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Test: Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs im Test für die PS4 – Eine märchenhafte Reise durchs Land


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0f78a28a386ffc7735691dda6b7f2364.pngNi No Kuni war seinerzeit eine ganz neue IP, die für viele PlayStation Besitzer ein Sofort-Hit war. Das war auch kein Wunder, wurde die märchenhafte Geschichte sowie das Design doch maßgeblich unter der Mitarbeit von Studio Ghibli beeinflusst. Nun erscheint der heiß ersehnte zweite Teil, an welchem das Animationsstudio jedoch nicht mehr direkt beteiligt ist. Ob die Entwickler den Charme des ersten Teils dennoch auch hier umsetzen konnten, und was den Spieler sonst noch in Ni No Kuni II erwartet, erfahrt ihr unserem Test.

Lang lebe König Evan

Die Geschichte von Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs beginnt in der modernen Zivilisation. Der Präsident ist gerade auf dem Weg zu einem wichtigen Meeting, als eine tödliche Rakete in ihm ihr Ziel findet. Doch bevor dieser weiß, wie ihm geschieht, findet er sich in einer ganz anderen Welt wieder. Hier muss er zunächst feststellen, dass er nicht der Protagonist der Geschichte ist. Das ist nämlich der junge König Evan, der gerade erst das Amt seines Vaters übernommen hat, als es auch schon zu einem Putsch kommt und so muss er mit seinem neuen Gefährten schnellstens das Land verlassen und untertauchen. Doch als er erfährt, dass die Putschisten auch schon seinen Vater getötet haben, seine engste Vertraute ihnen zum Opfer fällt und die Könige anderer Länder sich ähnlichen Gefahren gegenüber sehen, beschließt er, ein neues Königreich zu schaffen und die Welt unter seinem Banner zu einen. Die Geschichte wirkt äußerst politisch, doch ist das Utopia, was Evan schaffen möchte, sehr nah daran, einem Hirngespinst eines Kindes entsprungen zu sein. Das passt auch sehr gut, ist Evan doch selbst noch ein Kind. Thematisiert wird das auch im Spiel, wo die engsten Vertrauten Evans immer wieder seine Pläne in Frage stellen, ihn jedoch stets bei seinem Vorhaben unterstützen. Am Ende bleibt die Geschichte zwar eine typische Rollenspielgeschichte, die nah an einem Märchen für Kinder ist, jedoch wird sie immer wieder mit erwachsenen Themen gespickt.

 

 

Monsterkloppen und Belohnungen kassieren

Das Kampfsystem von Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs hat sich im Vergleich zu dem seines Vorgängers verändert. Während man in Chibi-Optik über die Oberfläche läuft und durch Gegnerberührungen Kämpfe gegen deren Gruppen auslöst, läuft man in Dungeons in einer normalen 3rd-Person-Perspektive herum und kämpft gegen die Gegner, die man sieht. Dabei wird dann das Areal abgegrenzt, in welchem man in Echtzeit kämpft, was ein wenig an die modernen „Tales of“-Spiele erinnert. Dabei hat jeder aus der 3er-Party jeweils drei Nahkampfwaffen ausgerüstet, zwischen denen der Spieler schnell wechseln kann. Der Sinn dahinter sind nicht nur Elementarvorteile, sondern auch die Prozentanzeige, die bei jedem Schlag steigt. Ist sie auf 100 %, so fügen die Fähigkeiten der Charaktere mehr Schaden zu. Außerdem hat auch jeder eine Fernkampfwaffe dabei, die statt Munition Mana verbraucht. Ebenfalls begleiten den Spieler kleine Gnuffis in den Kampf, von denen bis zu vier Truppen mitgenommen werden können. Das Problem mit den Kämpfen: meistens sind sie nicht wirklich fordernd und eine Sache von Sekunden, was jedoch gut zum Leveln ist. Die fordernden Kämpfe sind entweder Bosskämpfe, oder jene, die von einem finsteren Nebel umgeben sind. Hier zeigt sich, dass die Freund-KI nicht allzu helle ist, denn Ausweichen und Abwehren ist scheinbar nicht in deren Repertoire. Dafür machen die Gnuffis viele Kämpfe zu Kinderspielen. Wenn man selbst stets nur ausweicht und in den richtigen Momenten mächtige Gnuffi-Angriffe abfeuert, geht selbst der stärkste Gegner mit ausreichend Geduld in die Knie.

Friede durch Krieg

Ansonsten erwartet den Spieler ziemlicher Rollenspielstandard. Nebenquests, Looten, Leveln sowie Party- und Itemmanagement stehen auf der Tagesordnung. Doch dann tritt etwas ein, was auch schon Brütal Legend einst versuchte: Die Rollenspielelemente werden durch Strategiekämpfe unterbrochen. Wer jetzt schon beim Gedanken an Strategie mit Controllersteuerung vor Panik Krämpfe in den Fingern bekommt: alles halb so wild. Die strategischen Kämpfe in Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs lassen sich eher mit Spielen wie New Little Kings Story vergleichen, nur deutlich simpler. Bei jeder Schlacht, in die Evan zieht, nimmt er bis zu vier Truppen mit, die sich um ihn scharen. Per Tastendruck ändert man, welche Truppe sich aktuell vor ihm befindet, um dem Schere-Stein-Papier-Prinzip entgegenzuwirken und die eigenen Truppen in eine vorteilhafte Position zu bringen. Sterben die Truppen, kann man sie auch jederzeit mit gedrückter Taste erneut in den Kampf rufen. Voraussetzung: der Truppenführer ist noch nicht gefallen und man hat noch genug Einsatzmittel zur Hand. Zu diesem Zwecke kann man auch in der Schlachtvorbereitung gegen Geld seinen Truppen weitere Vorteile erkaufen. Weitere Elemente die hinzukommen, sind das Erobern von feindlichen Gebäuden, die für einen Wachstum an Kampfmitteln während des Kampfes sorgen, oder Kanonen, die die Gegner unter Beschuss nehmen. Außerdem kann man unter Einsatz von Kampfmitteln auch Spezialfähigkeiten auf die Gegner loslassen und Sturmangriffe gegen unterlegene Gegner durchführen. Wirklich Spaß wollte bei mir in den Schlachten nicht aufkommen, das wissen scheinbar auch die Entwickler und so sind viele Schlachten optional.

Wie bei den Siedlern

Nicht optional ist jedoch der Aufbau des eigenen Königreichs. Hier baut man verschiedene Gebäude, kann diese erweitern und ihnen verschiedene Talente zuweisen. Unter Talenten versteht man hierbei die Bewohner, die man nach und nach durch das Erfüllen von Spezialmissionen und Aufträgen für das Königreich gewinnen kann. Die Talente verfügen dabei über bestimmte Fähigkeiten, mit denen sie neue Forschungszweige freischalten können. Doch obacht: eine Forschung dauert so seine Zeit und in der Zeit sind die Talente nicht für andere Aufgaben verfügbar. Deshalb sollte der Spieler bei der Zuweisung seiner Talente stets darauf achten, dass man den neuen Bewohnern die richtigen Jobs zuteilt. Klar können sie hier und da einmal aushelfen, wenn man zu wenig Punkte für eine Forschung hat, wirklich effizient sind sie jedoch nur in den Berufen, für die sie geschaffen sind. Freundlicherweise kann man das jedoch nachlesen und beim entsprechenden Gebäude erhält man auch einen Hinweis, wenn man die Talentübersicht offen hat. Dieser Aspekt von Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs erreicht natürlich nicht denselben Tiefgang, wie eine waschechte Aufbausimulation, doch ist er eine interessante Dreingabe und hilft dem Spieler dabei, die Elemente zu spezialisieren, die ihm wichtiger sind. Möchte man auf der Oberwelt ein höheres Bewegungstempo (Ja!) oder doch lieber neue Zauber erfinden? Möchte er effizienter schmieden oder seine Gnuffis besser trainieren? Gleichzeitig sammeln so die Bürger neue Materialien zum Craften, wodurch sie Gerichte kochen können, die einen vorübergehenden Boost geben oder ihre Ausrüstung verbessern können. Gern erhält man so auch Gegenstände, die man für Sammelquests braucht.

Zauberhaft

Optisch ist Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs wirklich eine Wucht. Der märchenhafte Zeichentrickstil steht dem Vorgänger in nichts nach und nimmt den Spieler von Anfang an gefangen. Schade nur, dass man zwar durch Bestimmen des Partyanführers die zu steuernde Person auswählt, sobald man jedoch eine Stadt betritt wieder die Rolle von Evan übernimmt. Da ein Großteil der Geschichte aus Sicht von Roland, dem ehemaligen Präsidenten erzählt wird, wäre es schön, wenn man ihn auch immer steuern könnte, sofern man das möchte. Die Texte des Spiels sind übrigens, anders als die Vertonung, komplett in Deutsch gehalten. Und diese ergänzen den Grafikstil perfekt. Alles was man sieht, unterliegt irgendeinem Wortspiel. Seien es Gegenstände wie die Magiadama Nüsse oder Kreaturen wie Chin Killa oder Mampfster. Ähnlich verhält es sich auch mit den Personen, mit denen man interagiert. Da antropomorphe Bewohner keine Seltenheit sind, haben sie auch passende Namen bekommen. Dalma Tina begegnet dem Spieler genauso wie Mianton und Pu Del. Die Liste ist endlos lang. Bei der Sprachausgabe hat man als Spieler die Wahl zwischen Englisch und Japanisch. Und tut euch den Gefallen, sofern ihr keine Probleme mit der für westliche Ohren ungewohnten Sprache habt, spielt das nicht auf Englisch. Wie auch schon bei Final Fantasy X hat die englische Lokalisation nicht mehr viel mit den Untertiteln gemein. Aufgrund fehlender Japanischkenntnisse kann ich zwar nicht beurteilen, wer von beiden Recht hat, aber das Text und Ton nicht zusammenpassen, ist verstörend. Andererseits sind viele Gespräche ohnehin nicht vertont.

Großer König

Mit ausreichend Geduld ist die Platin-Trophäe von Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs absolut kein Problem. Spielt das Spiel einfach durch, öffnet dabei alle Truhen die ihr findet, bestreitet möglichst viele Kämpfe und versucht dort zu jeder Möglichkeit zu „erwachen“, also sammelt die zufällig erscheinende goldene Sphäre ein, die euren Kämpfer für einen kurzen Zeitraum stärkt. Gleichzeitig gibt es Trophäen für das Ausbauen des Königreiches, also sprecht immer brav alle Questgeber an, denn diese schließen sich nicht selten nach der Erfüllung dem Spieler an. Dabei sollte man auch alle möglichen Schnellreisepunkte auf der Karte sammeln, die man findet. Ein zweischneidiges Schwert, lädt dies doch einerseits zum Erkunden ein, andererseits jedoch kann man sich so deutlich schneller in bestimmte Gebiete begeben, um ohne großen Aufwand Quests abzuschließen. Backtracking ist jedoch ohnehin angesagt, da man in viele Bereiche erst mit den entsprechenden Fähigkeiten kommt. Außerdem gilt es allen Obelisken die richtigen Gegenstände zu opfern, die man auch nicht immer gleich beim ersten Besuch parat hat. Aufwändig ist es, 500,000 Gulden anzusammeln und alle möglichen Dienste in Minapolis, der Hauptstadt des eigenen Königreiches, jeweils 50x in Anspruch zu nehmen. Dazu ist einiges an Farmen erforderlich, doch das Spiel ist lang und wer sich gut um seine Stadt kümmert, sammelt nebenbei die erforderlichen Gegenstände zusammen. Für den strategischen Teil von Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs muss man hingegen „nur“ 50 Einsätze abschließen, dann ist man damit auch durch.

Fazit

Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs ist wirklich ein tolles Spiel. Die märchenhafte Geschichte und die schöne Optik machen es zu einem wirklichen Spaß für Groß und Klein. Doch die Identitätskrise, in der das Spiel steckt, kann ihm auch zum Verhängnis werden. Wer hier ein reines Rollenspiel erwartet, muss sich durch Aufbausimulation und Strategiespiel schlagen. Gleichzeitig sind beide Elemente jedoch so simpel, dass man als erfahrener Spieler diese Abschnitte aufgrund des fehlenden Anspruchs als lästig empfinden kann. Andererseits wird das Spiel so auch nicht zu komplex, weshalb man sich besser auf die Story konzentrieren kann. Für Rollenspielliebhaber ist Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs eine klare Empfehlung. Fans des ersten Teils müssen sich bewusst machen, dass dieses Spiel nicht allzu viel mit seinem Vorgänger gemein hat, dann können auch sie Spaß damit haben.

 

8.5/10

Edited by Sphirex
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