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Test: DmC Devil May Cry im Test für die PS3: Neu und frisch oder alt und ranzig?


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e81873c3d3af32935a46193cb255ecee.pngDante. Halbdämon, Dämonenjäger. Eine Person mit schwerer Vergangenheit. Der Protagonist der Devil May Cry Serie hatte es nie leicht, war er anfangs noch als Protagonist eines Resident Evils geplant, steckte man ihn später in ein anderes Spiel um die Verkaufszahlen zu steigern bis er im dritten Teil in einem Prequel gegen seinen Bruder kämpfen musste und im vierten Teil dann gegen einen jungen, frischen Charakter ausgetauscht wurde. Dieser strotzte zudem vor backtracking, weshalb er schwer in die Kritik geriet. Kein Wunder also, dass es Zeit für einen Reboot wurde. Doch wurde nicht nur die Handlung überarbeitet, auch Dante selbst bekam einen neuen Anstrich. Stimmen wurden laut, es passe nicht zur Serie und sein ein Schlag ins Gesicht aller Fans. Doch was ist wirklich daran? Ist das Spiel tatsächlich kein Devil May Cry mehr? Was ist DmC dann? Das und mehr erfahrt ihr in unserem Test.

Dante, Dämonenjäger, Emo-Punk

Natürlich ist, wie eingangs bereits erwähnt, der auffälligste Unterschied, dass Dante ein neues Design verpasst bekommen hat. Da das Spiel zeitlich ganz jung ansetzt ist Dante noch ein frecher Bursche, der noch kaum Erfahrungen mit Dämonen gemacht hat und nichts über seine wahre Herkunft weiß. Er hält sich selbst für den coolsten und gibt einen feuchten Furz darauf, was andere über ihn denken oder sagen. Das liebste sind ihm, neben seinem großen Ego, seine selbstgebauten Waffen Ebony und Ivory, sowie das Schwert seines Vater, Rebellion. Also eigentlich alles beim alten, oder?   Nicht ganz. Dante, der bekannt war für seine weißen, halblangen Haare hat nun kurzgeschorene, schwarze Haare, was bei den meisten sauer aufstößt. Viele bezeichnen ihn als Emo, was nur bedingt stimmt. Denn mit seinen geschorenen Haaren und seiner Aufmüpfigkeit ist er viel mehr ein Punk, der gegen den Staat und die Polizei rebelliert, als ein Mensch, der sich selbst hasst und nur an den Tod glaubt. Das ist jedoch reine Interpretationssache, ist der Emokult doch eher zu einer Modeerscheinung verkommen und im Endeffekt bleibt es den Spielern selbst überlassen, wie sie ihren Helden sehen.   Am Ende erkennt man den alten Dante jedoch in ihm wieder, er ist nur noch zu roh, unerfahren und grün hinter den Ohren. Wie ein Diamant, der noch geschliffen werden muss, hat Dante noch zu wenig Erfahrung um so zu werden, wie die Fans ihn kennen. Ebenso die deutsche Synchronstimme. Sie passt sehr gut zu Dante, allerdings sollte der Sprecher noch etwas mehr üben, denn vieles klingt emotionslos und einfach nur herunter gerattert, wodurch so manche Illusion zerstört und Stimmung verdorben wird.

 

 

SSSensationell

Abseits der Figuren war Devil May Cry immer bekannt für sein hartes, schnelles, taktisches und unverzeihliches Kampfsystem. Verschiedenste Schläge mussten kombiniert werden, ein Mix aus Waffen und Kombos gab stets einen höheren Rang und wer sich treffen ließ, wurde mit Punktabzug bestraft. Nunja, indirekt, da man seinen Rang verlor und man sich erst wieder Hocharbeiten musste. Aus dieser folgte dann stets am Ende eine Bewertung der Mission, in der man, je besser man war, belohnt wurde.   Dieses Belohnungssystem gibt es auch in DmC: Devil May Cry. Für hohe Ränge gibt es hohe Punktzahlen und für viele Punkte gibt es weiße Orbs, die Erfahrungspunkten gleich kommen. Sobald diese eine bestimmte Anzahl erreicht haben, erhält man einen Fähigkeitspunkt, den man in neue Tricks investieren kann. Das können Bewegungstechniken sein wie diverse Sprungfähigkeiten oder auch neue Kombos für die einzelnen Waffen. Denn diese sind alle im Kampf essentiell und es ist nicht mehr möglich, sich auf eine zu versteifen.   Ein großer Pluspunkt von DmC ist nämlich, dass man im Kampf problemlos zwischen den Waffen wechseln kann. Neben den Zwillingspistolen und dem Schwert trägt Dante nämlich nun auch eine dämonische Axt, eine himmlische Sense und zwei Peitschen mit sich rum, mit denen er den Gegnern die Schilde entreißen, sie aus der Balance bringen und die beiden Kontrahenten sogar wortwörtlich einander näherbringen kann. Mit einem Angriff kann er sich selbst an den Feind heranziehen, mit dem anderen den Feind zu sich holen. Zusätzlich gibt es Gegner, die gegen bestimmte Attacken oder Waffen immun sind, man muss also sein gesamtes Repertoire aufbringen, um seiner Feinde Herr zu werden.  

Warum kämpfen wir?

Die Welt ist überflutet von Dämonen, die die Menschen mit ihren Tricks unterwürfig machen wollen. Schaffen wollen sie dies, durch ein Kultgetränk von Virility, welches durch dämonische Substanzen die Menschen verblendet und den Dämonen die Kontrolle gibt. Sie selbst haben somit Macht über alles, Fernsehen, Staat, Polizei, den ganzen Alltag eben. Und das nutzen sie natürlich aus, um sich ihrer Feinde zu bemächtigen. Über Nachrichtensendungen wird Dante als Terrorist dargestellt und in der ganzen Stadt sind Überwachungskameras, die ihn aufspüren sollen.   Dieser ist, wie im Original, der Sohn des Dämonen Spardas und einer nicht-Dämonin namens Eva, was ihn zu einem Halbdämonen macht. Allerdings unterscheidet sich das Spiel gegenüber dem Original bei der Herkunft seiner Mutter. Diese ist nämlich kein Mensch mehr, sondern ein Engel, weshalb Dante auch die Engelswaffen tragen kann. Über seine Herkunft weiß Dante zunächst nichts, er glaubt seine Eltern wären bei einem Autounfall ums Leben gekommen und er hätte aufgrund der Verletzung sein Gedächnis verloren. Schon gar nicht hätte er erwartet einen Bruder zu haben.   Zu Beginn trifft man nämlich auf Kat, eine Untergrundhexe, die die Tore zum Limbus öffnen kann. Hierzu vereint sie alte Bräuche mit neuen Tricks, wodurch sie binnen Sekunden Portale an den Boden sprayen kann, um Dante in die dämonische Alternativwelt zu schicken oder ihn daraus zu holen. Sie gehört zu einer kleinen Gruppe von Rebellen und ihr Auftraggeber ist niemand anders als Vergil, Dantes Bruder. Dieser verhilft ihm dann zu seinem Gedächtnis und gemeinsam wollen sie dann die Dämonen vernichten und ihre Machenschaften verhindern. 

What a feeling

Spielerisch fühlt sich DmC also wie ein typisches Devil May Cry an. Dante sammelt noch immer verschiedene Waffen von seinen Gegnern ein, welche alle komplett unterschiedlich gespielt werden und über ein schier unendliches Arsenal an Movesets verfügt, die man alle beherrschen sollte, um im Spiel erfolgreich zu sein. Doch auch sonst bietet das Spiel alle für Devil May Cry typischen Elemente, die den Spieler an alte Zeiten zurückdenken lassen.   Gegner und zerstörbare Umgebungsobjekte hinterlassen rote Orbs, mit denen man an Statuen und außerhalb der Missionen Gegenstände kaufen kann, die jedem Devil May Cry-Fan bekannt sein sollten. Von Heilungsobjekten bis Wiederbelebungsartefakten ist für jeden was dabei. Doch lassen sich solche Gegenstände auch in der Spielwelt finden, weshalb man lieber auf die Gesundheitsartefakte sparen sollte, die die Lebensleiste erhöhen und nach jedem Kauf teurer werden. Diese kann man auch in der Welt finden, allerdings muss man dafür jeweils vier Bruchstücke einsammeln.   Außerdem gibt es wieder die Herausforderungen, die früher in jeder Mission verborgen waren. Diese sind nun nicht mehr so schwer zu finden, da sie durch große Türen markiert sind, allerdings liegen sie stets abseits des Weges und man muss den passenden Schlüssel haben um einzutreten. Es gibt Kupfer, Silber, Gold und Elfenbein, welche den Zugang zu den Challenges bieten. Diese bestehen dann aus verschiedenen Kampfregeln wie Zeitspiel, der Gebrauch einer bestimmten Waffe oder die Regel, dass jede Kombo nur einmal verwendet werden kann. Glücklicherweise sind die Schlüssel missionsübergreifend, sie können jedoch nur einmal verwendet werden.  

Augen und Ohren zu und durch

Nein, natürlich nicht, denn DmC bietet einiges für die Sinne. Beginnt ein Kampf, röhren harte Bässe und schnelle Riffs aus den Boxen. Meist ist die Musik etwas aggressiv, wodurch der Spieler zum Kämpfen animiert wird und man das Gefühl hat, jeden Schlag in den Händen zu spüren. Musikalisch stimmt somit alles, manchmal wünscht man sich jedoch, die Musik würde etwas lauter sein, während sie in anderen Momenten etwas leiser sein könnte, damit man die Charaktere besser verstehen kann. Dennoch macht es Spaß zu den Klängen von Combichrist seine Gegner in Grund und Boden zu hämmern.   Synchronisationstechnisch bietet die deutsche Version, wie bereits erwähnt, ein paar Schwächen, wirklich schlecht ist sie nicht, die englische Version ist jedoch klar vorzuziehen. Viele der Gags funktionieren zusätzlich im deutschen einfach nicht so gut und da Dante und die Dämonen mit Schimpfworten geradezu nur um sich werfen wirkt die deutsche Version noch etwas absurder, gerade wenn Dantes Sprecher dabei so anteilslos klingt. Die restlichen Soundeffekte sind ebenfalls Devil May Cry typisch, es kracht und rumst gewaltig.   Das Effektgewitter von DmC Devil May Cry kann sich ebenfalls sehen lassen. Der Limbus ist meist dreckig und auch etwas vermodert gestaltet und vermittelt den Eindruck, dass hier das Böse herrscht, während die normale Welt zwar nicht einladend, aber dennoch normal ausschaut. Alles dämonische ist zudem überwiegend in feurigem und blutigem Rot gehalten, während bei himmlischen Dingen helle Blautöne und weiße Farben dominieren. Die guten Gesichtsanimationen tun ihr übriges und vorgerenderte Videosequenzen runden den Gesamteindruck ab.  

Locker Flockig oder Knackig Hackig?

Die alten Devil May Cry Spiele haben sich oft auch über ihren knackigen Schwierigkeitsgrad ausgezeichnet. So kam für Devil May Cry sogar eine angepasste Variante heraus, in der der Schwierigkeitsgrad herabgesetzt wurde. Wer deshalb Hemmungen hat bei DmC zuzugreifen, der kann an dieser Stelle beruhigt sein. Mit reinem Buttonmashing kommt man zwar nicht weit, allerdings ist das Kampfsystem ausgeglichen und der Spieler kommt auch mit ein paar wenigen Techniken durch das Spiel – vorausgesetzt, er spielt nicht auf den höheren Schwierigkeitsgraden.   Denn nach dem Durchspielen wird dem Spieler ermöglicht, sich immer härteren Herausforderungen zu stellen, in denen Präzision und genaue Kenntnis der Tastenkombinationen erforderlich sind. Manchmal ist es jedoch die Kamera, die dem Spieler einen Strich durch die Rechnung macht. Bewegt man sich zu schnell über das Schlachtfeld kann es leicht passieren, dass man plötzlich einen Feind im Rücken hat, den man jedoch nicht sieht oder dass man den Boden unter den Füßen verliert.   Denn sogar außerhalb des Kampfes muss jede Bewegung dem Spieler in Fleisch und Blut übergegangen sein. Besonders wenn man sich durch die Lüfte schwingt möchte man nicht den Schub mit dem Heranziehen verwechseln oder beim Wechsel der Peitschen ins Leere greifen. Fairerweise werden Abstürze nicht gleich mit dem Tod, sondern nur mit einem Gesundheitsverlust quittiert und man wird zum Absprung zurückversetzt. Übertreiben sollte man es dennoch nicht, da diese sich nicht so einfach wieder auffüllen lässt, außer man legt keinen Wert auf Geld oder Abschlussbewertungen.  

Fazit

DmC Devil May Cry ist anders und mag für den alteingesessenen Devil May Cry Fan befremdlich wirken und daher im ersten Moment abschrecken, doch es fühlt sich noch immer genauso an und macht genauso viel Spaß. Der Charakter von Dante ist herrlich überzogen und auch etwas vorpubertär, doch gibt es auch genug Anspielungen auf den älteren, reiferen Dante, zu welchem sich der Neue eines Tages entwickeln könnte. Auch storymäßig ist das Spiel ähnlich tiefgreifend wie seine Vorgänger, nämlich gar nicht. Wer allerdings stets nur am Gameplay interessiert war, der wird mit DmC seinen Spaß haben. Denn dort liegen die wahren Stärken des Spiels, aufgrund seiner Komplexität und der Geschwindigkeit findet man dort einiges an Anspruch. Besonders Punktejäger werden auf ihre Kosten kommen, eine Kapitelauswahl, ständig steigende Schwierigkeitsgrade und Herausforderungen, die erst bei weiteren Durchgängen erreichbar sind, erhöhen den Wiederspielwert und lassen den Spieler immer wieder eintauchen in die Schlachten von Dante, dem Dämonenjäger.

 

8.0/10

Edited by Sphirex
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