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Call of Duty Infinite Warfare im Test für die PS4 - Krieg in den unendlichen Weiten des Alls


supersushi
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CallofDuty_InfiniteWarfare.jpg.d2dccc58178793c62bc12669ae14d9e9.jpgMittlerweile gehört ein neues Call of Duty im November schon so fest dazu wie Weihnachten zum Dezember. Der Trend, dass das Setting nach und nach immer futuristischer wird hat weiter Bestand. Mit Infinite Warfare geht es nun sogar in den Weltraum. Mit einer gehörigen Portion Action, einem für die Reihe bekanntem guten Multiplayer-Modus und Star-Besetzung in der Kampagne soll der neue Shooter aus dem Hause Infinity Ward die PlayStation 4 erobern. Ob dies gelungen ist oder ob man doch auf das diesjährige Call of Duty verzichten kann erfahrt ihr in unserem Test.

 

The sky is the limit tonight

Früher galt das zumindest mal. Mit jedem weiteren Call of Duty werden die zeitlichen Grenzen weiter in die Zukunft gerückt. Infinite Warfare spielt in einer Zukunft, in der Reisen im Weltall zum Tagesgeschäft gehören und sogar Menschen auf anderen Planeten angesiedelt sind. Das Spielgeschehen der Story variiert zwischen Missionen auf der Erde, auf Raumschiffen, auf fremden Planeten, freien Bewegungen im Weltraum und dem Fliegen von Weltraumjets. Klingt alles ein wenig abgedreht, ist es auch. Was Burnout für das Rennspiel-Genre ist, das ist Call of Duty mittlerweile für das Shooter-Genre. Mir persönlich gefällt das aber auch ganz gut. Wenn Call of Duty und Battlefield jedes Jahr das gleiche Kriegssetting hätten wäre damit auch keinem geholfen. Wie schon bei Call of Duty Advanced Warfare wird auch beim diesjährigen Ableger auf ordentliche Hollywood-Prominenz gesetzt. Bei Infinite Warfare wird der Bösewicht Admiral Salen Kotch von Kit Harrington gespielt. Bekannt wurde er durch seine Rolle des ahnungslosen Jon Schnee in der erfolgreichen Serie Game of Thrones. Dadurch, dass die Grafik mittlerweile ein äußerst gutes Level erreicht hat, wirkt jede Figur äußerst realistisch. Man erkennt also deutlich, dass es sich hierbei um ihn handelt. Der Kernpunkt der Story ist der Krieg zwischen den Soldaten der Erde und einer terroristischen Vereinigung der Marsbewohner. Und nein, keine kleinen grünen Männchen, sondern angesiedelte Erdlinge. Ganz so abgedreht wollte es Infinity Ward dann doch nicht haben. Was mir äußerst positiv aufgefallen ist, ist, dass es keine Ladebildschirme mehr gibt. Die komplette Story läuft flüssig in einem Rutsch durch. Auch die Zwischensequenzen sind hervorragend in den Spielverlauf eingebettet. Manche Sequenzen (zum Beispiel das Starten der Weltraumjets) wiederholen sich zwar und scheinen quasi animierte Ladebildschirme zu sein, aber das fällt nicht negativ auf. Es wirkt wirklich so, als wenn alles aus einem Guss läuft.

 

Leicht, leichter, Infinite Warfare

Die Gefechte am Boden auf der Erde spielen sich so, wie man es auch von den vorherigen Call of Dutys gewohnt ist. Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto weniger Treffer hält man aus. Je niedriger er ist, desto mehr kann man einfach drauf losrennen und sich keine Gedanken über die Konsequenzen zu machen. Die KI ist nämlich leider so oder so keine große Herausforderung und nicht die hellste. Wenn man dann viel mit der Deckung und den stellenweise wirklich übermächtigen Extras arbeitet, dann kommt man auch gut durch die Story durch. So gibt es beispielsweise „Granaten“, die selbstständig loslaufen, einen Gegner finden, an diesem hochklettern und anschließend explodieren. Sollten sie keine finden kann man sie ganz bequem wieder aufsammeln und an der nächsten Stelle mit Feinden wiederverwenden. Da einige der Gegner nun auch nicht mehr Menschen sind, sondern Roboter, braucht es da natürlich etwas Passendes. Diese kann man hacken und danach selbst steuern. Entweder man ballert dann mit ihnen rum oder jagt sie einfach in die Luft. Es geht aber noch einfacher. An einer Stelle bekommt man nämlich auf Wunsch Luftunterstützung. Heißt hier markiert man mehrere Feinde auf einmal und gibt den Abschussbefehl. Anschließend werden sie aus der Luft erledigt. Dann wartet man einen Moment, bis die entsprechende Leiste wieder gefüllt ist und man kann einen neuen Luftschlag starten. Klar, es bleibt einem selbst überlassen diesen überhaupt zu benutzen, aber wenn man es macht ist es unfassbar einfach die Levels zu schaffen. Es wird eindeutig mehr Wert auf Action als auf eine echte Herausforderung gesetzt. Gibt da für beide Seiten Argumente. „Zu wenig Spieltiefe“ für die Hater und „erstklassige Unterhaltung“ für die Fanboys.

 

Ich fliege!

Besser finde ich da wirklich die Sequenzen, die sich im Weltraum abspielen. Die Schwerelosigkeit und das Vakuum des Weltraums nehmen da eine ziemlich große Rolle ein. Selbst wenn man sich in Raumschiffen oder auf Weltraumstationen befindet ist das All immer ein Aspekt, den man nicht außer Acht lassen sollte. Klasse fand ich zum Beispiel einen Abschnitt, bei dem man eine Station einnehmen muss. Hier konnte man dann die Fenster zerschießen und die Feinde wurden hinaus ins All gesaugt. Das geht aber nur für kurze Zeit, da dann Sicherheitsklappen die Fenster versiegeln. Wenn sich Gegner also beispielsweise gut verschanzt haben ist dies eine Option, die man auf jeden Fall ausnutzen sollte. Zumal es dann auch irgendwie witzig aussieht, wie die Gegner aus dem Fenster fliegen. Die Abschnitte, in denen man sich frei im Weltraum bewegen kann, sind auch äußerst gelungen. Hier muss man sich beispielsweise durch einen Meteoritenschwarm unentdeckt an ein Raumschiff annähern oder es frontal angreifen und dabei Gegnerwellen ausschalten. Die Bewegung funktioniert auch gut und wirkt realistisch. Ich mein, ich war zwar noch nie im Weltraum, aber so stell ich mir das vor. Dazu hat man einen Greifhaken, mit dem man sich auch schnell an weit entfernte Objekte heranziehen kann. Oder sogar direkt auf Feinde zielen und sie in einer kleinen vorgefertigten Sequenz ausschalten. Und das macht wirklich Spaß! (Erzählt bloß niemandem, dass ich das echt gesagt habe.) Entweder wird der Helm abgerissen oder der Gegner mit einer Handgranate auf die Reise geschickt. Wieder zwar spielerisch nicht anspruchsvoll, aber in puncto Unterhaltung wirklich sehr gut.

 

Top Gun trifft Star Wars

Wer aber denkt, dass es das jetzt schon war mit abgedrehter Action, der irrt sich gewaltig. Infinite Warfare setzt nämlich nochmal einen drauf und hebt sich noch ein ganzes Stück von den älteren Call of Dutys ab. Man kann jetzt nämlich auch Weltraumjets steuern. Die so genannten „Jackals“ stehen im Spielverlauf recht häufig zur Verfügung. Mit diesen gilt es dann in kurzen Weltraumschlachten immer bestimmte Ziele erfüllen. So muss man dann jeweils bestimmte kleine feindliche Weltraumjets oder auch größere Raumschiffe ausschalten. Aber leider bleibt sich Call of Duty Infinite Warfare auch hier treu: die Komplexität und Tiefe fällt der Inszenierung und der Unterhaltung zum Opfer. Die Jets fliegen fast von alleine, man muss nur so ungefähr die Richtung angeben, in die sie fliegen sollen. Feinde anvisieren und abschießen ist so unfassbar einfach, da ist das einzige Hindernis, dass man zwischendurch warten muss bis die Waffen wieder aufgeladen sind. Hätte ich eine 5-jährige Schwester, dann könnte selbst sie diese Level ohne Probleme schaffen. Auf der anderen Seite sieht es aber echt gut aus. Gerade die Startsequenzen der Jackals finde ich extrem gelungen. Man erlebt den kompletten Start aus dem Bauch des Mutterschiffes mit und muss sie sogar selbst entsprechend beschleunigen.

 

Im Weltraum hört dich niemand schreien

Außer natürlich man setzt sich ein Headset auf beim Multiplayer. Dieser ist selbstredend wieder ein essenziell wichtiger Bestandteil von Call of Duty. Ohne diesen würde das Spiel wahrscheinlich recht schnell wieder im Regal verstauben. Optisch wurde zwar alles ein wenig überarbeitet und an das Setting der Story angepasst, aber inhaltlich ist dieser noch genauso wie bei den vorherigen Spielen der Call of Duty Reihe. Die Inszenierung gefällt mir aber im Großen und Ganzen sehr gut. Gerade wenn man ihn zum ersten Mal startet und von seinem Vorgesetzten entsprechend eingewiesen wird wirkt das schon ziemlich gut. Ist auf jeden Fall mal etwas Anderes anstatt nur stumpf gleich loslegen zu können. Es gibt wieder den altbekannten Klasseneditor und die freischaltbaren Waffen und Gegenstände. Je höher man im Rang aufsteigt, desto mehr schaltet man frei und kann eingesetzt werden. Ist natürlich immer Geschmackssache und hängt von der eigenen Spielweise ab, aber ich persönlich fand die Start-Accessoires dieses Mal recht unnütz. Viele der Bonusattribute (mal abgesehen vom „Hardliner“) benutzte ich während des Spielens überhaupt nicht, da das Spielgeschehen einfach viel zu hektisch ist, als dass man sich in Ruhe mit diesen beschäftigen könnte. Das einzige was mich hier nervt, ist, dass man vor Spielbeginn nicht mehr sieht in welches Team man kommt, sondern erst wenn der Ladebildschirm beginnt. Wenn man in der Runde davor nur mit Deppen im Team war und sich in der nächsten Runde ausgeglichene Teams wünscht, dann sieht man das nicht vorher. Wenn das Level dann beginnt hat man nur die Optionen in den sauren Apfel zu beißen oder das Spiel frühzeitig zu verlassen. Bei den Levels ist es auch das altbekannte Prinzip: einige sind genial und werden oft gespielt, andere sind nur Deko. Wir erinnern uns sicher alle an das wohl beste Spiel der Reihe: Modern Warfare. Dieses ist in der Legacy Edition von Infinite Warfare mit enthalten. Aber für alle, die sich die Standard Edition geholt haben, hat Infinity Ward trotzdem einen kleinen Leckerbissen: die Map „Terminal“ ist hier ebenfalls enthalten. Optisch zwar auch neu, aber der Aufbau des Levels ist genau der gleiche wie damals. Als i-Tüpfelchen gibt es dann noch den 24/7-Modus, in dem man nur diese eine Map die ganze Zeit spielen kann ohne zwischendurch eine andere zu bekommen. Schon irgendwie bezeichnend, dass eine alte Map solch einen Zuspruch genießt. Aber den gewohnten Spielspaß findet man im Multiplayer auf jeden Fall wieder.

 

Call of Zombies

Ein Zombiemodus gehört mittlerweile so fest zu Call of Duty wie Stan Lee zu Marvel. Logisch, dass da auch Infinite Warfare keine Ausnahme darstellt. „Zombies in Spaceland“ nennt sich dieser hier und versetzt den Spieler in einen Freizeitpark der 80er Jahre. Das Setting unterscheidet sich dabei extrem vom restlichen Teil des Spiels. Die vier Charaktere, von denen man zu Beginn des Zombiemodus zufällig einen zugewiesen bekommt, passen wirklich klischeehaft in diese 80er Jahre Umgebung. Nichts da mit Soldaten oder ähnlichem, sondern ein Highschool-Footballspieler, ein Möchtegern-Gangster, ein waschechter Nerd und das Vorurteil einer aufmüpfigen Teenie-Dame. In diesem Freizeitpark gilt es dann Welle für Welle an Zombiehorden zu überleben. Je mehr Zombies von euch oder euren Mitstreitern erledigt werden, desto mehr Geld verdient ihr, um neue Areale freischalten zu können. Je weiter ihr vorankommt, desto mehr unterschiedliche Waffen können erworben werden. Das Problem dabei ist, dass man ziemlich auf seine Mitspieler angewiesen ist. Alleine kommt man in diesem Modus nicht wirklich weit. Wenn man dann aber Mitspieler hat, die alle 2 Sekunden sterben und von euch wiederbelebt werden müssen hilft das auch eher weniger. Am spaßigsten ist es da aus meiner Sicht, wenn man sich mit Kumpels verabredet und dann gemeinsam auf Zombiejagd geht. Es gibt zwar keine Armbrust, aber um sich einmal wie Daryl Dixon zu fühlen reicht es trotzdem.

 

Trophäen-Check

Viele der Trophäen richten sich wieder nach abgeschlossenen Missionen. Für abgeschlossene Neben- und Hauptmissionen erhaltet ihr dabei immer eine. Dazu muss man das Spiel noch auf der Schwierigkeitsstufe „Veteran“ abschließen. Dies ist das einzige, das etwas knackiger werden könnte. Ansonsten gibt es einige Trophäen für den Online- und den Zombiemodus. Im Großen und Ganzen dürften die aber keine Herausforderung darstellen. Mein absolutes Highlight ist aber die Trophäe namens „Du weißt gar nichts“ mit der Freischaltbedingung: „Schalten Sie Kotch vor dem Ende seiner Rede aus.“ Verstanden? Du weißt gar nichts? Kotch? Kit Harrington? Jon Schnee? Find ich klasse.

 

Fazit

Call of Duty Infinite Warfare ist meiner Ansicht nach ein äußerst gutes Spiel. Es macht Spaß und das ist für mich der Hauptaspekt bei einem Spiel. Aber ja, ich kann auch die Leute verstehen, die nach den alten Spielen wie beispielsweise World at War schreien. Call of Duty wird in den letzten Jahren immer futuristischer und hat mit Infinite Warfare was das angeht ein neues Level erreicht. Es spielt sich größtenteils im Weltraum ab und viel futuristischer geht es nicht. Für alle, die sich ein Setting in einem der ersten Weltkriege wünschen: ich habe gehört es gibt da einen Genre-Kollegen, der dies aktuell anbietet. Zusätzlich darf man auch mehr als einen First-Person-Shooter spielen und mögen. Wenn beide immer das gleiche machen würden wäre es doch auch irgendwann langweilig.
Nicht so gut hat mir gefallen, dass die Story wirklich viel zu simpel ist. Man muss sich kaum anstrengen, um da ein Level nach dem anderen abzuschließen. Davon, dass die Jackals ja quasi von alleine fliegen, mal abgesehen. Dem gegenüber steht aber ein Action-Erlebnis, das seinesgleichen sucht. Der Multiplayer ist wieder einmal sehr gut gelungen und fesselt auch für unzählige Stunden. Den Zombiemodus finde ich auch erfrischend gut. Das Setting mit dem Freizeitpark finde ich sehr gelungen und stellt einen großen Kontrast zum Rest des Spiels dar. Also von meiner Seite aus gibt es eine klare Kaufempfehlung.

 

8.0/10

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