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NBA 2K16 im Test für die PS4: „Be the Story“


Souly
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„Sei die Geschichte“, das ist der Slogan des diesjährigen Ablegers NBA 2K16. 2K verspricht den Spielern eine nie da gewesene, fesselnde Story, die mit Hilfe von Spike Lee entworfen und produziert wurde. Damit will man in dem Genre neue Akzente setzen und sich weiter von dem Konkurrenten EA absetzen. Doch wurden die Versprechungen erfüllt und kann 2K auch in diesem Jahr den goldenen Ball nach Hause holen? Diesen Fragen sind wir auf den Grund gegangen und ob es am Ende für eine Revolution im Genre gereicht hat, erfahrt ihr in unserem Test.

 

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PS4 | Platin | USK0

SYSTEM: PLAYSTATION 4
VERTRIEB: 2K Sports
ENTWICKLER: Visual Concepts
GENRE: Sport
SPIELER: 1 - 4
HDD: mind. 53 GB
AUFLÖSUNG: 720p, 1080i, 1080p
NETZWERKFUNKTIONEN: Ja
NETZWERK-SPIELER: 1 - 10

 

„Livin‘ Da Dream“

„Lebe den Traum“, das ist der Titel, der von Spike Lee entworfenen und produzierten Story, die sich hinter dem MyCareer Modus verbirgt. Da dieser Modus das Herzstück des Spieles ist, soll an dieser Stelle etwas ausführlicher auf die Story und den Modus an sich eingegangen werden. Spike Lee versprach den Spielern eine umwerfende Story, das man sich wie nie zuvor mit seinem erstellten Alter-Ego identifizieren kann und das man das beste Karriere-Erlebnis der NBA 2K Geschichte erfahren wird. Leider war das etwas sehr optimistisch.

Die Story beginnt, nachdem man seinen Spieler erstellt hat. Geht es nach der Story, hat man sich in jedem Fall einen dunkelhäutigen Charakter erstellt, denn sowohl die Eltern, als auch die Zwillingsschwester sind Afro-Amerikaner und nicht nur das, um das Klischee zu vervollständigen, startet man seine Karriere natürlich wo? Genau, in den Ghettos von Harlem. Ohne zu viel verraten zu wollen, die Story ist allgemein von Klischees so dermaßen überhäuft, dass man sich fragt, ob Spike Lee zu viel Gangsterrap gehört und GTA San Andreas gespielt hat.

Nun gut, weiter geht’s. Die Karriere startet der neue Star in der Highschool, auf welcher er auch ziemlich dominierend ist. Hier werden nur ein paar Spiele gespielt und man merkt schnell, dass man hier als Ausnahmetalent hervorgehen soll. Die KI in den Highschoolspielen ist wahrlich dumm und selbst als nur 1,90 Meter großer Spieler kommt man sich wie ein Riese vor, der jeden Wurf mit Leichtigkeit blocken kann. Das erscheint noch recht realistisch, da vermutlich nicht an jeder Highschool in Amerika das nächste NBA-Talent schlummert. Nach jedem Spiel gibt es ein paar Collegevertreter, die einem ihre Uni schmackhaft machen wollen und man erfährt etwas mehr über Frequent „Freq“ Vibrations und seine Familie. Freq ist übrigens der Spitzname des eigenen Spielers, egal wie man sich beim Erstellen des Spielers nun genannt hat.

 

More like „Livin‘ Da Naitmär“

Nach den Highschoolspielen darf man seine erste Entscheidung in der Storyline treffen: Auf welches College möchte man gehen. Damit war es das auch schon mit den Entscheidungen. Während der gesamten restlichen Story entscheidet man nichts mehr. Nicht nur das, die Spiele haben auch absolut keine Auswirkungen auf die Story. Egal ob man wie der neue King James oder wie die letzte Nulpe der Kinderbasketballabteilung der Gruppe Sonnenschein spielt, die Story wird knallhart weiter linear durchgezogen. Der Manager sagt, man ist der große Superheld, der beste Freund baut nach wie vor nur Mist und die Schwester streitet sich wie immer mit der Freundin.

Das ist so unglaublich schade, dass es fast weh tut. Die Story hat an sich ein wirklich schönes Konfliktpotenzial und der Charakter wird auch ständig vor wirklich schwierige Entscheidungen gestellt, aber man darf diese einfach nicht selber treffen, sondern sie sind vorgegeben. Den einzigen Einfluss, den das eigene Spiel noch hat, ist der auf den Draft nach den Collegespielen. Das ist einfach zu wenig und sollte 2K im nächsten Jahr wieder eine Story planen, dann doch bitte mit Entscheidungsmöglichkeiten und alternativen Wegen, denn so wirkt das ganze aufgesetzt, plump und wie gewollt und nicht gekonnt.

Weiter im Text, nach dem Draft kommt das Rookie-Jahr und auch hier kann man sich als 2K Spieler wieder nur an den Kopf fassen. Ganze acht Spiele darf man als Rookie spielen. Die restliche Saison wird komplett simuliert und so hat man auch kaum Möglichkeiten Einfluss auf die Entwicklung seines Spielers zu nehmen. Zwischen den Spielen wird die Story weiter erzählt, bis sie dann, ja man kann schon sagen endlich, zu einem Ende findet und man im zweiten Profijahr, nun ohne Story, einfach spielen kann. Die Story ist, wenn auch nicht gänzlich uninteressant, ein ziemlich schlecht umgesetztes Konzept, welches hoffentlich nicht in die zweite Runde geht.

 

Rising Star

Nach der komplett durchgefallenen Story, kommt dann ein normales MyCareer-Spiel, wie man es aus der Reihe gewohnt ist. Man spielt seine Spiele, bekommt mehr Minuten, verdient VirtualCurrencies (VC) und gibt diese dann für Fähigkeiten und allerlei hübsche Animationen aus. Bei den Fähigkeiten gibt es aber leider wieder einen Dämpfer. Anders als in den vorherigen Teilen, kann man nun nicht mehr jede Fähigkeit einzeln verbessern, sondern nur noch größere Skillbereiche. Das heißt, man kann seinen Jumpshot verbessern und dieser beinhaltet dann die einzelnen Fähigkeiten wie Mitteldistanzwurf, 3-Punkte-Wurf oder Wurf in Bedrängnis.

Des Weiteren kann auch nur eine bestimmte Anzahl an Fähigkeitenupgrades verteilt werden (insgesamt 50). Dies hat seine Vor- und Nachteile: der Nachteil ist natürlich, dass man nicht mehr vollkommenen Einfluss auf die Fähigkeiten seines Spielers hat und man somit gezwungen ist, sich in irgendeiner Art und Weise zu spezialisieren. Das ist wiederum ein Vorteil, denn es trägt stark zum Realismus bei, da es keinen Spieler auf dieser Welt gibt, der jede Facette des Basketballsports perfekt beherrscht.

Auch die Signature-Skills sind einem anderen System gewichen. In 2K16 erwerben die Spieler nach bestimmten Kriterien sogenannte Plaketten. Diese sind im Endeffekt nichts anderes als die altbekannten Signature-Skills, nur kann man diese nun nicht mehr kaufen, sondern muss sie sich erspielen. Eigentlich ist dies eine ganz schöne Idee, da man je nach Spielstil Plaketten für seinen Spieler bekommt und es so zu individuelleren Mannschaften kommt. Insbesondere für den Onlinemodus kann man hier einen Nutzen sehen, da es nahezu unmöglich ist jemandem mit der gleichen Skillung und den gleichen Plaketten zu finden und man sich dadurch in Teams mit Spezialisierung eingliedern kann.

 

Schau‘n wir mal genauer hin…

Sieht gut aus. Ja, manchmal ist eine Bewertung auch sehr simpel. Die Haut und der Schweiß sind schön dargestellt, die Trikots wirken realistisch und die Spieler sehen ihren realen Ebenbildern wirklich ähnlich. Anders als beim Konkurrenten, sind bei 2K auch die nicht ganz großen Stars fantastisch umgesetzt. Die Qualität setzt sich auch bei den Spielfeldern fort, der Court, die Beleuchtung und die Hallen sind detailreich und am Original orientiert umgesetzt.

Einen ganz groben Schnitzer gibt es grafiktechnisch eigentlich nur in den Zwischensequenzen der Story, da hier die Leistung einfach enttäuschend ist. Man kann es auch konsequent nennen, wenn man sich auf die restlichen Aspekte der Story bezieht. Bei dem Kommentatoren-Team ist die Motion-Capture-Technologie nahezu perfekt umgesetzt und sieht wirklich realitätsnah aus, die Zwischensequenzen jedoch wirken vollkommen unnatürlich und einfach nur schlecht und das trotz gleicher Technik. Schade.

Bei den Kommentatoren ist sich 2K mit Kevin Harlan, Clark Kellog und Greg Anthony treu geblieben. Diese begleiten einen mit teilweise individuellen Kommentaren und Anekdoten durch das Spiel. Vor, im und nach dem Spiel analysieren Ernie Johnson, Shaquille O'Neal und Kenny Smith das Geschehen und in der Halbzeitpause gibt es eine Kabinenansprache des Trainers. Das ganze kombiniert mit der vortrefflichen Soundkulisse, lässt 2K wieder einmal neue Maßstäbe im Bereich Präsentation eines Sportspiels setzen.

 

Tech Nick empfiehlt:

Technisch betrachtet ist NBA 2K16 wirklich ein Sahnestück. Animationen sind durchgehend flüssig, die Bewegungen der Spieler wirken realistisch und die Würfe sind gut abgestimmt. Insbesondere die Ballphysik ist umwerfend gut und eigentlich nicht mehr zu toppen. Hin und wieder gibt es aber doch einen Clipping-Fehler, wenn sich ein Spieler in einem anderen festläuft. Scotty, beam me away please! Plopp…Da ist der Spieler mal eben zwei Meter weiter wieder aufgetaucht. Man muss aber sagen, dass solche Fehlerchen wirklich selten vorkommen und deshalb in dieser Bewertung nur eine Erwähnung finden und nicht mehr.

Ein etwas öfters auftretendes und ärgerliches Problem ist eine gewisse Unlogik, wenn man einen Gegenspieler mit Ball verteidigt. Der läuft nämlich, sobald man versucht den Ball zu klauen, gerne mal einfach durch einen durch. Optisch fällt das kaum auf, aber man wundert sich schon manchmal, wieso der Gegenspieler direkt auf den Fuß des eigenen Spielers dribbelt und einfach nichts passiert. Da ist der Weg zum Korb dann natürlich frei. Die KI hingegen hat wieder einen guten Sprung gemacht. Die Offense spielt sich reichlich anspruchsvoll und die Gegner merken sich oft gespielte Spielzüge, um dann ein Gegenmittel zu entwickeln. Die Defense der eigenen Mitspieler ist oft sehr gelungen und die Helpdefense funktioniert deutlich besser als beim EA-Ableger. Es ist zwar wie immer noch Luft nach oben, aber das Konzept von 2K geht hier richtig gut auf.

Die Steuerung ist für Serien-Veteranen keine Überraschung. 2K16 spielt sich eigentlich genauso wie alle anderen Teile auch und wie immer gilt der Leitsatz: „Easy to Learn, Hard to Master“, Leicht zu erlernen, schwer zu meistern. Die Grundfunktionen wie Passen, Werfen und Blocken sind schnell erlernt und auch ein paar Dribble-Moves bekommt man schnell hin. Wenn man aber etwas tiefer in die Steuerungsbeschreibung geht, erinnert man sich wieder an die alten Tekken-Spiele. Links - Rechts - X - O - R2 und den linken Stick nochmal drehen und so einfach hat man dann den Crossover mit anschließendem Windmühlendunk gezaubert. Man kann sich also wirklich lange mit den effektiven und auch coolen Moves beschäftigen und wird sie trotzdem nie alle können, aber das macht dann eben den Unterschied zwischen Gelegenheitsspieler und Hardcore-Gamer aus.

 

Die Qual der Wahl

Welch einfallsreiche Überschrift. Der Karriere-Modus wurde nun schon sehr ausführlich zerpflückt, aber anders als bei den Entscheidungen in der Story, hat man bei den Spielmodi wieder eine große und facettenreiche Auswahl. So kann man sich in den Multiplayer-Modi „MyPark“ und „2K Pro-AM“ mit anderen Spielern messen. Etwas Neues: in MyPark gibt es drei Fraktionen, denen man sich anschließen kann und alle Spiele gegen eine Mannschaft der rivalisierenden Fraktion bringen Punkte in der Fraktionsrangliste. Wer auf dieser wiederum ganz oben steht, bekommt ein paar nette Attributsboni für seinen Spieler. Der Pro-AM Modus ist das 2K-Ebenbild von EAs Ultimate Team. Dies ist eine Art Kartenspiel, in dem man Spielerkarten sammelt, mit diesen dann spielt um Geld zu bekommen, um so bessere Spielerkarten zu bekommen. Das soll es zu diesem sehr verbreiteten Modus auch schon gewesen sein.

Für die einsamen Wölfe unter euch gibt es auch jede Menge zu entdecken. Der MyTeam Modus ist ein wenig wie der Pro-AM Modus mit einer Art „Kampagne“. Man bekommt Karten von Spielern, mit den Spielern spielt man Spiele und muss nebenbei ein paar Herausforderungen abschließen. Im MyLeague Modus kann der Spieler seine eigene Liga kreieren, indem er Teams an anderen Orten platziert, vollkommen neue Teams in die Liga einbaut und dann natürlich in dieser Liga mit einem Team spielt.

Neben der Karriere sticht der MyGM-Modus aus der Masse heraus. Dieser ist wie üblich umfangreich umgesetzt. Hier übernimmt man die Rolle eines Team-Managers und bekommt vom Team-Eigentümer Ziele gesteckt und gegebenfalls auch mal Feuer unterm hintern, wenn es nicht so läuft, wie er es sich vorstellt. Diese Spielvariante steckt voller Funktionen, von Entscheidungen des Personals wie Coach und Team-Arzt, über Trainingsplan bis hin zu Stadionaktionen um Zuschauer anzulocken. Natürlich darf man auch hier mit der Mannschaft spielen wenn man möchte, wer aber einfach nur ein Managerspiel haben möchte, kann auch alle Spiele simulieren lassen. MyGM ist jetzt zwar nicht neu und auch nicht innovativ, dafür aber verdammt gut umgesetzt und übertrifft aufgrund der verkorksten Story den eigentlichen Flakschiff-Modus MyCareer.

 

Sack und Pack

Die Trophäen sind wenig überraschend. Die schwerste Aufgabe besteht wohl darin, die grauenhafte Story zu überleben und das Spiel vorher nicht gegen die Wand zu werfen. Ein Hoch auf digitale Versionen. Ansonsten wie üblich mit dem eigenen Spieler ein paar Punkte und Spiele holen, mit einem Team im GM-Modus gewinnen und obligatorische Onlinetrophäen á la „Gewinne so und so viele Spiele hintereinander“.

Die Offlinetrophäen sind mit den einfachen Einstellungen ziemlich schnell im Sack, wenn man darauf aus ist. Will man die Trophäen fair erspielen, gibt es aber schon die ein oder andere Herausforderung, zum Beispiel mit Klay Thompson 37 Punkte in einem Viertel zu erzielen. Die Schwierigkeit hält sich alles in allem aber eher in Grenzen und kostet mehr Zeit als Mühe.

Die Onlinetrophäen sind dagegen natürlich etwas knackiger und für einen Casual-Spieler definitiv gut schwer. Mit etwas Übung und ein bisschen Glück, oder aber mit ein paar Absprachen, dennoch machbar. Die Pro-AM und MyTeam Trophäen lassen sich mit einem guten Geldbeutel natürlich auch leichter erreichen als durch das Erspielen, aber wer etwas oder auch viel Zeit mitbringt, bekommt auch das hin. Viel Spaß beim Trophäen-Jagen.

 

Persönliches Fazit

Oh Mann, hat mich dieser Story-Modus geärgert. Wenn ich die Möglichkeit bekommen würde, ich würde Spike Lee gerne mal Nachhilfe in Story- und Game-Design geben, denn das Ding hat er definitiv vermasselt. 2K hat die Story gepusht wie ein Dirndl die Oberweite einer Frau und letzten Endes war es, wie so manche Oberweite einer Frau, doch nur heiße Luft. Ich kann es nicht anders sagen, als das diese Story das Spiel wirklich sehr stark abwertet.

Denn 2K16 ist auch in diesem Jahr wieder das beste Basketballspiel auf dem Markt. Technisch gibt es hier nahezu nichts zu meckern und es macht einfach Spaß, sich seinen Weg in die Hall of Fame zu bahnen. Der GM-Modus hat mich auch wieder schwer überzeugt und mit seinem Umfang nahezu erschlagen und für mich deshalb der Karriere den Rang abgelaufen. Aber wie so oft ist das eben Geschmackssache und eigentlich kommt hier jeder auf seine Kosten.

Ich persönlich bin kein Fan von der Kartensammelei, aber wer den Modus in anderen Ablegern mag, wird hier nicht enttäuscht. Mit MyPark und seinen Fraktionen bringt 2K einen kleinen neuen Aspekt ins Spiel, der etwas Auflockerung in den sonst so abgedroschen wirkenden Markt bringt. Lange Rede kurzer Sinn, ein klasse Basketballspiel, das nur durch die Story, die nun eben für Fans der Reihe sehr wichtig war, einige Punkte abgezogen bekommt.

8.0/10

 

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