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Anarchy Reigns im Test für die PS3 - Mal so richtig schön aufs Maul


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Anarchy_Reigns_News.png.ba76b76d98f5b25447a90f604e2ab8d6.pngDie Marke Platinum Games steht inzwischen für sich alleine bereits für einen hohen Qualitätsstandard. Schon sehr früh brachten sie mit Bayonetta ein Hack’n Slay auf den Markt, das seinesgleichen sucht und haben aktuell mit Metal Gear Rising: Revengeance einen weiteren Kracher aus dem Genre unter die Leute gebracht. Doch auch dem Shooter Vanquish lässt sich nicht ein gewisser Anspruch absprechen. Ihren hauseigenen Brawler Anarchy Reigns brachten sie bereits im Sommer 2012 heraus, doch erst in diesem Jahr folgte der westliche Release, wobei er zusätzlich für schmales Geld verfügbar gemacht wurde. Ob Anarchy Reigns der gewohnten Qualität entspricht und ob es einen zweiten Blick wert ist, erfahrt ihr in unserem Test.

 

 

Story? Das Ding hat ernsthaft Story?

Die Welt geht zu Grunde. Erneut. Auch in Anarchy Reigns hat die Apokalypse Einzug genommen und die restlichen Überlebenden versuchen sich ihren Alltag so erfüllend wie möglich zu gestalten – vorzugsweise in einer Bar bei ein, zwei Flaschen des Gesöffs, was so schön vergessen macht. Der Frieden währt nicht ewig, als ein mieser Typ hinein schreitet und den Alten den Spaß am Selbstmitleid nimmt. Nikolai ist eigentlich einer der Guten, fühlt sich in seiner Position allerdings so überlegen, dass er die Barbesatzung wie Abschaum behandelt.

 

So auch Jack, eine Figur, die dem deutschen Spieler wahrscheinlich nicht wirklich bekannt vorkommen mag, da diese aus einem hierzulande indizierten Wii-Spiel stammt. Dies ist allerdings nicht weiter schlimm, da das Spiel nur lose im Zusammenhang zur Handlung in Anarchy Reigns steht. Diese beziehen sich auf Veränderungen in den Charakteren, die zurückkehren. Für den Spieler bedeutet dies im Klartext: Kennt man die Handlung des einen Titels, findet man eine Menge Anspielungen im anderen. Kennt man ihn nicht, so versteht man dennoch die Handlung und merkt gar nicht, dass da was fehlt.

 

Aber zurück zur Bar. Nikolais Anhang, Leo steht kurz nach seinem auftreten für den Spieler zur Auswahl, sowie auch der eingangs erwähnte Jack. Somit hat man die Wahl, ob man das Spiel aus Sicht der Guten, oder der Bösen spielen will. Hierbei ist es im Grunde egal wofür man sich entscheidet, um wirklich alles freizuspielen und das wahre Ende zu erreichen, muss man die Story sowieso zweimal durchspielen. Man kann sich das natürlich auch sparen und im Multiplayer an sein Ziel gelangen, allerdings lernt man im Story-Modus sehr gut alle Grundkenntnisse und erlebt ein paar spaßige Momente.

 

Mein Name ist Trash. Viel Trash.

Bei Anarchy Reigns ist der Name Programm. Auf der Straße laufen allerlei Verrückte herum, die sich gegenseitig ordentlich Zunder geben und dem Protagonisten ans Leder wollen. Neben den üblichen Verrückten die ihren Waffenschein wahrscheinlich mit Fingerfarben selbst gemalt haben und den obligatorischen Punks die die Nase von allem voll haben, laufen auch ein paar Typen rum, die dem gewohnt verrückten Stil von Platinum Games alle Ehre machen und selbst Hideo Kojima vor Neid erblassen lassen könnten.

 

Vorallem die Bossgegner haben häufig stark überzeichnete Charakterzüge. Während das übliche Kanonenfutter im bunten Einheitslook doch eher strunzdoof das übliche Kampf-bla-bla verzapft, so bekommen diese ihre ganz eigenen, stilvollen Auftritte, beinahe tiefgreifende Dialoge – die nebenbei in Visual Novel ähnlicher Art und Weise dargestellt werden – und One-Liner, die direkt aus der Hölle zu stammen scheinen und das im ganz positiven Sinne. Hinzu kommen eindrucksvolle Videosequenzen mit höchst übertriebenen Kampfmoves und spätestens wenn der Spieler realisiert, dass Ash, pardon Jack, mit einer Kettensäge als Arm herumrennt, wird man vom Trash-Flash weggeblasen.

 

Wer sich davon aber nicht beeindrucken lässt, wird sich zu Recht fragen was das Ganze denn eigentlich soll, wird sich nicht mit den überspitzten Charakteren anfreunden und erst recht nicht über die vielen dummen Sprüche lachen können. Der Story Modus von Anarchy Reigns ist nämlich nur Mittel zum Zweck und bietet eine stumpfe, klischeehafte Handlung bei der man das Gefühl hat, dass man nicht viel verpasst hat, wenn man sie nicht verfolgt hätte.

 

How-to: Draufhauen für Anfänger

Das Kampfsystem in Anarchy Reigns ist ebenso einfach, wie dessen Handlung. Es gibt zwei Tasten für bisschen zuhauen und doller zuhauen, eine Taste zum Springen und ein Sprint, ein Block, sowie Griffe sind auch noch dabei. Gespickt wird das Ganze noch mit einem Rage-Mode in dem die Gegner förmlich und Exekutionen in denen sie wortwörtlich auseinandergenommen werden. Also ziemliche Standardkost für den geneigten Beat ‘em Up Spieler und auch nichts Ungewöhnliches für Hack ‘n Slay Fans.

 

Das Detail liegt wie üblich in der Kombination der verschiedenen Techniken und um wirklich gut zu werden, muss man die Bewegungen des Gegners beobachten und analysieren. Nur so hat man die Möglichkeit richtig zu reagieren und den Gegner zu kontern. Im Laufe des Storymodus bekämpft man eine ganze Menge Gegner, teilweise muss man 100 fast wehrlose NPCs töten, bevor sich die nächste Mission öffnet, denn nur so kommt man in der teilweise offenen Spielwelt voran. Der Rest erinnert an Old-School-Brawler wie Double Dragon, nur dass man sich komplett frei in einer 3D Welt bewegt.

 

Leider eröffnet sich hier auch die Schwäche des Spiels. Das immer wiederkehrende Töten von nicht-anspruchsvollen Gegnern wird mit der Zeit eine lästige Pflicht, auch wenn es nicht lange dauert. Nervig sind dann zusätzlich die Zusatzevents wie Züge, die einfach mal durchs Bild rasen oder flammenspuckende Fahrzeuge, welche allerdings dem Spieler ein ebenso nützliches Gerät sein können, wenn er diese übernimmt. Vor allem, da die folgenden Missionen oft den selben Inhalt bieten. Töten auf Zeit, Töten auf Anzahl, Töten durch Überfahren.

 

Der erste Eindruck zählt

Was beim Spielen direkt auffällt, ist die äußerst hässliche Grafik. Vorausgesetzt man hat Zeit sich die Texturen anzusehen. Boden und Wände sind mit dem immer gleichen Muster überzogen, welches man gut als nicht-zeitgemäß bezeichnen könnte. Die Charaktermodelle sehen noch recht gut aus, aber man sollte sich eben nicht genauer umschauen. Besonders häufig kommt es vor, dass Objekte oder Texturen noch nicht geladen sind, wenn man schon längst drüber gelaufen ist. Sind es nur Texturen, hat man den Eindruck über eine spiegelglatte Fläche zu laufen. Sind es jedoch Bretter oder Schutt, der normalerweise am Boden liegt, sieht es so aus als würde die Figur fliegen können.

 

Hinzu kommt die Musik, die nicht jeden Geschmack trifft. Es ist hauptsächlich Hip-Hop der aus den Boxen dröhnt, gepaart mit futuristisch-elektronischer Musik. Wer auf harte Riffs oder aggressiven Metal gehofft hat, sucht hier vergebens und wird seine Musikanlage laufen lassen müssen, denn aggressiv wird man allenfalls dadurch, dass man nicht auf die musikalische Untermalung Anarchy Reigns steht. Viel mehr gibt es an der Technik sonst nicht auszusetzen. Die Effekte sind hübsch anzusehen, auch wenn das blaue Blut den ein oder anderen abschrecken mag und die Steuerung geht nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auch gut von der Hand.

 

Von Mensch und Maschine

Leo, bzw. Leonard und Jack sind nicht die einzigen spielbaren Figuren. Während des Spiels kommt es zwar nur selten vor dass man mal die Kontrolle über jemand anderes nehmen kann, doch im Multiplayer sind mehrere Charaktere wählbar. Den beiliegenden Download Content mit einberechnet, kann man aus einer Riege von 18 Kämpfern auswählen. Zum Beispiel wäre da Sasha, die ebenfalls am Anfang des Spiels vorgestellt wird. Diese ist sehr flink und verfügt über Eis- und Levitationsfähigkeiten, mit denen man sich seiner Gegner behaupten kann.

 

Garuda, der Kampfroboter mit Transformers-Anleihen ist zwar schwerfällig, verfügt aber über desaströse Angriffe, die seine Gegner quer über das gesamte Spielfeld befördern können. Ähnlich verhält es sich auch mit dem mechanischen Stier Big Bull, der mit seinem massiven Raketenantrieb nur so über das Spielfeld heizt und ordentlich austeilt, aber auch ebenso ordentlich einstecken kann. Er kämpft allerdings mit bloßer (Roboter-)Hand und kombiniert seine Schläge mit harten Wrestling Moves Und auch die restlichen anderen Kämpfer spielen sich alle unterschiedlich, sodass man sich frei entfalten kann.

 

Ebenso reizvoll und für Fans wahrscheinlich am ehesten interessant ist wohl Gaststar Bayonetta aus dem gleichnamigen Spiel. Die lediglich mit ihren Haaren bekleidete Hexe ist Bestandteil der hierzulande ausschließlich erschienenen Limited Edition und liegt dem Spiel als Download Code bei. Im Kampf verfügt sie über die aus Bayonetta bekannten Hexenkräfte mit denen sie flink austeilen kann und außerdem sind ihre Angriffe vom Gift-Element, was sie zu einem wertvollen Kämpfer macht.

 

Massive Multiplayer Online auf-die-Fresse-hau'n

Dass der Fokus von Anarchy Reigns auf dem Multiplayer liegt, fällt spätestens dann auf, wenn man einmal in das Online-Menü gegangen ist. Deshalb gibt es auch in Anarchy Reigns ganze 13 verschiedene Multiplayer-Modi in denen sogar bis zu 16 Spieler gegeneinander antreten können. Diese gehen vom obligatorischen Deathmatsch und Team-Deathmatch, über Tag Team Battle, bis hin zu einem Survival Modus. Wem das nicht reicht, der kann auch im Cage Match sowie Battle Royale sein Können unter Beweis stellen, oder im verrückten Death Ball die Regeln des Fußballs über den Haufen werfen.

 

Natürlich ist auch ein Capture the Flag Modus mit von der Partie, den man wahlweise sogar mit 3 Teams bestreiten kann. Ebenfalls Bestandteil der Limited Edition sind Mad Survival und Dogfight. In Mad Survival stellt man sich mit seinen Ko-op Partnern gegen Horden Bossgegner und es geht nur noch ums blanke Überleben. Im verrückten Dogfight hingegen hängt man an einem Helikopter und versucht mit Raketen und Sägeblättern die Luftherrschaft für sich zu gewinnen. Für verrückte Abwechslung ist also gesorgt.

 

Leider kann man die Modi nur Online spielen und nicht Offline mit Freunden am Splitscreen. Man kann jedoch neben dem Ranked Match und dem Player Match auch ein Private Match eröffnen, wo leere Plätze mit KI-Gegnern aufgefüllt werden. Somit muss man nicht genügend Mitspieler finden und sich trotzdem nicht mit Fremden rumschlagen, wenn man einfach mal nur mit seinen Freunden spielen will.

 

Fazit

Anarchy Reigns ist ein witziges Prügelspiel, was jedoch nicht ganz an die Qualität der sonstigen Platinum Games Spiele heranreicht. Besonders betrifft dies die unsaubere Technik, was besonders bei Grafikfehlern auffällt. Außerdem kann der Singleplayer sehr schnell langweilig werden, da das ständige Besiegen von immer gleichen Gegnern recht monoton ist. Zusätzlich kommt das gesamte Spiel auf Englisch daher, wodurch solche, die der Sprache nicht mächtig sind, von der so schon dürftigen Story nicht mehr viel mitbekommen.

 

Eine gewisse Ähnlichkeit zu den Dynasty Warriors Spielen ist auch nicht von der Hand zu weisen, nur dass das Kampfsystem dahingehend doch wiederrum deutlich komplexer ist. Und so zeigt das Spiel seine wahren Stärken erst im Multiplayer, wo man sich in schmutzigen Kampforgien mal so richtig schön gehen lassen kann. Das Kampfsystem ist hart und man bekommt so richtig schönes Feedback, wenn die Figur über den Bildschirm geworfen an eine Wand klatscht. Sofern die Lobbys immer prall gefüllt und/oder ausreichend Freunde als Mitspieler zur Verfügung stehen, steht dem Klopp-Spaß eigentlich nichts im Wege.

 

7.5/10

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