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Test: Demon Gaze im Test für die PS Vita: Hardcore Dämonensammler im Animestil


Realmatze
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Demongaze-Newsbild.jpg.9f5002a40a7ea5b37f3c5886dc95e266.jpgDemon Gaze heißt der neueste Streich aus dem Hause Kadokawa Games, bekannt für Spiele wie Lollipop Chainsaw und Killer is Dead, die ja erfahrungsgemäß abgedreht und verrückt sind. Nicht ganz so bekannt ist das Spiel Students of the Round, welches 1000 Jahre vor Demon Gaze spielt und nicht den Sprung in den Westen wagte. Bei Demon Gaze hat es aber wieder unser Lieblingspublisher für japanische Spiele geschafft, eine westliche Lokalisation in die Läden zu bringen. Die Rede ist von NIS America. Was es nun mit diesem Titel speziell auf sich hat und ob er sich für Japano-RPG Fans lohnt, erfahrt ihr in unserem Test. 

 

Oz, der Zauberer

Hauptfigur des Abenteuers ist Oz, der in einer Höhle aufwacht. Die Brüste des Protagonisten spannen die viel zu engen Kleider und die Pobacken verschlingen das viel zu kleine Höschen fast vollständig. Er hat keinerlei Erinnerungen. Moment mal, er? Brüste? Wie passt das zusammen? Schuld ist der etwas eigenartige Charaktereditor. Zu Beginn des Spiels kann man Aussehen, Name und Stimme des Protagonisten ändern – mit einer Eigenheit, die das Spiel schon beinahe komisch macht: Der Charakter wird immer als männlicher Mensch referenziert, egal für welches Geschlecht man sich bei der Spielfigur entscheidet. Dieses eine kleine und schon fast unverständliche Detail fällt immer wieder störend in den Gesprächen auf, allerdings hat man sich irgendwann daran gewöhnt, da man seinen Charakter nur in den Kämpfen und Menüs sieht. Dafür kann man das Aussehen jedoch x-beliebig im Spiel immer wieder ändern, komplett ohne Nachteile verbunden. Das Gleiche betrifft auch die Mitstreiter, die man gegen einen kleinen Obolus in seine Party holen kann. Hier kann man sogar unabhängig vom Bild auch die Rasse und Klasse aussuchen, die zwar spielerische Relevanz haben, von der Optik jedoch komplett abweichen können. So kann ein männlicher Zwerg mit Kriegerklasse durchaus Aussehen wie eine Zauberin des Katzenvolkes. So kann man die Optik ganz nach seinem Belieben gestalten, ohne dabei auf seine bevorzugten Charaktereigenschaften zu verzichten

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Worum geht’s denn eigentlich?

Also zurück zu dem Punkt, wo wir gestartet sind. Oz wacht in einem Keller auf und weiß nicht, wer er ist. Ihm zu Hilfe eilt ein Soldat, der ihm schnell seine Lage erläutert und gemeinsam machen sie sich auf den Weg an die Oberfläche. Unterwegs treffen sie auf Kanonenfutter und am Ende hauen sie einem Obermotz auf die Mütze, bevor das Spiel so richtig los geht. Klingt nach ziemlichem Standard, oder? Tatsächlich nimmt es Demon Gaze nicht so genau mit der Story. Sie ist weder revolutionär, noch weltbewegend und wird ungewöhnlicherweise nur in kleinen Appetithäppchen serviert. Man erfährt früh von der weiblichen Version des Ritters Lancelot, Lancelorna, dass die Welt wie man sie kennt nicht mehr existiert, seit Dämonen sich breitgemacht haben und nur noch wenige Mutige sich in die Lande trauen. Der Keller gehört zu einer mysteriösen jungen Frau, die versucht in dieser gefährlichen Umgebung ein Inn am Laufen zu halten und somit noch viel mehr mysteriöse Gestalten beherbergt. Da passt der junge Oz ohne Vergangenheit wunderbar dazu. Dieser erfährt, dass er eine ganz besondere Macht hat: Als Demon Gazer kann er mit seinem Auge Dämonen einfangen und im Kampf beschwören. Die Mission ist also klar: Dämonen besiegen und einschließen.

Retro ist modern

Also macht man sich vom Inn, welches als HUB World fungiert, auf den Weg in die verschiedenen Gebiete des Landes. Hier beginnt das, was man im anfänglichen Tutorial schon einmal gesehen hat und nun noch mehr vertieft wird: Man bewegt sich Schrittweise in Ego-Perspektive durch die labyrinthartigen Gänge der Welt, auf der Suche nach Geheimtüren, Schätzen und fiesen Dämonen. Zentraler Punkt sind kleine Portale, an welchen man Dämonen beschwören und dann vermöbeln kann. Je nachdem welche Steine man platziert, erscheinen Gegner mit dem unterschiedlichsten Loot. Wenn man Pech hat, erscheint sogar der Boss und dann bekommt man so richtig auf die Rübe. Man muss ihn jedoch besiegen und alle Portale beherrschen, um ihm in seiner finalen Form gegenübertreten zu können und ihn am Ende zu übernehmen. Die Gänge bergen aber auch ihre Tücken. Manche Wege kann man nur entdecken wenn man hier und da gegen eine Mauer tritt, oder der Boden ist so gefährlich, dass man beim Betreten Schaden kassiert. Manche Türen öffnen sich auch erst mit dem richtigen Schalter oder man benötigt den richtigen Gegenstand im Inventar um weiterzukommen. Mancherorts braucht man auch einfach nur den passenden Dämon.

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Noch mehr Retro im Kampf

Also bewegt man sich umher und schlägt sich zusätzlich mit zufällig erscheinenden Gegnern herum. So steigen die Party sowie die mitgenommenen Dämonen im Level auf und werden stärker. In klassischen, rundenbasierten Kämpfen tritt man seinen Feinden gegenüber und es stehen neben Angriff und Verteidigen auch Skills, Items und Sonderaktionen wie Ausrüstungswechsel oder Dämonenbeschwörung zur Verfügung. Die Gegner selbst können in mehreren Reihen auftauchen und je nach angelegter Waffe kann man nur die erste, zweite oder jede Reihe treffen. Selbiges gilt für die eigene Party, in welcher man die Mitglieder in die erste oder zweite Reihe positionieren kann. So hat man den Vorteil, dass der Magier seltener Schaden kassiert, wenn man ihn hinten postiert. Allerdings kann es auch passieren, dass einer der Charaktere nicht angreifen kann, wenn seine Waffe zu kurz ist. Abwechslung bringt das Dämonensystem in das altbewehrte Kampfsystem. Beschwört man während eines Kampfes einen Dämon, so kann man diesem zwar keine direkten Befehle geben, doch unterstützt er die Truppe mit mächtigen Angriffen und fängt auch den ein oder anderen Schaden ab. Jedoch benötigt er dabei pro Runde einen Punkt. Sind diese aufgebraucht, so gerät er in Rage und kann sich dann durchaus gegen den Spieler wenden. Deshalb sollte man ihn schnellstens zurückrufen, sobald diese zur Neige gehen. Pro Kampfrunde regenerieren sie sich dann wieder automatisch, wenn kein Dämon aktiv am Kampfgeschehen teilnimmt. Manchmal kommen sie auch einfach so mal für eine Aktion hervor, was im Gegensatz zur direkten Beschwörung nicht auf einmal pro Kampf limitiert ist, dafür allerdings zufällig geschieht.

 

 

 

Da hilft auch kein Schreien

In Demon Gaze kann man nicht immer speichern. Nur im Inn und an den Portalen ist diese Sicherheit möglich und regelmäßiges Speichern ist auch nötig. Nicht selten ist der plötzliche Bildschirmtod unerwartet und dann wird man einfach ins Hauptmenü zurückgeworfen. Keine Checkpoints, keine Continues – alte Schule eben. Dagegen hilft nur elendiges, langwidriges Erfahrungspunkte sammeln und stetiges Aufwerten der Ausrüstung. Ebenso nervig ist die Besitzerin des Inns, die vom Spieler nach jedem seiner Ausflüge die Miete verlangt, die ebenso stetig mit dem Fortschritt der Party ansteigt. Dafür darf man seine eigenen Möbel in den Zimmern platzieren, was man zwar nicht sieht, jedoch positiven Einfluss auf die Charakterwerte hat. Außerdem findet man in der Halle Nebenmissionen und diverse Shops, in denen man das noch verbliebene Geld ausgeben kann. Zu guter Letzt bleibt dann noch die komplett englische Lokalisierung, inklusive Auswahl bei der Synchronisation zwischen Englisch und Japanisch. Aufgrund der weniger tiefgreifenden und textlastigen Story ist es hier zwar leichter mitzukommen, auch wenn man nicht so gut in der Fremdsprache ist, dennoch werden einige Ereignisse der eigenen Fantasie überlassen und nur mit Worten erklärt.

Der Ultimative Demon Gazer

Die Trophäenliste des Spiels erinnert an andere Spiele, die in letzter Zeit unter NIS America erschienen sind. Es gibt einen ganzen Haufen an Story Trophäen und der Rest beschränkt sich auf Dinge, die im Spielverlauf ganz automatisch kommen, allerdings auch eine Zufallstrophäe will gefunden werden. Aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades und des damit verbundenen Monsterfarmens kommen Trophäen wie „Besiege X Gegner“ oder „Gewinne X Kämpfe“ früher, als man ahnt, während das Durchspielen mit deutlich mehr Zeit verbunden ist. Online-Trophäen gibt es nicht, da sich der Modus darauf beschränkt, anderen Spielern Nachrichten zu hinterlassen. Manche davon geben tatsächlich Hinweise zu Geheimnissen, viele Beschränken sich aber auf Kommentare über die Optik einiger leicht bekleideter Figuren im Spiel.

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Fazit

Demon Gaze ist ein gelungener Dungeon Crawler der in vielen Spielern Retro Gefühle auslösen wird, aber auch der jüngeren Generation viel Spaß bereiten kann. Es macht Spaß die Dungeons bis auf den kleinsten Quadratmeter zu erforschen und jede Entdeckung eines Geheimnisses ist mit Freude verbunden. Leider gibt es auch so seine Schattenseiten. Der hohe Schwierigkeitsgrad selbst auf niedrigster Stufe zwingt den Spieler zu monotonem Grinden. Da die Kämpfe hauptsächlich durch Zufallstreffen geschehen, kann das zusätzlich länger dauern und ist weder spaßig, noch fordernd. Dafür bekommt man immer genügend Storyhappen hingeworfen, dass man zwar nicht gleich weiß, wie es weitergeht, aber auch nicht ewig daran hängenbleibt. Zusammen mit den diversen Dämonen inklusive ihrer Eigenschaften und dem heute leider viel zu seltenem rundenbasierten Kampfsystem macht es Demon Gaze zu einem spaßigen Abenteuer auf dem Lieblingshandheld der Trophäensammler, welches weder übertrieben komisch, noch allzu bierernst ist.

8.0/10

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