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Battlefield Hardline im Test für PS4 - Das Schlachtfeld in den Straßen von Miami


supersushi
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Die Battlefield-Reihe gehört zweifelsohne zu den erfolgreichsten Shootern, die es zur Zeit für Videospielkonsolen gibt. Nicht nur die Einzelspieler-Kampagnen, sondern auch die Multiplayer-Schlachten genießen einen guten Ruf und werden auch lange Zeit nach Veröffentlichung noch gespielt. Die bisherigen Ableger der Reihe waren immer militärisch angehaucht. Mit Battlefield Hardline geht es nun in eine etwas andere Richtung. Weg vom Schlachtfeld, rein in die Straßen von Miami. Als Polizist gilt es den Drogenhandel zu unterbinden und die bösen Jungs zu verhaften. Ob das auch funktioniert oder ob die Battlefield-Schöpfer lieber beim Altbekannten bleiben sollten, erfahrt ihr in unserem Test.

PS4 | Platin | USK18

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SYSTEM: PLAYSTATION 4
VERTRIEB: Electronic Arts
ENTWICKLER: Visceral Games
GENRE: First-Person-Shooter
SPIELER 1
HDD mind. 50GB
AUFLÖSUNG 720p, 1080i, 1080p
NETZWERKFUNKTIONEN Ja
NETZWERK-SPIELER 2-66

CSI Hardline

Wenn man das Spiel im Laden stehen sieht und den Namen liest denkt man automatisch an große Schlachten auf dem Kriegsfeld. Dieses Mal bietet Battlefield allerdings keine Soldaten und Kriege, sondern Polizisten und Drogendealer. In der Story spielt man den Polizisten Nicholas "Nick" Mendoza, der zusammen mit seiner Mutter im Kindesalter von Kuba geflohen ist und sich nun in Miami behaupten möchten. In der Eröffnungssequenz sieht man, wie Nick als Insasse in einem Gefangenentransport sitzt und finster drein schaut. Im Prolog sieht man dann, wie er einige Zeit mit seinem Partner eine Gruppe von Drogendealern in einem Hotelzimmer hopps nehmen möchte. Ohne da jetzt groß vorweg greifen zu wollen, jeder der schonmal irgendeinen Film mit Polizisten und Drogendealern mit Schauplatz in den USA gesehen hat, wird wissen wie die Story ablaufen wird.

Diese ist dabei aufgebaut wie eine Fernsehserie. Insgesamt gibt es 10 Kapitel, von denen jedes einzelne als "Episode" betitelt wird. Jede Episode hat dabei andere Schauplatze, die sich auch ziemlich voneinander unterscheiden. So gibt es beispielsweise die Straßen von Miami, die Everglades, ein Dorf in der Wüste, eine Privatinsel, etc. Was das Drumherum angeht, bekommt man also jede Menge Abwechslung geboten. Wenn man das Spiel unterbricht und von einer Episode zurück ins Hauptmenü geht, gibt es von Nick den Kommentar "Nächstes Mal bei Hardline..." und einen kurzen Ausblick auf zukünftige Zwischensequenzen. Wenn man das Spiel dann fortsetzt, wird man kurz durch ein "Was bisher geschah..."-Video auf den aktuellen Stand gebracht. Dadurch kommt das TV-Serien-Gefühl wirklich gut rüber. Die Videos sind recht kurz gehalten, somit hab ich sie auch nach dem 27. Mal noch so hingenommen und nicht als nervig empfunden. Für gewöhnlich spule ich sowas bei TV-Serien nämlich immer vor.

Dazu passend gibt es am Anfang der Story ein Intro, das mit Musik untermalt jeden Haupt- und Nebendarsteller des Spiels mit Namen vorstellt. Denn jeder dieser Darsteller ist ein echter Schauspieler, der 1:1 umgesetzt wurde. Alle sind bekannt aus wirklichen TV-Serien wie beispielsweise CSI: Miami, NCIS, Law & Order und True Detective. Der Trend reale Schauspieler für Videospiele zu nutzen wird also weiterhin voran getrieben und bei Battlefield Hardline ausnahmslos genutzt. Ist jetzt aber nichts schlechtes, da die Charaktere hierfür alle gut passen und gut synchronisiert sind. Die Charaktere sind also ein ziemlicher Pluspunkt. Obwohl man da mit Alexandra Daddario ohnehin nichts falsch machen kann.

 

 

Guck schön auf meine Marke

Da ihr in Battlefield Hardline einen Polizisten spielt und Visceral Games das Spiel ziemlich realistisch halten wollte, bieten sich euch einige Möglichkeiten, die sich von anderen Shootern unterscheiden. Zumindest oberflächlich, denn inhaltlich bietet das Spiel hier keine Neuerungen im Genre. Solltet ihr euch Feinden unbemerkt genähert haben, könnt ihr diese verhaften anstatt sie zu erschießen. Mit L1 zieht ihr eure Marke und sorgt dafür, dass die Gegner ihre Waffen niederlegen und die Hände hochheben. Nun könnt ihr euch ihnen nähern und mit R3 verhaften. Dabei dürft ihr sie dann mit eurer Waffe nicht aus den Augen lassen, da sie sonst ihre Waffe einfach wieder aufheben und auf euch schießen. Das Verhaften macht sie kampfunfähig und ihr bekommt einen Erfahrungsbonus.

Dies vermittelt zwar gut das Polizeigefühl, ist aber doch irgendwie sinnlos. Man kann die Gegner auch einfach direkt mit R3 überwältigen, ohne ihnen vorher noch die Möglichkeit zu geben ihre Waffe wieder zu nehmen, solltet ihr einen Fehler beim Verhaften machen. Selbst der Erfahrungsbonus ist jetzt nicht sooooo unglaublich. Besonders, da man eh nach der halben Kampagne das maximale Level bereits erreicht hat. Festnahmen dauern auch eine gewisse Zeit, in der euch andere Feinde entdecken und Alarm schlagen können. Schleichen kann man ab dann also vergessen. Dazu die große Logiklücke, wenn man zwei oder drei Gegner gleichzeitig verhaften will. Da man nur einem zur Zeit die Handschellen anlegen kann, hätte der jeweils andere jede Menge Zeit seine Waffe zu nehmen, sich noch einen Kaffee zu machen, neue Milch zu holen und euch dann in aller Ruhe erschießen zu können. Aber nein, er bleibt ganz ruhig stehen und wartet, bis ihr euch ihm widmet. Als i-Tüpfelchen ist dann noch der Punkt, dass Nick nach wenigen Episoden bereits kein Polizist mehr ist, aber trotzdem fleißig weiterhin verhaften kann. Jetzt mal ehrlich, das Feature macht zwar schon Spaß, ist im eigentlichen Spielfluss aber mehr als sinnfrei.

Guter Bulle oder böser Bulle

Vom Prinzip her sind alle Missionen so aufgebaut, dass ihr einen kleinen Teil der Strecke ohne Feindkontakt zurücklegen könnt und dann auf ein Areal trefft, das von Feinden besetzt ist. Dieses Muster zieht sich durch jede Mission hindurch, immer 2-3 Mal pro Episode. Für gewöhnlich bietet jeder Abschnitt mit Gegnern vorab einen erhöhten Punkt, von dem aus ihr schonmal einen Überblick bekommen könnt. Mithilfe von Nicks Scanner könnt ihr dabei das komplette Areal betrachten und analysieren. Dabei werden Feinde, explosive Gegenstände und Alarmanlagen markiert, sogar durch Gebäude hindurch. Zusammen mit der Minimap, auf der die Blickrichtung und Reichweite der Gegner angezeigt wird, bekommt ihr so einen sehr guten Überblick, durch den der Spielfortschritt ziemlich einfach gemacht wird.

Ihr habt bei jeder Mission die Möglichkeit selbst zu entscheiden, wie ihr an diese herangehen wollt. Entweder ihr schleicht und schaltet einen Feind nach dem anderen unbemerkt aus oder eröffnet das Feuer und macht es auf die altmodische Art und Weise. Egal für welche Variante ihr euch entscheidet, an sich kommt ihr nur in Probleme, wenn ihr es selbst irgendwie vermasselt. Die KI ist zwar stellenweise ganz ok, aber wirklich Probleme bereiten tut sie nicht. Wenn ihr euch für die Schleichvariante entscheidet, werdet ihr nur gesehen, wenn ihr euch wirklich im Sichtradius aufhaltet, der auf der Minimap angezeigt wird. Ansonsten könnt ihr rumrennen wie ihr möchtet. Jeden einzelnen zu verhaften ist also gut machbar. Aber selbst wenn ihr gesehen werdet und alle auf euch schießen, könnt ihr den Bereich noch gut abschließen. Einfach eine gute Deckung suchen und einen nach dem anderen ausschalten. Einzig auf der Stufe "Hardline" dürfte die actionreiche Variante ein wenig für Schwierigkeiten sorgen, da ihr dort kaum einen Treffer einstecken dürft.

Was denn nun?

Battlefield Hardline schwankt ein wenig hin und her zwischen Deckungsshooter und übertriebener Action. Auch die Story wirkt so, als wenn sich die Entwickler nicht wirklich entscheiden konnten, was für ein Spiel sie nun genau machen wollten. Zu Beginn des Spiels kommt sehr gut das Feeling des Polizisten in Miami rüber. Da macht es wirklich Lust auf den Rest des Spiels. Immerhin gibt es nicht viele Spiele, die dieses Setting haben und auch sehr gut umsetzen. Bis zu dem bereits im Intro gezeigten Wendepunkt der Story, als Nick ins Gefängnis muss. Danach wirkt es so als wenn ein anderes Drehbuch-Team übernommen hat. Es verliert den "realistischen" Aspekt, der vorher noch so erfrischend war. Ab dann ist es dann wieder ein Shooter-typisches Allein-gegen-den-Rest-der-Welt Szenario.

Nicht falsch verstehen, ab dann macht das Spiel immernoch ziemlichen Spaß und ist nach wie vor lohnenswert, aber es macht eben fast nichts neues mehr. Auch bei den in der Story zugänglichen Fahrzeugen bin ich ein wenig hin und her gerissen. Da wären das Luftkissenboot, die Autos oder das Dirtbike, mit dem man dann 10 Meter fahren kann. Am Anfang wirkt das noch ziemlich cool, besonders, wenn man mit dem Luftkissenboot durch die Everglades fahren kann. Je weiter die Story voranschreitet, desto sinnloser wirken sie. Beispielsweise die Fahrt durch die "offene Wüste". Schön und gut, dass man den Wagen selber lenken kann, aber dann nur gerade aus um irgendwie beschäftigt zu sein während die Nebencharaktere sich unterhalten? Wozu das Dirtbike, mit dem man nur wenige Meter fahren kann und anschließend einen Sprung ausführen muss, der absolut jeden Gegner auf einen aufmerksam macht? Das macht man einmal und lädt dann den Checkpoint neu, um einen anderen Weg zu wählen. So kann man dann auch damit werben, dass man Autos und Dirtbikes ins Spiel integriert hat.

Das Beste zum Schluss

Und das ist bei Battlefield Hardline ganz klar der Multiplayer-Modus. Der macht aber mal sowas von Spaß. Es dauert zwar einige Zeit bis man sich zurecht gefunden hat und genügend Geld für bessere Waffen gesammelt hat, aber Beharrlichkeit zahlt sich aus. Durch bestimmte Aktionen verdient mal virtuelles Geld, mit dem man sich dann Waffen und Aufsätze kaufen kann. Wenn man den Modus also zum ersten Mal startet kann man schon einiges auf die Mütze kriegen, da man da noch nicht mithalten kann mit seiner kleinen Pistole.

Es gibt unterschiedliche Klassen, die auf unterschiedliche Spieltypen ausgelegt sind. Scharfschützen, Sturmgewehre, etc., das ist aus den aktuellen Shootern bereits bekannt und wurde auch hier nicht groß verändert. Die in der Story noch recht nutzlosen Kletterhaken und Seilrutschen sind hier nun ziemlich hilfreich. Wenn man mal einen Haken verschossen hat kann das ganze Team diesen benutzen. Da bei Battlefield Hardline (abhängig vom Spielmodus) bis zu 66 Spieler gleichzeitig spielen können, kann es da schon ziemlich voll auf einem Dach werden, wenn sich alle am gleichen Kletterhaken bedienen.

Neben den klassischen Spielmodi wie Team-Deathmatch und Kontrolle gibt es auch welche, die auf das Polizist vs. Verbrecher Setting ausgerichtet sind. So muss man sich beispielsweise gegenseitig um Geld erleichtern oder einen VIP beschützen bzw. versuchen diesen zu erledigen. Ebenfalls gibt es einen Modus, der auf die Fahrzeuge ausgelegt ist (hier haben die dann endlich mal einen Sinn). Je länger ein Team bestimmte Fahrzeuge unter Kontrolle hat, desto mehr Punkte gibt es. Hier macht es richtig Spaß das Fahrzeug zu fahren und bis zu drei Teamkameraden mit drin zu haben, die sich aus dem Fenster lehnen und schießen. Also was den Multiplayer angeht macht Hardline absolut nichts falsch, der macht ziemlich viel Spaß.

Trophäen-Check

Viele der Offline-Trophäen kann man recht leicht beim normalen Durchspielen erhalten. Auch die Sammelgegenstände lassen sich leicht aufspüren, da man mit dem Scanner immer sehen kann wie viele gerade in der Gegend sind und wo sie sind. Zusätzlich kann man nach Abschluss der Story alle Episoden einzeln neu starten und so verpasste Sachen nachholen. Eine kleinere Herausforderung stellt der Hardline-Schwierigkeitsmodus dar, bei dem man dann schon ein wenig aufpassen muss. Aber unterm Strich ist auch der gut machbar, wenn man immer schön in Deckung bleibt. Das einzige echte Hindernis stellt der Online-Part dar. Hier muss man mit bestimmten Waffen eine gewisse Anzahl Abschüsse erzielen. Um diese Waffen allerdings freizuschalten müssen einige Ziele erfüllt werden, die ohne sich mit anderen Mitspielern zu verabreden extrem schwierig und zeitaufwändig werden. Mit Verabredungen sind die dann aber auch gut machbar.

Persönliches Fazit

Battlefield Hardline hat mich zu Beginn des Spiels richtig begeistert. Das Setting im Drogenkrieg von Miami im Stile einer TV-Serie ist richtig gut gewählt. Die Charaktere und Synchronisation sind genial, die Grafik einfach nur umwerfend. Ab einem gewissen Punkt der Story wird dies allerdings nicht weiter beachtet und das Spiel driftet in gewöhnlichen Shooter-Alltag ab. Schade, wäre es weiter gegangen wie zu Beginn hätte es auf jeden Fall einer meiner Lieblingsshooter werden können. So bleibt es ein Spiel, das Spaß macht, aber wohl schnell wieder durch den nächsten ersetzt wird.

Online hingegen reißt das Spiel alles wieder raus. Hier macht jeder einzelne Spielmodus eine Menge Spaß, auch wenn ich am Anfang noch ziemlich überfordert war. Die große Anzahl an Mitspielern hindert das Spiel nicht daran flüssig zu laufen. Auch wenn man das keinem Polizisten erzählen sollte, aber zusammen mit 10 anderen Mitspielern auf eine Bank zuzurennen und den Tresor ausräumen zu wollen ist extrem unterhaltsam.

7.5/10

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