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Akiba's Trip Undead & Undressed im Test für PS3: Der Konsole geht's an die Wäsche


supersushi
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akibastripnewscdg6n0a5tw.jpeg.d21a93db11a1f8b64c4772343e137992.jpegMit Akiba's Trip Undead & Undressed schickt NIS America ein Spiel zu uns nach Europa, das man ganz getrost als eine etwas "andere" Art Spiel bezeichnen kann. Allein der Titel Undead & Undressed (zu Deutsch: untot & ausgezogen) verleitet schon zu einem Zucken der Augenbraue. Aber wo NIS America drauf steht ist ja für gewöhnlich nichts schlechtes drin. Gerade da der erste Teil "Akiba's Trip", der exklusiv in Japan für die PlayStation Portable veröffentlich wurde, ganz gut beim Publikum ankam. Ob der bunte Mix aus Adventure, RPG und ein wenig Beat 'em Up überzeugen kann oder ihr es im Laden doch beim Augenbrauen Zucken und Weitergehen belassen solltet, erfahrt ihr in unserem Test.

 

 

Geh nicht ins Licht

Akiba's Trip Undead & Undressed ist ein ziemlich abgedrehtes Spiel. Jetzt nicht unbedingt von der Optik oder vom Gameplay her, eher vom Inhalt. Das zeigt sich schon bei der Einführung in die Story zu Beginn des Spiels. Man startet mitten in einer Szene, wo der Held des Spiels, Nanashi, in einem Keller gefangen gehalten wird. Da er eigentlich nur zu einem Einstellungsgespräch eingeladen wurde ist er natürlich ein wenig verwirrt. Ihm wird ein Mittel verabreicht, das ihn körperlich verändern soll. Auf einmal taucht ein Mädchen, Shizuku, auf, das seine Kidnapper, die so genannten "Synthisters" vermöbelt und ihn befreit. So weit so gut. Als die beiden allerdings geflohen sind offenbart Shizuku ihm, dass er nun eine Art Vampir ist und ihn im Moment nur ein Kuss retten kann, durch dem sie ihm ihr Blut zu trinken gibt. Nach den ersten paar Minuten des Spiels sitzt man also schon mit einem "Hä?" auf den Lippen vorm TV.

Das ist dann auch der Kern der Story. Nanashi, Shizuku und einige weitere Charaktere stellen sich den Synthisters entgegen. Diese sind alle entsprechend körperlich verändert und in diese Art von Vampiren verwandelt. Kruzifixe und Knoblauch helfen da nicht, nur der direkte Kontakt mit Licht kann sie besiegen. Da gibts dann auch gleich das nächste Fragezeichen. Das Licht tötet die "Vampire" nur, wenn es den Körper unterhalb des Halses berührt. Heißt den Kopf können sie ohne Probleme in die Sonne halten. Nanashi wird dann schnell beigebracht, dass er seine Gegner bis auf die Unterwäsche ausziehen muss, um sie zu besiegen. Logisch, einzige Möglichkeit. Warum es dann allerdings auch nötig ist den Feinden in einem Kampf die Hüte abzunehmen oder viele weibliche Charaktere nur in dünnen Kleidchen rumlaufen, die sehr freizügig unterhalb des Halses sind, keine Ahnung. Also, ähm, was???

 

 

Bis aufs letzte Höschen

Ihr habt euch da eben nicht verlesen, man muss seine Gegner wirklich ihrer Kleidung entledigen. Wenn sie nichts mehr anhaben bis auf ihre Unterwäsche ist der Kampf gewonnen. Jeder Gegner hat ein Kleidungsstück am Oberkörper und eines an den Beinen, die meisten dann auch noch ein Accessoire auf dem Kopf. Während eines Kampfes muss man die jeweiligen Körperregionen erst schwächen, bis man sie durch eine entsprechende Endbewegung ausziehen kann.

Das Kampfsystem ist dabei ganz simpel gehalten: eine Symboltaste des Controllers ist fürs Springen, die anderen drei zielen jeweils auf eine bestimmte Körperregion. Durch mehrmaliges Drücken der Dreieck-Taste greift man beispielsweise immer den Kopf an. Sobald die Kleidung weit genug geschwächt ist fängt sie an ein wenig zu leuchten. Das ist dann das Zeichen, dass man es ausziehen kann, wenn man die Dreieck-Taste gedrückt hält. Blocken kann man mit den Schultertasten zwar auch, lohnt aber nicht wirklich. Die Übergänge von Angriff und Verteidigung sind nicht wirklich flüssig, da macht es mehr Sinn einfach so lange zuzuschlagen, bis man die Klamotten ausziehen kann.

Spätestens nach dem dritten Kampf wird das aber recht eintönig. Es gibt leider nur wenig, das die Kämpfe ein wenig aufpeppt. Zum einen wäre das die Verkettung von Auszieh-Bewegungen. Wenn der Kombozähler einen gewissen Punkt erreicht und man ein Kleidungsstück auszieht, kann man dies verketten. Per Quicktime-Event kann man dem nächsten Gegner auch direkt ein Kleidungsstück ausziehen. Es gibt auch die Möglichkeit einen Finisher zu starten, mit dem man den Gegnern sogar die Unterwäsche ausziehen kann. So erhält man nach dem Kampf einen Extrabonus. Aber keine Sorge, alles entblösste wird entsprechend verpixelt.

 

 

Endlich macht Shoppen mal Sinn

Es gilt allerdings nicht nur auf die Kleidung der Feinde zu achten, sondern auch das eigene Hemd ist begehrt. Wenn die Gegner es schaffen euch die Klamotten auszuziehen habt ihr den Kampf verloren. Wie lange eure Kleidung noch hält könnt ihr am Bildschirmrand sehen. Jedes Kleidungsstück hat eine eigene Lebensleiste, die durch eingesteckte Treffer immer weiter sinkt. Sobald sie bei Null angekommen ist, können eure Gegner es ausziehen. Das kann zwar Dank der nicht ganz so hellen KI ein wenig dauern bis sie es versuchen, aber wehren könnt ihr euch dann nicht mehr. Schade, dass dann das Blocken wirklich nichts mehr bringt.

Also am besten gut auf die Kämpfe vorbereiten. Und das geht am besten durch eine schöne lange Shoppingtour. Je höher ihr im Level aufsteigt, desto bessere Kleidung könnt ihr euch kaufen. Einkaufsläden gibt es genug in der Spielwelt. Jeder besiegte Feind lässt allerdings auch Kleidung oder Waffen fallen, die ihr entweder verwenden oder verkaufen könnt. Je besser eure Waffen, desto schneller könnt ihr die Feinde schwächen. Aber das ist eigentlich eher zweitrangig, wichtiger ist wie genial absurd es doch aussieht wenn ihr den Gegner mit einem Regenschirm oder Computer-Bildschirm vermöbelt. 

 

Eine spielbare Schleichwerbung

Die Spielwelt ist die japanische Stadt Akihabara (im Spiel einfach mit "Akiba" abgekürzt). Sie ist als offene Spielwelt angelegt, man kann sich in ihr also frei bewegen. Dazu muss man aber sagen, dass die einzelnen Areale so winzig sind, dass man keine 3 Schritte machen kann, bevor man es wechselt. Wäre jetzt nicht so schlimm, wenn es dann nicht immer einen Ladebildschirm geben würde, der mitunter extrem nervig ist. Er dauert jetzt nicht soooo lange, aber es häuft sich schon, wenn der ohne Witz wirklich immer nach 3-4 Schritten wieder kommt. Der Begriff "offene" Spielwelt ist hier also sehr grenzwertig. Unterwegs trifft man übrigens interessante NPCs mit Namen wie Gothic Lolita, Fanboy, Akiba Dude oder Boys' Love Fangirl. 

Das spannenste an der Stadt Akihabara ist allerdings, dass dies eine reale Stadt in Japan ist. Fast jeder einzelne Abschnitt der virtuellen Stadt existiert 1:1 genauso in der echten Stadt. Wenn man sich die Vergleichsbilder auf der Homepage des Spiels anschaut ist das schon beeindruckend, dass die Stadt genauso so nachgebaut wurde. Sogar die Läden haben die gleichen Namen wie in echt. Gut, die Grafik ist jetzt kein Meisterwerk. Es ist komplett in einem Comic-Stil gehalten, allerdings ist das schon irgendwie cool. 

Es kommen allerdings auch Passagen im Spiel, da muss man wirklich mit dem Kopf schütteln. Da ist vieles so absurd, dass es schon wieder lustig ist. Man kann zum Beispiel im Spiel von NPCs Flyer sammeln, die für echte Läden in der realen Stadt sind! Wer also schon immer mal einen Flyer komplett auf Japanisch für ein Restaurant dort vor Ort haben möchte ist hier genau richtig. In einigen Läden und in der Spielwelt gibt es große Fernseher bzw. Leinwände, auf denen unter anderem Trailer für andere Spiele von NIS America oder Mitschnitte von Konzerten von japanischen Mädchenbands laufen. Jap, richtig gelesen. Man kann sich also vor so einen TV stellen und sich die Bands anschauen. Es scheint da aber üblich zu sein, dass die Mädels dann irgendwann mit Eishockey-Masken und Kettensägen auf der Bühne stehen. Da lernt man Bands wie Queensberry echt zu schätzen. 

 

Trophy-Check

Wirklich schwierig sind die Trophäen des Spiels nicht. Sammelt xx-Stück hiervon, zieht so und so viele Kleidungsstücke aus, etc. Die höheren Schwierigkeitsstufen sind mit der entsprechenden Ausrüstung auch kein Problem, da man sich hier auf die Hauptmissionen beschränken kann und die Nebenaufgaben weglassen kann. Die Trophäe, bei der man alle Enden sehen muss, ist auch gut machbar. Hier muss man sich immer nur an das entsprechende Mädchen halten und sie gut darstehen lassen bzw. behandeln muss. Also alles kein Hexenwerk.

 

 

 

Fazit

Dieses Spiel ist einfach unglaublich. Einerseits extrem eintönig, zu einfach im Kampfsystem und nicht wirklich packend, andererseits aber schon wieder geil durch seine Abgedrehtheit. Man entdeckt immer wieder etwas, das einen schmunzeln lässt. Das Gesamtpaket Story ist zwar irgendwie seltsam, aber die einzelnen Teile sind klasse, sprich die Unterhaltungen und Gags.

Wer also mal ein etwas anderes Spiel spielen möchte ist hier genau richtig. Besonders wer Vampire, ungewöhnlichen Humor und japanische Girlbands mag. Aber ansonsten ist das Spiel kein wirklich fesselndes Spiel. Der fehlende Tiefgang, die abgehackte Spielwelt, die zu lahme KI, es gibt einfach zu viel, das eher abschreckt. Für Fans von japanischen Spielen bestimmt mal was zum Reinschnuppern, für alle anderen wahrlich kein Muss.

6/10

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