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Atelier Meruru™ The Apprentice of Arland im Test für die PS3: Das spannende Finale der Alchemie Legende


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Fast zwei Jahre ist es nun her, dass mit Atelier Rorona The Alchemist of Arland der Beginn der Alchemie Rollenspiele für die Playstation 3 eingeläutet wurde. Anders als seine Vorgänger, wie zum Beispiel Atelier Iris für die Playstation 2, besinnte Entwickler Gust sich wieder auf die Ursprünge seiner Serie zurück, die dem Spieler vor allem Freiheit gewährten aber auch kompliziertes Management erforderten. Doch nicht nur das, den mit dem allerersten Playstation 3 Release von Atelier Rorona ging die Atelier-Reihe zum ersten Mal in die dritte Dimension über. Zuvor war sonst nur pixelige 2D-Grafik Standard-Design der Reihe.

Ein erfolgreiches Konzept wie sich herausstellte: Schon bald kam Atelier Totori: The Adventurer of Arland auf den Markt. Atelier Meruru: The Apprentice of Arland stellt den Abschluss der Arland-Serie dar. Importierfreudige Spieler können sogar auf eine limitierte Edition zurückgreifen mit Artbook, Original-Soundtrack und einem "Barrel!" T-Shirt. Wer dann noch für die Zukunft planen will sollte einen Blick auf das bereits in Japan erschienen Atelier Aeysha werfen, der nächsten Alchemie Rollenspielserie aus dem Hause Gust.

Beim letzten Teil der Arland-Reihe begleitet man jedenfalls die namensgebende Heldin Merurulince Rede Arls …..fünf Jahre ihres Lebens. Als Prinzessin des Königreiches Arls fristet sie ein gelangweiltes Leben im heimatlichen Schloss und erlebt Tag ein, Tag aus nur Etiketten und das hochnäsige Benehmen am Hof. Eines Tages jedoch trifft sie auf die Abenteuerin Totori die in Meruru eine begabte Alchemistin erkennt und sie ausbildet. Meruru's Vater, der König von Arls, heißt dies jedoch keinesfalls gut und es kommt zum Streit. Schlussendlich willigt ihr Vater ein, sofern Meruru die Alchemie zum Wohle des Volks und zur Entwicklung von Arls nutzt. Schafft sie das nicht muss Meruru versprechen für immer von Alchemie abzulassen und ihr langweiliges Leben als Prinzessin von Arls wieder aufzunehmen. Ob dieses Projekt eine Formel für ein gutes Rollenspiel ist oder das Ganze in einem alchemistischem Debakel endet, erfahrt ihr in unserem Test.

 


Aus Eisen wird Gold

Wie auch schon in den Vorgängern, ist das Kernstück von Atelier Meruru die Alchemie. Zu Anfang stehen dem Spieler nur einfache Rezepte zur Verfügung, z.B. mischt man aus einem Kraut und einer Wurzel einen Heiltrank. Doch je mehr Gegenstände man herstellt desto kompliziertere Rezepte kann die Heldin benutzen. Dabei spielt nicht nur die Auswahl einzelner Zutaten eine Rolle, sondern auch ihre Eigenschaften. So kann man einer Bombe zum Beispiel die Eigenschaft von zusätzlichem Feuerschaden verleihen oder einen Heiltrank produzieren, der nicht nur Gesundheit wiederherstellt, sondern auch Vergiftungen heilt.

Zutaten mit solchen Eigenschaften müssen aber erst gefunden werden. So zieht der Spieler oft aus der Stadt hinaus, um im Wald Heilkräuter zu ernten oder seltene Komponenten von besiegten Gegnern zu sammeln. Die Zeit ist dabei erneut euer größter Gegenspieler. Jeder Erntevorgang, Kampf, Gebietswechsel oder Alchemiebrauerei lässt Tage im Spiel verstreichen. Damit Meruru aber die Vorgaben ihres Vaters rechtzeitig erfüllen kann, darf man wieder auf altbekannte Hilfsmittel der Vorgänger zurückgreifen. So stehen einem wieder Homunculus zur Verfügung, die gemäß nach den Vorgaben des Spielers sammeln oder Alchemie betreiben. Auch kann man seine Produkte wieder in einem Geschäft registrieren lassen. Dies hat den Vorteil dass man für ein kleines Entgelt mehrere Kopien seines Gegenstandes kaufen kann ohne dass dabei wertvolle Zeit verbraucht wird.  

Geld bekommt die Prinzessin aber nur für Aufträge aus der Taverne. Das erfolgreiche Abschließen solcher Anfragen lässt vor allem auch Meruru's Popularität beim Volke steigen und sorgt für mehr Bevölkerungswachstum. Es gibt aber auch offizielle Staatsaufträge die vor allem der Entwicklung von Arls dienen. Absolviert der Spieler diese erfolgreich bekommt man Entwicklungs-Punkte mit den man neue Gebäude in Auftrag geben kann. Zur Auswahl steht beispielsweise Militärakademie welche einen Bonus auf Erfahrungspunkte bei den Kämpfen gibt. Sozusagen schon fast ein kleines Sim City was man da hat, welches dem Alchemie Rollenspiel auch endlich mehr Tiefgang verleiht, den man bei den vorherigen Teilen vermisste.

 

Mächtige Prinzessin

Apropos Tiefgang, anders als dem ersten Teil von Atelier Rorona wo man quasi permanent hinter dem Kochtopf hing, ist Atelier Meruru wesentlich ausbalancierter was einzelne Spielelemente betrifft. Kämpfe sind dieses Mal genauso wichtig wie das Sammeln und die Alchemie. Schlachten werden dabei nicht rundenbasiert ausgefochten sondern es kommt zu einer Aktionsreihenfolge die über Kartensymbole an der Seite des Bildschirms angezeigt wird. Das erinnert bereits sehr an die Atelier Iris Reihe und an Final Fantasy X, was zum Teil auch schon bei Atelier Totori etabliert war. Nur kann man dieses Mal auch wieder den Gegner durch konzentrierte Angriffe so zusetzen, dass er erst viel später zum Zuge kommt.

Typisch für ein japanisches Rollenspiel, kommt es dieses Mal auch zu schwierigen Bosskämpfen, was bei den vorherigen Atelier Rollenspielen fast eher optional war. Um gegen diese mächtige Feinde anzukommen können die diversen Charaktere auf Fähigkeiten zurückgreifen oder Teamangriffe mit Meruru einleiten. Sehr anschaulich sind die ultimativen Attacken die mit einer eigenen Charakter-Melodie eingeleitet werden, sofern dieser Angriff stark genug ist um den Kampf zu beenden. Für jeden Sieg gibt es Belohnungen in Form von Geld, Materialien und Erfahrungspunkten. Mit letzterem steigt man nach Erhalt einer bestimmten Anzahl von Punkten automatisch auf und die Werte der Figuren verbessern sich um eine festgelegte Menge. Das ist relativ unspektakulär und weitestgehend bekannt.

Man könnte dennoch fast nicht genug davon bekommen wäre man nicht nur mit der Zeit sondern auch mit Lebenspunkten eingeschränkt. Jede Spielfigur hat nämlich eine gewisse Anzahl dieser Lebenspunkte. Sind diese verbraucht, wird die Kampfkraft eurer Helden erheblich geschwächt und man ist meistens gezwungen zurückzukehren. Dabei kostet jeder Angriff, Spielzug und Gebietswechsel solche Lebenspunkte. Daher sollte eine Reise gut vorbereitet sein mit Gegenständen die diese Punkte wieder auffüllen. Zum Glück verlieren diese aber im späteren Spielverlauf zunehmend an Bedeutung, da man eine größere Reserve hat und wesentlich leichter an gute Erholungs-Items kommt.

 

Stark wie eine Tera Bombe

Atelier Meruru bietet wie seine Vorgänger auch nur einen Schwierigkeitsgrad der aber dieses Mal wesentlich ausgewogener ist. Levelangaben bei manchen Aufträgen verhindern böse Überraschungen beim Bekämpfen neuer Gegner. Dabei bleibt das Spiel einsteigerfreundlich, bietet im späteren Verlauf zunehmend auch ernst zu nehmende Herausforderungen, selbst für erfahrene Alchemisten.

Eine weitere Hilfestellung gibt es aber auch durch den Menüpunkt der Bibliothek. Dort findet man Informationen zu allen Büchern, Rezepte, Gegenständen, Monster, Effekte und Eigenschaften. Dabei ist das MeMeMo komplett neu dabei. Dieser fungiert quasi als Leitfaden für die Hauptgeschichte und zeigt der Heldin Meruru ob sie ein neues Schicksal und somit ein alternatives Ende entdeckt hat. In den Vorgängern war es ansonsten immer so, dass die verschiedenen Bedingungen für einen alternativen Ausgang des Spiels völlig unbekannt waren.

 

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Viel zu entdecken für kleine Alchemisten

Bei Atelier Meruru gibt es dieses Mal zehn dieser alternativen Enden zu entdecken, die der geübte Rollenspieler nach einer Spielzeit von 50 Stunden zum ersten Mal erblicken sollte. Allerdings sind diese etwas breiter gefächert als in den vorherigen Teilen und ohne einen zweiten Durchgang kann man diese auch nicht alle betrachten. Ein leider recht künstlicher Weg den Umfang des Spiels in die Höhe zu treiben. Wer das Spiel erfolgreich abschließt bekommt immerhin wieder eine sehr ausführliche Galerie geboten mit den Musikstücken von Atelier Meruru zusammen mit den Kommentar des Komponisten, sowie die Artworks des Spiels.

Zum Wiederspielwert trägt dann wieder das New Game + Feature bei, welches Ausrüstung mit übernimmt und bekannte Dialoge vorspulen lässt. Mit einem Umfang von zehn spielbaren Charakteren ist dann auch für entsprechende Abwechslung gesorgt. Wem das dann auch noch nicht reicht kann sich drei weitere DLC Charaktere kaufen wie es bei Atelier Totori schon der Fall war. Das zum Preis von circa 3 Euro pro Figur. Für ein bisschen Nostalgie sorgt dann auch die Musikbibliothek für ebenfalls circa 3 Euro. Wer sich diese kauft kann nicht nur den Musikstücke älterer Atelier Spiele lauschen, sondern auch von anderen Gust Rollenspielen wie Mana Khemia oder Volkslied. Wem der äußerst gut gelungene Soundtrack von Atelier Meruru nicht zusagt, kann diese dann im Spiel durch diese Lieder ersetzen. Des Weiteren gibt es auch noch ein zusätzliches Dungeons gratis, es lohnt sich also im PSN Store reinzuschauen!

Einsteiger in die Alchemie Serie oder jene die noch kein Spiel der Arland Reihe kennen, brauchen im Übrigen auch keine Berührungsängste zu haben. Ein liebevoll gestalteter Prolog resümiert die Handlung der vorherigen Teile.

 

Auch auf die Präsentation kommt es an

Was man jedenfalls bei Atelier Meruru nicht erwarten sollte, ist eine grafische Augenweide. Zwar sind die von handgezeichneten Charaktere und Hintergründe sehr nett anzuschauen doch wenn es um das eigentliche Spiel geht, sieht alles noch ziemlich spärlich aus mit Ausnahme der Figurenmodelle. Das ist bedauerlich zumal die Gebiete die man durchforstet doch recht klein sind. Auch in Sachen Figurenanimation gibt es dafür keinen Nobelpreis. In den Kämpfen sieht das alles zwar noch ordentlich aus, während einem putzige Häschen mit einer Karotte in der Hand nach dem Leben trachten, aber darüber hinaus sieht es eher unspektakulär aus. Das ist vor Allem deswegen enttäuschend, da doch viel Recycling aus den Vorgängern betrieben wurde und zum Teil die gleiche Monstermodelle übernommen wurden.

Was den Figuren aber eigentlich erst "Leben" verleiht sind wieder die hervorragenden englischen Sprecher. Oftmals wirken diese in den einzelnen Sequenzen zwar sehr überzogen aber das macht auch wiederum den Charme eines japanischen Rollenspiels aus. Das bedeutet aber leider auch das gute Englischkenntnisse notwendig sind, den deutsche Sprache und Texte gibt es wie auch in den Vorgängern nicht. Fans der originalen Sprache können natürlich auch wieder die japanische Sprache wählen.

Vielmehr kann Atelier Meruru aber in kleineren Details punkten wie zum Beispiel der Zeitschrift die alle 3 Monate im Spiel herausgegeben wird. Je nachdem was man die letzten drei Monate erreicht hat, wird davon berichtet. Das kann der Sieg über ein Monster sein, die Errichtung eines neuen Gebäudes oder die Verschwendung von Steuergeldern für Süßigkeiten inklusive Kommentare aus der Bevölkerung und Kochrezepte.

 

Keine Zeit zu Verlieren

Technisch ist das Spiel fast makellos. Bis auf sehr seltene Einbrüche bei der Bildrate, läuft das Spiel immer stabil und kann auch sonst keine groben Fehler aufweisen. Selbst Freezes kommen so gut wie nie vor, kann dennoch beim Gebietswechsel passieren. Die obligatorische Installation von 1.7 GB dauert zwar, eliminiert dafür fast komplett alle lästigen Ladezeiten.

Auch gut Gelungen sind die Menüführung und das Arbeiten mit vielen Gegenständen. Bei Spielen der Atelier Serie hat man es schnell mit über tausend verschiedenen Gegenständen zu tun die sich dann zusätzlich noch in Qualität und Eigenschaften unterscheiden. Die verschiedenen Ansichten und Filtermöglichkeiten erlauben aber dem Spieler einen Überblick von allem zu behalten.

 

Fazit

Atelier Merur: The Apprentice of Arland hat sich eigentlich in allen Aspekten gegenüber seinen Vorgängern verbessert und ist spielerisch sehr gut abgerundet. Was abschrecken könnte, ist das putzige Setting und diese mädchenhafte Welt. Wer sich daran jedoch nicht stört, wird viel Freude an einem traditionell japanischen Rollenspiel haben.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass Atelier Meruru in Japan das bisher bestverkaufte Atelier-Rollenspiel für die Playstation 3 ist. Selbst das kommende Atelier Aeysha konnte die Verkaufszahlen von Atelier Meruru nicht überbieten. Ein Einstieg mit dem dritten Teil der Arland Reihe lohnt sich also, selbst dann wenn man die Vorgänger nicht kennt.

 

8/10

     

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