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Test: Tales of Graces F für die PS3: Das Rollenspiel Abenteuer aus dem Hause Namco Bandai


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Rollenspieler aufgepasst. Namco Bandai bringt Tales of Graces f zu uns. Für die PS3 dürfte es sich zumindest aus europäischer Sicht um eine Premiere der Serie handeln. Es gab zwar mit Tales of Vesparia und Tales of Xilia vorher schon Spiele des Tales-Reihe auf der PS3, doch keines davon wurde bisher lokalisiert. Dabei handelt es sich bei Tales of Graces f (f steht für future) um eine Portierung von Tales of Graces (ohne f) der Nintendo Wii. Die damalige Version war aber voller Fehler und wurde später sogar gegen eine neue CD umgetauscht. Doch auch wenn Tales of Vesparia und Tales of Xilia als die verlockenderen und hochwertigeren Spiele erscheinen, sollte man diesem Juwel durchaus eine Chance geben. Da die lokalisierte Fassung noch nicht erschienen ist, wurde deswegen die US-Version für den Test verwendet.

Der Spieler übernimmt hierbei die Rolle der Hauptfigur namens Asbel Lhant. Als Kind genießt er ein sorgenfreies Leben obwohl er der Erbe des Lords der Stadt Lhant ist. Eines Tages trifft Asbel, jedoch auf ein mysteriöses Mädchen welches offenbar an Amnesie leidet. Der aufgeschlossene Asbel schließt dennoch schnell Freundschaft mit ihr, ungeachtet der Geheimnisse die das Mädchen umgeben, welches von nun an Sophie heißt. Diese bittere Wahrheit erfährt Asbel aber nicht nur am eigenen Leib, als ein tragisches Ereignis seiner unbeschwerten Kindheit ein jähes Ende setzt. Doch ahnt Asbel noch nicht, wie schnell ihn die Vergangenheit wieder einholen wird. Ob es jedoch besser gewesen wäre, dass dieser Titel auf der Nintendo Wii geblieben wäre, erfahrt ihr in unserem Test.

 


Tales of Innovation

Für viele Spieler wird es wohl das erste Game der Talessreihe sein und man wird dementsprechend nicht mit den charakteristischen Merkmalen der Serie vertraut sein. Doch auch Kenner von Namco Bandai's Rollenspielserie werden auf das eine oder andere ungewohnte stoßen. Das fängt zum Beispiel beim Kampfsystem an. Gegner sind auf der Karte sichtbar und lösen bei Berührung ein Echtzeit-Gefecht aus. An diesem nehmen bis zu vier Figuren teil, die vom Spieler beliebig gesteuert werden können und ist vergleichbar mit dem Kampfsystem von der Star Ocean Serie oder Ar Tonelico Qoga – Knell of Ar Ciel.

Doch sollte man sich vorsehen, denn sinnloses Tastengedrücke führt nicht zum Sieg. Die Fähigkeit zum Angriff ist eingeschränkt durch die so genannte Chain Capacity kurz CC. Jeder Angriff verbraucht Punkte und wenn diese auf null fallen kann man keine Fertigkeiten mehr einsetzen. Diese füllen sich nach sehr kurzer Zeit wieder auf, doch in der Zeit ist man den Attacken des Feindes ausgesetzt. In dieser Zeitspanne sollte man verteidigen und ausweichen. Tut man dies besonders geschickt, bekommt man Bonus-CC und kann den Feind mit vernichtenden Kombos bestrafen. Dabei fallen die Angriffsmöglichkeiten sehr vielfältig aus. Obwohl nur zwei Tasten für Angriffe vorgesehen sind, kann man durch gleichzeitiges drücken von hoch/rechts/links usw. die eingesetzte Techniken variieren.  

Ungewohnt dürfte aber die Bewegung im Gefecht sein die vorgegegeben und immer relativ zum Feind ist. Dieses Feature nennt sich Style Shift Linear Motion Battle System (SS-LMBS). Wer sich daran aber stört. kann später die manuelle Bewegung freischalten und so mehr Freiraum für taktische Manöver haben. Wer dennoch in Schwierigkeiten gerät kann jederzeit das Menü öffnen und so das Gefecht pausieren und analysieren. Sollte es die Situation erfordern, so kann man dort auch die Tastenkürzel der Fähigkeiten ändern und Gegenstände einsetzen.

 

Titel der Macht

Wer einen Kampf erfolgreich überlebt bekommt Rollenspiel-typisch neue Gegenstände, Erfahrung welche die Charaktere stärker macht und unter anderem Geld. Eines der Hauptelemente von Tales of Graces f sind aber auch die Ehrentitel. Diese sind die Quelle der Macht der Charaktere und werden durch Ereignisse oder dem häufigen Nutzen von Fähigkeiten freigeschaltet. Jeder dieser Titel enthält fünf freischaltbare Fähigkeiten wie beispielsweise Angriff +5 oder 5% mehr kritische Treffer bei Ausführung einer bestimmten Technik. Sollen diese Fähigkeiten permanent bei den Charakteren verfügbar sein, muss man SP sammeln.

SP bekommt man durch Kämpfe oder Erfüllung von Nebenquests. Dabei obliegt es dem Spieler ob er seine Ehrentitel viel wechselt, um so viele Fähigkeiten wie möglich zu erlernen oder ob er lieber hochwertigere Kräfte freischaltet, die natürlich auch mehr SP kosten. Die Qual der Wahl ist auf jeden Fall gegeben, denn im Laufe des Spiels über 100 Ehrentitel pro Charakter zur Verfügung stehen. Für diejenigen denen das regelmäßige Gewechsele dann zu einer Plage wird gibt es dann auch noch einen einstellbaren Auto-Modus der die Titel selbstständig wechselt. Praktisch denn so hat man Zeit für andere Dinge.

 

Der Leatherman unter den Mixern

Monster verhauen und Ehrentitel aufladen ist natürlich nicht alles was einem bei Tales of Graces f erwartet. Wer den Gefahren dieser Welt trotzen will, sollte auf "Dualizing" nicht verzichten. "Dualizing" ist der Name des Alchemiesystems dieses Spiels welcher im Wesentlichen ganz einfach funktioniert. Gegen eine kleine Gebühr macht ein Händler euch zum Beispiel aus Nudeln und einer Tomate eine Spaghetti Bolognese. Doch mit "Dualizing" kann man weit mehr als nur kochen.

Viele Gegner lassen so genannte Cryas-Bruchstücke fallen welche nützliche Kräfte enthalten. Diese kann man mittels Dualizing mit seiner Ausrüstung kombinieren und so seine Waffe zum Beispiel mit dem Element des Eises versehen. Wird diese Waffe nun oft benutzt gilt das Cryas-Bruchstück als eingebettet und die Waffe hat die Vorteile permanent übernommen. Ist diese Bedingung für zwei Waffen erfüllt kann man nun hingehen und diese Bruchstücke aus den Waffen entnehmen um einen mächtigen Cryas-Juwel zu erschaffen. Dieser kann ausgerüstet werden und einem weitere erhebliche Vorteile verschaffen. Nun ist es so dass auch Juwele miteinander kombiniert werden können um sie noch stärker zu machen. Man sieht also dass aus einem sehr simplen System ein sehr komplexes und interessantes Werkzeug entstanden ist bei dem es Spaß macht sich viel damit auseinanderzusetzen.

Damit noch nicht genug? Dann sollte man auf keinen Fall auf den Eleh Mixer verzichten. Eleh ist quasi eine Form flüssiger Magie mit der man alles erschaffen kann solange genug Eleh vorhanden ist. Nun kann man seinen Mixer so einstellen dass er nach jedem Kampf ein leckeres Curry Terriyaki kocht um so nach jedem Kampf wieder topfit zu sein. Man kann den Mixer aber auch so einstellen dass er seltenes Material herstellt oder sogar Boni im Kampf erteilt. So kann der Spieler den gesamten Verlauf nach seinen persönlichen Vorlieben und Strategie einrichten.

 

4 Freunde sollt ihr sein

Fast zu einer Seltenheit geworden ist ein Offline Kooperations-Modus bei Rollenspielen. Umso erfreulicher ist das diese Möglichkeit bei Tales of Graces f enthalten ist wie dies bei dieser Spielserie aber eigentlich auch üblich ist. Dabei handelt es sich um einen reinen Offline-Koop, der sich rein nur auf die Kämpfe limitiert und einigen Minispielen. Im Kampf können so die vier Figuren gleichzeitig gesteuert werden was jedoch aufgrund des Kampfsystems schnell chaotisch wirken kann, da hierbei nur die Vogelperspektive in Frage kommt. Ein gescheites Ausweichen und Abwehren im Kampf ist so eher unwahrscheinlich. Außerhalb der Kämpfe dürfen Freunde und Verwandte dann zugucken wie Spieler 1 dann die Geschichte vorantreibt. Es ist demnach kein sehr gut durchdachtes Feature aber eine sehr nette Ergänzung.

 

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Keine billige Wii Portierung

Wenn das Spiel bei einem Aspekt schwächelt, dann bei der Grafik die sicherlich nicht mit konkurrierenden Titel wie Star Ocean mithalten kann. Nicht zuletzt liegt das daran dass Tales of Graces f seinen Ursprung auf der Wii hat, die nun mal keine Grafikbomben produziert wie die PS3 oder Xbox360. Umso erstaunlicher ist aber die Liebe zum Detail des Spiels, die vor allem bei der Interaktion der einzelnen Charaktere zur Geltung kommt. Ein gewonnener Kampf wird nicht wie üblich einfach nur mit einer Siegespose gefeiert sondern wird humorvoll durch Ereignisse weitergestrickt.

Ein weiterer kleiner Bonus ist das so genannte Tales of Trials. Dieser funktioniert im Prinzip wie eine Arena die mit einem beliebigen Spielstand ausgefochten werden kann. Dort trefft ihr auf fiese Feindkombinationen die es so in der Story logischerweise nicht geben kann. Wer siegreich davon schreitet bekommt einen Schatz den man im Hauptspiel weiterverwenden darf. Außerdem wird der Kampf mit einer Punktzahl bewertet mit der man sich in einer Online-Rangliste eintragen kann umso zu wetteifern wer denn nun der beste Tales Spieler auf der Welt ist.

Sollte irgendjemand durch Zufall die japanische Wii-Version bereits gespielt haben, dann ist Tales of Graces f für die PS3 dennoch interessant. Exklusiv für die schwarze Konsole wurde ein Epilog beigefügt, welcher nochmals zusätzliche 10 Stunden Spielzeit hinzuaddiert. Dann gibt es selbstredend auch einen netten DLC-Support der kleine Einsteigerhilfen umsonst anbietet, aber auch recht teure Kostüme. Wer will kann sich sogar Vorteile frühzeitig freischalten lassen, die man sonst nur bei einem New Game+ erhalten würde.

 

Zweimal Durchspielen lohnt sich

Tales of Graces f ist ein sehr lineares Rollenspiel bei dem man spontan sagen würde dass es beim erneuten Durchspielen nicht mehr viel zu entdecken gibt. Aber weit gefehlt, denn ein New Game + ist bei einem Tales Rollenspiel eine sehr interessante Angelegenheit. Je nachdem wie gut und wie gründlich man bei einem ersten Durchgang war, bekommt man am Ende des Abenteuers Grade-Points. Mit diesen Grade Points kann man tolle Optionen freischalten wie 10facher Schaden, Doppelte Wahrscheinlichkeit an seltene Gegenstände zu kommen, mehr Lebensenergie oder das Spiel mit den Errungenschaften seines alten Speicherstandes zu beginnen sind nur einige der Möglichkeiten die man haben wird.

Die wird man aber auch brauchen wenn man die sechs möglichen Schwierigkeitsgrade meistern will. Vier davon sind von Anfang an verfügbar und können jederzeit beliebig gewechselt werden. Die anderen beiden Schwierigkeiten kann man freischalten wenn man oft genug im höchstmöglichen Grad gekämpft hat. Wer sich dieser Herausforderung stellt wird belohnt durch mehr SP oder seltenen Gegenständen in den Kämpfen.

 

Eine gute Präsentation ist Alles

Der Kern eines jeden Rollenspiels ist immer noch eine gute Story die in Tales of Graces f definitiv vorhanden ist. Dabei spielen oft komplexe Gefühle und Handlungen eine Rolle die erst nach und nach ans Licht kommen. Das ist nicht unbedingt jedermanns Sache da vor allem sich der Beginn des Spiels deswegen in die Länge zieht. Wer aber mehr über die Hintergründe erfahren will sollte aber gut und detailliert die Gegend erkunden. Oft werden viele interessante Geheimnisse über die optionale "Skits" verraten.

Durch die sehr guten Sprecher wirken die einzelnen Charaktere sehr lebendig. Vor allem die hochwertigen Anime Sequenzen setzen oftmals Höhepunkte in der Geschichte von Tales of Graces f. Begleitet wird das Ganze von sehr liebevollen Melodien und einer insgesamt guten englischen Lokalisierung.

 

Fazit

Wer auf der Suche nach einem ordentlichen Rollenspiel mit einem hohen Umfang ist, ist bei Tales of Graces f genau richtig. Die vielen Schwierigkeitsgrade bieten sowohl Einsteiger eine Chance als auch Veteranen eine Herausforderung. Wer Spiele mit ähnlichem Gameplay wie Star Ocean liebt sollte sich diesen Titel deswegen auf jeden Fall notieren. Wer etwas fachkundiger ist und viel Erfahrung mit Tales Spielen hat wird das Kampfsystem aber eher als störend empfinden.

Auf der anderen Seite vereint Tales of Graces f das Beste aus den einzelnen Elementen der Tales Serie, schlägt aber storytechnisch aber eher in die Richtung von Tales of the Abyss. Das Ganze wird blutfrei und kinderfreundlich präsentiert so dass es auch für jüngere Spieler geeignet ist. Nicht zuletzt dürfte die deutsche Lokalisierung ein nennenswerter Bonus darstellen der jedoch nicht bewertet werden kann da beim Test die US-Version verwendet wurde. Wer noch nie mit einem Tales Spiel zu tun hatte sollte es mit diesem Teil deswegen ruhig versuchen.

 

8/10

     

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