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Gran_Torino

Gutachtenstil

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Gran_Torino   
  • Beiträge: 607
  • Aloha,

    ich bin nun mittlerweile über 3 Jahre im mittleren Dienst beim Zoll und will jetzt nach erfolgreichen Fachabi in den gehobenen Dienst aufsteigen. Doch dazu muss ich auch den Einstellungstest bestehen und dieser besteht unter anderem auch aus diesem Gutachtenstil.

    Als Gutachtenstil bezeichnet man in Deutschland die Darstellung der rechtlichen Lösung erdachter Sachverhalte in Form des Justizsyllogismus. Die Textgattung des Gutachtens spielt eine überragende Rolle im juristischen universitären Lehrbetrieb, im Referendarexamen sowie – um prozessuale Probleme erweitert – im Assessorexamen.

    Beispiel:

    Unser Bundespräsident Joachim Gauck war in der Vergangenheit nicht nur als evangelischer Pastor, sondern auch als Publizist tätig. Da Frau Merkel einen guten Job macht, hat Herr Gauck viel Freizeit und möchte diese mit einer Nebentätigkeit als Journalist für die BILD-Zeitung füllen. Ist das in Ordnung?

    Bitte lösen Sie diesen Fall im Gutachtenstil. Eine kurze Antwort ist nicht ausreichend!

    Der Gutachtenstil setzt sich aus dem Obersatz, Definition, Subsumtion und dem Ergebnis zusammen.

    Dies geht auch mehr in Richtung Jura...hat da jemand von euch einen Plan?

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    w00zy   
  • Beiträge: 256
  • Ich hatte Privates Wirtschaftsrecht nur in einem Semester. (Zum Glück!)

    Dort hatten wir auch den Gutachtenstil gemacht.

    Bei uns war es immer:

    Wer?

    will Was?

    von Wem?

    Woraus?

    Und es wird mit einer Frage begonnen, dann wird alles abgebarbeitet und am Ende dann das Ergebnis also die Falllösung.

    Ist schon eine Weile her, an mehr kann oder will ich mich auch nicht mehr erinnern. :biggrin5:;)

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    Gran_Torino   
  • Beiträge: 607
  • Ja, ich habe davon einen Plan, da ich Jura studiere. Was willst du denn wissen?
    Ebenso Ahnung - hab sogar schon mein Examen geschrieben ;)

    Anhand des genannten Beispiels einige Ratschläge und wie man das am besten löst. Ich werde dann danach mal versuchen das in anderen Gutachtenstilfällen umzusetzen.

    Hab ja ne Menge von meiner früheren Ausbildungsleitung bekommen :D

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    ChoSensFire   
  • Beiträge: 902
  • Obersatz: Joachim Gauck könnte neben seiner Funktion als Bundespräsident einer Nebentätigkeit als Journalist bei der Bild-Zeitung nachgehen, wenn diese Nebentätigkeit mit dem Amt des Bundespräsidenten in Einklang zu bringen wäre.

    Artikel 55 Absatz 2 GG bestimmt, dass der Bundespräsident kein anderes besoldetes Amt, kein Gewerbe und keinen Beruf ausüben darf.

    An dieser Stelle werden dann noch die Begriffe Beruf, Gewerbe etc. Definiert.

    Danach erfolgt dann die Subsumtion, du nimmst also den obigen Sachverhalt und gliederst ihn in die Norm ein... Demnach kommt man sicher dazu, dass gerade die Tätigkeit bei der Bild-Zeitung nicht in Einklang mit dem Amt des BPräs zu bringen ist... Vor allem auch, da der BPräs zur Neutralität verpflichtet ist etc.

    Danach folgt dann das Ergebnis in ein zwei Sätzen ; )

    Es ist mit dem Amt des Bundespräsidenten nicht vereinbar, da....

    Das Ganze würde auch wesentlich ausführlicher gehen... War jetzt nur ein kleiner Überblick, da ich momentan kaum Zeit habe... Vielleicht hat das ja etwas geholfen ; )

    Macht nen Heidenspaß den Quatsch täglich anzuwenden... Bin froh wenn ich bald zum Urteilsstil übergehe.

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    Gran_Torino   
  • Beiträge: 607
  • Danke dir. Es hat mir jetzt schon sehr gut geholfen das Schema zu verstehen.

    Manchmal muss man auch so kleinkarierte Aussagen treffen wie bei folgenden: Beim Spiel zwischen den Adler Mannheim gegen die Eisbären Berlin lautet der Endstand 5:3. Wer hat gewonnen?

    Da soll man dann irgendwann bei der Subsumtion schreiben: ...da 5 Punkte mehr als 3 sind, haben die Adler Mannheim gewonnen. :facepalm:

    Was eigentlich selbstverständlich erscheint, muss man nochmal haargenau dahin schreiben.

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    ChoSensFire   
  • Beiträge: 902
  • Also bei uns im Studium galt die Regel, dass wir immer den Gutachtenstil einhalten sollen... Aber keine Regel ohne Ausnahme... Ist etwas komplett offensichtlich, wie dein eben genanntes Beispiel, ist es dann doch gestattet in den Urteilsstil zu wechseln ;)

    Aber Juristen haben eh einen weg, die Notenvergabe hängt teilweise mehr davon ab, dass deinem Korrektor dein Stil zusagt...

    Wenn du selbst das offensichtlichste im Gutachtenstil schreibst, kannst du eigentlich nichts falsch machen - ist halt nur ne Zeitfrage. Aber kann mir nicht vorstellen, dass die bei euch erwarten, dass ihr den Gutachtenstil perfekt beherrscht - andere müssen das ja leider jahrelang machen :D

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    Gran_Torino   
  • Beiträge: 607
  • Das wird bei mir leider auch Teil des dualen Studiums werden. Ich kann nur froh sein, dass mir meine frühere Ausbildungsleiterin mir einige Fälle gegeben und gemeint hat ich solle mir das unbedingt mal anschauen und durcharbeiten.

    Ich frag mich wie das andere Bewerber machen, die damit noch nie zutun hatten. Grad die Leute die aus der freien Wirtschaft kommen und keinerlei Erfahrung in Sachen Verwaltung, Gesetze, etc. haben.

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