ein Kinderspiel. Ein fordernder Schwierigkeitsgrad würde die meisten Kinder frustrieren, eine komplizierte Steuerung überfordern. Zudem sind die Welten schön gestaltet und ihrem Zweck dienlich, hierbei sieht jede Welt grundverschieden aus. Außerdem kann man mit bis zu drei Freunden gemeinsam in die Schlacht ziehen, was den Spielspaß erhöht, da man sich gemeinsam durch die Gegnerhorden schnetzeln kann. Diese, und das muss man den Entwicklern zugutehalten, unterscheiden sich mehr, als zunächst annimmt, sofern man mit der Vorlage vertraut ist.

 

Im Film gibt es nämlich nur einen Gegnertypen, darauf wurde aber glücklicherweise aus designtechnischen Gründen verzichtet und es gibt für jede Welt die passenden Kreaturen. Zudem werden alle Sammelsachen und Nebenmissionen auf der Karte angezeigt. Den ein oder anderen entdeckerfreudigen Spieler wird das vielleicht sauer aufstoßen, doch da diese so zahlreich und zudem erforderlich für das Ende des Spiels sind, erspart es vielmehr Frust und lädt sogar noch dazu ein, einen kleinen Abstecher zu machen um die Karte vollständig abzuschließen.

 

Auch schön ist, wie die Charaktere im Spiel umgesetzt wurden. Jeder Hüter steuert sich anders und man kann jederzeit zwischen ihnen herwechseln. Zwei Fern- und drei Nahkämpfer bietet das Spiel und wenn man dem Spiel eine automatische Zuteilung der Attribute gönnt, so entwickeln sie sich auch sehr unterschiedlich weiter. Wenn man diese jedoch selbst zuteilt, kann man seine Lieblingsfigur nehmen und so gestalten, wie man es möchte. Und für die großen Kinder bietet das Spiel immerhin noch eine Vielzahl an Trophäen, die sich alle mehr oder weniger im einfachen Spielverlauf freischalten und somit dürfte das Spiel gerade für Trophäen-Jäger interessant sein.

 

Fazit

Die Hüter des Lichts ist wahrlich kein großartiges Spiel. Kaum Abwechslung und die seltsame Entscheidung, die Story nicht zu erläutern, machen das Spiel gerade für erwachsene Spieler unattraktiv. Hinzu kommt, das viele eingebaute Dinge nicht einmal genutzt werden müssen, da man selbst gegen höherlevelige Gegner mit Leichtigkeit ankommt, durch einfaches Buttonmashing. Selbst Gegner, die gegen physische Attacken immun sind, lassen sich dadurch bezwingen, denn das ist die einzige und zudem schnelle Methode, seine Magiepunkte aufzufüllen.

 

Doch sollte man nicht vergessen, was Die Hüter des Lichts für ein Spiel ist. Das Spiel ist für Kinder gedacht, die an das Prinzip der Rollenspiele langsam herangeführt werden sollen und das macht das Spiel. Vielleicht etwas zu langsam, denn es besteht die Gefahr, dass es dem Kind zu schnell langweilig wird, denn weder durch Story, noch durch abwechslungsreiche Kämpfe wird man angespornt, weiterzuspielen. Lediglich Fans des Films werden erfreut sein, durch die ihnen bekannten Schauplätze wie die Werkstatt des Weihnachtsmanns oder den Bau des Osterhasen zu streifen.

 

4.0/10

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