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Test: Dragon Quest Builders im Test für die PS4 – Bauen, Kämpfen, Erleben


Souly
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DRAGON-QUEST-BUILDERS_20161019232157-266x266.jpg.28f3da7ae21fefa0f3e48f94a10677db.jpgWer zu den etwas älteren Semestern gehört, dem dürften die alten Dragon-Quest-Spiele durchaus ein Begriff sein. Dragon Quest war schon cool, bevor sowas wie Pokémon überhaupt das Licht der Welt erblickte. Minecraft wiederum dürfte wohl jedem Spieler schon einmal irgendwie begegnet sein, es sei denn, man ist wirklich sehr Hype-resistent. Square Enix dachte sich also, zwei der beliebtesten Spiele einfach zu kombinieren und dabei kam Dragon Quest Builders heraus. Ob diese Kombi gut funktioniert oder ob Square Enix lieber dem RPG-Genre treu hätte bleiben sollen, erfahrt ihr wie immer in unserem Test.

Dragon Quest? Das ist ja voll von Dragon Ball abgekupfert!

Richtig! Oder…naja…nicht abgekupfert, sondern eher wiederverwertet. Wer Dragon Quest noch nie zuvor gespielt hat, dem wird der doch ziemlich markante Zeichenstil dieses Spiels sofort ins Auge springen. Das kommt einem doch irgendwie schrecklich bekannt vor. Das könnte daran liegen, dass der Designer von Dragon Quest auch gleichzeitig der Designer von Dragon Ball ist und scheinbar eine kaum spürbare Affinität zu Drachen hat. Dragon Ball ist aber ein kleines bißchen älter.

Das soll aber nur ein kleiner Fun-Fact am Rande sein, denn hier geht es schließlich nicht um Dragon Ball, der Test folgt später. Dragon Quest Builders spielt in einer Welt, in der der Menschheit die Fähigkeit geraubt wurde, Dinge zu bauen. Man stelle sich jetzt einmal vor, man könnte nichts herstellen, kombinieren oder einen Stein auf den anderen setzen. Wir wären verloren. Der Spieler ist nun der legedändere Erbauer, der die Menschheit vor der völligen Ausrottung beschützen soll, indem er den Menschen in Alefgard das Bauen wieder beibringt.

Verantwortlich für diese Misere ist der böse Drachenkönig, welcher einen Fluch über Alefgard gelegt hat. Dieser Fluch verdunkelte den Himmel, die Menschen verlernten das Bauen und überall kamen Monster zum Vorschein, die die Bewohner überrannten. Alles in Allem also eine klassische Story, die nach einem Helden schreit. Dieser Held seid natürlich ihr.

Sandbox mit Hilfestellungen

Soviel also zu der Story. Etwas, was bei Dragon Quest Builders heraussticht, ist natürlich die Voxel-Welt. Genau wie in Minecraft kann alles in der Welt abgebaut und wiederverwertet werden, entweder als Material zum Craften oder direkt als Bauklotz. Wer jedoch mit Minecraft aufgrund der fehlenden Aufgaben nicht so richtig warm geworden ist, die Idee jedoch ganz gut fand, für den ist Dragon Quest Builders definitiv einen Blick wert.

Anders als in Minecraft gibt es nämlich kein freies Craften, sondern alles geschieht nach Rezepten. Wenn man zum ersten Mal ein neues Material findet und es eine Craftingmöglichkeit gibt, dann wird diese im Rezeptbuch direkt freigeschaltet. Manche Rezepte werden aber auch erst im Questverlauf freigeschaltet, auch wenn man die Materialien bereits hat. Questverlauf? Ja, richtig gelesen. Ebenfalls ein Unterschied zu Minecraft sind die Questreihen.

In jeder Welt gibt es eine Hauptquestreihe, mit der man die Welt vom Einfluss des Drachenkönigs befreit. Neben dieser Hauptquest, gibt es auch noch eine Reihe Nebenquests, wobei manche Nebenquests auch Voraussetzung zum Fortführen der Hauptquest sind. Die Quests bauen die Story um die Welt herum auf, das heißt, jede Welt hat so ihre Eigenarten und auch ihre eigenen Probleme mit dem Drachenkönig. Diese gilt es zu lösen und dabei möglichst ein schickes Dörfchen aufzubauen.

 

 

Bau mir ein Heim

Einer der Hauptaspekte des Spiels ist natürlich das Bauen und Craften. Und auch hier gibt es wieder einige Unterschiede zum Genreprimus. Man kann natürlich bauen wie man möchte, jedoch gibt es im Spiel genannte Räume. Ein Raum hat bestimmte Bedingungen, um als solcher erkannt zu werden, z.B. kann man eine kärgliche Küche bauen, indem man eine Tür, eine Kochstelle und eine Truhe in einen Raum stellt. Wenn alles in die 4 Wände verfrachtet ist, leuchtet der Raum kurz auf und es erscheint der Raumname samt Bauanleitung. Die Bauanleitung kommt dann in ein Raumalbum und kann jederzeit nachgeschlagen werden.

Die Räume zu bauen ist auch sehr empfehlenswert, da es eine ganze Reihe Boni abzustauben gibt. Bei der Küche zum Beispiel fangen die Dorfbewohner selbstständig an Sachen zu kochen und in die Truhe zu legen. Das ist mitunter mehr als praktisch, da man auch in manchen Welten nur schwer an Essbares heran kommt. Da die Dorfbewohner nur mit Luft und Liebe kochen, muss man die Materialien noch nicht einmal zusammen suchen. Das spart sehr viel Zeit für Nahrungssuche.

Die verschiedenen Räume können alle selbst entdeckt werden, allerdings gibt es auch immer mal wieder Baupläne in Truhen oder von Questgebern. Diese Baupläne muss man dann exakt nachbauen, um den Plan abzuschließen. Dies kann mitunter auch ganz schön nerven, wenn man zum Beispiel schon liebevoll eine Küche gebaut hat, ein Questgeber aber unbedingt eine nach Plan haben will. Dann kommt man leider nicht um das Bauen nach Plan herum. Man kann die Räume nach Bauplanabschluss aber wieder nach Belieben umgestalten oder abreißen.

Mi casa es su casa

Wer fleißig Räume baut und die Monster um der Stadt in Schach hält, den begrüßen schon bald neue Dorfbewohner. Die Dorfbewohner bringen meistens auch neue Quests mit, weshalb sie für die Story durchaus wichtig sind. Aber nicht nur für Quests sind die kleinen quirligen Leute gut, nein sie bringen auch andere angenehme Vorteile mit sich.

Wie schon oben erwähnt, bauen sie in bestimmten Räumen Gegenstände. Je mehr Dorfbewohner, umso höher auch die Ausbeute an Gegenständen, um die man sich nicht mehr kümmern muss. Des Weiteren bekämpfen sie auch sehr erfolgreich Monsterhorden und helfen einem bei questbedingten Monsterwellen auf die Stadt. Teilweise haben die Bewohner sogar deutlich mehr Wums als man selbst und falls nicht, na dann lenken sie die Monster wenigstens von einem selbst ab, sodass man kräftig draufhauen kann.

Im späteren Spielverlauf kann man auch mit einem Partner losziehen und sich so viel effektiver auf Materialiensuche begeben. Mitunter sind die aggressiven Monster nämlich ziemlich nervig und aufdringlich. Gerade Nachts kommen immer zwei feuerschmeißende Geister, die gehörig nerven. Da ist es sehr hilfreich einen Dorfi an seiner Seite zu haben, der das Viechzeug verkloppt, während man selber gerade eine Hütte baut oder angelt.

Kämpfen um zu leben…naja oder zumindest um zu bauen

Das wichtigste, was das Spiel euch zu Beginn sagt ist der Satz: "Denk daran, du bist kein Held". Dragon Quest Builders spielt sich nämlich eher wie ein Classic-RPG, das heißt, es gibt kein Levelsystem sondern nur Ausrüstung und Gegenstände die einen stärker machen. In etwa so wie bei Zelda. Dessen muss man sich auch ziemlich schnell bewusst werden, wenn man mit dem Holzstock versucht einen Golem umzuhauen, weil man im Eifer der Sammelei in ein Gebiet gegangen ist, in das man noch nicht hingehört.

Die Kämpfe gestalten sich zum Teil sogar ziemlich anspruchsvoll. Im Normalfall hat jedes Monster eine normale Attacke und eine Charge-Attacke. Man bekommt auch ziemlich schnell heraus, wie man den Attacken ausweichen kann, aber manchmal gibt es einfach viel zu viele Gegner auf einmal, die einen auf die Pelle rücken. Richtig gemein wird es dann bei den Monsterwellen auf die Stadt, da es einige Monstertypen gibt, die Blöcke abreißen. Das bedeutet für die Stadt natürlich nichts Gutes und hin und wieder muss die Stadt nach einem Angriff neu ausgebessert werden. Nervig ist, dass man bei einem Angriff auf ein Monster ebenfalls zum Teil seine eigene Stadt mit zerlegt. Das hätte man ggf. etwas besser lösen können.

Nochmal eine Nummer härter sind dann die Bosskämpfe am Ende einer jeden Welt. Hier hat man es mit den fiesesten und größten Monstern der Spielwelt zu tun, gegen welche die normalen Monster wie kleine Würmchen aussehen. Die Bosse sind meist auch die Verursacher des Leids in der jeweiligen Region. Diese Monster sind nur mit einer bestimmten Taktik zu besiegen, welche aber zur Hilfe eingeblendet wird. Dennoch ist es kein Zuckerschlecken und auch die Bosse wissen hervorragend, wie man die hart erbaute Stadt in Schutt und Asche legen kann.

Eine Welt für mich allein

Die Welt in der das Spiel spielt ist Alefgard, welches sich in verschiedene Regionen unterteilt. Jede Region hat so ihre eigenen Wehwehchen und auch ihr eigenes Baumaterial. Dies kann zum Beispiel Stein, Holz oder aber auch Sand sein. Dementsprechend sieht dann auch die Landschaft aus. Entweder üppiges Grün, modriges Sumpfland oder karge Wüstenlandschaft. Abwechslung wird einem in jedem Fall geboten. Die Welt selbst ist zwar Open World, jedoch schon eher nur scheinbar. Jede Region teilt sich in vier Inseln, welche über Portale erreicht werden können. Man sieht zwar die jeweils anderen Inseln, kann aber keine Brücke bauen, da einen "eine unsichtbare Kraft" davon abhält.

Dennoch ist das Gebiet ziemlich groß und man brauch schon eine ganze Weile um alles zu erkunden. Hier sieht man aber wieder einen Unterschied zu Minecraft, die Welt ist nämlich nicht generisch erstellt, sondern sieht immer gleich aus. Hat man eine Welt geschafft, tritt man durch ein Portal in die nächste Welt, verliert alle Sachen und Rezepte und fängt vor Ort wieder von vorn an. Das klingt erstmal demotivierend, dadurch, dass jede Welt aber ihr eigenes Baumaterial hat, hat das durchaus seinen Sinn. Man findet im Sumpf eh keine Materialien um ein Stahlschwert zu bauen, also brauch man auch die Anleitung dafür nicht mehr. So hat jede Welt ihren eigenen Reiz, wieder entdeckt zu werden. Wer keine Story-Welt bebauen will, für den gibt es auch eine freie Welt ohne Quests, in der man sich austoben kann.

Wer die Dragon-Quest-Spiele gespielt hat, der wird sich an der Welt auch kaum satt sehen können. Überall begegnen einem sehr bekannte Dinge aus der RPG-Reihe. Die Monster sind 1 zu 1 die gleichen, wie in den Klassikern, die ganzen Räumlichkeiten und Gegenstände, ja sogar die Sounds sind komplett übernommen. Das lässt schon viel Nostalgie aufkommen. Aber auch für Neulinge gibt es in der Welt viel zu entdecken. Die Monster und die Umgebung sind, wie Eingangs erwähnt, im Zeichenstil von Dragon Ball und sehen sehr knuffig aus. Die Grafik ist also sehr im Comic-Stil gehalten, was man entweder mögen oder nicht mögen kann.

Perfektionist

Eine gute Nachricht für Trophäenjäger. Es gibt eine Platin und das Beste, sie zu bekommen ist relativ einfach. Zwar gibt es für jede Welt eine recht anspruchsvolle Aufgabe, dennoch gibt es deutlich schwerere Platin-Trophäen. Was man zuerst mal tun muss, ist natürlich die Story aller Welten durchspielen. In jeder Welt gibt es verschiedene Herausforderungen, welche man sich entweder im Internet vorher anschauen kann, oder man schaut sich die Liste nach dem Durchspielen einer Welt an.

Die meisten Herausforderungen sind recht einfach und wenn man das Spiel etwas intensiver spielt, erfüllt man diese meist automatisch. Für jede Welt gibt es aber auch eine Speedrun-Herausforderung und genau die sind der etwas schwierigere Teil. Es empfiehlt sich zwei Speicherstände anzulegen. Einmal für die Herausforderungen und die Story allgemein (und natürlich für den Spaß ;) ) und dann noch einen für den Speedrun. Wenn man die Nächte durch Schlafen nicht überspringt, sondern Wege erledigt, kommt man mit der Zeit eigentlich ganz gut hin.

Ansonsten bekommt man die restlichen Trophäen ziemlich leicht im Spielverlauf. Hier ein paar Blöcke kaputt machen, da ein paar Blöcke platzieren und eine Anzahl an Bauplänen fertigstellen. So ergeben sich in der Summe gerade einmal 20 Trophäen, welche mit viel Spaß gesammelt werden können. Viel Spaß beim Jagen.

 

FAZIT

Ich bin hellauf begeistert von diesem Spiel. Es ist im Endeffekt genau so wie ich es erwartet habe und noch mehr. Als großer Zelda-Fan und Minecraft-Suchti habe ich hier das perfekte Spiel für mich gefunden, welches mich jetzt schon Stunden gefesselt hat. Da ich auch ein paar Dragon Quest Teile gespielt habe, kam mir auch einiges sehr bekannt vor und der Nostalgie-Faktor ist durchaus hoch. Das Spiel ist durch und durch stimmig, die Quests zu erfüllen macht Spaß und sie sind Abwechslungsreich. Die Story erzählt eine schöne Geschichte und entführt auch hin und wieder in die Dragon Quest Saga. Aber am meisten fetzt natürlich das Sammeln, Craften und Bauen. Es gibt aber natürlich auch ein paar Kleinigkeiten die durchaus nerven. Die Kamera ist nicht immer perfekt, insbesondere in geschlossenen, überdachten Räumen. Der Bauplatz in den Welten ist leider auch recht Begrenzt. Zwar kann man überall bauen, die Stadt hat allerdings einen recht kleinen Einzugsbereich. Das schränkt die Kreativität manchmal etwas ein. Aber trotz dieser Kleinigkeiten kann ich Dragon Quest Builders für Sandbox-Fans, die vielleicht manchmal einen kleinen Schubs in eine Richtung brauchen und auch RPG-Elemente lieben, bedenkenlos empfehlen. Das Spiel ist auch für Kinder durch die knuffige Grafik sehr zu empfehlen. Ich wünsche allen legendären Erbauern viel Spaß mit diesem Meisterwerk.

 

10 von 10

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