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Battlefield 4 im Test für die PS3: Moderne Kriegsführung im gegnerischen Lager


Realmatze
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battlefield_4_spieltest.jpeg.d57ce8a2525f1ac5eafb024a58f3fed6.jpegEine Kugel jagt knapp an meinem linken Ohr vorbei, während rechts von mir eine Granate explodiert und der Boden unter meinen Füßen zusammenbricht. Ich befinde mich im Krieg. Wer mein Feind ist, weiß ich inzwischen gar nicht mehr so genau. Meine Kameraden liegen am Boden, sie waren mir eh nur im Weg. Wären es echte Menschen, würde ich noch um sie trauern. Doch zum Glück ist das nicht der Fall. Ich spiele ein Videospiel und zu meinen Füßen liegt nur Pixelbrei. EA und Dice haben mich wieder ausgesandt, die Welt zu retten und Demokratie zu verbreiten. Ich spiele Battlefield 4 und ob es sich lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Also gut ausschauen muss es schon

Bei vielen Menschen spielt ja die Grafik eines Shooters eine sehr große Rolle. Deshalb sah auch Battlefield grafisch immer ziemlich fantastisch aus. Natürlich kann man immer darüber streiten, auf welcher Plattform man das Spiel spielen sollte, doch eins ist klar: Battlefield 4 treibt die inzwischen betagte Konsole so langsam an ihre Grenzen.

 

Schlecht sieht das Spiel nicht aus, doch technische Mängel sind es, die den Augenschmauß am meisten verderben. Kantenflimmern und Treppeneffekt fallen dem Konsolenzocker inzwischen vermutlich kaum noch auf, aber spät ladende Texturen und aufploppende Umgebungsgrafiken sind in Battlefield 4 so sehr an der Tagesordnung, dass  man sie mit der Zeit kaum noch wahrnimmt, weil man sich langsam daran gewöhnt. Schön ist jedoch was anderes und so werden gerade Grafikfreunde enttäuscht werden.

 

Positiv hervorzuheben sind dafür besonders die Lichteffekte und Explosionen. Besonders wenn man durch dunkles Terrain läuft und dann Licht am Ende des Tunnels sieht, lernt man das Licht erst so richtig zu schätzen. Wenn es noch dazu gut ausschaut, umso besser. Schön ist auch wie das Licht der Sonne sich in den Baumwipfeln bricht oder gar die Reflexionen eines Scharfschützenvisiers, welches die Position des tödlichen Feindes offenbart und schnell schlimmeres abwenden kann. Sofern man dann nicht schon tot ist.

 

Wo war nochmal ducken?

An der Steuerung von Battlefield hat sich einiges getan - sie wurde nämlich überarbeitet. Warum, das vermag wohl keiner zu sagen. Eventuell, um den Einstieg für nicht-Battlefielder zu erleichtern, denn sie ähnelt nun der Steuerung, wie man sie aus anderen Ego-Shootern kennt. Dafür spricht auch, dass man im normalen Modus Patronen, statt Magazine nachlädt, das Feature, welches dem Realismus etwas näher kommen sollte, bleibt Hardcorespielern vorbehalten.

 

Sinnvoll angepasst ist allerdings das HUD, man hat stets einen genauen Überblick über seine Gesundheit und Ausrüstung. Auch der Modus der aktuellen Waffe und die verfügbaren Geräte sind schön übersichtlich am unteren Bildschirmrand sichtbar, sowie die aktuelle Visiereinstellung. Hinzu kommt natürlich die obligatorische Minimap, auf der Freund und Feindposition angezeigt werden.

 

An sich kann man also festhalten, auch wenn es für den geübten Battlefield Spieler im ersten Moment ungewohnt sein mag, dass man sich schnell eingewöhnt und dann auch wieder voll und ganz in seinem Element ist. Neulinge werden die Steuerung von anderen Shootern her kennen und sich somit schnell zurechtfinden, auch wenn das Waffensystem komplexer als in anderen Spielen ist. Es gibt eben nicht viele Spiele, in denen man die Zielentfernung eingeben kann, um die Projektilaufbahn zu korrigieren.

 

Call of Battlefield

Auch wenn sie den meisten Spielern egal ist, so verfügt auch Battlefield 4 wieder über eine Singleplayerkampagne. Um es vorwegzunehmen: Sie ist nicht sehr gut gelungen. In einer ausgedachten, vielleicht aber auch nicht ganz so fernen, Zukunft ist China der Feind der USA und man muss sich durch Lügen, Intrigen und Kanonenfutter ballern, um die heiß ersehnten Credits zu erreichen.

 

Auch neu Einsteigern wird das Spiel nicht sehr zugänglich gemacht. Man findet sich direkt in einer Schlacht mit einer enormen Überzahl von Gegnern wieder, welcher man nur Herr werden kann, indem man einem Hubschrauber Ziele gibt, die er dann mit einem kurzen Luftschlag außer Gefecht setzt. Hinzu kommt die außerordentliche Dummheit der KI-Mitspieler, welche auf zehn Meter kein Scheunentor treffen. Gemeinerweise treffen die Gegner dafür umso besser und die Rücksetzpunkte sind doch sehr sporadisch gesät.

 

Zu allem Überfluss ist die Story dermaßen mit Action überladen, dass man bald nicht mehr weiß, wo vorn und hinten ist. Hier eine Explosion, da fällt eine Wand zusammen, im nächsten Moment schießt man aus einem Auto hängend auf einen Helikopter. Am besten nicht mehr drüber nachdenken und auf alles schießen was sich bewegt. Tiefgründig ist die Handlung sowieso nicht, geschweige denn spannend. Wer darauf verzichten kann, sollte sich direkt in den Multiplayer stürzen. Alle anderen können sich dennoch durch das Tutorial in Kampagnenform durchkämpfen.

 

Das Kernelement

Der Multiplayermodus von Battlefield wurde nicht nur um ein paar neue Maps ergänzt, sondern auch durch ganz neue Modi erweitert. In dem allseits beliebten Modus Eroberung gibt es Ziele, die erobert und gehalten werden müssen. Dafür gibt es Punkte. Wer zuerst eine bestimmte Marke überschritten hat, ist der Sieger. Besonders spaßig wird es, wenn die zu eroberten Punkte sich bewegen oder das Ziel schon dermaßen oft unter Beschuss stand, dass man verzweifelt in den letzten Trümmern Schutz sucht. Vorherrschaft ist so ähnlich, hierbei sind die Distanzen jedoch kürzer und es gibt keine Fahrzeuge.

 

Team Deathmatch und Squad Deathmatch bedürfen keiner weiteren Erklärung, untermauern aber schön wie wichtig Teamplay in Battlefield noch immer ist. Vernichtung ist dafür ein frischer, spannender Modus. Es gibt eine Bombe und beide Teams versuchen diese zu erobern und an bestimmten Zielen im gegnerischen Lager anzubringen. Besonders in ausgeglichenen Teams kann dieser Modus Stunden dauern. Leider ist die Frustrate auch sehr hoch, sollte sich in einem solchen Match das Spiel aufhängen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass man dann das Spiel tagelang nicht anfassen möchte.

 

Entschärfung ist das kleinere Pendant dazu. Es gibt hier allerdings Angreifer und Verteidiger. Unnötig zu sagen, dass die Einen versuchen die Bomben zu zünden und die Anderen versuchen dies zu verhindern. Verschärft wird die Situation dadurch, dass man nur ein Leben hat und man die Runde verliert, sobald das gesamte Team tot ist. Wem das zu viel Druck ist, der kann in Rush fast genau dasselbe erleben, nur dass hier die Maps zusätzlich etwas größer sind und man außerdem Fahrzeuge zur Verfügung hat.

 

 

Und der innere Kern

Der Battlefield 4 Multiplayer bietet noch mehr als einfach nur Infanterieschlachten im großen Maßstab. Zu Wasser, zu Land und in der Luft kann man mit den verschiedensten Geräten den Kampf bestreiten. Die Fahrzeuge haben dabei alle ihre Stärken und Schwächen und das macht sie zu starken Verbündeten im Kampf. Gerade so ein Panzer, mit dem man einfach mal alles zerstören kann was einem im Weg steht, ist ein wertvoller Besitz, den man nur ungern in den Händen des Feindes sieht.

 

Zu jeder Situation gibt es aber auch die passende Einheit. Egal ob Aufklärer, Sturmsoldat oder Versorger. Verschiedene Waffen und verschiedene Geräte können oft den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Diese kann man anpassen, indem man Aktionen im Multiplayer ausführt und somit aufsteigt. Alles ziemlicher Standard heutzutage und trotzdem ist es schön, wenn man für seine Taten belohnt wird. Zumal man Punkte nicht nur für das Töten von Gegnern erhält und somit auch weit kommen kann, selbst wenn man nicht der beste Schütze ist.

 

Erreicht man jedoch Rang 10, so schaltet man den Commandermodus frei. In diesem läuft man jedoch nicht mehr über das Schlachtfeld. Man sieht die Übersichtskarte und kann von dieser aus Befehle an seine Squad-Leader erteilen. Für das Erfüllen dieser Missionen bekommen auch die Spieler dann Extra-Punkte. Wer allerdings mehr Spaß am Schießen statt am Befehligen hat, der sollte einen Bogen um diesen machen. Schön ist auch, dass man im App- und Play-Store kostenlos eine Commander App herunterladen kann, mit der man dann auch vom Tablet aus seine Leute in den Krieg schicken kann.

 

Trophäen

Zu den Trophäen in Battlefield 4 gibt es eigentlich nicht allzu viel zu sagen. Es gibt natürlich die heiß begehrte Platin, welche sicherlich nicht jeder erreichen wird. Verglichen mit dem Vorgänger ist diese jedoch viel einfacher. Es gibt deutlich weniger Online Trophäen und diese sind auch weniger mit Können, sondern eher mit Geduld verbunden. So muss man Kills mit einer Pistole ausführen, die man erst freischaltet, wenn man mit anderen Pistolen ausreichend Erfahrung gesammelt hat. Und eine Trophäe für das Erreichen von Level 25 gilt es zu erspielen.

 

Diesmal legt man anscheinend mehr Wert auf den Singleplayer. Somit gibt es Trophäen für verschiedene Aktionen in der Kampagne und für das Sammeln verschiedener Collectibles. Ebenfalls muss man das Spiel im Schwierigkeitsgrad "Schwer" beenden, was für geübte Spieler kein Problem darstellen sollte. Trophyhunter, die nur auf die Platin aus sind, können sich dennoch auf Frust und einen großen Zeitrahmen einstellen, auf der anderen Seite hingegen können sie zusammen mit der PlayStation 4 Version insgesamt zwei Platin Trophäen erspielen.

 

Fazit
 

Battlefield 4 ist keineswegs revolutionär. Es macht so ziemlich genau das, was sein Vorgänger auch gemacht hat. Durch seine aktionreiche Singleplayerkampagne und der angepassten Steuerung kann man dem Spiel natürlich vorwerfen, es wolle ein paar Fans aus dem Call of Duty Lager abwerben, durch seinen erhöhten Schwierigkeitsgrad kann man jedoch festhalten, dass es sich definitiv an erfahrene Spieler richtet. Leider schwächelt die PS3 Version was KI und Grafik angeht etwas, denn immerhin gehört die PlayStation 3 inzwischen zum "alten Eisen".

Trotzdem ist das Spiel für Battlefield Spieler ein Must Have. Das Spiel soll sich gar nicht zu sehr verändern, denn die Fans wollen ja das, was sie kennen. Im Prinzip könnte man Battlefield 4 als Map-Pack von Battlefield 3 sehen, mit erweitertem Multiplayer. Und auf diesen kommt es für die meisten Spieler ja an. Wer aktuell bleiben will sollte sich das neue Spiel holen, um mit seinen Freunden weiterspielen zu können, bis er sich in einer wohl nicht allzu fernen Zukunft die Frage stellt, ob er sich den nächsten Ableger kaufen soll.

8.5/10

 

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