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Test: Prison Architect im Test für PS4 - Leitet euer eigenes Gefängnis


supersushi
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Dem ein oder anderen ist das Spiel „Prison Architect“ vielleicht schon vom PC ein Begriff. Nun hat es die Aufbausimulation als Download-Titel auch auf die PlayStation 4 geschafft. Bei den meisten bereits erhältlichen Genrekollegen dreht sich alles darum eine eigene Stadt aufzubauen oder eine Insel zu zivilisieren. Prison Architect bringt da ein wenig frischen Wind rein und bietet als Szenario das Management eines Gefängnisses. Gemischt mit einer Comicgrafik und einer eigenwilligen Prise Humor soll euch Prison Architect von den Retail-Alternativen weglocken und ins Gefängnis locken. Ob dies gelingt oder man doch bei etablierten Reihen wie „Tropico“ bleiben sollte, erfahrt ihr in unserem Test.

Worauf kommt es an?

Der Story-Modus ist in fünf verschiedene Geschichten unterteilt und dient mehr oder weniger dazu, euch das Spiel zu erklären und zu zeigen, wie alles funktioniert. Jede Geschichte hat einen eigenen Schwerpunkt, so dass man nicht von Anfang an mit allen Möglichkeiten erschlagen wird und komplett den Überblick verliert. In der ersten Geschichte geht es beispielsweise darum, dass man eine Todeszelle für einen verurteilten Insassen bauen muss. Hier werden dann die grundlegenden Dinge erklärt: wie baut man einen Raum, wie weist man ihn zu, wie richtet man ihn ein, wie stellt man die Stromversorgung zum elektrischen Stuhl her, usw. Die in dieser Geschichte nicht notwendigen Möglichkeiten werden deaktiviert, so dass man sich auch wirklich nur auf die aktuelle Aufgabe konzentrieren kann.

Diese Art der Einführung in das Spiel finde ich wirklich gelungen. Schon klar, ein Tutorial ist jetzt nichts wirklich Neues. Aber beim Großteil ist es dann so, dass man stumpf jede einzelne Funktion erklärt bekommt und sich das dann (hoffentlich) merken kann. Bei Prison Architect hingegen bekommt man alles durch praktische Beispiele gut gezeigt. Dass man sich zum Beispiel darum kümmern muss die Exekutionszelle für einen zum Tode verurteilen Sträfling zu bauen ist schon ein wenig makaber, aber immerhin anschaulich. Zuerst müssen die Wände gebaut werden, anschließend der Raum gestaltet werden und zu guter Letzt den Stromanschluss zum elektrischen Stuhl einrichten. In der zweiten Geschichte muss man die Auswirkungen eines Brandes wieder korrigieren. Da bekommt man unter anderem dann auch erste Einblicke in die Personalverwaltung. Zusätzlich zu einem Herrschaftsstreit in einer Mafia-Familie versteht sich.

 

 

Nichts für Kinder

Gespielt wird das ganze Spiel aus der Vogelperspektive. Man kann mit den Schultertasten näher heran oder weiter weg zoomen, aber nicht seitlich die Kamera bewegen. Aber ganz ehrlich, muss auch nicht. Die Comicgrafik macht den Charme des Spiels aus und ich glaube nicht, dass das auch noch so gut wirken würde, wenn man das noch als 3D-Modell betrachten könnte. Die Grafik könnte direkt aus einem Kinderbuch stammen. Alles ist sehr bunt und liebenswert gestaltet. Besonders die Gestaltung der Personen finde ich sehr ansprechend. Viele der Insassen unterscheiden sich optisch voneinander. Und das sowohl von den Gesichtern als auch von der Körpergröße und –form her.

Was aber trotzdem auffällt, ist, dass es kein Spiel für Kinder ist, auch wenn es von der Grafik her so aussieht. Ich spiele hier jetzt nicht nur auf die Brände oder den elektrischen Stuhl an, sondern durchaus auch auf das normale Spiel. Kraftausdrücke und Blutspritzer sind keine Seltenheit, passen aber zum Gefängnis-Feeling. So geht beispielsweise auch das erste Kapitel der Story los: ein Mann erwischt seine Frau auf frischer Tat beim Fremdgehen und erschießt dann sowohl sie als auch ihren Liebhaber. Gezeigt wird alles zwar nur mit aufeinander folgenden Polaroid Bildern, aber dennoch recht anschaulich. Prison Architect besitzt zwar keine Sprachausgabe, aber deutsche Bildschirmtexte.

Bob der Meister

Natürlich bietet Prison Architect auch die Möglichkeit ein freies Spiel zu starten. Da beginnt ihr dann bei null und könnt das Gefängnis ganz nach euren Wünschen gestalten und führen. Es ist aber durchaus empfehlenswert erst die Story durchzuspielen, da man ansonsten bestimmte Schritte nicht kennt und dann schnell der Frust einsetzt. Wenn dann zum Beispiel nach 3 Stunden Spielzeit immer noch keine Lampe leuchtet, weil man nicht weiß, wie man sie überhaupt an den Strom anschließt, kann das schon negative Auswirkungen auf den Spielspaß haben. Selbst wenn das Spiel dann nichts dafürkann, sondern man sich einfach selbst im Weg steht.

Wenn man das mitgemacht hat und weiß wie das Spiel funktioniert, dann kann man damit durchaus seinen Spaß haben. Jeder Raum hat seine Besonderheiten, auf die man achten muss. Ein Zellentrakt muss beispielsweise komplett anders gebaut werden, als es bei der Kantine der Fall ist. Es muss Platz für jeden einzelnen Insassen sein und jede Zelle an sich muss auch vernünftig ausgebaut werden. Ein Bett, eine Toilette und ein Bücherregal sind nahezu Pflicht, um die Insassen einigermaßen bei Laune zu halten. Ein Fenster kann da auch hilfreich sein, ist aber kein Muss. In der Kantine muss dann drauf geachtet werden, dass genügend Tische, Bänke, Mülleimer und Tische zur Essensausgabe vorhanden sind. Dadurch, dass man nicht einfach nur ein fertiges Gebäude bauen kann, sondern nur die Wände baut und dann innerhalb dieser alles selber einrichten muss, kommt ein sehr gutes Aufbau-Feeling rüber.

Friede, Freude, Eierkuchen

Wie man das von den meisten Aufbau-Simulationen kennt gibt es auch bei Prison Architect zufällige Geschehnisse, die euer Spiel negativ beeinflussen und euch vor Herausforderungen stellen. Hier sind das zwar keine Naturkatastrophen oder Ähnliches, sondern beschränken sich auf für das Gefängnis-Setting realistische Situationen. Hier gilt es dann Ausbruchsversuche zu verhindern, gelegte Brände zu löschen und anschließend wieder zu renovieren oder von den Insassen gegrabene Fluchttunnel zu finden und wieder zu schließen. Sollten nämlich Gefangene ausbrechen wäre das nicht wirklich gut für euer Ansehen und das Konto.

Ihr erhaltet Geld für jeden Gefangenen, den ihr in eurem Gefängnis aufnehmt. Zusätzlich gibt es einen Bonus, wenn diese ihre Zeit abgesessen haben und rehabilitiert wieder in die Gesellschaft zurück geschickt werden. Recht logisch, aber doch erwähnenswert: je mehr Geld ihr verdient desto größer kann das Gefängnis ausgebaut werden. Außerdem könnt ihr davon dann das enorm wichtige Personal bezahlen. Ohne Köche würde es kein Essen geben, ohne Wachleute würde es niemanden geben, der auf die Insassen aufpasst und ohne Ärzte wäre der medizinische Bereich nicht belebt. Gerade nach einem Brand wäre das dann schon ganz nützlich, wenn der ein oder andere mit einem Pflaster versorgt werden könnte.

Trophäen-Check

Das erfreulichste vorab: Prison Architect beinhaltet eine Platin-Trophäe. Dafür muss man allerdings auch einiges tun. Wenn man den Story-Modus spielt muss man drauf achten, auch alle optionalen Ziele mit abschließen. Sollte man da eines verpassen ist es aber kein Weltuntergang, da man da jede Geschichte einzeln anwählen und jederzeit wiederholen kann. Die restlichen Trophäen kann man dann im freien Spiel holen. Da gilt es dann eine gewisse Zeit lang als Direktor seinen Job behalten zu dürfen oder eine hohe Anzahl von Insassen in seinem Gefängnis aufzunehmen. Die ein oder andere Trophäe bekommt man allerdings auch geschenkt. Zum Beispiel die Trophäe „Double Eleven“: hier muss das Spiel entweder um 11:11 Uhr oder um 23:23 Uhr spielen. Mehr nicht, nur zu einer dieser Uhrzeiten das Spiel am Laufen haben. Den Spaß hat sich das Entwicklerteam vom Studio mit dem Namen Double Eleven dann nicht nehmen lassen.

 

FAZIT

Mir macht Prison Architect richtig viel Spaß. Es wirkt auf den ersten Blick wie ein kleines Aufbau-Simulationsspiel, bei dem man nach 5 Minuten schon alles gesehen hat und es dann doch eher dem kleinen Geschwisterchen überlässt. Aber weit gefehlt. Das System rund um das Aufbauen und Zuweisen der Gebäude ist sehr gut durchdacht und funktioniert sehr gut. Gerade auf der Konsole ist es ja immer ein wenig schwierig Spiele gut umzusetzen, die vom Prinzip her auf die Steuerung mit einer PC-Maus ausgelegt sind. Bei Prison Architect funktioniert das aber sehr gut und sorgt kein bisschen für Frustmomente.

 

9 von 10

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