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Test: Uncharted Golden Abyss (PS Vita)


frozenaut
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Begib dich mit Nathan Drake auf die Reise nach Panama um das Geheimnis eines 400 Jahre alten Massakers aufzudecken, welches bei einer Mittelamerika-Expedition stattfand. Uncharted Golden Abyss spielt noch vor allen anderen Teilen der Serie und ist der erste Ableger für die PlayStation Vita. Entwickelt von Sonys hauseigenem Bend Studio soll Drakes neuestes Abenteuer die PS Vita für Spieler lukrativer machen. Ob der Titel was taugt und als System-Seller Einsatz findet erfahrt ihr in unserem Test.

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Andere Entwickler, andere Sitten?

Auch wenn dieses Mal die Schöpfer der Serie, Naughty Dog, nicht die Zeit gefunden haben um den Titel zu entwickeln, leisteten die Jungs und Mädels von Bend Studio eine außerordentlich gute Arbeit, die sich vor den PS3-Ablegern und den bisherigen Abenteuern von Drake sicherlich nicht verstecken muss.  

Uncharted Golden Abyss ist authentischer denn je und lässt zu keiner Zeit ein anderes Entwicklerstudio vermuten. Angefangen von der unglaublichen Grafikpracht - besonders die Lichteffekte -, die durch die PlayStation Vita geboten wird, bis hin zu typischen Rätseleinlagen und Uncharted-Humor, welcher auch in diesem Titel Anwendung findet und jetzt auch unterwegs amüsiert.

 

Schießbudenfiguren

Insgesamt bietet der Titel fünf Schwierigkeitsgrade: Sehr leicht, Leicht, Normal, Schwer und extrem schwierig. Unser Test wurde mit dem Schwierigkeitsgrad "Normal" durchgeführt, welcher sich gleichwohl für Anfänger und Fortgeschrittene eignet. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ist die Gegner-KI nicht sonderlich fordernd, sodass sie einen eher selten bis gar nicht in die ewigen Jagdgründe befördert.

Nicht selten passiert es, dass die Gegner in die eigenen Granaten laufen, oder nicht daran denken Deckung zu suchen. Selbst wenn Drake direkt hinter ihnen Hechtsprünge vollzieht und dabei stöhnt wie ein Tennisspieler nach fünf Stunden Spielzeit, reagieren die Gegner auf keine Geräuschkulisse. Auch lässt ihre Präzision zu wünschen übrig, sodass man oftmals genügend Zeit hat, um einen Kopfschuss vorzubereiten und auszuführen.

Lediglich Gegner die auf Drake zulaufen bringen den Spieler ein wenig in Bedrängnis und sorgen oftmals für kleine Auseinandersetzungen mit den Fäusten. Diese sind jedoch kein Problem und hat man einmal die Kombination raus - welche übrigens auch den Einsatz des Touchscreens erfordert - so ist quasi jeder Nahkampf sicher gewonnen.

 

Überfordertes Reaktionsvermögen

Wenn man denn sterben sollte, so liegt dies meist an einigen Kletterpartien, welche die Nutzung des Touchscreens erfordern. Während man sich beispielsweise mit Drake von einem rostigen Rohr zum anderen schwingt, kann dieses natürlich brechen, sodass man gezwungen wird sich noch einmal daran hochzuziehen, damit man nicht herunterfällt. Da man so einen Rohrbruch nicht im Voraus erkennen kann, geschieht dies so plötzlich, dass man es oftmals nicht hinbekommt die angegebene Touchscreen-Bewegung auszuführen, auch wenn es sich lediglich um eine Einzige handelt.

 

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Hier drehen, dort streifen, und alles zum mitnehmen

Die PlayStation Vita zeigt in Uncharted Golden Abyss all ihre Funktionen: Mit dem Touchscreen werden Bewegungskombinationen ausgeführt, indem man in die angezeigte Richtung über den Bildschirm streift. So kann man z.B. Büsche zerhacken, alte Artefakte entstauben, Schlösser knacken, oder Puzzles zusammensetzen; was irgendwie auch Spaß macht.

Das Rückseiten-Touchpad wird genutzt um Seile hochzuklettern, oder um beim Entstauben der Gegenstände diese zu drehen. Nachdem man jedoch einmal das Seil so hochgeklettert ist, wird man sich wieder auf die zwei Analog-Sticks beschränken, da diese Möglichkeit wohl am komfortabelsten ist. Auch das Schwanken und Drehen der Gegenstände reagiert viel zu aggressiv, sodass man den Gegenstand viel zu schnell dreht und das Entstauben mehr Zeit in Anspruch nimmt als nötig. Leider gibt es hierbei keine andere Option als den Rückseiten-Touchpad.

Der Bewegungssensor hingegen findet nur dann seine Funktion, wenn man über umgefallene Bäume, oder dünne Stege laufen muss. Man kann sich also an jede solcher Stellen darauf einstellen, dass man die Balance halten muss, indem man die PS Vita hin und her schwankt. Zum größten Teil gehen diese Neuerungen auch völlig in Ordnung, dürfen bei einem Nachfolger aber gerne sparsamer eingesetzt werden, da man sehr schnell das Gefühl bekommt, man würde auf einem Smartphone spielen.

 

Frauenheld Drake

Auch in diesem Abenteuer geht es um Schätze, alte Reliquien und natürlich um Frauen. Marisa Chase heißt die neue Flamme an seiner Seite, auch wenn sich Drake zu Beginn etwas zurückhält und die erste Begegnung der beiden nicht gerade Liebe auf dem ersten Blick verspricht. Somit macht Drake auch in diesem Teil seinen Ruf alle Ehre und gilt wohl als George Clooney der Spielfiguren.

Ein weiterer Freund von Drake, welcher ebenfalls Debüt feiert, ist Jason Dante. Er übernimmt in Uncharted Golden Abyss die Rolle des "Sully", womit er auch glatt als sein Bruder durchgehen könnte. Schließlich klopft auch er coole Sprüche und ist ausschließlich auf wertvolle Gegenstände und Schätze aus. Beide Debütanten wirken authentisch in ihren Rollen und lassen ältere und bisher gekannte Charaktere der Serie nicht vermissen.

 

Schatzsuche 2.0

Wir haben alle schon Spiele gespielt, bei denen man versteckte Items oder Schätze aufsammeln sollte. Diese sind meist so typisch versteckt, dass man eigentlich sofort weiß, hinter dieser Mauer lauert auf mich das gewünschte Objekt. Geht der Pfad beispielsweise nach rechts, schaut der erfahrene Rollenspiel- und Abenteuerspieler noch einmal kurz nach links und hebt nebenbei einen Heiltrank, oder wie im Falle von Uncharted, ein Artefakt auf.

Dieser Plan geht fast immer auf - aber eben nur fast immer. Uncharted Golden Abyss weiß seine Schätze zu verstecken und wenn man das Spiel wirklich genießen will, ohne dauerhaft zu pausieren um sich Video-Tutorials im Internet anzuschauen, dann findet man diese nicht allzu leicht. Mindestens zwei Durchgänge sollte man vorprogrammieren, zumal es für die vollständige Liste der Schätze Trophäen abzusahnen gibt.

 

Fazit

Uncharted Golden Abyss ist einer der würdigsten Nachfolger die man sich nur wünschen kann. Obgleich der Titel nicht von Naughty Dog entwickelt wurde, muss sich Bend Studio für seine Arbeit keineswegs verstecken. Natürlich wusste Sony von Anfang an um die Wichtigkeit dieses Titels bescheid, schließlich handelt es sich hierbei um ein Zugpferd, einen so genannten System-Seller, der - gerade für den westlichen Markt - einen überaus wichtigen Release-Titel darstellt. So ein Spiel durfte und hat man nicht vermasselt, sodass sich wahrlich niemand beschweren wird hier einen Fehlkauf getätigt zu haben.

Zwar beschränkt sich Uncharted Golden Abyss auf Mittelamerika und könnte Weltenbummler enttäuschen, bietet jedoch mindestens genauso schöne Kulissen und genügend Abwechslungsreichtum um auch wahre Fans der Serie zu überzeugen. Wenn man sich auf die neuen Funktionen der PlayStation Vita einlässt und diese erst einmal beherrscht, so erlebt man eine mitreißende Story mit aufregenden Kletterpartien und Schießereien, die Uncharted Golden Abyss sicherlich zu einem der besten Spiele seines Genres machen.

 

9/10

     

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