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Chivalry Medieval Warfare im Test für die PS3 - Der Ego-Shooter der Ritterzeit


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chivalry_medieval_warfare_newsbild.jpeg.d46cb915236e9217308a5ddc9128b39f.jpegSchwertkämpfer, Bogenschützen und Lanzenträger. Das Mittelalter hatte grausame Kriege zu bieten und noch grausamere Kriegsmaschinerien. Während man sich in Online-Kämpfen jedoch bisher auf aktuellere und zukünftige Kriege beschränkte, bringt Chivalry die düsteren Mittelalterkämpfe in das Online-Schlachtengetümmel. Wie das aussieht und ob der Nahkampf sich für die bekannten PVP und Team-Spielmodi eignet, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Klasse statt Masse

Da Chivalriy Medieval Warfare ein reines Arena-Kampf-Spiel ist, hat man auch auf eine Offline Kampagne verzichtet. Es gibt lediglich ein kleines Trainingslager, in welchem man die verschiedenen Bewegungen und Kampftechniken erlernen kann. Ein paar Soldaten erläutern hier in typischer Tutorial-Manier die Vorzüge der verschiedenen Waffen und erläutern die Vorgehensweise mit dem schweren Gerät wie Rammbock, Balliste oder Katapult. Zwischendurch wird man auch mal von Banditen überfallen, seltsamerweise sogar dann, wenn man sich für ihre Fraktion entschieden hat. Eine Entscheidung, die nebenbei absolut keinen Einfluss auf das gesamte Spiel hat.

 

Die vier Klassen sind Bogenschütze, Waffenknecht, Pikenier und Ritter. Während der Bogenschütze mit Bogen und Armbrust zu Felde zieht, verlässt der Pikenier sich lieber auf Stangenwaffen und lange Zweihänder. Ritter und Waffenknecht unterscheiden sich anhand ihrer Geschwindigkeit und Rüstung. Beide treten zwar mit Schwert und Schild an, doch verlässt sich der Ritter zusätzlich auf Zweihandhämmer und Äxte, was diesen zwar zum stärksten, jedoch auch langsamsten Kämpfer macht.

 

Jeder zieht zusätzlich mit einer Zweitwaffe und einem kleinen Vorrat an Wurfgeschossen in die Schlacht. Während der Schlacht kann man auch zwischen Erst- und Zweitwaffe wechseln, geht man ins Ausrüstungsmenü kann man sogar auf andere, freigeschaltete Waffen oder gar die Klasse wechseln. Macht sich natürlich am besten, wenn man gerade getötet wurde, auch wenn man da nur einen kurzen Moment Zeit hat. Wie unterschiedlich die Klassen und Waffen sind, kommt im Zweikampf sehr gut zur Geltung. Es gibt keinen besonders starken oder besonders Schwachen Charakter, welcher Stil einem am besten liegt, muss man ausprobieren.

 

 

Nur das Mindeste

Chivalry Medieval Warfare legt großen Wert auf das Gameplay, das sieht man vor allem an der Optik des Spiels. Es ist, gelinde gesagt, potthässlich. Die Texturen sind eher mau, ploppen manchmal einfach so auf, womit sie sich gut zu den großen Hintergrundobjekten fügen, die auch ab und an mal verschwinden. Die Charakteranimationen sind ebenso hölzern, so hat man wenigstens keine Zeit sich im Zweikampf ablenken zu lassen. Erkennbar ist trotzdem alles und man kann auch gut auf die Aktionen der Gegner reagieren.

 

Das hat die Entwickler jedoch nicht daran gehindert, die verschiedensten Karten zu kreieren. Mal kämpft man auf einem weitläufigen Feld, verteidigt die Mauern eines Hafenstädchens, umkämpft ein kleines Bauerndorf oder ein sandigen Handelsposten, kämpft sich quer durch ein Sägewerk oder erklimmt die eisigen Höhen eines schneebedeckten und Lawinengefährdeten Berges. Selbst ein Thronsaal bleibt nicht aus und ganz klassisch findet man sich auch mal in einer Gladiatorenarena wieder. Da könnte man glatt den Eindruck gewinnen, dass dort mehr Geschichte hinter steckt, als nur die Kämpfe der Agatha-Ritter gegen den Mason-Orden.

 

Das Besondere an den Gebieten ist es, dass nicht immer alle synchron aufgebaut sind. Es kann sein, dass die Gegner einen Gebietsvorteil haben, den man intelligent ausmanövrieren muss, um nicht gleich zu Beginn ins Gras zu beißen. Dann gibt es große Unterschiede in den Kartengrößen. Während man auf manchen Karten durch lange Laufwege mehr rumrennt als alles andere, gibt es auch solche, in denen man quasi direkt neben dem Feind startet. Dort ist das Chaos immer groß, besonders wenn durch Wände die Sicht abgeschirmt wird. Dafür steht man hier direkt von Beginn an unter Hochspannung.

 

Was man tun kann

Das Hauptmenü von Chivalry Medieval Warfare ist recht einfach gehalten. Man kann sich hier für Einzel- oder Mehrspieler entscheiden und wenn man mal von dem Optionsmenü absieht, war es das auch schon. Im Einzelspieler kann man sich entweder durch das Tutorial schlagen, oder ein paar der Spielmodi ausprobieren, zum regelmäßigen Spielen ist dies allerdings nicht geeignet. Zum Einen, weil man weder Erfahrung sammelt, noch neue Waffen freischalten kann, zum Andern weil die KI die Bots so dumm ist, dass man manchmal auch dabei zusehen kann, wie sie dauerhaft gegen die Wand laufen.

 

Lieber sollte man, nachdem man das Tutorial gespielt hat, sich sofort in den Mehrspielermodus stürzen. Für Freunde des gepflegten Ko-op, wie mich, bieten sich die Modi Teammission, Team Deathmatch, Bis zum letzten Mann und Eroberung der Flagge an. Bei Bis zum letzten Mann bedeutet der Tod auch das Ausscheiden bis zur nächsten Runde. Das bringt auf jeden Fall Spannung ins Spiel, denn einerseits überlegt man sich jeden Schritt genau und stürzt sich nicht kopflos ins Getümmel, andererseits kann es aber auch passieren, dass man minutenlang den anderen zuschauen darf, wenn man zu früh ausscheidet.

 

Bei Teammission muss man das andere Team entweder davon abhalten, bestimmte Aktionen auszuführen, oder man ist auf der Seite der Angreifer und versucht genau dies zu schaffen. In mehreren Etappen bekommt man diese zugewiesen, sofern die Verteidiger es nicht vorzeitig verhindern können. Näher kommt man einer Story in diesem Spiel auch nicht. Für jene, die sich lieber nicht auf andere verlassen wollen gibt es dann auch den Frei-Für-Alle Modus, der an den klassischen Deathmatch Modus erinnert, oder auch der Duell Modus, in dem man ungestört seine eigenen Fähigkeiten im Mann-gegen-Mann Prinzip unter Beweis stellen kann. Netterweise startet das Spiel bereits bei 1vs1, wodurch auch Spiele zustande kommen, wenn mal weniger los ist und man kann auch keinem Spiel beitreten, welches bereits in der Überzahl ist, wodurch immer die richtige Seite Verstärkung erhält.

 

Und wie mans macht

Jetzt wisst ihr ja schon wie die Dinge so stehen in Chivalry Medieval Warfare, aber wie genau das Kämpfen funktioniert, hab ich bisher verschwiegen. Nun ja, wie man so schön sagt, es ist einfach zu erlernen aber schwierig zu meistern. Zunächst sei gesagt, dass das gesamte Spiel in der Egoperspektive abläuft. Mit einer Taste kann man parieren, man kann, sofern vorhanden, seinen Schild heben und es gibt drei Varianten, seine Waffe zu schwingen: horizontal, vertikal und zustechen – jedes Manöver mit seinen eigenen Vor- und Nachteilen.

 

Ähnlich interessant verhält es sich mit den Fernwaffen. Der Bogen ist schnell gespannt, dafür muss man die ballistische Laufbahn der Pfeile mit in die Rechnung einbeziehen. Die Armbrust hingegen schießt weiter und gezielter, mit dem Nachteil, dass man zum Nachladen stehen bleiben muss. Ungünstig, wenn gerade ein Gegner angesprintet kommt. Wurfwaffen hingegen sind nur für kurze Distanzen geeignet, können aber durchaus den Unterschied ausmachen, wenn man den Gegner danach mit nur einem Hieb niederstrecken kann.

 

Der Ausdauerbalken sorgt nämlich dafür, dass man sich nicht ewig hinter seinem Schild verstecken kann, ebenso wenig kann man ewig auf einem Gegner herumhacken. Die Ausdauer wird aber nur in wenigen Momenten zum Problem, da die Kämpfer so zerbrechlich sind, dass sie sowieso nach wenigen Treffern zu Boden gehen. Oder gar den Kopf verlieren, dieser rollt nämlich auch in der deutschen Version gerne einmal von den Schultern. Am wichtigsten ist jedoch, nicht ganz kopflos irgendwo dazwischen zu springen, durch den immer aktivierten Teamschaden kann man sich selbst und seinen Mitspielern sehr schnell den Spaß verderben.

 

Wie treibt man den Spielspaß gegen null?

Diese Frage ist ganz leicht zu beantworten. Wie neu und frisch sich das Spiel auch anfühlt, eine kleine Designentscheidung verdirbt alles. Startet jemand ein Online-Spiel, so hostet er dies für all seine Mitspieler. Innerhalb der Matches kommt es bei schlechten Verbindungen zu großen Lags, aber auch so gibt es leichte Verzögerungen. Bei einem so zeitkritischem Gameplay ist dies ein ums andere Mal fatal. Bei längeren Runden lernt man allerdings auch die Manöver gewisser Spieler vorherzusehen, wodurch man schon frühzeitig reagieren kann.

 

Aus welchen Gründen auch immer, oft verlassen auch Spieler das Match. So sieht man sich auch gern mal allein einer Gruppe von 5 Gegnern gegenüber. Sowas passiert eben, da kann auch der Entwickler nichts dafür. Wenn jedoch der Host das Spiel verlässt, ist die Runde für alle zu Ende. Handelt es sich dabei um einen Rage-quit, ist das für die vorn liegende Mannschaft umso tragischer. Erfahrung wird gottseidank direkt im Match vergeben, dennoch wäre das Übertragen des Hosts eine bessere Alternative gewesen.

 

Leider kann man auch seine Statistiken und das Ausrüstungsmenü nicht außerhalb eines Matches einsehen. Manchmal möchte man vorher mal schauen, welche Waffe man noch nicht auf Maximum hat, oder mal ganz in Ruhe die Waffen miteinander vergleichen. Ohne ein bereits laufendes Match wird das nichts. Alternativ kann man da ja ein Offline-Match starten und es danach wieder verlassen. Apropos verlassen: Nach einer Runde die Lobby zu verlassen ist ebenfalls etwas umständlich und man hat oft nur wenige Sekunden Zeit. Hier hätte man Chivalry Medieval Warfare gern noch einmal überarbeiten können.

 

Verdienste fürs Königreich

Für ein Online-Spiel sind die Trophäen in Chivalry Medieval Warfare recht moderat gehalten. Für die meisten muss man im Prinzip nur mit jeder Grundwaffe 100 Online Gegner töten, damit schaltet man die entsprechenden Waffen für die Klassen frei. Nebenbei steigt man dann auch im Online Rang auf, für den man lediglich Stufe 20 erreichen muss. Im Singleplayer können diese nicht geholt werden, wer aber ungeduldig ist kann diese einfach mit einem Freund im 1vs1 Match boosten.

 

Etwas fordernder sind lediglich drei Trophäen. Bei einer muss man auf einer bestimmten Karte in einer bestimmten Mission 10 Minuten lang überleben, bei einer muss man in einem Match 10 Gegner als Bogenschütze mit einem Kopfschuss erledigen und für Doppelkopf muss man zwei Spieler gleichzeitig enthaupten. Bis auf diese eine, für die man natürlich drei Spieler braucht, kann man auch die andern beiden zu zweit boosten.

 

Persönliches Fazit

Chivalry Medieval Warfare ist ein ganz besonderes Arenaspiel. Die Grundidee hat mir sehr gut gefallen und auch an das Kampfsystem gewöhnt man sich schnell. Jedes Match ist motivierend und dadurch, dass man mit Kills gleichzeitig der Freischaltung einer Waffe näher kommt, ist Verlieren auch nicht ganz so tragisch, weil man trotzdem etwas erreicht hat. Wenn man sich klug anstellt, gewinnt man auch Matches, wenn man in der Unterzahl ist. Vor allem, wenn man das Friendly Fire gegen seine Gegner ausnutzt. Dennoch kann man den Ausgang nur selten vorhersagen, da Sieg und Niederlage stets vom Können der Spieler abhängen.

 

Leider hat das Spiel sehr daran zu Leiden, dass die Qualität der Runden vom Host abhängt. Hat dieser eine miese Geschwindigkeit, wird es eine Ruckelpartie für alle, wodurch gezieltes Angreifen und Parieren zu einer Glückssache wird. Ragequitter vermiesen einem die Erfahrung so wie bei allen Online-Spielen, wenn es hier jedoch der Host tut, ist es sehr tragisch, da dies das Game Over für alle bedeutet. Mit eigenen Servern könnte das Spiel um einiges besser sein. Dennoch würde ich Freunden von Online-Spielen und First-Person-Rittern empfehlen, einmal einen Blick darauf zu werfen, da die Erfahrung einzigartig ist. Natürlich nur, wenn man keine Probleme mit alter Grafik und einfachen Animationen hat.

6.5/10

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