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The Walking Dead im Test für die PS3: Die Toten kommen


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The Walking Dead hat sich zu einer starken Marke auf dem Zombie-Markt entwickelt. Als im Oktober 2003 das Comic erstmals erschien, begann eine enorme Erfolgsgeschichte - ein gigantischer Zombie-Hype war geboren. Es entstand eine fantastische TV-Serie, die mittlerweile in die 5. Staffel geht. Da darf das dazugehörige Videospiel nicht fehlen. Telltale hat mit einem Spiel in Form eines Adventures reagiert. Lasst Euch überraschen, ob die Mischung aus Zombies und Adventure Spaß bringt. Die Antwort darauf erfahrt Ihr in unserem Test.

 

 

Kann ein Tag schlechter beginnen?

Wir spielen den Hauptcharakter, Lehrer Lee Everett. Er sitzt in einem Polizeiauto, mit Handschellen gefesselt. Schlechter kann ein Tag wohl kaum beginnen. Aber schließlich kann es nur besser werden wie meistens im realen Leben auch. Der Polizist im Auto macht uns einen eher gleichgültigen Eindruck. Ihm scheint es egal, was wir verbrochen haben, denn er weiß, wo die Fahrt hingeht. Wir haben es auf alle Fälle verdient, dort zu landen. Wir akzeptieren das. Der Drops ist gelutscht. Aber irgendwie ist die Welt um uns herum nicht mehr dieselbe wie noch vor ein paar Tagen. Jeder ist irgendwie in Aufruhr. Aber spielt das eine Rolle? Der Polizist unterhält sich mit uns. Auch das ist egal. Es gibt kein Zurück, wir haben unsere Strafe akzeptiert und müssen jetzt büßen.

Irgendwie wäre das Spiel spätestens an dieser Stelle langweilig, würde nicht hier die Action einsetzen. Der Polizeiwagen kracht auf dem Highway in eine Person und überschlägt sich. Daraufhin landet der Wagen in einem Waldstück. Man hört noch schemenhaft von dem Chaos um den Wagen. Als wir aus unserer Ohnmacht erwachen, bemerken wir eine Verletzung am Bein und versuchen den Wagen zu verlassen. Der Polizist liegt leblos neben dem Auto. Wir hangeln voran, wollen zu ihm gelangen. In dem Moment, in dem wir ihn erreichen, verwandelt er sich in einen Zombie und geht auf uns los. Jetzt müssen wir uns in ein paar Quick-Time-Events des Monsters erwehren.

Danach taucht im entfernten Wald eine dunkle Gestalt auf. Wir folgen dieser und kommen an einem Haus mit angrenzendem Baumhaus an. Im Haus durchsuchen wir jeden Winkel und finden ein Funkgerät. Darüber meldet sich ein kleines Mädchen. Kurz darauf werden wir wieder angegriffen - vom ehemaligen Kindermädchen. Hier erscheint Clementine das erste Mal und hilft uns aus der Patsche. Wir freunden uns an und versuchen gemeinsam in der Welt des Wahnsinns zu überleben. Wir treffen auf weitere Überlebende und ziehen mit den verschiedenen Mitgliedern durch die Apokalypse. Was bzw. wie viel wir ihnen von unserer eigenen Lebensgeschichte erzählen, verheimlichen oder lügen, das alles ist dem Spieler selbst überlassen. Jedoch sollte man sich bewusst darüber sein, dass jeder Schritt Folgen haben kann.

Der Vorteil der Story ist, dass man keinerlei Vorkenntnisse aus den Comics oder der Fernsehserie braucht, für Nichtkenner daher kein Problem. Für Fans wurde versucht, eine Brücke zu schlagen, durch Kleinigkeiten wie beispielsweise Herschels Farm oder den Auftritt von Glenn.

 

Zeige, wer Du wirklich bist

63-150x150.jpg.5b6f83bc4b6806ebc4167e8dec22b6e9.jpgDas Spiel ist kein reines Adventure. Bei genanntem Genre liegt das Hauptaugenmerk auf sehr aufwendigen und teilweise komplizierten Rätseln sowie der Geschichte. Der Rätselteil ist bei The Walking Dead zwar auch vorhanden, jedoch nur in sehr geringem Umfang. Es gibt kaum größere Rätsel, zu deren Lösung man erst mehrere Gegenstände braucht. Mit Hilfe des linken Sticks bewegt man sich in der Umgebung. Dazu benutzt man das weiße Steuerkreuz auf dem Bildschirm. Allerdings kann man nicht viel in den einzelnen Abschnitten erkunden.

Entdeckt man einen Gegenstand oder etwas Wichtiges ist ein weißer Punkt darauf zu erkennen. Geht man mit dem Kreuz darauf, wird er hervorgehoben und man kann sich aussuchen, was man tun möchte. Manchmal gibt es bis zu vier Auswahlmöglichkeiten, die dann auf die Kreis-, Dreieck-, Viereck- oder Kreuztaste verteilt sind. Die Hilfe mit dem weißen Punkt kann in den Menüs abgeschaltet werden. Es steht nur ein Schwierigkeitsgrad für das Spiel zur Verfügung.

Sollen irgendwelche Aktionen ausgeführt werden, wird dies immer als Hinweis am oberen Rand des Bildschirms angezeigt oder die Figur sagt, was man machen soll. Das Hauptthema stellen aber die Gespräche der Überlebenden untereinander dar. Spricht man eine Person an, ergeben sich meist vier Antwortmöglichkeiten mit anschließenden Multiple-Choice-Dialogen. Manchmal müssen Antworten oder Aktionen unter Zeitdruck erledigt werden. Hierbei erscheint unter den Gesprächsoptionen ein kleiner weißer Balken. Ist der abgelaufen, hat man keinen Einfluss mehr auf die Antwort bzw. scheitert die Aktion dementsprechend.

Jede Episode wird mit folgendem Satz eingeleitet: „Diese Spielreihe passt sich den von Dir getroffenen Entscheidungen an. Die Handlung richtet sich nach deiner Spielweise.“
Schnell stellt man fest, wie viel Wahrheit in den Worten steckt. Die Gespräche haben es einfach in sich. Besonders wenn die Zeit drückt und man schnell eine Entscheidung fällen muss. Oft rückt man bei gezielten Personen mit seiner Antwort in ein bestimmtes Licht. Das wird oben am Bildschirm markiert. Unterstützt man zum Beispiel jemanden oder hilft man demjenigen nicht, wird die Figur sich das merken und im weiteren Spielverlauf ihr Verhalten Euch gegenüber anpassen.

"die spielzeit ist eh stark davon abhängig wie man spielt, bzw. ob man alle unterhaltungen mitnimmt.. " - madd8t

Die Entscheidungen sind vielfach sehr hart und moralisch fragwürdig. Ich bin Lee und ich bin ich. Ich treffe meine Wahl genau so wie ich sie in dieser Situation als real erachte. Ich bin echt. Ich spiele kein Spiel. Gibt es ein Richtig oder Falsch? Wie würdest Du in der gleichen Situation reagieren? Auch wenn man vielleicht das Gefühl hat, sich falsch entschieden zu haben, das Spiel geht weiter, in Deinem eigenen Verlauf. Manchmal ist die moralisch richtige Entscheidung nicht immer die Beste für die Gruppe oder Deine Freunde. Sieh selbst ...
Auch Konflikte innerhalb der Gruppe oder auftretende Probleme stellen das Zusammensein auf eine harte Probe und verlangen dem Spieler sehr viel Fingerspitzengefühl ab. Es kann schnell zu Eskalation kommen und so manchem Charakter das Leben kosten, wenn man nicht aufpasst.

 

Überleben ist alles

Kämpfe gibt es natürlich, in einer Welt voller Untoter kann man dem nicht entgehen. Entweder zückt man schnell die Waffe und drückt ab bzw. schlägt zu - zuvor entsprechend anvisieren - oder man vollführt einige kleine Quick-Time-Events, um zum Erfolg zu kommen. Diese sind nicht zu schwierig und lassen einen selten sterben, also kein Problem.

Ein manuelles Speichersystem ist nicht vorhanden. Speichern funktioniert automatisch, meist vor Aktionen. Und so beginnt man wieder von dem Punkt. Fehltritte sind zu verschmerzen. Die Gegner gehören einem sehr niedrigen Schwierigkeitsgrad an, was den Spieler nicht gerade vor große Herausforderungen stellt.

 

Ein Comic zum Spielen

73-150x150.jpg.73f20d07265f2a5910a06759ba3c722d.jpgDie Grafik ist in einem attraktiven Comic-Style gehalten. Die Charaktere sind hervorragend herausgearbeitet und auch die Standorte sind von unverwechselbarem Stil. Jeder einzelnen Person sind die Emotionen ins Gesicht geschrieben. Egal ob die Augen oder der Mund, jede Falte im Gesicht zeigt das Gefühl, ob Angst, Wut oder Verzweiflung usw. Alle Charaktere sind sehr glaubwürdig umgesetzt. Jeder Haupt- und Nebencharakter ist interessant und mit einer eigenen kleinen Geschichte versehen. Wie viel sich einem offenbart, liegt an einem selbst. Die Figuren bewegen sich alle aktiv wie in jedem Spiel, einfach stimmig, sehen aber manchmal in der Art der Bewegung etwas hölzern aus.

Wer jetzt denkt, dass dem Spiel wegen dem Zeichentrick-Flair die entsprechende Würze fehlt, demjenigen kann ich Entwarnung geben. Das Spiel ist definitiv nichts für schwache Gemüter. Einige Tode sinextrem dargestellt und auch bei Tötungen von Zombies wird nicht mit Blut gespart. Das ganze Spiel kann auch als interaktives Comic bezeichnet werden.

"Absolut fetziger interaktiver Zombiefilm in Trickfilmoptik! Für jeden, der Die Comics bzw. die Serie mag, eine absolute Kaufempfehlung." - Asenkult

Musikalisch sind die Sequenzen mit eher ruhigen Tönen untersetzt. Leider etwas selten zu hören, da die meiste Zeit für Gespräche genutzt wird. Die Soundeffekte sind sehr passend eingefügt. Neben dem Grunzen der Gegner hört man ebenso den Wind in den Bäumen rauschen. Das schafft eine tolle Atmosphäre und unterstützt das eigene Gefühl, das erdrückende Gefühl einer Endzeit.

Die Sprachausgabe ist nur in Englisch, mit deutschen Untertiteln, nachgereicht per Patch. Das ist auch gut so, denn bei der Masse an Text ist das Verstehen so viel einfacher. Die englischen Sprecher leisten einen erstklassigen Job. Die Figuren haben unterschiedliche Stimmfarben, wobei die Emotionen direkt beim Spieler ankommen. Die deutschen Untertitel sind nicht perfekt. Entweder sind Rechtschreibfehler enthalten, es fehlt ein Stück der Übersetzung oder diese wird zu spät eingeblendet. Aber da das selten passiert und man dem Geschehen trotzdem lückenlos folgen kann, fällt dies nicht ins Gewicht.

Die Kamera ist immer fest von einem Punkt aus auf die Szene gerichtet und bereitet somit keine Probleme. Zudem bewegt man sich immer in einem kleineren Abschnitt und startet keine großen Entdeckungstouren. Die Steuerung wird sowieso nur benutzt, um die einzelnen Aktionspunkte anzuvisieren. Der Charakter läuft dann automatisch zu dem Punkt. Einige der Aktionspunkte sind manchmal etwas unvorteilhaft gesetzt.

 

Ein Snack für Zwischendurch

Das Spiel hat trotz seiner fünf Episoden eine sehr kurze Gesamtspielzeit. Da es heute im Download oder auf Disk schon günstig zu haben ist, kann man das verschmerzen. Außerdem ist der Wiederspielwert sehr hoch, da man sich an verschiedenen Stellen anders entscheiden kann und somit die Geschichte einen anderen Weg einschlägt. Einen Einfluss auf das Ende der Geschichte hat es allerdings nicht, das bleibt bei aller Abwechslung gleich.

Sehr schön ist die Auswertung von wichtigen Entscheidungen, die Konsequenzen zur Folge hatten. Die Aufstellung zeigt sich am Ende der Episoden. Hier wird die jeweilige Entscheidung aller Spieler in Prozent benannt. Du erfährst also, wie viele Spieler genauso dachten wie Du oder eben auch anders. Am Ende der vierten Episode muss man ein Rettungsteam bilden. Dafür gibt es acht verschiedene Kombinationen, je nach Spielverlauf. Auch diese sind anschließend mit der entsprechenden Wertung versehen.

"Aber im großen und ganzen ist das Spiel sehr gelungen vor allem die Statisitk am Schluss hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein PflichSpiel für Heavy Rain Fans und/oder the walking dead Fans. Und natürlich ein perfektes Spiel für Trophyhunter, denen die Story und so wurscht is. " - john_cena1993

Startet man das Spiel und wählt dann die einzelnen Episoden aus, kann man sich darin wiederum die verschiedenen Kapitel aussuchen und muss nicht die ganze Episode erneut spielen. Allerdings ändert sich dann der Verlauf der Zukunft, da die Entscheidungen wieder Einfluss auf den Rest haben. Auch die Statistik der Episode kann man sich dort anschauen.
 

Der einzige DLC

Es wurde ein einzelner DLC mit dem Namen „400“ nachgereicht. Dieser hat eine Spielzeit von etwa 2 Stunden. Und der hat es in sich. Am Anfang sieht man eine Pinnwand mit fünf verschiedenen Personen, zwischen denen man wählen kann. Die Reihenfolge der Abarbeitung spielt keine Rolle. Jede Person verweist auf eine kurze Geschichte zu verschiedenen Zeitpunkten der Katastrophe. Das Witzige an dem DLC ist aber, dass sich die Geschichten der einzelnen Personen manchmal mehr oder weniger kreuzen und viele kleine Details versteckt sind, auch in Bezug auf das Hauptspiel. Also immer schön die Augen offen halten! Inwiefern sich die Figuren in der Fortsetzung des Spiels wiederfinden, ist nicht bekannt. Da, wie schon beschrieben, die Charaktere vielseitig sind, bleibt nur zu hoffen, dass der ein oder andere den Weg in die Fortsetzung findet.

 

Der Trophy-Check

Es gibt 49 Trophäen im Game zu sammeln - 37 bronzene, 5 silberne, 6 goldene und eine Platintrophäe. Die Trophäen erscheinen beim Durchspielen automatisch. Man muss nichts berücksichtigen und so geht das Sammeln wie von allein. Nur beim DLC muss man für zwei Trophäen etwas extra erledigen. Die Durchschnittszeit im Forum für Platin ist mit 15 Zeitstunden angegeben. Der Schwierigkeitsgrad liegt bei 1,3.

"ganz ehrlich? ich gebe zu ich habs mir am anfang geholt wegen der geschenkten Platin, aber je mehr ich dieses Game zocke, desto geiler wird das Game, die ganzen entscheidungen die man da treffen muss und so, diese Lebensechtheit obwohl es eine Comic Optik besitzt, wahnsinn, es ist wirklich empfehlenswert!!!!!" - Trophäensammler

 

Fazit

Das Spiel wird der Marke The Walking Dead auf jeden Fall gerecht. Es fesselt von der ersten Minute an. Bei vielen Entscheidungen steht immer die Frage im Raum: Habe ich mich richtig entschieden? Hier sollte man niemals an sich selbst zweifeln, sondern einfach zu dem stehen, wer man ist. Auf jeden Fall lernt man, sich selbst zu reflektieren. Mit seinen Entscheidungen experimentieren kommt beim erneuten Durchspielen allemal noch zurecht.
Das Spiel ist enorm auf Gespräche anstatt auf Rätsel ausgerichtet und schreckt so vielleicht alte Adventure-Hasen ab. Auch der Comic-Style ist nicht jedermanns Sache. Jedoch sollte man sich davon nicht täuschen lassen. Man bekommt ein grandioses Spiel, was zu Recht ein Game of the Year war. Die Story ist fantastisch, überzeugt und treibt die Charaktere in unglaublich interessanter Weise voran. Als Teil der Geschichte sowie als Teil der Gruppe erlebst Du das Ganze als so echt, so stark, so packend. Du bist dabei, in jeder Sequenz, mit jedem Gefühl.
Einzige Negativpunkte sind die teilweise etwas schlechte Übersetzung ins Deutsche und die geringe Spieldauer.

 
9.0/10

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