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Test: SoulCalibur V (PS3)


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"Transcending history and the world, a tale of souls and swords, eternally retold". Wer diesen Satz hört weiß dass ein weiteres Epos der SoulCalibur Saga angebrochen ist. Zählt man die Ableger wie Broken Destiny und Legends nicht dazu ist SoulCalibur der fünfte Teil der Reihe und bereits das zweite Spiel der Serie welches auf der PS3 erscheint. Zu diesem Anlass gibt es auch eine hochwertige Collectors Edition, welche stilvoll in ein Buchband verpackt ist. Wer dieses öffnet findet neben dem Spiel eine Making-OF DVD, ein Original Soundtrack, ein exklusives Artbook, DLC-Codes für zusätzliche Ausrüstungsteile und ein Brief mit Artwork im Pergamentstil. Vorbesteller  bekamen sogar das Dampierre DLC, einer zusätzlichen Figur im Spiel gratis dazu.

Doch welch Schicksal war es, der die Helden von Früher und sogar einen Ezio Auditore aus Assassins Creed in den Kampf zwingt? Der Konflikt der zwei Schwerter endete damals mit ihrer gegenseitigen Zerstörung und der Verbannung von Nightmare. 17 Jahre sollte Frieden herrschen bis finstere Kräfte erneut die Macht des Schwertes begehren. So ziehen Verderbte über das Land, die die Kraft von Soul Edge wiederherstellen wollen. Diese Aufgabe das zu Verhindern, fällt dem naiven Patrokolos zu, dem Sohn von Sophitia. Seine Reise führt aber dazu, dass seine als verschollene geltende Schwester Pyrrha, der Macht von Soul Edge unterliegt. Nun kann nur noch die heilige Klinge Soul Calibur helfen. Ob es sich lohnt Leib und Seele zu riskieren in einem Kampf der düsterer ist als die schwärzeste Nacht, erfahrt ihr in unserem Test.

 


Die Kühnheit in der Gefahr

SoulCalibur ist ein dreidimensionales Kampfspiel, welches auf einem 4 Tastenprinzip beruht. Man nähert sich dem Gegner also nicht nur auf einer Ebene, sondern kann ihn auch umkreisen und ihn so seitlich oder von hinten attackieren. Die Tastenbelegung unterscheidet dabei mit einem Knopf für horizontale Angriffe, einer Taste für vertikale Angriffe, schnelle aber schwachen Tritte für Kombos oder einer Taste zum blocken. Die Herausforderung des Spiels besteht deswegen zu einem großen Teil daraus die Bewegungen des Gegenspielers zu erkennen und adäquat zu bekämpfen. Weicht der Feind seitlich aus, gehen vertikale Angriff in die Leere, aber ein horizontaler Angriff würde auf jeden Fall treffen. Wenn man auch noch die Wurfelemente dazu nimmt wird daraus schnell eine spannende Partie bei der nicht nur gute Fingerfertigkeit erforderlich ist, sondern auch schlaues Mitdenken.

Doch diese Elemente sind bereits aus den Vorgängern bekannt. Neu ist deswegen die Critical Edge Leiste, welche 3 Funktionen übernimmt. Im richtigen Moment ist ein mächtiger Spezialangriff möglich der entscheidend sein kann über Sieg oder Niederlage. Die Leiste kann aber auch als so genannte "Kühne Klinge" dazu verwendet werden einen Angriff weiterzuführen der sonst zu Ende wäre. Die dritte Funktion ist der Abwehrstoß der es einem erlaubt einen schnellen Konterangriff einzuleiten, sollte der Gegner euch fortwährend beharken.  

Dieses neue Element ist bei den Spezialangriffen optisch beeindruckend und fügt dem Spiel ein weiteres Element hinzu, welches man mit einberechnen sollte. Wer seine Abwehr zu früh abbricht kann so unter Umständen einen mächtigen Kühne Klinge Angriff kassieren, mit dem er so nicht gerechnet hatte. Dabei ist die Steuerung dafür sehr eingängig und einfach gehalten so dass auch Einsteiger damit zurechtkommen. So ist zum Beispiel die Tastenkombination des Spezialangriffes für jeden Charakter gleich.

 

Das Drama im Schnellverfahren

Nicht zu empfehlen ist hingegen der Storymodus. Nicht nur dass er nur zwei Stunden dauert und aus einer Reihe eintöniger Kämpfe besteht sondern man begleitet die Hauptfiguren durch eine Reihe zusammengeklebter Klischees. Selbst die alternativen Enden werden simpelerweise einfach nacheinander freigeschaltet. Einzelne Kapitel werden hierbei von ein wenig Text oder hin und wieder auch mal einer schön anzuschauenden Zwischensequenz eingeleitet. Das war es aber auch schon, da der Spieler weder Figur wählen kann oder den Storyverlauf beeinflussen kann.

Nun gut, das Spiel besteht ja nicht nur aus diesem einen Modus und als Einleitung von neuen Figuren innerhalb der Serie ist es sogar ganz nett. Doch wo sind die altbekannten Figuren von SoulCalibur? Scheinbar haben 17 Jahre viel bewirkt und nicht wenige Figuren befinden sich offenbar in Rente gegangen und anderen ist das Alter entweder anzusehen oder sind immer noch jung geblieben. Die nicht mehr vorhandenen Figuren ersetzte man einfach durch andere profillose Charaktere. Da wäre beispielsweise der junge Xiba und seine Begleiterin Lexia, über die man nichts weiß außer dass Held Patrokolos sie auf dem Markt getroffen hat. Figuren wie Xiang Hua oder Talim gibt es nicht mehr und Kilik wurde in das Spiel als eine Figur mit Zufallswaffenwahl reingeschmissen.

Es ist kein Geheimnis dass das Team von Project Soul die SoulCalibur Reihe neu erfinden und revolutionieren wollte doch das auf Kosten bekannter Figuren? Ein Streetfighter wäre schließlich auch kein Streetfighter mehr wenn Ryu und Ken durch Hans und Peter ersetzt werden würden, auch wenn diese die gleichen Fähigkeiten hätten. Immerhin fügt sich Gastcharakter Ezio Auditore sehr gut in die Welt von SoulCalibur während zuvor noch Vertreter des Starwars Universum im vierten Teil um die verwunschen Klinge Soul Calibur kämpften.

 

Weniger ist manchmal einfach nur weniger

SoulCalibur hat lange vor den Zeiten von Onlinekämpfen und Netzfunktionen einen sehr guten Ruf was den Umfang des Einzelspielermodus betrifft. In Teil 5 scheint es da aber dieses Mal einen empfindlichen Dämpfer zu geben. Neben dem bereits erwähnten Storymodus gibt es die obligatorischen Trainings und 2-Spieler Versus Modi. Daneben gibt es den Arcademodus in verschiedenen Variationen sowie einen Legendärer Seelen Modus der zwar einen eigenen Modus besitzt doch die gleiche Aufgabe erfüllt wie der Arcade-Modus nur ungleich schwerer. Dann gibt es noch den Schnellkampfmodus wo ihr gegen erstellte Figuren kämpfen müsst die von der CPU gesteuert werden um diverse Titel zu gewinnen.

Klingt erst einmal nach viel ist aber an und für sich immer das Gleiche. Nach den abwechslungsreichen Spielmodi des Vorgängers sucht man vergeblich. Es gibt keine Labyrinthe mehr zu durchforschen, keine Herausforderungen mehr mit Erdbeben, Gift oder anderen netten Ideen zu bewältigen und keinen Conquest-Modus bei der man seine Truppen strategisch platzieren musste um auch im Kampf die Oberhand zu behalten. Viele verloren gegangene Aspekte, die im Vorgänger ihren Charme hatten.

Zu den Elementen die aus dem Spiel gestrichen wurden gehören aber auch die Eigenschaften von Rüstungen und Waffen. Im Vorgänger konnte man noch Ausrüstung kaufen um mehr Lebensenergie, größeren Schaden oder bessere Beweglichkeit zu haben. Doch alle die Elemente haben nun nur noch einen optischen Einfluss und jeder Charakter ist mit seinen Stärken und Schwächen aufgeschmissen. Zum Teil ist das Balancing einiger Figuren auch sehr unausgewogen. Sammeln tut man offline lediglich nur noch Spielerpunkte welche für den Stufenaufstieg sorgen und neue Elemente des Spiels wie Waffen, Ausrüstung und Arenen automatisch freischalten.

 

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SoulCalibur Online

Betrachtet man das Konzept des fünften Teils von SoulCalibur genau, dann wird es recht deutlich dass dieses Spiel eigentlich für Kämpfe im Netzwerk gegen andere Spieler angedacht ist. Das fängt beispielsweise beim dem Seelen-Link an, welches euer SoulCalibur Profil darstellt. Man kann dort seine Nationalität, einen Ort auf der Weltkarte festlegen, einen Spielertitel wie zum Beispiel Trophäen-Fanatiker auswählen und sogar einen Screenshot eines selbst erstellten Charakters als Profilbild wählen.

Dieser Seelen-Link umfasst hierbei alle Daten, die man in diesem Spiel sammeln kann. Von den Offlinespielzeit bis hin zur genauen Sieg oder Niederlage Statistik und Prozentanteil der verwendeten Spielfiguren. Außerdem ist der Seelen-Link der Bezugspunkt von gespeicherten Replays und man kann Wiederholungen anderer Spieler ganz bequem herunterladen oder seinen eigenen zum Download zur Verfügung stellen.

Wer seine Leistungen mit anderen Spielern noch genauer vergleichen will registriert seine Mitspieler als Rivalen. Bis zu drei davon kann man gleichzeitig haben um alles auf einen Blick zu haben. Befindet man sich in einem reinen offline Arcadespiel wird einem die Zeit seiner Rivalen angezeigt und kann dann versuchen diese zu überbieten. Eine wirklich umfassungsreiche und sehr gute Integrierung für Liebhaber von Zahlen und Statistiken.

 

Auf in die Schlacht mein Held.

Nach dieser ausführlichen Vorbereitung ist es Zeit mit entweder seinem eigenen erstellten Charakter in den Kampf zu ziehen oder mit einer originalen Spielfigur. Dort bieten sich Ranglistenkämpfe, Spielerlobbies und das große Kolosseum an. Auch hier hat Namco Bandai wieder hervorragende Arbeit geleistet denn so ist die Spielerlobby beispielsweise einer der schönsten des Beat'em Up Genres. Die Seelen-Link der Lobbyspieler alle in einem Blick, ein Feld für Textchat und darüber eine Liveübertragung der zurzeit stattfinden Kampfhandlungen was im Gesamtbild sehr gut aussieht.

Das große Kolosseum trägt das Ganze noch eine Ebene höher. Während Spielerlobbies meist auf 6 Teilnehmer limitiert sind umfasst das Kolosseum weit über 20 Kämpfer. Regional unterteilt findet man sich als Spieler als Karte auf einem Tisch wieder und kann sich Karten anderer Spieler vorher anschauen bevor man diese herausfordert. Oder man nimmt am allgemeinen Textchat wieder teil oder platziert seine Karte in ein Turnier oder Wettbewerb.

Bei einem Ranglistenspiel geht das natürlich diskreter von statten. Es ist lästig dass die Spielersuche automatisch nach einer Minute abbricht, aber immerhin kann man für eine Rangliste Suchkriterien einstellen wie die Region, Gegnerrang und Verbindungsqualität. Wer einen Gegner findet sieht anfangs auch nur dessen Rang, Region und Verbindungsqualität, welchen man dann aufgrund dessen noch ablehnen kann. Wenn man akzeptiert geht stehen die Ranglistenpunkte auf dem Spiel welchen den eigenen Onlinerang festlegen. Dieser bringt nur Ruhm und Ehre mit sich und ist unabhängig von den Spielerpunkten. Nach Beendigung des Kampfes kann man dann genauer betrachten gegen wenn man gekämpft hat, die Wiederholung speichern und ihn als Rivalen registrieren wenn man das möchte. Sehr lobenswert ist dass man anstößige Spieler auch direkt blockieren und gegebenenfalls melden kann, ein Service der auch hier kaum einen Wunsch offen lässt.

 

Die Kehrseite der Medaille

Das Ganze klingt fast zu schön um wahr zu sein und in der Tat hat auch so viel Luxus in den Onlinemodi seinen Schwächen. Allen voran ein Problem welches vor allem im vierten Teil von SoulCalibur sehr gravierend war nämlich die Qualität der Onlinekämpfe selbst. So kommt es regelmäßig vor dass man die Verbindung zu den SoulCalibur-Servern verliert und Kämpfe entsprechend einfach abgebrochen werden. Damit könnte man noch Leben wäre da nicht auch noch zusätzlich das Problem der Eingabeverzögerung. Zwar lagt SoulCalibur V online kaum bis sehr wenig, aber eine ordentliche Steuerung ist so nur schwer möglich.

Alleine beim Verteidigen ist das Timing das A und O dieses Kampfspiels und macht den Unterschied ob ein Block, eine Präzisionsabwehr oder ein Abwehrstoß erfolgreich sind. Das führt zu dem Trend dass es üblich ist Safe Moves zu spamen, was so viel bedeutet wie dass man sich nur auf einfach Angriffe verlässt, die keine Möglichkeit eines Gegenangriffes zu lassen und so eigentlich das Wesen des Spiels ruiniert. Wer dies vermeiden möchte benötigt eine eigene gute Internetleitung und einen Gegner mit einer ähnlich hochwertigen Verbindung doch solche Spieler sind rar gesät.

 

Eine gute Präsentation

Das Grafisch macht das Spiel wie gewohnt einen guten Eindruck und überzeugt durch Licht und Spezialeffekte während des Kampfes. Auch der Soundtrack hält sich ganz an die Tradition der Spielserie und variiert zwischen epischen Kompositionen und gefahrvollen Arien. Wer die Musik des Vorgängers aber bevorzugt der sollte auf die DLCs zurückgreifen. Für ein bis zwei Euro kann man sich Lieder von Soul Edge bis hin zu SoulCalibur: Broken Destiny kaufen und diese gegen die Standardmusik der Arenen umtauschen. Das dortige Umstellen im Optionsmenü ist jedoch etwas umständlich.

Benutzerunfreundlich ist auch zum Teil das Erstellen des Charakters, wer über die 0815 Erstellung seines Charakters hinaus will, der sollte doch Geduld mitbringen. Das Drehen, Rotieren, einfügen freier Objekte ist nicht so selbstverständlich, genau so das implementieren von Bildern und Mustern. Jedoch werden einem sehr viele Möglichkeiten geboten, so dass jede Figur einzigartig ist. Selbst die Spielerfigur stimmen kann man in der Höhe und Tiefe regeln und ihr sogar einen Verderbtheit-Effekt hinzufügen. Bei den guten Sprechern des Spiels ist dies aber schon fast zu schade. Wer sich an Ladezeiten stört kann diese übrigens durch eine optionale Festplatteninstallation verkürzen.

 

Fazit

SoulCalibur hat unter den vielen existierenden Beat'em Ups einen ganz einzigartigen Charakter und ist auch für Gelgenheitsspieler sehr gut geeignet. Jedoch werden Fans der Serie feststellen dass SoulCalibur mit vielen Traditionen bricht und es nicht mehr das große Einzelspieler-Kampfgame ist wie man es bisher kannte. Im Gegenzug setzt SoulCalibur sehr starke Argumente im Online Spiel.

Wer also gerne viel Zeit damit verbringt gegen menschliche Mitspieler zu kämpfen für den ist dieses Spiel durchaus interessant, aber nicht frei von Makel. Allen anderen geht der Anreiz des Spiels recht schnell verloren für die dann ein Kauf zu teuer wäre.

 

7/10

     

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